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Studie zu Geräte-Verschleiß: Der kaputte Konsum
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Kaufen wir regelmäßig Produkte, die planmäßig kaputt gehen? Was Otto Normalverbraucher schon lange vermutet, soll ein Gutachten im Auftrag der Grünen belegen. Es enthält eindrucksvolle Beispiele für die Wegwerfgesellschaft - aber keine Beweise für eine große Verschwörung.

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generation-lost- 20.03.2013, 19:03
20. Falsch kalkuliert

Diese Erscheinung ist nicht nur bei Elektronik sondern auch bei einfachen
mechanischen Bauteilen auszumachen, die
meistens in den Billiglohnländern produziert werden.
Und es ist kein Geheimnis,dass der Preis nicht mehr für Qualität bürgt
Viele Dinge hielten früher 10, 20 Jahre bis man sie auswechseln musste.
Leittragend ist aber nicht allein der Mensch, sondern umso mehr die Umwelt,
denn irgendwo müssen die Materialien ja herstammen und nicht alles kann den Warenkreislauf wieder
zugeführt( recycelt) werden.
Die Umwelt wird den Raubbau an Rohstoffen auf Dauer nicht verkraften und es
kommt öfter zu Naturkatastrophen.
Die Menschheit kann eben nie genug kriegen und wird durch ihre Profitgier
hoffentlich bestraft.

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muellerthomas 20.03.2013, 19:05
21.

Zitat von zeckenhasser
Damit bin ich sicher kein Motor der deutschen Wirtschaft
Wieso nicht, kaufen Sie deshalb insgesamt weniger, haben also eine höhere Sparquote? Und vor allem: Sinkt Ihre Konsumquote stetig?

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spaltpilz 20.03.2013, 19:06
22. Ich habe einmal in einem Unternehmen

Zitat von rabenkrähe
......... Früher waren Montags-Geräte jene, die Defekte haben, weil die produzierenden Mitarbeiter noch vom Wochenende geschafft waren, heute sind Montags-Geräte solche, die länger funktionieren, weil die Mitarbeiter noch zu verschlafen sind, daran zu denken, gewollte defekte Teile einzubauen.... rabenkrähe
gearbeitet, in dem sowohl Rüstungsgüter, ls auch Consumergeräte gebaut wurden:
Es gab komplett zwei komplett getrennte Lagerhaltungen, nicht nur des höheren Selektionsgrades bezüglich der Toleranzen, sondern auch, weil die "Consumerteile" vertragsmäßig garantiert maximal fünf Jahre innerhalb der zugesicherten Werte blieben.
Zudem ist es eine beliebte Masche, verbaute Teile leicht unterzudimensionieren: Ein Prozessor, der regelmäßig an seine Chiptemperatur getrieben wird, altert deutlich schneller.

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guntalk 20.03.2013, 19:06
23. Solch einen...

...Test hat das Chip-Magazin schon vor Monaten gemacht.
Druckerpatronen, die obwohl noch 1/3 gefüllt, nicht mehr funktionieren, Drehknöpfe an Kameras und allerhand elektr. Geräten, die aus extra weichem Plastik hergestellt sind.

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nick999 20.03.2013, 19:08
24.

Zitat von sysop
Kaufen wir regelmäßig Produkte, die planmäßig kaputt gehen? Was Otto Normalverbraucher schon lange vermutet, soll ein Gutachten im Auftrag der Grünen belegen. Es enthält eindrucksvolle Beispiele für die Wegwerfgesellschaft - aber keine Beweise für eine große Verschwörung.
Das ist doch ein alter Hut. Es gibt einige Bauteile mit einer begrenzten Lebensdauer, Akkus, Aluminiumelektrolytkondensatoren, Plastik mit Weichmachern. Andere Bauteile verändern schleichend Ihre Werte über Zeit und Temperatur. Irgendwann funktioniert dann die Schaltung nicht mehr. Wieder andere Bauteile haben eine Lebensdauer nach Schaltspielen.

SSD Festplatten haben eine begrenzte Lebensdauer, hier zählen die Schreibzyklen. Hier hilft auch kein Geld, es herrscht die Physik.
Deshalb wird immer neu fragmentiert, um nicht sehr schnell einen Bereich totzuschreiben, sondern die SSD gleichmäßig zu benutzen. Eine SSD, die zu 90% gefüllt ist, hat wenig Platz zum Jonglieren und wird deutlich eher am Ende sein, als eine zu 30% gefüllte SSD.

Früher wurde einfach überdimensioniert. Heute wird sehr genau gerechnet. Bereits in der Planungsphase steht fest, wieviele Betriebsstunden das Gerät zu halten hat. Dann soll so billig wie möglich entwickelt werden.
Dazu kommen manchmal Konstruktionen, bei denen ich mir Absicht vorstellen kann. In einem von mir geöffneten PC Netzteil war an einen Aluelko (Lebensdauer sinkt stark mit Temperaturerhöhung) ein Widerstand mit Wärmeentwicklung befestigt. Natürlich hatte dieser Widerstand eine Funktion, einen schlechteren Platz gab es aber nicht. Gleichzeitig war die Konstruktion so ausgeführt, das in diesem Bereich der Lüfter nicht kühlen konnte.

Aber in welcher Qualität wird denn heute für welchen Preis repariert? Ich habe bisher kein Elektronikgerät reparieren lassen, was älter als 5 Jahre ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu mißtrauisch.

Inzwischen gibt es Gütesiegel, daß in der Schaltung keine lebensdauermindernden Tricks eingebaut werden, die ein Lebensdauerende in weniger als 10 Jahren erwarten lassen.
Lebensdauerende = massenhafter Ausfall bei allen Kunden.
Einzelausfälle gibt es leider immer mal wieder, die sind hier nicht gemeint. Hier analysiert ein Testhaus die Schaltung und die Fertigung.

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kontinuität 20.03.2013, 19:08
25. musste???

Zitat von markususa
Ich habe selber in der Konsumer Elektronik Branche in dne 90ern gearbeitet. Jedes Jahr musste das gleiche Produkt 3% billiger werden. Das geht irgendwann halt nur noch mit Qualitaetseinbussen. "Geiz ist geil" war doch das Motto eines Elektronik Kette.
Warum musste? Wer hat das verordnet? Eine nicht unerhebliche Anzahl von Leuten würde für einen höheren Preis gerne bessere Qualität erwerben wie zum Beispiel das Geschäft "Manufaktum" zeigt. Ich selbst sitze hier gerade mit einem drei Jahre "alten" Epson-Drucker, der sich nicht mehr rührt bzw. Quatschmeldungen raushaut, weil laut Hotline angeblich irgendwelche Justierungen nicht mehr stimmen. Die Reparatur wäre in etwas so hoch wie der Anschaffungspreis. Auf die Frage an die Hotline, ob es für den doppelten Preis der gegenwärtigen Preisskala einen Drucker von Epson gäbe, der garantiert fünf Jahre einwandfrei funktioniert, erfühlte ich am anderen Ende der Leitung nur ein Schulterzucken. Die korrekte Antwort hätte lauten müssen: Tut mir leid, aber Epson und auch die anderen verkaufen nur diesen Schrott, mit dem sie sich in wenigen Jahren grün und blau ärgern. Problem ist also nicht der Geiz sondern die inzwischen weitgehend akzeptierte Vernichtung von Rohstoffen von Zeit des Kunden, die forcierte Vergiftung der Umwelt und die Vernichtung bzw. Umverteilung von Geld vermittelts verkauften Schrotts.

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Manonymus 20.03.2013, 19:08
26. Wirklich?

Zitat von OskarVernon
Und ja, es gibt allen Unkenrufen zum Trotz immer noch jede Menge Qualitätsprodukte zu kaufen: Die sind nicht wirklich schwerer zu finden als die billigsten - wollen muss man's halt.
Es handelt sich hier um ein klassisches Dilemma. Die Marktwirtschaft will ja durch Wettbewerb erreichen, dass der Kunde alle Erzeugnisse möglichst billig und in möglichst guter Qualität erwerben kann.
Und hier wird es für den Kunden schwierig: woher soll er bei einem neuen Produkt wissen, ob es qualitativ gut ist? Wie teuer es ist, sieht man sofort. Wenn man jetzt nur die teuersten Produkte kauft, würde man letztlich marktwirtschaftliche Prinzipien ad absurdum führen. Außerdem ist es nur den Reichsten möglich, durchweg in allen Lebensbereichen die teuersten Produkte zu kaufen.
Sinnvoller ist es tatsächlich, einfach mehr Transparenz zu schaffen (auch ein Markenkern der Marktwirtschaft). Z.B. in dem tatsächlich ein Label mit der durchschnittlichen Haltbarkeit Pflicht ist.

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horst_meiermann 20.03.2013, 19:10
27.

Die Kommentare, die den Verbrauchern die Schuld geben, sind köstlich. Teure Markenware dominiert die im Artikel genannte Murks-Homepage. Und die Niedriglöhner haben es nach Meinung einiger Foristen wohl nicht besser verdient, wenn sie beim Einkauf geizig sein müssen.

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soulless72 20.03.2013, 19:11
28.

Zitat von sysop
Durch den enormen Wettbewerbsdruck stünden "praktisch alle Neuentwicklungen unter sehr starkem Kostendruck". Und das billigere Teil ist nun einmal selten das langlebigere. Damit wäre die Theorie von der Obsoleszenz aber weniger ein Beleg für eine großangelegte Verschwörung als vielmehr eine Kritik der Wegwerfgesellschaft - und damit auch ein Appell an die Verbraucher.
Das Problem aber ist das man irgendwann mal die Erfahrung gemacht hat das ein teures Markenprodukt an genau der gleichen Schwachstelle wegen genau des gleichen Billigteils kaputt geht wie das billige Nonameprodukt.
Irgendwann stellt man einfach fest das man bei teuren Markenprodukten nicht für die Qualität zahlt sondern einzig und alleine für den Namen.
Und das ist definitiv eher ein Problem welches die Industrie verursacht hat. Da kamen irgendwann die Controller im teuren Markenunternehmen und meinten "Hey, also da können wir nochmal 0,005 Cent sparen, und dort auch, und da auch noch .... wir brauchen mehr Gewinn, der Aktienkurs, der Aktienkurs".

Wenn das Vertrauen in Markenname dann kaputt ist und niemand mehr darauf vertraut das es sich lohnt mehr Geld für Markennamen auszugeben kaufen alle nur noch billig. Und dann müssen alle immer billiger werden weil ein Wettbewerb nur noch über den Preis stattfindet.

Da auszubrechen ist mit Sicherheit ein schwieriger Prozess. Aber würde eine Firma mal anfangen sich einen Ruf mit langlebigen Produkten und gutem Service (noch so ein Problem bei dem alle sparen, egal wie teuer das Produkt und wie gut der Markenname mal war) zu erarbeiten würde sich das mit Sicherheit auf lange Sicht lohnen.

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rechnernetzstecker 20.03.2013, 19:13
29. Geizmentalität der Hersteller zwecks Profit

Zitat von thomas.b
... Geizmentalität der Konsumenten zwingt ihnen ja förmlich auf, nicht auf Haltbarkeit zu setzen...
Meine letzte elektrische Zahnbürste von Braun hielt zehn Jahre, bevor der Akku tot war. Meine derzeitige hatte von Anfang an nur die halbe Akkukapazität, und die sinkt so rasch, dass wohl nach maximal fünf Jahren Schluss sein wird. Natürlich muss man den ganzen funktionierenden Rest mit wegschmeißen, wenn es soweit ist.
Die nächste wird daher keine Oral B mehr sein, sondern ein Gerät vom Discounter - eine Bekannte hat gute Erfahrungen damit und mit deren Lebensdauer gemacht. Auch die sündteuren Ersatzbürsten dürften dann billiger werden.

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