Forum: Wirtschaft
Studie zu prekär Beschäftigten: Mieser Job, mieses Leben
DPA

Leiharbeiter, Minijobber und Teilzeitbeschäftigte müssen nicht nur mit geringem Einkommen vorlieb nehmen. Die Berufssituation wirkt sich einer Studie zufolge auch negativ auf ihr Privatleben aus. Besonders bei Frauen.

Seite 1 von 22
Eros1981 25.06.2015, 11:38
1. Ich werde es sein lassen zu arbeiten

Vor 3 Jahren habe ich für 7,50 Euro brutto im Sicherheitsdienst gearbeitet. Seit fast 2 Jahren arbeite ich für 8,50 Euro brutto als Integrationshelfer an einer Grundschule.
Im Augenblick bin ich wegen Rückenschmerzen krank geschrieben. Die ständige Rumsitzen im Unterricht geht halt an mir nicht spurlos vorbei.

Bald sind Sommerferien und dann ist der Job für mich erledigt und ich habe mir fest vorgenommen nicht mehr arbeiten zu gehen. Es lohnt sich einfach nicht für die paar Brotkrumen arbeiten zu gehen, damit andere Leute sich die Taschen vollmachen können.
Arm im Alter werde ich sowieso sein, egal, ob mit oder ohne Niedringlohnjob. Da bleibe ich doch jetzt in meinen jüngeren Jahren lieber zuhause und mache mir eine schöne Zeit.

Beitrag melden
digade 25.06.2015, 11:40
2. mieser job

so viele Brücken kann der Staat gar nicht bauen, die in Zukunft für Übernachtungen gebraucht werden

Beitrag melden
infonetz 25.06.2015, 11:43
3.

Der Wähler bzw. die Mehrheit will es so und die Mehrheit profitiert auch davon das es viele mit geringem Einkommen gibt. Es ist nun mal so das es was Arbeit angeht ca. 70% sehr gut geht und ca. 30% schlecht. Das "witzige" ist ja das diese ca. 30% die jetzige Stütze unserer Wirtschaftsstärke sind. Das sagt ja selbst die Wirtschaft durch die Blume!

Beitrag melden
claterio 25.06.2015, 11:44
4.

Warum dieses Bild einen Dachdecker zeigt, erschließt sich mir nicht. Als ausgebildeter Handwerker kann man heute gutes Geld verdienen. Gerade Dachdecker sind so gesucht, dass sich die Guten momentan selbständig machen oder nach Feierabend (mit oder ohne Lohnsteuerkarte) noch ordentlich was dazuverdienen.

Beitrag melden
spon-453-7coi 25.06.2015, 11:44
5. Dem Artikel ist nur zuzustimmen,

der schlechte Zustand unserer Wirtschaft, die finanzielle Ausnutzung der Arbeitnehmer, deren extreme Beanspruchung und die permanente angespannte politische Situation lassen nur einen Schluss zu: Uns geht es schlecht wie seit vielen Jahrzehnten, bei Würdigung der Gesamtsituation vielleicht seit vielen Jahrhunderten nicht mehr. Ich schätze, dass dies der Grund für die niedrige Geburtenrate ist. Es bleibt nur ein Trost: noch schlechter kann es kaum kommen.

Beitrag melden
dukatenjunge 25.06.2015, 11:47
6. Eine Korrelation

"Nicht verheiratete Paare trennen sich deutlich häufiger, wenn ein Partner in Leiharbeit beschäftigt ist oder wenn beide Partner atypische Jobs haben."

ist noch keine Kausalität.

Beitrag melden
LudmilaKastin 25.06.2015, 11:48
7. Geringe Löhne

gibt es auch zu hauf in normalen Jobs. Mit 1150€ - 1300€ Netto kann man ebenfalls sein Leben nicht vernünftig planen oder Kindern eine vernünftige soziale Grundlage geben.

Beitrag melden
FocusTurnier 25.06.2015, 11:49
8. Ein Zusatz, der heutzutage nicht mehr fehlen darf

"Besonders bei Frauen."

Ohne solche Sätze kommt wahrscheinlich kein Journalist mehr aus. Laut des WSI sind atypische Arbietsverhältnisse männlich:

"Nach wie vor ist Leiharbeit in Deutschland männlich dominiert, jedoch wächst der Frauenanteil kontinuierlich. Im Jahr 2011 ist bereits über ein Viertel der Leiharbeitnehmer/innen weiblich.

[....]

Bei den Männern stieg die Zahl von 108.000 auf 662.000 Die Zahl der männlichen Leiharbeiter hat sich damit innerhalb des Beobachtungszeitraums versechsfacht."

http://www.boeckler.de/43332.htm

Daß der Artikel-Autor negative Auswirkungen der atypischen Arbeitsverhältnisse als eher weiblich ansieht, scheint dann wohl dem "Zeitgeist" geschuldet zu sein.

Beitrag melden
manuel.l. 25.06.2015, 11:49
9. Braucht es dafür eine Studie?

Negativ wirken sich nicht nur die Unsicherheit und Unterbezahlung aus. Ein Job, der als "mies" deklariert wird; hinzu dem einzelnen keinen Spaß bereitet, schlägt sich logischerweise negativ auf das Gemüt aus. Dass hat natürlich Folgen für das soziale Umfeld.
Einen Job zu machen, der weit unter den eigenen Möglichkeiten und Qualifikationen liegt, ist auch bei guter Bezahlung nicht zufriedenstellend und zieht einen schlichtweg runter. Eine persönliche Erfahrung bestätigt das.

Beitrag melden
Seite 1 von 22
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!