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Studie zur Autoindustrie: Warum Deutschland auch ohne VW, Daimler und BMW klarkommt
DPA

Ohne die großen Autohersteller wäre unsere Wirtschaft am Ende. Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf verfolgen viele die Krise der Branche mit großer Sorge. Eine neue Studie zeigt: Wir würden auch das schlimmste Szenario überstehen.

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dasfred 18.12.2018, 15:32
1. Der Artikel gefällt mir

Ich bin es schon lange leid, dass uns die Automobilindustrie als unverzichtbar und damit unkritisierbar verkauft wird. Bei uns sind seit der industriellen Revolution die unterschiedlichsten Zweige aufgeblüht und wieder verdorrt. Mit dem zweiten Weltkrieg gab es zwischendurch mal eine gründliche Bereinigung. In den letzten Jahrzehnten sind nach und nach Textilindustrie, Glas und Porzellan, Hausgeräte und Technik auf ein paar wenige Premium Marken zusammengeschrumpft. Die Masse unserer Konsumgüter kommt längst aus dem Ausland. Wenn also das Auto nicht schnellsten neu erfunden wird, dann kommt auch dort der schleichende Niedergang. Und auch ein Industriemeister muss damit klar kommen, dass er auf Hartz4 fallen kann. Andere haben es auch überlebt.

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euro-paradies 18.12.2018, 15:33
2. Ist alles kein Proble. Autobauer mit hunderttausenden Arbeitsplätzen

zuzüglich den Zulieferern brauchen wir nicht und deutsche Banken spielen eh keine Rolle mehr. Am besten entwickelt sich Deutschland zurück zum Agrarstaat, dann können den Millionen Einwanderer die letzten Jahre auch anspruchsvolle Arbeitsplätze angeboten werden. Autos werden dann primär von den Politfunktionären genutzt werden, der Rest geht zu Fuß. War doch schon im Mittelalter ähnlich.

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spon-facebook-1261351808 18.12.2018, 15:33
3. Trend verschlafen!

Man wirft immer der deutschen Politik vor, nicht innovativ etc. zu sein. Viel schlimmer finde ich es, wie die deutsche Wirtschaft bis heute noch an die alten Industrien glaubt. Manche Regionen in Deutschland, die heute noch prosperieren werden in zehn Jahren große Probleme bekommen, da bin ich mir sicher. Das Auto als heilige Kuh der Deutschen hat ausgedient.

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StefanieTolop 18.12.2018, 15:37
4. Autos haben die Welt nicht umsonst erobert

In fast allen Ländern der Erde betrachtet man es als Fortschritt, wenn man vom Fahrrad auf das Auto und den LKW umsteigen kann. Bei uns ist die Dekadenz schon so weit fortgeschritten, dass man denkt, es sei ein Fortschritt, wenn wir uns selbst zugrunde richten. Es geht ja nicht nur um die Autohersteller. Daran hängt natürlich noch eine ungleich größere Zulieferindustrie, deren Namen die meisten Menschen gar nicht kennen. Aber noch wichtiger als die ideologische Nonsense-Frage ob wir eine eigene Autoindustrie brauchen ist doch die Frage nach Alternativen. Und es gibt bis heute keine. Auch nicht die viel gerühmten Elektroautos. Der Strom kommt eben nicht einfach nur aus der Steckdose. Dahinter steckt extrem klimaschädliche Braunkohle, da in Deutschland ja auch der Atomstrom verachtet wird. Die bisher erwerbbaren Elektroautos sind zum einen Spielzeuge für Reiche und zum anderen alles andere als umweltfreundlich. In keiner einzigen Kategorie schlagen sie den Verbrennungsmotor, der uns so gerne als Auslaufmodell präsentiert wird. Und wie sollen wir denn ohne Auto zur Arbeit kommen, in den Urlaub fahren, den Wocheneinkauf bewältigen, Möbelstücke transportieren, wie sollen die Waren zwischen Fabriken transportiert werden, die Waren in die Supermärkte kommen usw. Für viele dieser Probleme lassen sich in Ballungsgebieten noch Lösungen finden. In der Fläche allerdings nicht.

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neurather 18.12.2018, 15:37
5. Unglaublich....

.... wie hier über hunderttausende Arbeitsplätze schwadroniert wird. Gleichzeitig wird wegen ein paar tausend Stellen in den Braunkohlerevieren ein Weltuntergangsszenario heraufbeschworen, das bis heute den dringend notwendigen Ausstieg aus dieser dreckigsten Art der Stromerzeugung be- und verhindert. Selbst unsere vom Klimagipfel zurückgekehrte Umweltministerin steht da voll auf der Bremse. Warum auch immer....

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Ezechiel 18.12.2018, 15:42
6. Dann verstehe ich nicht .....

Wenn die Autoindustrie doch nicht so wirtschaftstragend ist wie sie selbst immer tut, dann verstehe ich nicht warum man sie für ihre Verfehlungen im Dieselskandal nicht geradestehen und ihr immer wieder Welpenschutz angedeihen lässt.

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sikasuu 18.12.2018, 15:42
7. Wenn Prognos keine Fehler gemacht hat, sind ja ziemlich renomiert...

,,, und soweit zu übersehen, wird diese Szenario bestimmt von 2-3 Seite gegen geprüft, wird diese Studie den Autobauern nicht sehr schmecken:-)
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Da geht eins ihrer Hauptargumente "wir sind GANZ wichtig für DE" gerade den Bach runter.
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Es wird zwangsläufig Verwerfungen geben, bei denen die "Endmonteure" (die Autobauer) immer mehr in den Bereich, "reine Endmontage abrutschen, während sich das Know-How immer mehr auf die spezialisierten & innovativen Zulieferer verlagert.
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Keine besonders vorteilhafte Position, wenn man auch noch von sinkenden Stückzahlen ausgeht & die Grundidee "Verkehrsleistungen", keine Produkte verkaufen, die jeder Anbieter mit zugekauften AUTOS machen kann, dabei im Auge hat.
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Das, mit dem "Kollaps der Ballungsräume" beim Pkw gestützte Individualverkehr & der damit notwendigen Umorientierung auf andere Verkehrsmittel vom Rad bis hin zum ÖPNV, gesehen... ist keine gute Zukunftsaussicht für die "Big Player"!
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Wir wohl spannend, ob die alte Rede: Small ist beautiful.. bei den Konzernn ankommt?

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hasselblad 18.12.2018, 15:43
8.

Die Mainstream-Premium-Anbieter machen sich selber überflüssig, weil ihr Kerngeschäft nach wie vor auf 300-PS-Sechszylinder ausgerichtet ist und man die Anforderungen aus der Mobilitätswende konsequent ignoriert bzw. zumindest versucht sie wegzulobbyieren. Die Formel "Veränderungen = Arbeitsplatzabbau = schlecht" geht spätestens in den Köpfen entscheidender Manager und Politiker leider zu oft noch auf, aber die werden dann halt von der Realität überholt. Was tatsächlich für ein Geschäftsmodell deutlich schädlicher ist als proaktive Veränderung aus sich heraus, aber man verlässt sich mutmaßlich darauf, dass im Worst Case der Staat mit Steuermitteln oder neuen sinnlosen Subvebtionen bereitsteht (schließlich hat man ja das Totschlagargument "Arbeitsplätze" auf seiner Seite, gell). Derweil man sich in München, Ingolstadt, Stuttgart und nicht zuletzt Berlin und Brüssel in Besitzstandswahrung versucht und den unbedarften Autobild-Leser auf seiner Seite weiß ("geil, V6 und Sportpaket, das wird mein nächster Firmenwagen"), übernehmen chinesische Hersteller nach und nach die Führung bei alternativen Antriebstechnologien, sprich: definieren den Weg in die automobile Zukunft am deutschen Premium-Mainstream vorbei. Schon faszinierend - als könnte man den Dinosaurieren beim Aussterben zusehen. Und obwohl ich (noch) glücklicher Kunde der M GmbH bin: mein Mitleid hält sich in Grenzen - was keine Zukunft hat muss sterben, so funktioniert Wirtschaft nunmal.

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zweifler001 18.12.2018, 15:47
9. Denkfehler?

Meistens werden bei solchen Betrachtungen die Batterien als unerlässlich vorausgesetzt. Die Herstellung von Lithiumbatterien ist sehr energieaufwendig und umweltschädigend. Die Entsorgung ist auch sehr problematisch. Zudem sind die Lithiumvorräte zu klein, um die ganze Weltbevölkerung mit Lithiumbatterien für E-Autos zu versorgen. Sie können aber durch Brennstoffzellen ersetzt werden. Diese Szenario wurde anscheinend in der Studie nicht berücksichtigt.

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