Forum: Wirtschaft
Subventionen für einzelne Wirtschaftsbranchen: Das Helfersyndrom der Politik
imago/ DPA

Eine Milliarde Euro fordern die deutschen Bauern, um ihre Ernteausfälle auszugleichen. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Staat einer einzelnen Branche mit viel Geld hilft. Vier Beispiele.

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labuday 07.08.2018, 15:18
80. klären Sie bitte uns Unbedarfte doch mal auf - wen genau

verteufeln Sie eigentlich ?
Unternehmen oder Unternehmer?
In Familienunternehmen ist in der Regel ein/mehrere Inhaber Unternehmer - Geschäftsführer und andere sind Angesteltle, deren Einkünfte vertraglich geregelt sind und dazu noch gesetzlich gedeckelt.
In AGs (die eigentlichen Großunternehmen) oder anderen sind die Aktionäre die Unternehmer.
Bei ALLEN Firmenformen ist es NICHT MÖGLICH Geld aus den Firmen zu entnehmen, ohne dass das Finanzamt seine Finger drauf hat bzw. Steuern auf Entnahmen gezahlt werden - das ist auch bei Tantiemen, Dividenden, Verkäufen von Firmenteilen so.
Da kann man - in Deutschland - auch nichts irgendwo ins Ausland schaffen, von dem ein Finanzamt nichts weiss - dazu haben die auf jedem Cent auf jedem Konto mindestens ein Auge und es entgeht denen nichts.
Also Dummgeschwafel von "in Ausland schaffen" ist nicht - auch Steuersenkungen an die Hotelindustrie machen keinen privat reich - jeglicher Cent, der entnommen wird, wird versteuert.
Und zur Information an all die Dummbeutel, die immer wieder ihre Klassenkampfparolen ausbreiten: Jegliches Geld, das in Deutschland von Unternehmen, von Arbeitern und Angestellten oder sonstigen wird von UNTERNEHMEN erwirtschafte - kein einziger Cent in Deutschland wird von Arbeitnehmern erwirtschaftet - alles muss von Unternehmen erwirtschafte, um es dann an die Arbeitnehmer auszuzahlen, damit die behaupten können, sie haben auch was erwirtschaftet würden davon Steuern zahlen.
Auf Unternehmen kann kein Land verzichten, auf Arbeitnehmer schon.

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alfredo24 07.08.2018, 15:23
81. @karlheinzhepperle, #66

Zitat von karlheinzhepperle
Wenn wir artgerechte Tierhaltung, gesunde und nachhaltige Lebensmittel wollen dann müssen wir sie selbst produzieren! Nur so haben wir die Kontrolle darüber. Das geht nur wenn wir die heimische Landwirtschaft schützen. Darüber hinaus pflegen und bewirtschaften die Bauern .....
In einigen Dingen muss ich Ihnen wirklich widersprechen: Wenn wir artgerechte Tierhaltung, gesunde und nachhaltige Lebensmittel wollen dann müssen wir sie nicht selbst produzieren. Bei entsprechender Kontrolle, kann dies überall auf der Welt geschehen. Wenn wir in so einem fruchtbaren Teil der Welt leben, dann müssten unsere Bauern erst Recht ohne Subventionen auskommen. Wieso sollen die deutschen Bauern zu dumm sein, um mit den besten Bedingungen, die es auf der Welt gibt, zu Recht zu kommen? Wieso arbeiten denn deutsche Bauern nicht rentabel? Und wieso müssen dann diese Bauern, bei den besten naturbedingten Voraussetzungen, wirtschaftlich aufgeben? Und wie kommen Sie denn zu der Behauptung, dass wir alle Links und Grün (politisch) sein wollen? Ich denke, das Gegenteil ist der Fall.

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postbote101 07.08.2018, 15:28
82.

Zitat von ette
Andere Firmen zahlen auch mehr Steuern in guten Jahren, bekommen nicht von vornherein Subventionen und schaffen es trotzdem Rücklagen zu bilden. Und während Sie nur "bereit wären" mehr zu zahlen, kauft meine Familie schon einige Zeit direkt bei entsprechenden Höfen. Geht alles jetzt schon, da braucht man auf niemanden zu warten, der das für einen regelt.
Es macht einen gewaltigen Unterschied ob Sie als Landwirt oder IT-Unternehmen oder Banker oder Industriebutze ein gutes Jahr haben. Sie sollten nicht alle über einen Kamm scheren. Für den Landwirt ist ein gutes Jahr nämlich nicht die 20% Umsatzsteigerung/Jahr sondern die Kostendeckung.

Persönlich finde ich es großartig, wenn Sie und Ihre Familie schon jetzt direkt beim Bauern einkaufen. Auch ich meide Discounter und kaufe lieber auf dem lokalen Stadtmarkt meine Waren ein. Ebenso Fleisch und Wurst. Das hat bei mir auch etwas mit dem Wunsch nach höherer Qualität zu tun. Wir stehen also auf der gleichen Seite und sollten uns überlegen, was wir tun können um die Gesellschaft davon überzeugen, ebenfalls auf Discounter zu verzichten?

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Manitou-01@gmx.de 07.08.2018, 15:31
83.

Zitat von GoaSkin
Ein Ausgleich sollte nicht vom Staat gefordert werden, sondern vom Konsumenten - in Form höherer Lebensmittelpreise. Dem stehen aber scheinbar die Bauernverbände im Weg.
Das wäre ein Verstoß gegen das Kartellrecht. Der Handel kann nicht die Preise für importierte Lebensmittel erhöhen, um damit deutsche Bauern zu bezuschussen.
Funktionieren würde so ein Modell auch nicht, der Handel bzw. die Lebensmittelindustrie kassiert zwar, leitet das Geld aber nur zu einem Bruchteil weiter. Der Butterpreis hat sich in den letzten zwei Jahren verdopelt, aber die Bauern jammern immer noch über den Milchpreis. Wo ist das Geld geblieben?
Im übrigen müßte man dann sofort Mindestlohn und H.IV erhöhen, dabei Beziehern kleiner Einkommen neben der Miete Lebensmittel einen wesentlichen Posten der regelmäßigen Ausgaben ausmachen.
Allerdings könnte der Staat zum Ausgleich der Subventionen an die Bauern Steuern auf Luxus-Produkte einführen bzw. zu erhöhen.

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labuday 07.08.2018, 15:39
84. an wen genau haben die denn da gedacht ? Umsatzsteuer wird eingenommen

Zitat von CaMü
Der "Witz" an der Mövenpick-Steuer ist ja der, dass ein großer Teil der Übernachtungen in D nicht touristischer, sondern gewerblicher Natur ist (Geschäftsreisende, Monteure, Bauarbeiter). Mit dieser Steueränderung können die betroffenen Unternehmen nicht mehr 19, sondern nur noch 7 % Vorsteuer geltend machen. Da haben CSU und FDP also nicht mal an die Wirtschaft sondern nur an ihre unmittelbaren Spezis gedacht.
und weitergereicht - nicht mehr und nicht weniger. Auch die Klientel der CDU und FDP machen das so - da kann man nichts "verdienen".
Und Hoteliers können da privat auch nichts nutzen - Entnahmen müssen auch wieder versteuert werden.
Wer sind denn diese "umittelbaren Spezies" und wieviel verdienen die Ihrer Meinung nach an einer Übernachtung ?
Zimmerpreise müßten schon bei 10.000 € pro Nacht liegen und das für mindestens 100 Nächte, wenn da was zusammenkommen soll.
Das können Sie ja mal einem Finanazamt erklären

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tinnytim 07.08.2018, 16:39
85.

Zitat von jus94
Knappe 30 Milliarden Euro pro Jahr kosten den deutschen Stromkunden derzeit die EEG-Umlage, welche direkt den Betreibern von "alternativen" Energiequellen zufließt. Auch Hersteller von z.B. Windenergieanlagen profitieren von der milliardenschweren Subvention. Einer der Hauptaktionäre von Nordex war und ist seit kurzem wieder die Familie Klatten, eine der reichsten Familien Deutschlands.
Die EEG-Umlage war eine sinnvolle anschubfinanzierung einer neuen Technologie. Fragen Sie sich lieber, warum die Steinkohlesubvention mit der Schließung der letzten Zechen in diesem Jahr ausläuft.
Hätte ein gewisser Herr Altmaier nicht zig Industrievergünstigungen eingeführt, wäre das Gesetz auch noch in vielen Punkten effektiver. Tatsächlich ist die EEG-Umlage vor allem eine Subvention für umlagebefreite stromintenisive Unternehmen. Immerhin bezahlt jeder Abnehmer einen Anteil von einem Viertel der Umlage nur um den Ausfall dieser Unternehmen zu kompensieren.
Dennoch hat sie Umlage auch viel positives bewirkt, so sind die Preise der EE-Anlagen mittlerweile konkurrenzfähig und neue Windparks werden ganz normal an den günstigsten Anbieter ausgeschrieben. So sind letztes Jahr drei Offshore-Windparks für exakt 0Ct/kWh ausgeschrieben worden.

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mostly_harmless 07.08.2018, 16:52
86.

Zitat von postbote101
[...] Sie sollten nicht alle über einen Kamm scheren. Für den Landwirt ist ein gutes Jahr nämlich nicht die 20% Umsatzsteigerung/Jahr sondern die Kostendeckung. [...]
Jaja, ich bin erst neulich wieder übers Land gefahren, und die Häuser von Landwirten sind durchweg Wellblechhütten.

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hannibalanteportas 07.08.2018, 18:37
87. @79jomee

Wer spricht den von „alles auf null runterfahren“?
Ja ich habe, wenn Sie so wollen, wilde Zusammenhänge hergestellt und ja es ist eine generelle Kritik.
Wollen sie aber leugnen, dass es sehr viele Situationen gibt und gab, in welchen Steuergelder genutzt werden um das Versagen verantwortungsloser Menschen in Unternehmen aufzufangen? Und das angeblich zum Wohle aller?
Und ich finde es gerechtfertigt staatliche Subventionen wie in dem Artikel aufgezeigt (und das sind ja nur 4 Beispiele) in Zusammenhang mit z.B. Steuertrickserei zu bringen.
Denn es gibt durchaus ein Muster mancher, bestimmt nicht aller, Unternehmen, in jeder Situation das beste für sich herauszunehmen. Wirtschaftsliberale Positionen haben immer wieder die Eigenverantwortlichkeit des Menschen im Fokus. Doch wenn diese eigenverantwortlich handelnden Menschen in einem solchen Ausmaß versagen, dann hört die eigenverantwortlichkeit auf einmal auf und die Solidargemeinschaft muss eingreifen. Und darauf will ich hinaus!!!

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Tolotos 07.08.2018, 20:14
88. Die Politik hilft bevorzugt denen, die sich Vertretung durch Lobbyismus kaufen können!

Das ist hier wohl ein selbstverstärkender Prozess: Lobbyismus macht Subvention. und die fördert wiederum neuen Lobbyismus!

Wer auf der Strecke bleibt sind die, die sich keinen Lobbyismus leisten können!

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joomee 07.08.2018, 20:49
89.

Zitat von hannibalanteportas
Wer spricht den von „alles auf null runterfahren“? Ja ich habe, wenn Sie so wollen, wilde Zusammenhänge hergestellt und ja es ist eine generelle Kritik. Wollen sie aber leugnen, dass es sehr viele Situationen gibt und gab, in welchen Steuergelder genutzt werden um das Versagen verantwortungsloser Menschen in Unternehmen aufzufangen? Und das angeblich zum Wohle aller? Und ich finde es gerechtfertigt staatliche Subventionen wie in dem Artikel aufgezeigt (und das sind ja nur 4 Beispiele) in Zusammenhang mit z.B. Steuertrickserei zu bringen. Denn es gibt durchaus ein Muster mancher, bestimmt nicht aller, Unternehmen, in jeder Situation das beste für sich herauszunehmen. Wirtschaftsliberale Positionen haben immer wieder die Eigenverantwortlichkeit des Menschen im Fokus. Doch wenn diese eigenverantwortlich handelnden Menschen in einem solchen Ausmaß versagen, dann hört die eigenverantwortlichkeit auf einmal auf und die Solidargemeinschaft muss eingreifen. Und darauf will ich hinaus!!!
Zitat: ++ Wer spricht den von „alles auf null runterfahren“?++.

Sie. Denn Sie hatten geschrieben ++Ich habe jede einzelne Maßnahme seinerzeit mitverfolgt und abgelehnt++

Wenn Sie jetzt natürlich meinen, dass es nur Subventions-Maßnahmen ablehnen, die Ihnen nicht reinpassen, sollten Sie das auch genauso schreiben. Ich kann nicht riechen, wie Sie das meinen. Subventionen gibt es jede Menge - gerade im sozialen Bereich.

Es ist ein bisschen wie diese naive-schnelle Forderung Lobbyismus zu verbieten. Das bedeutet eben auch die Gewerkschaften, Sozialverbände, Tierschutzverein, Greenpeace etc. abzuschaffen.

Die Dinge sind in der Realiät nun mal etwas komplexer als im Forum simple Forderungen rauszuhauen - auch wenn man sich je nach Weltanschauung und Ideologie für dies und jenes berufen fühlt.

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