Forum: Wirtschaft
Szenarien für den Euro: So sieht die kleine Lösung aus

In Brüssel und Berlin kursieren ehrgeizige Pläne, wie sich die Eurozone zu einer Mini-EU zusammenschweißen lässt. Doch spannender als solche Utopien ist die Frage: Wie sieht die Minimallösung für eine funktionierende Währungsunion aus?

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cwernecke 11.08.2015, 07:15
80. Ohne Erläuterung

Ich verstehe nicht: Die Möglichkeit eines Schuldenschnitts soll auf die Mitgliedstaaten "auf natürliche Weise" abschreckend wirken?

Und warum ist eine Bankenunion ein Mittel zum Ausgleich wirtschaftlicher Ungleichgewichte im Privatsektor?

Beides blieb leider ohne Erläuterung.

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romeo_mike 11.08.2015, 07:45
81.

Zitat von fatherted98
... EURO Land besteht eh nur noch aus Deutschland als Wirtschaftsmotor...der Rest ist entweder total Pleite, hat keine Lust zu arbeiten und sich anzustrengen oder ist soweit zurück, dass es Jahrzehnte dauern wird bis ein Erfolg sichtbar ist...oder sie sind eben viel zu klein und unwichtig. ...
Wenn man in anderen Ländern fragen würde, was ihnen an den Deutschen und damit an Deutschland besonders "gut" gefällt, dann sicher die "Überzeugung" wie sie mit diesem Satz von fatherted98 zum Ausdruck kommt!

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KuGen 11.08.2015, 07:50
82.

.... wäre ein automatischer Mechanismus zum Abbau von Staatsschulden, der die Möglichkeit eines Schuldenschnitts explizit mit einschließt."

Damit wäre auch der Schuldenschnitte zu einem gewissen Teil automatisiert.

Herr Münchau, das ist wieder einmal fettes Irrleuchten!

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alaf 11.08.2015, 08:29
83. Er kann's nicht lassen

Jetzt also die "Minimallösung". Das ist aber nicht das Thema: Der Euro-Süden benötigt wegen seiner wirtschaftlichen Schwäche permanente Transfers, womöglich ca. in der Höhe des deutschen Jahres-BIP. Die natürlich nicht kommen werden. Also wird eine Notenbank benötigt, die Staatsfinanzierung übernimmt. Sie heißt EZB und hat den unbegrenzten Bailout angekündigt. Damit lassen sich Bankenkrisen bequem finanzieren. Banken können im Quasi-Auftrag der EZB Staatsanleihen erwerben, die unter normalen Umständen zu riskant wären. Der Euro ist die neue Lira, alle weiteren Feststellungen, Forderungen und Verfahren sind völlig überflüssig.

Allenfalls komisch ist es, dass es der Autor stilvoll findet, sein Nebenthema im Mr.Dax alias Dirk Müller-Stil noch mit Verschwörungstheorien zu anzureichern: Böse Interessensgruppen verhindern den wundervollen Plan.

Gegenfrage: Welche Interessengruppen waren aktiv, als der Bevölkerung die Euro-Währung aufgezwungen wurde? Diese Interessengrupe waren Politiker, die glaubten, Ökonomen zu sein, aber nur ao anmaßend und wahnhaft agiert haben wie der nordkoreanische Despot.

Daraus ergibt sich in Wirkichkeit etwas anderes: Der Politik sollte verboten werden, sich in Geld- und Währungsfragen einzumischen. Eine staatlich kontrollierte Zentralbank ist niemals unabhängig, sondern ein Instrument politischer Willkür. Politische Willkür ist faktisch die einzige Rechtfertigung für den Euro und das lässt sich mit gleich welchen Maßnahmen nicht reparieren.

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alaf 11.08.2015, 08:55
84.

Zitat von raschhelmut
Was nutzt Geld, wenn jeder Staat sein eigenes erstellt? 1945 gab es 50 Staaten und 40 Währungen. 2015 gibt es 195 Staaten und 160 Währungen. Und was nutzt Geld, wenn Staaten mit Wirtschafts- und Währungs-Kriegen dieses Geld zerstören „dürfen“. Und was nutzen „regulierende“ Zinsen, wenn Staaten sie „festsetzen“ können, weil sie sonst selber nicht mehr in der Lage wären, ihre Kredite zu bedienen? Und er ist der erste Ökonom, welcher ganz auf die Dimension „Geld“ verzichten kann, wenn eine neue Dimension komplett eingeführt sein wird: Zeit(-Konten). Geld, so seine Gedanken, gibt es in der Astronomie nicht. Zeit sehr wohl – und viele Parallelen zur Wirtschaft und Sozialwissenschaft. Und wenn jeder über ein Lebens-Arbeits-Zeit-Konto als Guthaben verfügt, braucht man ev. auch keine Kredite und „Zinsen“ mehr.
Erster Abschnitt: Richtig.

Zweiter: Es sollte auf staatliche Geld-Zwangssysteme verzichtet werden. Wenn die Menschen zum Naturalientausch zurückkehren wollen, bitte. Aber das wird niemand tun, weil es ineffizienter Blödsinn ist.

Inhaltlich: Gigantischer Unsinn. Zeit ist zwar tatsächlich Geld, aber das ist eine höchst triviale Feststellung. Zeit hat unterschiedlichen Wert. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen einer produktiven Person und einer unproduktiven. Es gibt es in Zeit nicht messbare Werte. Ein lustiger Widerspruch: In Wirklichkeit ist ein Lebens-Arbeits-Zeit-Konto nichts anderes als ein Kredit, die Wette auf eine Gegenleistung. Die, wenn das Konto von vorneherein zur Verfügung steht, natürlich nicht kommen wird. Und was in der Astronomie gibt oder in der Biochemie, ist völlig unerheblich. Selten so einen Quatsch gelesen.

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alaf 11.08.2015, 09:00
85.

Zitat von Spiegelkritikus
Die EZB wiederum ist von der anglo-amerikanischen Großfinanz einschließlich der FED beeinflußt, Draghi war bzw. ist nicht von ungefähr ein Goldman Sachs-Mann (GS-Motto: einmal GS, immer GS). GS war zufällig auch die Bank, die Griechenland in den Euro gehievt hat. Das internationale Großkapital hat sich an der instablien Eurozone längst eine goldene Nase verdient und damit das Geschäft weiterhin floriert, muß die vollumfängliche Transferunion her. Hübscher Nebeneffekt: Der Euro wird durch seine schwindsüchtigen, unterstützungsheischenden Mitgliedsstaaten gegenüber dem Dollar schön unten gehalten, worauf ein weitgehend auf Luft aufgebauter, inflationärer Dollar dringend angewiesen ist.
Verschwörungstheorien gehen am besten, nicht wahr? Für jede Misere kann ein externer Schuldiger präsentiert werden.

Wenn der Euro stark ist, beschuldigt man die Amerikaner, dass sie die Zinsen niedrig halten, einen Währungskrieg veranstalten und ihre Exportwirtschaft künstlich stärken. Wenn der Euro schwach ist, sind sie schuld, weil sie davon profitieren.

Wenn Sie auch nur einen leichten Hang zur Realitätswahrnehmung hätten, würde Ihnen die Schweiz einfallen, die dank Euro-Krise eine noch viel stärkere Währung hat, aber davon keinesfalls profitiert.

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agua 11.08.2015, 09:44
86.

Heutige Ausgabe der portugiesischen Tageszeitung "I",ein Artikel ,in dem erwähnt wird,wieviel Geld,gerade Deutschland an der Krise Griechenlands verdient hat.Titel:Alemanha lucrou mais de 100 mil milhões com a crise na Grécia
Schlusssatz des Artikels:Selbst wenn Griechenland nicht einen cent zurückzahlt,hatte Deutschland finanziell an der Krise Vorteile.

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theanalyzer 11.08.2015, 09:48
87. Geltendes Recht

Münchau sagt: "Wenn man das geltende Recht akzeptiert, dann engt sich der Rahmen einer ökonomischen Minimallösung drastisch ein. "

Wenn man das geltende Recht akzeptiert, dann gelten die Maastricht-Kriterien und dann gilt die "No-Bail-Out"-Klausel.

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BlädaHund 11.08.2015, 10:20
88.

@ birdie, Ihr Posting No. 77:

Das Europa der 2 oder mehr Geschwindigkeiten ist natürlich eine Alternative in Zeiten der Alternativlosigkeit. Solange sich ein Kern aus 3 oder 4 zusammentut, kann man erwarten, dass das gut geht, und sich alle an die Regeln halten. Ich halte sogar 6 bis 7 europäische Länder für eine derartige Währungsunion für geeignet. DM - ÖsiSchilling 7:1 gabs ja schon lange vor dem Euro für Jahrzehnte. Leider nur beim Geldwechsel, nicht im Fußball.

Die Abgabe weiterer politischer Souveränitätsrechte kann ich mir nicht vorstellen. Dieser Hase läuft gerade in die andere Richtung.
@ mactan, PH: Posting No. 79
Grüße in die Visayas aus Lipa, Batangas. Bei uns gerade heftiger Monsun mit Regenwand und Gewitter. Noch hält das Dach!

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jamguy 11.08.2015, 10:38
89.

Zitat von ambulans
das pferd diesmal deutlichst von hinten aufgezäumt: gerade eine "banken-union" (was wäre daran eigentlich anders als heute schon?) wäre keine lösung - denn, wie der autor selbst ja feststellt: hauptursache für die "ungleichgewichte" im €-raum, die aktuell bereits gegebenen verwerfungen und ihre mindestens .....
Ich denk da eher an Dominoeffekte die daraus resultieren könnten?

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