Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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arago 01.05.2018, 11:22
1. Klare Forderung

Mieses Ergebnis. Ich kann mir aufgrund der Wettbewerbslage noch nicht einmal 8,84 Kräfte leisten. Ausbeutung? Meinen Stundenlohn rechne ich schon nicht mehr, liegt etwas unter 5 €...

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sa7ra9 01.05.2018, 11:29
2. x

12,00 sind gut! Und alle Firmen die rum heulen, dass wäre zu hoch & würde Arbeitsplätze kaputt machen - den kann man nur sagen: Ein Geschäftsmodell was nicht in der Lage ist - seine Beschäftigten zeitgemäß & entsprechend sozial zu entlohnen - hat am Markt NIX zu suchen.

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Pela1961 01.05.2018, 11:30
3. Tja, Herr Kühnert,

Ihre guten Absichten in allen Ehren, aber dazu haben Sie wohl die falsche Vorsitzende gewählt. Sie hätten es besser machen können. Oder zumindest anders. Aber mit dieser Vorsitzenden haben Sie die Politik der letzten Jahre im Nachhinein noch einmal legitimiert und dafür gesorgt, dass sie so weitermacht wie bisher. Und das heißt, dass es nur halbherzige Lösungen bei Mindestlohn, Leiharbeit, Hartz IV und befristeten Arbeitsverhältnissen geben wird. Wenn überhaupt.

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tomkey 01.05.2018, 11:33
4. 16,66€

Finde ich erstmal richtig. Nur reichen werden 12 Euro auch nicht, um Altersarmut zu verhindern. Da wäre ein Studenlohn von mindestens 16,66 Euro notwendig. Aber auch nur beim Stand der derzeitigen Bedingungen.

Ich bin gespannt wie der Seeheimer Kreis reagiert. Sicher werden sie im Kreise rudern und nicht wissen, wie sie das runter reden können.

Außerdem fordere ich von der SPD, den Grünen und den Linken ein Vorstoß in Richtung Tarifpflicht für Unternehmen ab mind. 50 Mitarbeitern. Das wäre gerade für den Osten sehr sehr wichtig. Was im Osten beim Lohn abgeht, ist höchst unmoralisch und schadet massiv unserem Gemeinwesen.

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Rubikon_2016 01.05.2018, 11:34
5. Da hat er recht,

wobei manche bereits von erforderlichen ?15 pro Stunde sprechen. Irgendwo zwischen ?2000-2500 sollte der Mindestlohn bei einer Vollzeitstelle anfangen. Alles andere ist menschenverachtend. Und Jobs, die dann nicht mehr rentabel sind, fallen eben weg. Parallel dazu sollte die Arbeitslosenstatistik mal wieder unfrisiert veröffentlicht werden.

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whitewisent 01.05.2018, 11:39
6.

Ja, 12 Euro wären nötig, damit man bei Vollzeit mit 160 Stunden im Monat auf 1920 Euro BRUTTO kommt. Die Neiddebatte bei vielen Diskussionen entsteht ja vor allem dadurch, daß man so tut, als ob dies NETTO sei. Das bedeutet ein Netto von 1520 Euro. Nicht toll, aber waren früher mal 3000 DM, was schon besser klingt.

Die Frage ist jedoch, ob der Kunde wirklich bereit ist, die dafür nötigen Preise zu zahlen. Denn es geht ja eben nicht um eine angemessene Gewinnbeteiligung in der Autoindustrie, sondern um Köche, Friseusen und Sicherheitsleute. Es würde zwar keine Preissteigerung um 80% bedeuten, aber ein wenig mehr Realismus wäre angebracht.

Und man sollte einen SPD-Politker nicht daran erinnern müssen, daß seine eigenen Parteifreunde es waren, welche durch diverse Ausnahmeregelungen den flächendeckenden Mindestlohn bis heute verhindern! Ehe man also populistische Träumereien als Ziel verkündet, sollte man die alten Träumereien von 2013 erstmal umsetzen, wenn man schon in der Regierung sitzt. Denn als Oppositionspartei ist das zulässig, solche Forderungen zu erheben, wenn man die eigene Unfähigkeit und Unwillen kritisiert, ist man entweder in der falschen Partei, oder einfach nur der nächste laute Juso, der mit Krach Karriere machen will.

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wrkffm 01.05.2018, 11:40
7. Steuersenkung statt Lohnerhöhung.

Wie wäre es denn mal mit massiven Steuersenkungen ( Lohnsteuer, Solizuschlag ) für untere Einkommen ab 2000 Brutto, als immer nur mit Lohnsteigerungen zu argumentieren. So sind die JUSOS in der SPD halt, immer nur alte Frasen dreschen, aber runderneuern wollen.

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53er 01.05.2018, 11:40
8. Nicht nur der Mindestlohn

wird dadurch ein Stück weit gerechter, auch der Steuerzahler wird von Zwangssubventionen an Unternehmen entlastet. Wichtig ist dabei, dass die Höhe des Lohnes auch überwacht und durchgesetzt wird. Unternehmer die den Mindestlohn nicht zahlen wollen, müssen dazu gezwungen werden. Unternehmer die den Mindestlohn nicht zahlen können, sollten lieber dichtmachen und sich selbst eine abhängige Beschäftigung suchen. Der abhängig beschäftigte Steuerzahler jedenfalls ist nicht dafür zuständig, Geldgier oder schlecht gemanagte Unternehmen zu unterstützen. Politiker sollten daran denken, dass gerade ihnen durch HartzIV der tiefste Fall droht, wenn sie ihre Arbeit verlieren. In spätestens 1,5 Jahren unverschuldeter Arbeitslosigkiet sind sie dann so weit, wie jemand, der in seinem Leben noch nie gearbeitet hat. Warum sollten gerade sie das größte gesellschaftliche Risiko für diejenigen tragen, die sich die Taschen mit staatlichen Lohnsubventionen vollstopfen?

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Idinger 01.05.2018, 11:42
9. Gut gebrüllt

für einen Juso-Vorsitzenden. Es klingt wirklich staatstragend, wenn Kühnert zu Hartz-4 fordert, bestehende Schikanen und vor allem "die Sanktionsmöglichkeiten vorneweg" abzuschaffen, damit wir wieder einen "würdevollen Umgang mit den Betroffenen" finden. Waren da nicht in der letzten Woche Pressemeldungen, wonach kriminelle Clans oder Großfamilien das Hartz-4-System zur Anhäufung von riesigen Gewinnen ausnutzen - damit der natürlich von Hartz-4 lebende Nachwuchs sich Autorennen mit Nobelkarossen leisten kann? Meinem Eindruck nach hat die Arbeitsverwaltung in diesen Fällen doch schon äußerste Zurückhaltung bei "Sanktionsmöglichkeiten" geübt.

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