Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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Patrik74 01.05.2018, 13:34
90. Das Jammern der Kleinunternehmer

Offensichtlich scheint es ja nur für Kleinunternehmer ein Problem zu sein, dem geforderten Mindestlohn zu zahlen; dann soll er halt zunächst für Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern eingeführt werden.

Mit dem gestiegenen Einkommen jener Mitarbeiter steigt dann auch die Nachfrage nach den Dienstleistungen besagter Kleinunternehmer und schlussendlich sind sie dann auch in der Lage, die Preise anzuheben und ihrerseits bessere Löhne anzubieten. Und sollte es dann immer noch nicht reichen, dann muss halt das eine ander Unternehmen, dass nicht produktiv genug ist ausscheiden - Marktwirtschaft eben.

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Traumfrau 01.05.2018, 13:34
91. sie hätten ...

Zitat von spiegelleser987
Das ist ein beliebtes Gerücht, was sich stark verbreitet hat. Ein Geschäftsmodell, das Jahrzehnte existiert, immer funktioniert hat und gute Löhne gezahlt wurden, muss man nicht abschaffen. Informieren Sie sich mal, was in den vergangenen 18 Jahren passiert ist.
sie hätten tendenziell am liebsten, dass der Staat die Mitarbeiter des Unternehmens bezahlt und gleichzeitig dem Unternehmen kostenfrei zur Verfügung stellt? Und noch was: ein Geschäftsmodell, das vor 18 Jahren funktioniert hat, muss nicht zwingend heute noch funktionieren. Das sind Grundlagen, die jedem klar sein sollten.

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friedrich_eckard 01.05.2018, 13:35
92.

Zitat von Stäffelesrutscher
»Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert hat zum Tag der Arbeit eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns auf mindestens zwölf Euro je Stunde noch in dieser Wahlperiode gefordert. "Um den Mindestlohn armutssicher zu machen, müsste er schon heute zwölf Euro oder mehr betragen", sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation der "Rheinischen Post".« Richtig. Den Betrag findet man im Wahlprogramm der Linkspartei. Wenn alle entsprechend ihren objektiven Interessen gewählt hätten, wäre Oskar jetzt Kanzler. ;-)
Das stimmt, aber den von der Fa. Springer, Bertelsmann & Partner betriebenen Gehirnwaschsalons gelingt es eben immer noch und immer wieder, eine Wählermehrheit dazu zu bringen, gegen ihre eigenen objektiven Interessen zu stimmen. Wissen Sie ein Mittel, wie man diesen Salons die Kundschaft entziehen könnte? ich weiss leider keins.

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luny 01.05.2018, 13:35
93. Weltmarkt

Zitat von till_wollheim
Wir kompetitiveren mit dem Weltmarkt. Und das heißt, Löhne können sich nur an der Wertschöpfung orientieren. Und Kloputzen oder Altenpflege sind nun mal keine ökonomisch sinnvollen Jobs! Daher könne dort auch nur solche Preise erzielt werden, wie die Akzeptanten der Dienstleistung bereit sind zu bezahlen, bevor sie es selber tun oder belieben lassen!
Hallo Till_wollheim,

Sie meinen, alles, was nicht exportiert werden kann, lassen wir
einfach weg, weil es ja nicht der Wertschöpfung dient?

Was wird dann aus unseren Berufspolitikern? Können die dann auch
weg und wenn ja, wer nimmt die dann?

Ihr Vorschlag ist zwar interessant, aber etwas unausgereift.

LUNY

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se123 01.05.2018, 13:39
94. Warum

Warum muss der Mindestlohn im wirtschaftsschwachen und billigen Regionen Ostdeutschlands 12 Euro betragen nur weil in München die Wohnungen so teuer sind?
Es heißt Mindestlohn

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hausierer 01.05.2018, 13:45
95. Der Junge weiß nicht wovon er redet....

genau genommen müßte man den Mindestlohn verdoppeln, um zumindest den Geldklau durch den Euro auszugleichen. Den Mindestlohn für die Gastronomie, Klein oder mittelständische Betriebe zu verdoppeln würde das Aus für diese Unternehmer bedeuten......wer ist denn von diesen Schlaubergern ernsthaft dazu bereit dann auch für Dienstleistungen oder verteuerte Produkte mehr zu bezahlen ??? Aber solche Forderungen sind immer wieder sehr populär bei den Leuten, die nichts zu Ende denken können.......Gerade in Deutschland ist seit Einführung des Euro vieles 1 : 1 umgerechnet worden...vor Einführung des Euro konnte man von 2000,- DM netto noch ganz gut leben, davon zahlte man dann 500 ,- DM Miete und man hatte noch fast 1500,- DM zum Leben....heute sind das umgerechnet 1000,- Euro netto wovon dann mindestens 500,- Euro für Miete drauf gehen....mit den verbleibenden 500,- Euro kann man eigentlich nicht klar kommen...Die Einzigen die vom Euro profitieren sind die Superreichen, die Multis und Großbanken, obwohl man uns immer einreden will dass gerade die Deutschen den Benefit von dieser " Währung " haben...alles Kappes !!!
Davon abgesehen denkt ja niemand im Traum daran, die Lohn Nebenkosten zu senken, damit den Arbeitnehmern mehr Geld übrig bleibt, schließlich muß die arbeitende Bevölkerung für alle möglichen Leute, Nationen, Banken und nicht gewählte Politiker herhalten...

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h.hass 01.05.2018, 13:45
96.

Zitat von iphone_dummy
Der Computer, an dem Sie diese Zeilen geschrieben haben, wurde inklusive aller (!) Komponenten doch sicher in Deutschland entwickelt und gebaut, oder? Oder in einem Land mit den von Ihnen geforderten Bedingungen und Standards. Wenn nicht (und davon ist heute zu 100% auszugehen), waren Ihre Worte mindestens scheinheilig, wen nicht .....
Das ist doch Unsinn. Es ist klar, dass wir hier nur über die Verhältnisse in Deutschland diskutieren können, denn nur auf die haben Sie oder ich Einfluss. Die Gesetzeslange im Ausland können Sie oder ich überhaupt nicht beeinflussen.

In China oder Bangladesch können natürlich keine 12 Euro Mindestlohn gezahlt werden. Das geben die wirtschaftlichen Rahmendaten dieser Länder überhaupt nicht her. Die Politiker, Gewerkschafter und Unternehmer in diesen Ländern müssen für eine Verbesserung der dortigen Lebensverhältnisse sorgen.

Selbst wenn wir in Deutschland einen Mindestlohn von nur drei Euro hätten, würden hierzulande nicht im großen Stil Compuer produziert werden. Gegen Foxconn oder andere Unternehmen dieser Art könnten wir nie konkurrieren. Im übrigen gäbe es dann hierzulande auch viel zu wenig Leute, die sich überhaupt einen Computer leisten könnten.

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böseronkel 01.05.2018, 13:46
97.

Zitat von Pela1961
Ihre guten Absichten in allen Ehren, aber dazu haben Sie wohl die falsche Vorsitzende gewählt. Sie hätten es besser machen können. Oder zumindest anders. Aber mit dieser Vorsitzenden haben Sie die Politik der letzten Jahre im Nachhinein noch einmal legitimiert und dafür gesorgt, dass sie so weitermacht wie bisher. Und das heißt, dass es nur halbherzige Lösungen bei Mindestlohn, Leiharbeit, Hartz IV und befristeten Arbeitsverhältnissen geben wird. Wenn überhaupt.
Mir scheint eher, dass Herr Kühnert und andere Sozialdemokraten die exakt richtige Vorsitzende gekürt haben. Was man schon am Anfang ihrer Amtszeit so vernimmt scheint doch mit sozialdemokratischen Werten konform zu sein. Beispielsweise wird medienwirksam verbreitet wer im Koalitionsvertrag festgeschriebene soziale Verbesserungen ausbremst. Wenn künftig über eine Anhebung des Mindestlohnes verhandelt wird, kann die Öffentlichkeit erfahren wer die erforderliche Erhöhung auf lediglich einige Cent begrenzen will. Die neue Vorsitzende wird auch dafür sorgen, dass bekannt wird wie Minister Spahn die Wiedereinführung der paritätischen Krankenversicherungsbeiträge zu blockieren versucht hat. Die Vorsitzende scheint also doch die Richtige zu sein um zu verdeutlichen wo die Ausbremser sozialer Gerechtigkeit zu finden sind.

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h.hass 01.05.2018, 13:48
98.

Zitat von MiniDragon
Mit 12€ Mindestlohn könnten nicht nur Amazon sondern auch die meisten Warenzustellerdienste nicht überleben .
Ach was. Natürlich würde Amazon überleben. Dann hätte Herr Bezos halt vielleicht 40 Milliarden weniger auf dem Konto und/oder der Amazon-Kunde müsste einen Euro mehr Versandkosten bezahlen.

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GeMe 01.05.2018, 13:52
99. Ein paar Zahlen zum Vergleich

Beim derzeitigen Mindestlohn von 8,84 Euro/h sieht es so aus:
Bruttolohn: 1450 Euro
Netto (Single): 1084 Euro
Kosten Arbeitgeber: 1731 Euro.
Kosten des AN pro Stunde: 10,55 Euro

Beim einem Mindestlohn von 12 Euro sieht es so aus:
Bruttolohn: 1968 Euro
Netto (Single): 1373 Euro
Kosten Arbeitgeber: 2350 Euro.
Kosten des AN pro Stunde: 14,33 Euro

Zu den Kosten des Arbeitnehmers kommen noch Zuschläge für Ausfallzeiten, Verwaltung usw. sowie den Gewinn des Arbeitgebers.

Viele mit Mindestlohn bezahlte Jobs sind Dienstleistungsjobs. Die können nicht so einfach ins Ausland verlagert werden. Wenn ich höre oder lese, dass z.B. die Arbeit einer Putzfrau, eines Wachmannes oder eines Kurierfahrers schon mit dem Mindestlohn zu hoch bezahlt ist, dann empfehle ich: "Mach die Arbeit doch einfach mal selbst. Putz eine Woche Deine Firmentoiletten und dann sage mir ob das mit 12 Euro pro Stunde überbezahlt ist."
Wo ist das Problem, wenn jedes Paket 10 oder 20 Cent mehr kostet, dafür aber der Kurier einen Lohn erhält von dem er leben kann?

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