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Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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Dr. Kilad 01.05.2018, 13:53
100. Hallo, Frau Nahles,

wo ist da ihre versprochene neue sozialdemokratische Rückbesinnung? Was da Herr Kühnert fordert, ist ja weder neu noch für Vertreter der Arbeitnehmerinteressen was besonderes.

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luny 01.05.2018, 13:54
101. Binnennachfrage

Zitat von friedrich_eckard
Dafür wird aber die Zahl derer deutlich steigen, die sich einen wünschenswerten Friseur- oder Restaurantbesuch auch wirklich leisten können, es gibt also mehr Kund/inn/en und mehr Umsatz, und das gilt erst recht, wenn parallel zum Mindestlohn auch die Hartz-IV-Sätze angehoben werden
Hallo Friedrich_eckard,

eine Anhebung des Mindestlohnes würde zweifelsohne die
Binnennachfrage ankurbeln.

Der jetzige Mindestlohn von 8,83 EUR/h stellt eines sicher -
die Altersarmut.

Die Logik, einen Mindestlohn festzulegen, der viel zu niedrig
angesetzt ist, erschließt sich mir nicht.

Nun wird "aufgestockt". Die Lücke zur Grundsicherung wird mit
Steuergeldern gefüllt.

Die Lösung, einen Mindestlohn einzuführen, von dem man tatsächlich
leben kann, wäre auch zu einfach und ist politisch nicht gewollt.

Die Arbeitsministerin, die diesen erbärmlichen Mindestlohn ein-
führte, ist jetzt SPD-Fraktions- und Parteichefin. Das sollte dem
JUSO-Chef jemand sagen, der das offensichtlich erfolgreich
verdrängt.

LUNY

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usupator 01.05.2018, 13:56
102. Bin Industriemechaniker

und bisher in drei Familienbetrieben gewesen die alle nicht Tariflich gebunden sind. Entsprechend niedriger fallen die Löhne aus.
Bei einem solch hohen Mindestlohn, von dem niedrig Qualifizierte profitieren bleibt für die besser Qualifizierten schlicht nicht genug Geld übrig. Bzw können Betriebe so argumentieren. Das lässt sich auch auf Meister und Techniker übertragen oder Arbeitnehmer mit Zusätzlichen Qualifikationen wie dem Ausbilderschein oder Zertifikaten.
So meine Befürchtung.
Politiker kennen die Situation des Normalbürgers numal nicht. Zurückhaltung und Analyse ob wir Leistung herbsetzen wollen, würde ich mir als Diskussion schon wünschen.

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Meconopsis 01.05.2018, 13:59
103. Reiner Populismus

Intelligenter wäre es, endlich mal wieder die Vermögenssteuer einzuführen und große Konzerne höher zu besteuern. Es gibt, gerade im Dienstleistungsbereich, viele Branchen, die mit 12 Euro oder mehr nicht zurechtkommen. Daran kann auch der Kühnert nichts ändern. Die Alternative ist, dass diese Jobs verloren gehen, oder in die Schwarzarbeit abgleiten.

Abgesehen davon, finde ich es erstaunlich, dass die Forderungen eines Juso-Vorsitzenden in den Meldungen ganz nach vorne gerückt werden.

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GeMe 01.05.2018, 14:01
104. @Draw2001 Heute, 13:12: Arbeitslosigkeit steigt

Zitat von Draw2001
Und eines ist sicher: Die Arbeitslosigleit wird steigen, da wir bei unserer Außenhandelsbilanz einen schweren Einbruch erleben werden, da unsere Güter vom Weltmarkt nicht mehr in vorherigem Umfang abgenommen werden würden, da unsere Preise dort nicht mehr durchsetzbar sein werden.
Wenn der Mindestlohn steigt, spielt das für den Export so gut wie keine Rolle, denn die Jobs, die direkt am Export hängen, werden nicht mit 12 Euro pro Stunde bezahlt oder verdienen Arbeiter am Band bei BMW, VW, Audi oder im Maschinenbau weniger als 12 Euro pro Stunde? Das wäre mir neu.
Da uns die ganze Welt drängt unseren gigantischen Außenhandelsüberschuss zu reduzieren, wäre es sicher zu verkraften, wenn ein sehr kleiner Teil dieses Überschusses z.B. an Dienstleister ginge, die z.B. bei VW Putzdienste leisten.
Wenn die dann mehr verdienen, können sie vielleicht ja irgendwann mal einen VW leisten.

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Freidenker10 01.05.2018, 14:02
105. Billigmentalität

Wir müssen alle von dieser Billigmentalität weg. Der Frisör, die Kneipe um die Ecke, der Paketdienst, der Discounter, auch die Pflege ( obwohl sie alle zu teuer finden ) usw. sind nur deshalb so billig weil die Dienstleister so wenig verdienen! Für Menschen mit gutem Einkommen ne tolle Sache, man kann das gesamte Dienstleistungsspektrum für lau nutzen, aber die Menschen die von so einem Lohn leben müssen scheint niemand zu interessieren. Da nützt auch das Geschwätz von wegen besserer Bildung nichts, denn irgendjemand muss diese Jobs ja machen, aber sie müssen eben auch fair bezahlt werden! Dann kostet der Frisör eben keine 12 Euro mehr sondern 20 Euro und das Bier um die Ecke eben 4 Euro, aber wenn der Frisör mehr verdient kann er sich das Bier trotzdem auch noch leisten. Und die Kassiererin vom Discounter kann sich den 20 Euro Haarschnitt auch wieder leisten usw. usw.. Nennt man gemeinhin Binnennachfrage und erhöht auch so ganz nebenbei den Import und das scheint unseren Handelspartnern gegenüber auch fair zu sein. Leider sind unsere Regierungen allesamt zu feige und zu Wirtschafteshörig, denn die schreit naturgemäß nach Lohnsklaven um die eigene Marge kräftig zu erhöhen, bringt nur leider gesamtgesellschaftlich gar nichts nur die Vorstände füllen sich die Taschen, aber darum scheints ja ausschließlich zu gehen! Also Tarifbindungspflicht für alle Branchen und Löhne hoch, aber für alle, damit sich auch alle die ansteheneden Preissteigerungen auch leisten können! Und so ganz nebenbei erhöht sich auch die Rente aller....!

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jun26128 01.05.2018, 14:03
106.

Zitat von Rubikon_2016
2000-2500 sollte der Mindestlohn bei einer Vollzeitstelle anfangen. Alles andere ist menschenverachtend.
Wie kommen Sie darauf?
Entschuldigung, aber das ist so lächerlich, ich habe gerade meinen Kaffee geprustet.

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luny 01.05.2018, 14:04
107. Lohndruck

Zitat von PolitBarometer
Wenn der Mindestlohn zu stark angehoben wird, schafft man dadurch aber auch im Gegenzug keine Anreize mehr, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die eine langjährige Ausbildung oder gar ein Studium voraussetzt. Ich sehe das daher problematisch, da es bei Anhebung über einen Schwellenwert von, sagen wir mal grob ca. 10 EUR pro Stunde, zu wenige Menschen geben würden, die dann noch so etwas wie eine Ausbildung machen würden. Zudem liegen viele regulären Jobs (mit Ausbildung) von der Bezahlung her eh' schon im unteren Segment von etwa 14-15 EUR pro Stunde. Wenn es so einfach wäre, dass Ungelernte mit Leichtigkeit an einen Stundensatz von 12 EUR kämen, wäre das ungerecht gegenüber denen, die Jahre ihres Lebens mit Lernen und entsprechendem zeitlichen Engagement verbracht haben.
Hallo PolitBarometer,

ein höherer Mindestlohn erzeugt einen Lohndruck von unten nach
oben.

Wer Fachkräfte haben möchte, muß dann mehr bezahlen.

Das wäre aber der Untergang vieler Geschäftsmodelle, die darauf
basieren, den Arbeitnehmern so wenig zu bezahlen, daß sie
"aufstocken" müssen, d. h. deren Geschäftsmodell wäre damit
tot.

Das fände ich nicht bedauerlich, ganz im Gegenteil.

Die Lohndrückerei hätte ein Ende und die Leihbuden könnten alle
schließen!

LUNY

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crixus 01.05.2018, 14:06
108. Zu kurz Gesprungen.

Es geht nicht nur um ein höheren Mindestlohn,sondern auch um eine Rente von der man auch Leben kann. Das Ganze
Sozialsystem, ist so schon lange nicht mehr
Tragbar, mit Mindestlöhne und prekäre Arbeitsverhältnisse, ist unser Sozialsystem nicht zu halten. Wir sollten uns mal die Frage stellen, warum das wirtschaftsstärkste Land in Europa es nicht schafft, eine Rente zu zahlen ,von der man leben kann? Ein Mindestlohn von 12 ? wäre schon mal ein Anfang. Sonst befürchte ich, dass wir alle verlieren werden.

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oidahund 01.05.2018, 14:07
109.

Ein interessanter Vorschlag. Wirklich! - Der Herrenhaarschnitt würde bei uns wahrscheinlich dann anstatt 18 EUR so um die 25 EUR kosten. Schon jetzt ist es für die Friseure ein Problem, dass viel Umsatz durch Schwarzarbeit verloren geht. So unter der Hand und in den eigenen 4 Wänden kostet der Haarschnitt von einer Fachkraft 12 EUR. Die Investitionssummen sind gerade in dem Handwerk überschaubar. Durch die höheren Preise die verlangt werden müssen, würde die Schwarzarbeit generell noch weiter zu nehmen. Damit geht dem Staat noch mehr Umsatzsteuer, Einkommens-/Lohnsteuer und auch noch noch mehr Sozialabgaben verloren. Auch das Angebot von Gartenbaufirmen etc. "ohne Rechnung wird es 19% billiger" wird weiter zunehmen. Vielleicht werden so einfache Zusammenhänge im Studium der Politikwissenschaften nicht gelehrt - würde einiges erklären.
Abgesehen davon wird der Einsatz von Automatisierung dadurch immer wirtschaftlicher. Amazon bspw. stellt die Auslieferungslager auf Holroboter um. Dammit werden immer weniger Leute gebraucht, die die Bestellungen zusammenstellen.

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