Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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Idinger 01.05.2018, 21:09
150. Wieso

Zitat von spon_5085922
Ich als ehemaliger Hartz4 Empfänger habe glaub kein kriminelles Netzwerk im Hintergrund die Sanktionen waren mir aber sicher weil ich aufgrund einer psychischen Krankheit meine Stellen wieder verlor. Das ist Latrinenpopulismus was Sie hier abziehen.
kommt Ihnen mein Hinweis auf die Razzien unserer Ordnungshüter in der vergangenen Woche gegen Hartz-4-Mißbrauch als "Latrinenpopulismus" unter? Wollen Sie ernsthaft behaupten, unsere Arbeitsverwaltung verzichte nur bei kriminellem Hintergrund auf Sanktionen, bei braven Bürgern wie Ihnen aber nicht? Mir scheint eher, dass hier die Arbeitsverwaltung entweder versagt oder schon die politischen Forderungen a la Kühnert/SPD nach Abschaffung von Sanktionen antizipiert hat.

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Flugor 01.05.2018, 23:24
151. Exportüberschüsse gerecht verteilen!

Exportüberschüsse basieren auf einer hohen Wettbewerbsfähigkeit, wandern aber als Kapitalexporte (z:b: via Dividenden) im Ausland, nicht aber auf den Konten derjenigen, welche im Inland die zugehörige Wertschöpfung erbracht haben.

Anhaltende Exportüberschüsse destabilisieren zusätzlich das Finanzsystem, weil sie wahlweise mehrheitlich auf unsolider Neuverschuldung, oder auf Zukäufen im Ausland beruhen, welche dort als Tafelsilber gelten, deren Verkauf Seitens der Bevölkerung ungern gesehen wird, d.h. eher nicht demokratisch legitimiert sein dürfte, sondern autokratisch von Firmenbossen entschieden wird.

Da die Eurozone wesentlich größer als DE ist, dürfte eine solche "Umverteilung der durch hohe globale Wettbewerbsfähigkeit erzielten Überschüsse im Inland" eher deutlich niedriger inflationieren, als die entsprechenden Löhne steigen würden.

Welches Niveau von Hartz4/Mindestlohn wäre also vertretbar, würden die aus der hohen Wettbewerbsfähigkeit erzielten Überschüsse gerecht im Inland verteilt?

Klar: Das Resultat wäre ein heftiger Aktiencrash, aber wer derjenigen, welche jene Exortüberschüsse durch ihr niedriges Einkommen ermöglichen besitzt schon Aktien?

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Flugor 01.05.2018, 23:26
152.

Zitat von Rubikon_2016
wobei manche bereits von erforderlichen ?15 pro Stunde sprechen. Irgendwo zwischen ?2000-2500 sollte der Mindestlohn bei einer Vollzeitstelle anfangen. Alles andere ist menschenverachtend. Und Jobs, die dann nicht mehr rentabel sind, fallen eben weg. Parallel dazu sollte die Arbeitslosenstatistik mal wieder unfrisiert veröffentlicht werden.
Jener Mindestlohn muss auch irgendwie aus der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft ableitbar sein.

15 Euro pro Stunde dürften für DE zu hoch sein.

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Flugor 01.05.2018, 23:30
153. Das ist ziemlicher Unsinn:

Zitat von wrkffm
Wie wäre es denn mal mit massiven Steuersenkungen ( Lohnsteuer, Solizuschlag ) für untere Einkommen ab 2000 Brutto, als immer nur mit Lohnsteigerungen zu argumentieren. So sind die JUSOS in der SPD halt, immer nur alte Frasen dreschen, aber runderneuern wollen.
Sinkende Steuereinnahmen bedeuten wahlweise steigende Staatsschulden, oder sinkende staatliche Leistungen, welche wiederum primär den unteren Einkommensklassen nützen.

Außerdem zahlen untere Einkommensklassen (abgesehen von der MwSt) eh kaum Steuern.

Ihr Vorschlag bringt "unten" also nix, reduziert sogar -bei einem soliden Staatshaushalt- die Leistungen an untere Einkommensgruppen.

Gesellschaftlich wirkt Ihr Vorschlag eher spaltend/destabilisierend.

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Flugor 01.05.2018, 23:35
154. Finanzierbar über den Exportüberschuss

Zitat von Navygo
Ach der kleine Kevin fordert mal wieder - ist ja auch ne komfortable Situation, wenn man immer fordern kann und erstens weiß, dass es nie umgesetzt wird und zweitens nicht nachweisen muss, wie das Ganze denn finanzierbar sein soll.
Exportüberschuss = Kapitalexport d.h. sich aus der Wettbewerbsfähigkeit ergebende Überschüsse landen im Ausland.

Ohne Verlust der Wettbewerbsfähigkeit kann man jene Überschüsse somit auch im Inland verteilen und es den Bürgern überlassen, wo im Ausland sie dieses zusätzliche Einkommen investieren.

-> Ein solcher Ansatz ist demokratischer, als diese Entscheidung Fondsmanager zu überlassen, die eh die Trefferquote von Affen haben.

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Flugor 02.05.2018, 00:26
155.

Zitat von olaf77
Waren Sie schon mal Arbeitgeber und mussten Sie das Geld verdienen was Sie den Mitarbeitern zahlen WOLLEN? Ein Mindestlohnmodell wie dieses und ihr Spargel den Sie so gerne im Discounter kaufen wird doppelt so teuer! Lebensmittel grundsätzlich, (dann hilft es dem der 12€ bekommt auch nicht mehr) achja und damit die Facharbeiter nicht alle kündigen müssen wir deren Löhne ja auch verdoppeln wozu macht man sonst noch einen Techniker, Meister, Fachwirt oder ähnliches. Sie haben keine Ahnung von Wirtschaftspolitik, kümmern Sie sich lieber um Kindergärten!
Der Spargel kommt dann aus Polen, anstelle von Polen gestochen zu werden ;)

Das Problem ist doch, dass Exportüberschüsse destabilisieren, weshalb jene Überschüsse besser im Inland verteilt werden sollten, statt ins Ausland abzufließen.

Die Frage ist also, wie man das umsetzt und ein höherer Mindestloh gehört zu den geeigneten Maßnahmen.

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demokrat2 02.05.2018, 10:42
156. Zuschüsse des Staates an Arbeitnehner ....

..... sind gleichzeitig auch versteckte Subventionen an die Arbeitgeber, denn sie sparen bei den Löhnen, was ihre Gewinne erhöht. Höhere Steuern müssen sie nicht unbedingt zahlen, wenn sie alle weiteren Steuervorteile nutzen. Deshalb werden Arbeitgeber auch relativ schnell reich, weil sie nicht mehr gerecht die Gewinne verteilen, die ihre Mitarbeiter "mit" erwirtschaftet haben. Der Mindestlohn sollte vom Gewinn des Unternehmens abhängen. 12 Euro Mindestlohn sind heute schon zu wenig. Weshlab die Forderungen so zaghaft sind, liegt sicherlich daran, dass man der Union kein Argument gegen eine gerechte Erhöhung geben will. Das aber ist falsche Rücksichtnahme und das verstehen auch nicht die betroffenen Bürger..

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Flugor 02.05.2018, 22:06
157.

Zitat von Malto Cortese
Die Abwärtsspirale bei Löhnen und Gehältern hat sich tief in die Gesellschaft hineingefressen - viele Kleinunternehmer und Handwerker sind mittlerweile gezwungenermaßen Billig-Anbieter für Kunden aus dem "besten Niedriglohnsektor Europas". Ein Sieg des shareholder-value-Kapitalismus auf ganzer Linie.
Das Lohndumping exportorientierter Unternehmen limitiert halt auch den Spielraum kleinerer Unternehmen:
Fließt der Überschuss jener Unternehmen primär in die Dividende, begrenzt diese via Geldabfluss ins Ausland die bezahlbaren Lohnkosten. Das ist VWL, keine engstirnige BWL...
Weil Kleinunternehmen weniger rentabel als jene konkurrierenden Großunternehmen sind und die global vorhandenen Arbeitsstunden nun einmal begrenzt sind, vernichten BWL'ler halt Arbeitsplätze und wenn diese im Ausland als nicht rentabel wirken, migrieren arbeitswillige Opfer jener fehlerhaften Politik halt dorthin, wo sie selbst ihre Gewinne maximieren können. Durchaus nachvollziehbar. Die Veruracher jener jener Migration sind halt nicht die Migranten selbst, sondern die Arschlöcher in den diese Migration verursachenden Unternehmen. Die AfD. vertritt folglich die Position jener Arschlöcher und formuliert diese so, dass jemand ohne ausreichendem Wissen auf jene Lügen hereinfällt.

Jene Partei nutzt also asymmetrische Informationsverteilung zur erfolgreichen Verbreitung von Fake-News und begründet ihre Handlung damit, dass etablierte Politiker -siehe Söder/Seehofer- mit den Fakten nun einmal auch nicht so genau nehmen, dient es ihrem eigenen Erfolg.

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Flugor 02.05.2018, 23:31
158.

Zitat von till_wollheim
Es ist natürlich wohlfeil, sich hinzustellen und Lohnerhöhungen zu fordern. Aber diese Leute vergessen ganz, daß das Geld erst einmal erwirtschaftet werden muß! Wenn ein Arbeitgeber eine Lohnerhöhung um 200 € gewährt, kostet ihn das an Ausgaben fast 400 €! Wir leben nun nicht wie die Norweger - derzeit noch - auf der "Insel" der Glückseeligen. Wir kompetitiveren mit dem Weltmarkt. Und das heißt, Löhne können sich nur an der Wertschöpfung orientieren. Und Kloputzen oder Altenpflege sind nun mal keine ökonomisch sinnvollen Jobs! Daher könne dort auch nur solche Preise erzielt werden, wie die Akzeptanten der Dienstleistung bereit sind zu bezahlen, bevor sie es selber tun oder belieben lassen! Der Sozialismus entspricht nicht dem wirklichen Ablauf von energetischen Kreisläufen in Natur und Menschengesellschaft bei letzteren Wirtschaft genannt!
Korrekt und doch falsch:
Sie argumentieren auf Basis der BWL, welche externalisierte Kosten ignoriert.

Dadurch verschwinden diese aber nicht.
Sie beklagen, dass sinkende Einkommen Ihnen sinkende Erträge liefert; verstehen aber nicht, dass die Ausgaben der einen Gruppe die Einnahmen der anderen Gruppe sind und staatliche Regulierung hier eine Ausgleich schaffen sollte.

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Flugor 02.05.2018, 23:37
159.

Zitat von skeptikerjörg
Keine Frage, der Mindestlohn sollte höher sein. 12 Euro läge in einigen Branchen über den Tariflöhnen, die müssen dann entsprechend rauf. Und dann müssen die Arbeitgeber die Mehrkosten entsprechend auf ihre Produkte umlegen, die Anbieter von Dienstleistungen auf ihre Dienstleistungen, die Vermieter auf die Mieten usw. Viel sinnvoller wäre es, geringe Einkommen stärker von Steuern und Sozialabgaben zu entlasten. Mehr Netto vom Brutto ist allemal besser, als die Maschinerie von Kosten und Preisen in Bewegung zu setzen. Wobei, auch da ist Luft. Nirgends in Mittel- und Westeuropa sind die Preise für Lebensmittel so niedrig wie in Deutschland.
Man kann den Mindestlohn ziemlich genau aus den Exportüberschüssen ableiteten. Das inflationiert dann halt den VPI, deflatinioiert aber den DAX.

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