Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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till_wollheim 01.05.2018, 12:37
50. Manche Leute kapieren es einfach nicht!

Es ist natürlich wohlfeil, sich hinzustellen und Lohnerhöhungen zu fordern. Aber diese Leute vergessen ganz, daß das Geld erst einmal erwirtschaftet werden muß! Wenn ein Arbeitgeber eine Lohnerhöhung um 200 € gewährt, kostet ihn das an Ausgaben fast 400 €! Wir leben nun nicht wie die Norweger - derzeit noch - auf der "Insel" der Glückseeligen. Wir kompetitiveren mit dem Weltmarkt. Und das heißt, Löhne können sich nur an der Wertschöpfung orientieren. Und Kloputzen oder Altenpflege sind nun mal keine ökonomisch sinnvollen Jobs! Daher könne dort auch nur solche Preise erzielt werden, wie die Akzeptanten der Dienstleistung bereit sind zu bezahlen, bevor sie es selber tun oder belieben lassen! Der Sozialismus entspricht nicht dem wirklichen Ablauf von energetischen Kreisläufen in Natur und Menschengesellschaft bei letzteren Wirtschaft genannt!

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Oberleerer 01.05.2018, 12:37
51.

Zitat von 040380800
Vielleicht wäre es auch sinnvoll das regional zu unterscheiden?! Der kleine Handwerker in ländlichen Mecklenburg-Vorpommerntut sich sicher schwer seinen Mitarbeitern oder Hilfskräften 12 oder 13€ zu zahlen,
Genauso ist es. Die Putzkraft, die eine Immobilie in Premium-Lage reinigt, hat ja auch nicht unerhebliche Aufwändungen an Zeit und Geld um überhaupt diese Orte zu erreichen, oder wohnt eben selber in guter Lage mit entsprechender Miete.

Der Mindestlohn sollte also vom Einsatzort abhängen. Gibt es dazu nicht ohnehin das Entsendungsgesetz, damit rumänische Arbeiter in Deutschland auch Deutsche Löhne erhalten?

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shardan 01.05.2018, 12:39
52. Wie wäre es....

... wenn man statt dessen den Mindestlohn wirklich flächendeckend umsetzt? Der ML existiert auf dem Papier - zahlreiche Branchen haben aber ihr Hintertürchen längst gefunden, da werden Arbeitszeiten nicht angerechnet und ähnliche Spielchen. Natürlich immer mit der Drohung "Hartz-IV" im Nacken. Jüngst hat sogar ein höchstrichterliches Urteil den Mindestlohn wieder eingeschränkt. Statt mehr Geld für die Mindestlohnempfänger zu fordern, sollte der Mindestlohn vielleicht erstmal durchgesetzt und Hintertürchen geschlossen werden.

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friedrich_eckard 01.05.2018, 12:41
53.

Zitat von mr.andersson
Ich bin auch dür einen höheren Mindestlohn. Aber wenn der auf 12 oder mehr steigt, bedeutet das eben auch, das alle entsprechend mehr für diese Leistungen bezahlen müssen. Und dazu sind wir offensichtlich nicht bereit. Außerdem verdienen dann ungelernte Hilfskräfte auf einmal in der Nähe von Gesellen, wenn der auf Höhen geht, die hier teilweise gefordert werden.
Nicht bereit - oder nicht in der Lage?

Machen wir ein Zahlenspiel: eine Friseurin, die den Mindestlohn nach heutigem Stand bezieht, bekäme dann 3,etwas€ mehr, und rechnen wir sehr grosszügig die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung dazu, die ja auch entsprechend steigen müssten: dann hätte der Arbeitgeber Mehrkosten von 4,50€ die Stunde. Wenn unsere Friseurin pro Std. auch nur zwei Kund/inn/en bedienen kann, dann müsste also der Friseurbesuch, den man ja nicht gerade wöchentlich macht, um 2,25€ teurer werden. Unbezahlbar? Für die Gastronomie könnte man sicher ähnliche Modellrechnungen aufmachen.

Dafür wird aber die Zahl derer deutlich steigen, die sich einen wünschenswerten Friseur- oder Restaurantbesuch auch wirklich leisten können, es gibt also mehr Kund/inn/en und mehr Umsatz, und das gilt erst recht, wenn parallel zum Mindestlohn auch die Hartz-IV-Sätze angehoben werden, wobei jetzt vermutlich einer meiner sozialrassistischen Spezis aufjaulen wird, weil Hartz-IV-Bezieher natürlich in Restaurants nicht zu suchen haben ... die sind doch für "Leistungsträger" da ... wo kommen wir denn da hin... ist ja gut! Jeder €, um den Mindestlohn und Regelsätze erhöht werden, wird voll in den Konsum fliessen, wir bekämen also ein "Binnenkonjunkturprogramm", das nur guttun könnte.

Wenn dadurch auf Löhne oberhalb der Mindestgrenze, die aber immer noch zu niedrig sind, "Druck von unten" ausgeübt wird, dann wäre das ein durchaus wünschenswerter Nebeneffekt.

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PolitBarometer 01.05.2018, 12:43
54.

Wenn der Mindestlohn zu stark angehoben wird, schafft man dadurch aber auch im Gegenzug keine Anreize mehr, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die eine langjährige Ausbildung oder gar ein Studium voraussetzt.
Ich sehe das daher problematisch, da es bei Anhebung über einen Schwellenwert von, sagen wir mal grob ca. 10 EUR pro Stunde, zu wenige Menschen geben würden, die dann noch so etwas wie eine Ausbildung machen würden. Zudem liegen viele regulären Jobs (mit Ausbildung) von der Bezahlung her eh' schon im unteren Segment von etwa 14-15 EUR pro Stunde.

Wenn es so einfach wäre, dass Ungelernte mit Leichtigkeit an einen Stundensatz von 12 EUR kämen, wäre das ungerecht gegenüber denen, die Jahre ihres Lebens mit Lernen und entsprechendem zeitlichen Engagement verbracht haben.

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bürger333 01.05.2018, 12:43
55. Noch immer zu wenig!

12 Euro reichen NICHT aus! Am Ende käme noch immer eine erbärmliche Rente raus! Wozu sollen Menschen 45 Jahre 40 Stunden in der Woche nen scheiß Job machen, um am Ende mit denen auf einer Stufe zu stehen, die nix geleistet haben....nur Jammern, dass Hartz nicht ausreicht! Wenn anständig bezahlt würde, würde auch die Kaufkraft steigen und ein klarer Abstand zu denen entstehen, die es vorziehen, andere für Ihren Unterhalt arbeiten zu lassen. Ausbeuterei der kleinen Arbeitsbienen! Eigentlich müssten in Deutschland die Menschen mal öfter auf die Straße gehen, um für Ihre Rechte zu kämpfen! ....damit meine ich nicht die links- und rechtsradikalen Idioten...sondern die untere Mittelschicht, die niemals beachtet wird. Es geht immer nur um die nicht arbeitenden Leute bei den Diskussionen um soziale Gerechtigkeit. Wie wäre es, mal diejenigen aufzuwerten, die täglich für nen mistigen Lohn aufstehen und knüppeln?! Die Zeit dafür ist überreif!

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charlybird 01.05.2018, 12:48
56. Ach,

Zitat von olaf77
Waren Sie schon mal Arbeitgeber und mussten Sie das Geld verdienen was Sie den Mitarbeitern zahlen WOLLEN? Ein Mindestlohnmodell wie dieses und ihr Spargel den Sie so gerne im Discounter kaufen wird doppelt so teuer! Lebensmittel grundsätzlich, (dann hilft es dem der 12€ bekommt auch nicht mehr) achja und damit die Facharbeiter nicht alle kündigen müssen wir deren Löhne ja auch verdoppeln wozu macht man sonst noch einen Techniker, Meister, Fachwirt oder ähnliches. Sie haben keine Ahnung von Wirtschaftspolitik, kümmern Sie sich lieber um Kindergärten!
Sie haben das Geld für Ihre Mitarbeiter verdient ?
Interessantes Geschäftsmodell, aber ein bisschen anstrengend, oder ??
Ich glaube da eher, dass Sie Wirtschaftspolitik noch nicht verstanden haben. :-)

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MiniDragon 01.05.2018, 12:48
57. Konsequenzen überdenken.

Zitat von sa7ra9
12,00 sind gut! Und alle Firmen die rum heulen, dass wäre zu hoch & würde Arbeitsplätze kaputt machen - den kann man nur sagen: Ein Geschäftsmodell was nicht in der Lage ist - seine Beschäftigten zeitgemäß & entsprechend sozial zu entlohnen - hat am Markt NIX zu suchen.
Mit 12€ Mindestlohn könnten nicht nur Amazon sondern auch die meisten Warenzustellerdienste nicht überleben .

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spon_12 01.05.2018, 12:50
58.

Zitat von playintime
Aber ahnungslose Leute wie sie, brauchen die Unionsparteien und die FDP.
Wieso denn ahnungslos? Scheint mir doch eher ein interessengeleiteter Mittelstländler, der auf dem Rücken der sozial Schwächeren seine Abgaben senken möchte.

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Sandlöscher 01.05.2018, 12:51
59. Geht absolut in die

richtige Richtung. War auch mal eine Forderung von Herrn Scholz und daran wird sich die SPD messen lassen müssen. Die guten Wirtschaftsdaten werden maßgeblich durch fleißige Arbeitnehmer ermöglicht und es ist nur legitim, dass man ALLE am Wohlstand teilhaben lässt. Bitte nicht mehr mit der Leier kommen, dass dann Arbeitsplätze vernichtet werden. Lohnsklaven, die trotz Vollzeitarbeit Aufstockung vom Amt brauchen, wollen wir nicht mehr. Wenn Menschen in wirtschaftliche stabilen Verhältnissen leben und planen können, gräbt man auch radikalen Parteien den Zulauf ab. Weiterhin hilft das letztendlich auch der Wirtschaft, da dann mehr Geld für Konsum etc. zur Verfügung steht. Die Politik steht am Scheideweg: aktuell verdienen 60 Prozent der SV-Beschäftigten so wenig, dass sie eine Rente auf Grundsicherungs-Niveau zu erwarten haben. Das wird weder der Sozualstaat noch die Gesellschaft aushalten können.

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