Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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eunegin 01.05.2018, 13:08
70. Regionaler Mindestlohn

Pauschal ist unsinnig angesichts der so unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und Gehälter. Oberbayern, Uckermark, Schwaben, Holstein, Niederlausitz - das kann man doch nicht über einen Kamm scheren! Das ist weder gerecht gegenüber den Lohnempfängern, noch gegenüber Arbeitgebern und anderen Erwerbstätigen. Daher: Regionaler Mindestlohn!

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Das Pferd 01.05.2018, 13:08
71.

Zitat von Stäffelesrutscher
............... Richtig. Den Betrag findet man im Wahlprogramm der Linkspartei. Wenn alle entsprechend ihren objektiven Interessen gewählt hätten, wäre Oskar jetzt Kanzler. ;-)
ich habe mal in einem Land gelebt, wo die Fortschrittlichen Menschen auch glaubte zu wissen, was die Leute "objektiv" hätten wählen sollen. Und das wohlmeinend korrigierten. Null Sehnsucht danach.

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spiegelleser987 01.05.2018, 13:09
72.

Zitat von sa7ra9
12,00 sind gut! Und alle Firmen die rum heulen, dass wäre zu hoch & würde Arbeitsplätze kaputt machen - den kann man nur sagen: Ein Geschäftsmodell was nicht in der Lage ist - seine Beschäftigten zeitgemäß & entsprechend sozial zu entlohnen - hat am Markt NIX zu suchen.
Das ist ein beliebtes Gerücht, was sich stark verbreitet hat. Ein Geschäftsmodell, das Jahrzehnte existiert, immer funktioniert hat und gute Löhne gezahlt wurden, muss man nicht abschaffen. Informieren Sie sich mal, was in den vergangenen 18 Jahren passiert ist.

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hakem2 01.05.2018, 13:10
73. Grundsicherung

Einfach die Grundsicherung erhöhen dann steigt das Lohnniveau auch ohne Mindestlohn!
Siehe Skandinavien.

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Draw2001 01.05.2018, 13:12
74. 35% Gehaltsplus - Das bleibt nicht ohne Folgen.......

Wenn das mit einem Dauerzuschlag von 35% zu erledigen wäre, dann müßte Herr Künert sich darüber klar sein, daß das gesamte Deutsche Gehaltsgefüge, inkl. der Besoldungen von Beamten gleichfalls adäquat angehoben werden müßte. Herr Künert sieht nur das Problem der unteren Gehaltsgruppe. Aber jeder kennt das: Wenn man in einem Betrieb den Lohn weiter unten auf das Niveau der nächsten höheren Leistungsstufe erhöht, dann muß man auch das der höheren Leistungsstufe erhöhen. Folglich dann auch die der danach noch weiter oben qualifizierten Leistungsträger. Herr Künert glaubt, dass das Lohngefüge der untersten Gehaltsstufe isoliert erhöht werden kann, ohne dass dies einen Einfluß bei den höheren Gehaltsstufen hätte. Hier irrt er. Gerade bei der Tendenz der SPD, eine neue Transparenz in die Entlohnungsrichtlinien zu bringen, besteht durch die, dann leicht verfügbare Information das Risiko, dass die höher Qualifizierten gleichsam ihr Gehalt proportional aufgestockt sehen wollen. Die Beamten werden auch anschließend eine gleichberechtigte Erhöhung einfordern. Die Gewerkschaften werden einen Streik nach dem anderen ausrufen, bis für alle das angestrebte KÜNERT-ZIEL erreicht ist. Sollte dieser Punkt erklommen worden sein, hat die Lohn-Preisspirale ihr Übriges getan. Alle Artikel, sowie auch Mieten, Eintrittsgelder und Serviceleistungen bewegen sich nun auf dem nun angepassten sehr hohen Niveau. Damit verpufft die gesamte Wirkung der 12€-Idee, da man bei Eintritt dieses Zustandes für 12€ den gleichen Gegenwert erhält wie Jahre vorher für 8,84 Euro. Und eines ist sicher: Die Arbeitslosigleit wird steigen, da wir bei unserer Außenhandelsbilanz einen schweren Einbruch erleben werden, da unsere Güter vom Weltmarkt nicht mehr in vorherigem Umfang abgenommen werden würden, da unsere Preise dort nicht mehr durchsetzbar sein werden. Vielleicht hätte er, statt Politikwissenschaft und Soziologie zu studieren, lieber Volkswirtschaft nehmen sollen, dann wüßte er, in welchem Umfang man solche Vorschläge machen kann. Bei der Erneuerung von Gehaltsstrukturen muß man in kleinen Schritten denken - diese lassen sich leichter, und auch öfters durchsetzen. Um ein kleines Beispiel zu nennen, welches zu katastrofalen Verwerfungen führen würde, sei angemerkt, dass z.B. allein eine Zinserhöhung von nur 2% zu etlichen Privatinsolvenzen innerhalb der kommenden 30 Jahren bei den Immobilienfinanzierungen führen würde. Die Volkswirtschaft ist eben ein empfindliches Konstrukt, das massive Eingriffe nicht unbeschadet übersteht.
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Traumfrau 01.05.2018, 13:13
75. ne, nicht immer die Schuld auf den Staat schieben ...

Zitat von skeptikerjörg
Viel sinnvoller wäre es, geringe Einkommen stärker von Steuern und Sozialabgaben zu entlasten.
ein Unternehmer, der seinen Mitarbeitern keinen menschenwürdigen Lohn zahlen kann, der hat einfach das falsche Geschäftsmodell oder ist als Unternehmer unfähig. Da hilft es nix, wenn der Staat die Kosten für die Mitarbeiter (zumindest teilweise) übernehmen soll, den Gewinn will der gleiche Unternehmer aber gerne behalten.
Es ist ganz einfach: entweder führt ein Unternehmen vernünftig und bezahlt seine Angestellte menschenwürdig, oder er soll vom Markt verschwinden.

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Aquifex 01.05.2018, 13:15
76.

Zitat von h.hass
Dann funktioniert Ihr Geschäftsmodell eben nicht. Geschäftsmodelle, die nur auf der Basis von (Selbst-)Ausbeutung überlebensfähig sind, sind letzten Endes keine. Offensichtlich wird das, was Sie anbieten, ob Produkt oder Deinstleistung, am Markt nicht genügend nachgefragt. Wenn das so ist, dann sollte man darüber nachdenken, sich anders zu orientieren, statt herumzujammern. Wenn ich mit hohem zeitlichen und finanziellen Einsatz Postkutschen oder Schreibmaschinen baue, kann ich mich auch nicht darüber beschweren, dass ich kaum Nachfrage generiere. 12 Euro Mindestlohn sind eine absolut korrekte Forderung, nicht zuletzt in Hinsicht auf das spätere Rentenniveau. Die Arbeitgeber haben doch schon herumgeheult, als der jetzige Mindestlohn eingeführt wurde, und eine riesige Arbeitsplatzvernichtung prognostiziert. Und was ist passiert? Gar nichts. Wer seinen Arbeitnehmern keine menschenwürdigen Löhne zahlen will, soll eben zumachen. Irgend jemand anderer wird dann schon die Arbeit erledigen, wenn sie wirklich notwendig ist, und den Mindestlohn zahlen.
Das ist eine sehr interessante, weil vollkommen einseitige Zuschrift.
Sie erwarten von jedem möglchen Arbeitgeber, daß er gefälligst dafür zu sorgen hat, daß das Geld da ist, daß der Arbeitnehmer gerne hätte. Ansonsten funktioniert das Geschäftsmodell nicht.
Warum wird eigentlich immer so getan, als hätte jeder Arbeitnehmer im Gegenzug Arbeitsleistung anzubieten, die immer höhere Löhne wert wäre? Warum darf nie darauf hingewiesen werden, daß viele Jobs heute diese Löhne schlicht nicht wert sind?
Auch und gerade der Arbeitnehmer hat eine Verantwortung, eine Leistung anzubieten, die der Arbeitgeber entsprechend bezahlen kann. Daß Problem ist gerade heute nicht, daß der Mindestlohn zu niedrig ist, sondern daß viel zu viele Arbeitnehmer in prekär bezahlten Jobs arbeiten, weil sie besser bezahlte Jobs nicht bekommen - aber nicht, weil es die nicht gäbe. Fachkräfte sind nachgefragt wie nie. (Das heißt übrigens NICHT automatisch, daß diese Jobs plötzlich irre Gehaltszuwächse verzeichnen würden, weil auch diese Jobs ihren Gehaltswert wert sein müssen). Viel zu viele Arbeitnehmer haben da schlicht zu wenig anzubieten. Die Entwicklung der Gesellschaft ist so schnell so weit gegangen, daß man da mit mit einem Putzjob schlicht den Anschluß verpaßt. Wir können an den Symptomen rumdoktern, indem die Gehälter unten höher befohlen werden, was natürlich alle anderen Löhne ebenfalls in die Höhe treibt, müssen dann aber jede weitere technische und gesellschaftliche Entwicklung verbieten, damit es zu einem stabilen Zustand kommt. Das will natürlich niemand. (Das ist übrigens der Grund, warum Sozialismus nicht funktioniert, weil alles um einen herum eben weiterentwickelt und man diese Entwicklungen auch haben will).
Was wir tun müssen ist dafür zu sorgen, daß mehr und mehr Arbeitnehmer in die Lage versetzte werden, die besserbezahlten Jobs auszufüllen. Die Wahrheit ist nämlich so einfach wie hart: Wer einen dem Durchschnitt des Entwicklungsstandes angemessenen Job nicht ausfüllen kann, wird immer abgehängt sein.

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Ozric67 01.05.2018, 13:17
77. Ob

es vielleicht doch an den ganzen Preisen liegt?
Zu Zeiten der D-Mark war das Verhältnis Einkommen-Ausgaben noch als gesund zu bezeichnen.
Mit dem € wurden einfach die Zahlen halbiert (Einkommen). Und die Ausgaben, sämtliche liegen wieder auf D-Mark Niveau.
Mit dem, ach so starken € kann man sich nicht mal mehr ein Päckchen Billig Salami kaufen. Kostet so um 1,25 €
Miete für 33 qm = 416 € warm. (mal kurz umrechnen in Dm) Single ich bin, Kind kostet 320. Bin ich schon damit über 700 Kröten. Netto Einkommen ca. 1300 - 1400. Dann kommen ja noch die Versicherungen, Strom (kann man sparen wie man möchte) wird von alleine immer mehr. Nebenkosten zur Miete. Ja. Hab ich was vergessen?

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bebreun 01.05.2018, 13:17
78. @20. h.hass

"Offensichtlich wird das, was Sie anbieten, ob Produkt oder Deinstleistung, am Markt nicht genügend nachgefragt. Wenn das so ist, dann sollte man darüber nachdenken, sich anders zu orientieren, statt herumzujammern". Was Sie hier von dem Selbständigen verlangen können Sie genauso von den Mindeslohn-Jobbern fordern. Damit zerlegt sich Ihre unsinne Argumentation.

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charlybird 01.05.2018, 13:20
79. Der interessante Punkt dabei ist,

Zitat von MiniDragon
Mit 12€ Mindestlohn könnten nicht nur Amazon sondern auch die meisten Warenzustellerdienste nicht überleben .
dass Service kosten sollte.
Wenn man es sich leisten möchte, seinen eigenen Hintern nicht bewegen zu müssen und Energie und Zeit aufzuwenden, um etwas Gewünschtes ins Haus zu bekommen, sollte es normal sein, diesen Aufwand zu bezahlen.
Jeder Handwerker berechnet zB. An-und Abfahrt.
Dass Amazon und Co. damit angefangen haben, alles ohne Aufschlag zu liefern, ist eigentlich deren Problem, oder ?
Der Dumme dabei ist jedenfalls nicht Jeff Bezos oder ein Oliver Samwer, sondern mittlerweile xyz am Regal und hinterm Lenkrad.
Da gilt es drüber nachzudenken, und nicht über die Tatsache, ob sich diese Firmen das leisten können.
Oder haben Sie das als Spaß gemeint, wenn Sie bedauern, dass diese armen Firmen 12 Euro nicht überleben würden ?

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