Forum: Wirtschaft
Tag der Arbeit: Juso-Chef Kühnert fordert zwölf Euro Mindestlohn - mindestens
DPA

Es ist der "Tag der Arbeit" - genau der richtige Anlass, um über den Mindestlohn zu streiten. Jetzt hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert zu Wort gemeldet. Er fordert die Anhebung auf zwölf Euro.

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götzvonberlichingen_2 01.05.2018, 13:23
80. Wünschenswert

Es wäre wünschenswert, wenn all diejenigen die meinen 12 Euro wären zuviel des Guten, einmal selber für diesen Betrag arbeiten müssten. Für längere Zeit.
Vielleicht würden dann die Sprüche über den freien Markt und bezahlbare Dienstleistungen aufhören. Aber der Friseur und der Kneipenbesuch sollen ja "bezahlbar" bleiben...

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Das Pferd 01.05.2018, 13:23
81.

Zitat von Oberleerer
Genauso ist es. Die Putzkraft, die eine Immobilie in Premium-Lage reinigt, hat ja auch nicht unerhebliche Aufwändungen an Zeit und Geld um überhaupt diese Orte zu erreichen, oder wohnt eben selber in guter Lage mit entsprechender Miete. Der Mindestlohn sollte also vom Einsatzort abhängen. .....................
das ist gesetzgeberisch nicht zu erfüllen. Für so was gibt es den Markt (die Putzfrau arbeitet gar nicht für knapp €9 brutto) und notfalls Wohngeld.
Es ist schon kompliziert genug, die Nachweispflichten bezüglich der Arbeitszeiten, die uns Nahles beschert hat zu erfüllen.

Nun stellen Sie sich vor, zu jeder Beschäftigung (das ist bei einem Handwerker oft 2* am Tag ein neuer Ort) einen Lagefaktor zu definieren. Mit Korrekturfaktoren für die räumliche Nähe preiswerterer Wohnlagen und für die Länge der jeweiligen Beschäftigung.....

Und geht komplett ins Leere, der vereinbarte Lohn ist ja fast immer höher als der Mindestlohn. Und da sind natürlich solche Sachen enthalten. Wenn Die Putzfrau sagt, das ist abgelegen, dafür will ich €2 mehr als normalerweise, ist sie in einer sehr guten Verhandlungsposition.

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RainerStablo 01.05.2018, 13:23
82. Worüber debattieren wir?

In der Landesverfassung Rheinland-Pfalz gibt es (noch immer) den bemerkenswerten Artikel 56 [Arbeitsentgelt und Gewinnanteil, Gleicher Lohn], in dem es unmissverständlich heißt:
„(1) Das Arbeitsentgelt muss der Leistung entsprechen, zum Lebensbedarf für den Arbeitenden und seine Familie ausreichen und ihnen die Teilnahme an den allgemeinen Kulturgütern ermöglichen. Darüber hinaus soll dem Arbeitnehmer in geeigneter Weise ein gerechter Anteil am Reinertrag je nach Art und Leistungsfähigkeit der Unternehmungen durch Vereinbarung gesichert werden.
(2) Männer, Frauen und Jugendliche haben grundsätzlich für gleiche Tätigkeit und Leistung Anspruch auf den gleichen Lohn.“
Wenn eine Gesellschaftsordnung es nicht (mehr) schafft, diese Grundsätze zu verwirklichen, insbesondere also einer/m Vollzeitarbeitenden das Arbeitsentgelt zu gewähren, das ihr/ihm und ihrer/seiner Familie (!) ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und sichert, (spätestens) dann gehört sie (auch deshalb) auf den Müllhaufen der Geschichte.

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reflechir 01.05.2018, 13:24
83. erst 12 dann 15

12 kann nur der erste schritt sein, er muss auf 15 euro gehen. der niedriglohn gehört abgeschafft. deswegen dort auch werkverträge verboten (fleischverarbeitung ec), mit ihnen landen menschen bei 5 euro pro stunde. unternehmer, die betrügen, gehören ins gefängnis. klar muss sein, dass dann aber auch die zeiten vorbei sind, dass es bei uns die billigsten lebensmittel aller industrienationen gibt. es ist schlimm, dass sich abermillionen menschen in deutschland, denen es gut geht, nicht darüber aufregen, dass millionen von menschen im nuedriglohnbereich kein leben führen können, in dem freude aufkommen kann. ich schäme mich für unsere politiker, insbesondere die, die das c im parteikürzel haben. ekelig, diese leute

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Traumfrau 01.05.2018, 13:26
84. viel zu kompliziert ...

Zitat von eunegin
Pauschal ist unsinnig angesichts der so unterschiedlichen Lebenshaltungskosten und Gehälter. Oberbayern, Uckermark, Schwaben, Holstein, Niederlausitz - das kann man doch nicht über einen Kamm scheren! Das ist weder gerecht gegenüber den Lohnempfängern, noch gegenüber Arbeitgebern und anderen Erwerbstätigen. Daher: Regionaler Mindestlohn!
viel zu kompliziert. Es verbietet heute bereits niemandem, den Arbeitgebern mehr als den Mindestlohn zu zahlen, darüber sollte der regionale Ausgleich erfolgen.

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blackbirdone 01.05.2018, 13:26
85. Fair aber unrealistisch

Mindestlohn heißt halt Mindestlohn. Das absolute Minimum was bezahlt werden darf. Und nicht davon kann ich perfekt alles abdecken jetzt und im Alter. Der Mensch ist doch dazu gemacht, nach mehr zu streben als 40 Jahre lang zum Mindestlohn zu arbeiten. 12 Euro klingen gut sind dann aber 2000 Euro. Wohlgemerkt für jeden. Klar der Mindestlohn ist nicht perfekt. Harz4 ist es auch nicht. Aber es ist nicht dafür bestimmt davon gut zu Leben, sondern damit auszukommen ohne 2 Jobs haben zu müssen und das geht damit durchaus. Wer mehr verdienen möchte muss am Ende aus dieser Spirale raus ob durch Weiterbildung o.ä. Paketeaustragen ist halt ein Job der so einfach ist. Den kann jeder machen und wird dann auch so bezahlt...(Profitgier mal kurz ausgeklammert)

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Traumfrau 01.05.2018, 13:28
86. wer entscheidet das?

Zitat von Aquifex
Warum darf nie darauf hingewiesen werden, daß viele Jobs heute diese Löhne schlicht nicht wert sind?
wer entscheidet, was ein Job wert ist? Die Menschenwürde sollte jedenfalls nicht dem Markt und den Neoliberalen überlassen werden.

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spiegelleser987 01.05.2018, 13:30
87.

Zitat von h.hass
Dann funktioniert Ihr Geschäftsmodell eben nicht. Geschäftsmodelle, die nur auf der Basis von (Selbst-)Ausbeutung überlebensfähig sind, sind letzten Endes keine. Offensichtlich wird das, was Sie anbieten, ob Produkt oder Deinstleistung, am Markt nicht genügend nachgefragt.....
Und wenn Produkte und Dienstleistungen stark nachgefragt sind und es dann plötzlich nicht funktioniert?
Ich kannte mal eine Firma, die musste dicht machen, weil deren Konkurrenz plötzlich vom Staat hohe Subventionen bekam und die Preise extrem senkte. Oder nehmen Sie mal das Beispiel mit den extremen Gebühren, die vor 10 Jahren plötzlich eingeführt wurden. Das hat damals viele Reparaturfirmen abgeschafft.
Vor einigen Wochen kam in der Presse eine Meldung über die Universitäten in Brandenburg, die 60 Mio. Steuern zusätzlich erwirtschafteten. Das funktioniert, weil die schon aus Steuern Geld bekommen und dann zusätzlich Aufträge bekommen. Das nimmt anderen die Aufträge weg, weil die Leistungen billiger sind. Es nennt sich dann "Drittmittel".

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agt69 01.05.2018, 13:33
88. Wohnungsnot

Die finanziellen Probleme von Menschen mit niedrigen Einkommen haben - zumindest in den Großstädten - ganz besonders einen Grund: die exorbitant gestiegenen Mietpreise.
Ich frage mich seit Jahren, warum hier von kommunaler Seite nicht mehr dagegen unternommen wird. Was spricht dagegen, wenn Kommunen selbst als Bauträger auftreten und die günstigen Wohnungen, die immer nur wortreich gefordert werden, einfach selber bauen? Das hat in Wien auch funktioniert, dort lebt heute ein Viertel der Stadtbevölkerung in sogenannten Gemeindebauten.
Stattdessen wird immer nur laut darüber gejammert, dass Investoren überraschenderweise solche Wohnungen bauen, von denen sie sich die höchste Rendite versprechen.
Wenn es gelingen würde, die Wohnungsprobleme in den Städten zu lösen, wäre für Menschen mit niedrigen Einkommen deutlich mehr getan, als durch eine Mindestlohnerhöhung, die von der nächsten Mieterhöhung wieder aufgefressen wird. Das Erlassen einer Mietpreisbremse wird das Problem nicht lösen.

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xfranzen 01.05.2018, 13:34
89. Mindestlohn

Wenn der Mindestlohn angehoben wird, dann müssen auch die anderen Löhne angehoben werden! Es muss schließlich der qualifizierte Abstand gewahrt bleiben - sonst lohnt es sich bald für einige Lohngruppen nicht mehr zu arbeiten.
Außerdem wäre das der gerade Weg in den Kommunismus!

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