Forum: Wirtschaft
Talk bei "Anne Will": Kühnert kontert Aussagen des BMW-Betriebsratschefs Schoch
REUTERS

Juso-Chef Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen heftige Reaktionen aus. Bei "Anne Will" verteidigte er seine Idee der Vergesellschaftung von Unternehmen wie BMW - und argumentierte mit einer Gewerkschaftssatzung.

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berndrainer 06.05.2019, 00:01
1. Ein Stich ins Wespennetz

Danke Kevin für das Interview und alles, was es danach ausgelöst hat. Vielleicht wachen unsere teilweise verschnarchen Politker und Regierenden endlich auf. Wird höchste Zeit !!!

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quidquidagis1 06.05.2019, 00:11
2. Selten habe ich bei A.Will

..einen Politiker erlebt ,der so intelligent,gebildet und mit solcher Ruhe und Sachlichkeit Angriffe gegen seine Thesen oder Person gekontert hat wie Herr Kühnert.Der Mann gefällt mir von Tag zu Tag besser.

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Andreas-Schindler 06.05.2019, 00:14
3. Zur Wohnungsnot

Dürfte die Vorstellung das man nur eine Wohnung "Besitzen" dürfte zum Gegenteil Führen was Herr Kühnert möchte. Dann werden alle Mietswohnungen verkauft. Die meisten Mieter dürften den Kaufpreis ihrer Mietswohnung kaum Aufbringen um dort weiterhin Wohnen zu können. Sprich die meisten Stadtbewohner verlieren ihre alte Wohnung. Dann werden sich viele Umsehen müssen und sich statt 3 Zimmer Altbau mit 1 Zimmer Plattenbau zufrieden geben müssen. Diese Plattenbau Wohnungen gibt es für unter 50.000 Euro in schlechter Lage. Der Staat kann nur Begrenzt Wohnungen Aufkaufen, somit werden die meisten Mieter Dumm dastehen. Von den Studenten in Innenstädten ganz zu schweigen. So viele Studentenheime gibt es nicht und die Städte hätten dann auch andere Probleme als dann weitere Studentenheime zu Bauen/Kaufen.

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ayberger 06.05.2019, 00:14
4. Wenn Herr Kühnert einmal

in einer industriellen Kalkulations-, Personal- und/oder ERxport-/Verkaufsabteilung gearbeitet hat und seine gesamte Existenz von seinem Betrieb abhängig ist, dann kann er noch einmal mit seiner hoffentlich sehr geänderten Einstellung bei mir anklopfen, er lebt von Zigmillionen täglich fleißig arbeitenden Menschen in der Freien Wirtschaft, die im stets launigen Wirbel der Märkte täglich um ihren Job und um iohr Einkommen bangen müsen, das sollte er immer bedenken, bevor er seine Utopien äußert - und das gilt auch für viele gegenmeinige Foristen, die ihren sicheren Job im ÖD & Co. haben ...

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janix_ 06.05.2019, 00:15
5. Sorry für die deutliche Sprache...

... aber Schoch hat sich offenbar einlullen lassen, um jetzt nicht gefühlt "kaufen" zu sagen, so meine Meinung. Gut bezahlt wird die Betriebsratstätigkeit normalerweise; netter Dienstwagen, na klar. Und weil die Autobranche so massiv subventioniert und bevorzugt wird wie kaum eine andere, sind die Löhne auch hoch. Zahlen tun's die anderen, und der Löwenanteil geht in die Hände von Nichtstuern (Familie Quandt). Man muss Kühnert nicht mögen. Man muss nicht SPD wählen. Diese Diskussion führen, das aber in jedem Fall!

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BaumeisterB 06.05.2019, 00:20
6. Vielen Dank Kevin

"Von daher stellt sich schon die Frage, wer hier von der Satzung seiner jeweiligen Organisation abweicht - er oder ich." Lieber Kevin, schon mal das Godesberger Programm deiner Partei gelesen?: "Freier Wettbewerb und freie Unternehmerinitiative sind wichtige Elemente sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik"

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multimusicman 06.05.2019, 00:33
7. Genau solche Leute wie Kühnert benötigt die

SPD, um noch die Chance zu haben in Belangen der sozialen Marktwirtschaft ernst genommen zu werden.
Wer sind denn die Leistungsträger der Gesellschaft? Doch wohl nicht Spekulanten, nennen die sich nun Banker oder Investmentberater, sondern Arbeiter, Handwerker und Akademiker, die durch physische oder intellektuelle Leistung unser Land voran bringen.
Wenn die Versyltung unserer Städte so weiter geht, dass sich nur noch Reiche es sich leisten können in den großen Metropolen zu leben, dann haben wir keine soziale sondern eine asoziale Marktwirtschaft.

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Forumbeitrag 06.05.2019, 00:37
8. Mitarbeiterbeteiligung

Eine der Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft sind die Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat. Jetzt sollten wir auch eine Arbeitnehmerbeteiligung einfuehren. Mindestens 20% des Kapitals sollte in den Haendern der Arbeitnehmer in Form von Aktien liegen.
(Geschaeftsleitung und erweiterte Geschaeftsleitung nicht inbegriffen, die sind extra). Bei einigen grossen Firmen ist das heute schon so. Bei den Internetgigangen ist das sowieso ueblich. Das sollte also nicht allzu schwer sein flaechendeckend einzufuehren.

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Fischerman_BX 06.05.2019, 00:38
9. Nicht verwunderlich...

...dass dem Betriebsrat seine eigenen gewerkschaftlichen Grundsätze um die Ohren fliegen. Schätze, KK weiß, wo er nachgucken muss. Und es war für mich schon befremdlich, dass ein Arbeitnehmervertreter sich vor den Arbeitgeber stellt, obwohl Kollektivierung ja auch bedeuten könnte, dass die Arbeitnehmer ein Stück Kontrolle über ihren Arbeitsplatz gewinnen. Auf jeden Fall hat Kühnert mal mächtig Staub aufgewirbelt. Ich hatte schon so ein diebisches Grinsen, als ich die erste Meldung las. Es kam, wie es kommen musste: Der eine Teil schreit "Kommunismus!", "Sozialismus!", "Spinner!" "SPD!" und der andere Teil nimmt das einfach mal als Gelegenheit, über die aktuellen Verhältnisse nachzudenken. Letzteres ist zwar der kleinere Teil, aber ich mag Menschen, die denken. Und seien wir ehrlich: wir können nicht mehr von sozialer Marktwirtschaft sprechen, wenn die Menschen gegen die hohen Mieten protestieren oder Rentner Flaschen sammeln müssen. Da muss mal so ein Vorschlag kommen. Ich habe miterlebt, wie schwarz/gelb in den Achtzigern und frühen Neunzigern die Belastung für Otto Normalverbraucher immer weiter nach oben geschraubt hat. Und erinnert sich noch jemand an Nobbi Blüms legendären Satz, die "Renten sind sischer"? Die heutigen Probleme hätten damals schon in Angriff genommen werden müssen. Kurzum, dieses verselbständigte Ding mit BMW (was Kühnert ursprünglich ja eigentlich gar nicht auf diesen Konzern gemünzt hatte) ist mir nicht wichtig. Die Diskussion aber schon und vielleicht wird sich der deutsche Michel seines neoliberal anerzogenen Egoismus bewusst und merkt, dass Gemeinschaft viel mehr erreicht als Ellbogen und sich am Ende Bevölkerung, Wirtschaft und Politik mit gegenseitigem Respekt begegnen. Naja... *träumermodusaus*

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