Forum: Wirtschaft
Talk bei "Anne Will": Kühnert kontert Aussagen des BMW-Betriebsratschefs Schoch
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Juso-Chef Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen heftige Reaktionen aus. Bei "Anne Will" verteidigte er seine Idee der Vergesellschaftung von Unternehmen wie BMW - und argumentierte mit einer Gewerkschaftssatzung.

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aggro_aggro 06.05.2019, 00:58
20. Kevin

Nach dem Talk heute muss ich zugeben, der Kühnert macht mehr Punkte als ich ihm zugetraut habe. Die Reaktion auf sein Interview ist in weiten Teilen überzogen. Wenn eine Besitzerfamilie jedes Jahr eine Milliarde an Dividende bekommt, kann das nicht nur die Belohnung für "unternehmerisches Risiko" sein. Vor allem, wenn dieser Reichtum über die nächsten Jahrhunderte in der Familie bleibt und zu Landbesitz, Anteilen an Hunderten Unternehmen, politischem Einfluss und vermieteten Immobilien wird. Das ist sehr nah am Prinzip des mittelalterlichen Adels.
Es gibt nicht nur die Alternative Kuba, wo niemand auch nur eine Fahrradwerkstatt für seinen eigenen Wohlstand betreiben darf.

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didih432 06.05.2019, 01:03
21. Oh Mann

ein mächtiger Betriebsratvorstzender, der in einer weltweit aktiven Firma die IG Metall vertritt, beschimpft jemanden öffentlich, der eine Satzungsforderung der IG-Metall ernst nimmt und sich erlaubt, sie zu zitieren?!
Wohin sind wir geraten?
Ein extrem deprimierender Tiefschlag, der mir noch den letzten Rest an Hoffnubg nimmt, dass es diejenigen, die so laut nach Mitbestimmung schreien, damit ernst meinen. Wem jetzt noch nicht klar wird, dass stattdessen eine perfide Plakatmalerei betrieben wird, die tatsächlich nur das Wohlwollen der Bosse zu bewahren strebt - dem ist nicht mehr zu helfen.
Bislang schien mir noch plausibel, die AN-Mitbestimmung zu stärken durch die massive Förderung von Aktieneigentum in AN-Hand - mit Stimmrecht in der Aktionärsversammlung. Ich dachte, damit könnten nicht nur unmittelbare AN-Interesses in punkto Arbeitsbedingungen und Vergütung Nachdruck gewinnen, sondern auch der Druck auf das Management, Firmepolitik nachhaltig zu betreiben - die Arbeitsplätze gegen die kurzfristige Gewinngier zu verteidigen zugunsten des Firmenbestandes in den nächsten 20 Jahren. Und ich war schon mal soweit zu hoffen, dass sich dann vielleicht eine neue Chance ergäbe, dass Aktionäre eine mehrheit dafür organisieren könnten, neben der sozialen Mitverantwortung der Wirtschaft auch deren ökologische aktiv wahr zu nehmen.
Aber das ist gestorben, der Totengräber ist Herr Schoch, Um das Grab stehen seine Willfährigkeitsgenossen und heucheln Betroffenheit.

Oh Mann o Mann - wer hat den Mut im IG-Metallvorstand und in der SPD, diesen unsäglichen Interessenabtreter zur Raison zu rufen?!!!

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matthias089 06.05.2019, 01:17
22. Kühnert, besser als SPD

In meiner Gegend hängen zur Zeit SPD Wahlplakate mit der Aufschrift „Frieden“ . Ernsthaft liebe SPD? Ist das alles? Muss ich jetzt SPD wählen damit es keinen Krieg gibt? Es wäre mal angebracht über die Ursachen für euren Niedergang nachzudenken. KK hat ein paar sehr diskussionswürdige Thesen entwickelt, wenn sich Reaktionen der SPD nicht denen der CSU und FDP unterscheiden. Dann gibt es keine Legitimation mehr

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tailspin 06.05.2019, 01:33
23. Ich kann Kuehnert verstehen

Wenn ich in Kuehnerts Alter waere, wuerde ich mir enorme Sorgen um meine Zukunft machen. Wir haben demographisch eine exponentielle Wachstumsphase hinter uns seit etwa 1850, dem Beginn der industriellen Revolution. Die Weltbevoelkerung wuchs in dieser Zeit von 1 Mrd auf 7 Mrd. Das wurde ermoeglicht durch technischen Fortschritt und Ressourcenverbrauch an Energie und Materialien, was die Muskelkraft ersetzte und das Leben vereinfachte. Es ermoeglichte auch die Entstehung von Sozialsystemen. Zuvor kuemmerten sich oft mehrere Kinder direkt um ihre Eltern, und wer keine Kinder hatte, war dumm dran.

Sozialsysteme arbeiten aehnlich. Man braucht 2,8 Erwerbstaetige um einen Ruhestaendler durch zu fuettern. Dieses Verhaeltnis geht derzeit zurueck, und die Situation wird in den USA in etwa 15 Jahren kritisch, wenn die Sozialversicherung ihre Reserven aufgebraucht hat, weil sie ueber Jahre weniger einnimmt als sie ausgibt. Die kuenftigen Einzahler werden wenig oder nichts zurueckbekommen. Europa ist keineswegs besser dran. Deutschland hat wie Japan die aelteste Population der Welt. Wie soll die naechste Generation ueber die Runden kommen, fuer sich und die Alten sorgen, wenn die Demographie mit Geburten- und Fertilitaetsrueckgang gegen sie arbeitet? Wenn Roboter, die keine Sozialabgaben zahlen, Arbeitskraefte ersetzen, und wenn die Sozialsysteme von gering qualifizierten Einwanderern infiltriert werden, die lange Zeit Leistungen beziehen werden und nichts beitragen? Wenn darueberhinaus bei Energie- und Ressourcenverbrauch die Schrauben (Kosten) angezogen werden? Wer soll fuer die naechste Generation sorgen, wenn diese von ihren eigenen Sozialbeitraegen nichts zurueckbekommt? Das fuehrt zwangslaeufig zu multipler Ueberlastung. Es geht einfach nicht. Das kann man vergessen.

Die Antwort kann nur sein, abseits von Kriegen und Vernichtung, dass die naechste Generation von frueher geschaffenem Vermoegen profitiert und von dort Entlastung bekommt. Wenn die Jungen sich unter wesentlich restriktiveren Bedingungen als bisher um ihre Alten kuemmern muessen, dann sollten sie auch Anspruch haben auf deren Vermoegen. Das heisst die Erbfolge aendert sich. Erben werden nicht primaer die Kinder sein sondern diejenigen, die sich um die Alten kuemmern, es sein denn, die Kinder kuemmern sich selbst. In einer grossen Gesellschaft kann das ueber die Erbschaftsteuer geregelt werden, die dann in einen Sozialtopf fliesst. Wenn zB das Klattenvermoegen von 21,5 Mrd $ bei Generationenuebergabe an die drei Kinder zu 90 % besteuert oder sozialisiert wird, haben wir wieder den Bogen zu BWM und Kuehnert geschlagen.

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wanaxe 06.05.2019, 01:35
24. Nicht nur gut für den EU-Wahlkampf ...

... aber auch. Mich stört der vorhersehbare Zeitpunkt dieser zweilfrei wichtigen Gedanken.

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Bilbo77 06.05.2019, 01:39
25. Unfassbar

Wenn wir Kühnerts Thesen folgen, wird das Kapital sich aus Deutschland komplett verabschieden und damit jegliche Chance auf soziale oder ökologische Investitionen vernichten. Nicht vergessen, dass die obersten 10% auch die Hälfte der Steuern zahlt. Wer soll das künftig machen, die Mittelschicht? Der Mann ist inkompetent bis zum Gehtnichtmehr. Wie gut und wie ökologisch der Staat und der Sozialismus wirtschaften kann, hat man ja inzwischen schon oft eindrucksvoll erleben müssen.

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zausi 06.05.2019, 01:43
26. Da sieht man..

was passiert wenn Betriebsräte von Unternehmen bezahlt werden. Sie haben Angst dass sie ihre Posten verlieren.
Betriebsräte sollten Mal infiltriert werden um die Machenschaften aufzudecken.
Hoffe, Herr Schoch, ich bereite nicht all zu große Albträume mit meiner Idee.

Betriebsräte sollten nicht von dem Unternehmen Finanziert und Gestellt werden und in diesem Fall ist es mehr als offensichtlich, ja regelrecht zu riechen was dahintersteckt bei dem gebelle von Herrn Schoch.

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nachtmacher 06.05.2019, 01:44
27. #11 Danke, wir "BMW´ler" sind sehr zufrieden...

Wir sind auch damit sehr zufrieden, dass sich die Aktienmehrheit in den Händen eines Mehrheitseigners und der Mitarbeiter befinden und nicht im Streubesitz (von Investmentfonds oder der Saudis). BMW wurde schon einmal "kollektiviert". Eisenach im Ex-Bauern-und-Arbeiter-Paradies. Ergebnis bekannt. Sorry, aber der Herr Kühnert sollte erstmal die Realität schnuppern, bevor er seine Lebensweisheiten loslässt. Die Antworten auf die Zukunft liegen garantiert nicht in der Mottenkiste der Vergangenheit. Mehr als Geschwurbel kam noch nicht raus.

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bebreun 06.05.2019, 02:05
28. KK hat von AKK gelernt

Wenn die ehemals großen Parteien SPD und CDU wieder wachsen wollen, dann müssen sie an ihren Rändern fischen. AKK hat die CDU schon AFD-Wähler geöffnet, KK fischt jetzt ungeniert im originäten Teich der Linken. Beides ist sinnvoll und notwendig, um als gestaltende politische Kraft zu überleben. Eine Groko dann zu bilden wird aufgrund der ausgeprägteren Gegenpositionen schwierig bis unmöglich. Es geht vielleicht auch wieder ohne.

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schocolongne 06.05.2019, 02:10
29. BMW-Mitarbeiter wissen mit Blick auf den Gehalts-Scheck sehr gut,

Zitat von Haarfoen
Die Debatte nimmt an Fahrt auf und das tut der Republik sehr gut. Die Demokratie wird gestärkt, wenn über eine rückständige und bornierte Wirtschaft (Klima), sowie eine immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich gesprochen wird. Die Beteiligung in meinem Freundeskreis ist überraschend rege: Nach Jahrzehnten der Politikverdrossenheit und einer lähmenden Frau Merkel. Im nächsten Schritt müssen die Leute auf die Straße, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Das Wohnraumproblem könnte in einem ersten Schritt mit einer Mietobergrenze von 12.- €/m² und einer hohen Versteuerung (90%) von Mieteinnahmen oberhalb von 100.000.- €/pro Jahr angegangen werden. Gewerbliche Objekte sind keinerlei Regulierungen unterworfen. Wenn sich das Wohn- Mietgeschäft für die großen Fische nicht mehr lohnt, werden Objekte und Grundstücke in den Markt gespült, die von den Wohngenossenschaften übernommen werden können. Wohngenossenschaften sind seriöse und solvente Kunden, so dass sich ein Geschäftsfeld für die Finanzbranche ergeben kann.
...das ihre jetzige Situation gewisse Vorteile gegenüber der "Kevin-Vision VEB-BMW" hat: Heute partizipieren Sie am Gewinn in Form von Erfolgs-Beteiligungen, 9.175 Euro erhält ein in Deutschland angestellter Facharbeiter als als Prämie für das Unternehmensergebnis im vergangenen Jahr. Bei VEB-BMW wird der Begriff Gewinn genau so schnell vergessen sein, wie bisher stets in der Geschichte.

Kevin sollte den JUSO-Posten und seinen Job im Abgeordneten-Büro an den Nagel hängen und sein Studium ernsthaft verfolgen, dann bleibt uns hoffentlich sein bildungsfernes Geschwätz erspart.
( Die Hoffnung stirbt zuletzt ;)

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