Forum: Wirtschaft
Talk bei "Anne Will": Kühnert kontert Aussagen des BMW-Betriebsratschefs Schoch
REUTERS

Juso-Chef Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen heftige Reaktionen aus. Bei "Anne Will" verteidigte er seine Idee der Vergesellschaftung von Unternehmen wie BMW - und argumentierte mit einer Gewerkschaftssatzung.

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egonv 06.05.2019, 02:50
30.

Sehr sinnvoller Debatte und, ja das auch, sehr sinnvoll Thesen!
Man kann ja auch mal mit ein bisschen Phantasie und Weitsichtigkeit an Kühnerts Ideen rangehen. Sicherlich meint er keine generelle Verstaatlichung oder auch nur Vergesellschaftung der Betriebe. Aber einfach mal ein Stück in die Richtung denken hieße, dass z.B. große Konzerne teilweise von der Belegschaft besessen werden, sagen wir 20%. Ähnlich verhält es sich bei den Wohungen: Es muss ja nicht gleich jeder seine Wohnung verlieren, aber wie wäre es mit einer Immobiliendeckelung für größere Immobilienbesitzer auf eine bestimmte Anzahl und vielleicht die Einschränkung, dass die Einnahmen durch Immobilien einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens nicht überschreiten dürfen?
Das allerlächerlichste finde ich diejenigen Leute, die sich aufregen, der Kühnert sei realitätsfern. Mal ganz ehrlich: Denen, die jetzt meckern, fehlt nur jede Phantasie und sie sind in ihren Mustern verhaftet, glauben alles, was ihnen so von Seiten der Neoliberalen erzählt wird. Denkt mal an eins: Was juckt es die, die einen sicheren Platz in der Gesellschaft haben - z.B. Beamte? Was juckt es den Kühnert? Nein, der sagt das, weil er wirklich was verbessern will, er müsste ja nicht. Jede Dystopie lebt davon, dass die Menschen darin die Lage nicht erkennen. Wie tief hat sich der Kapitalismus in unsere Seele gefressen? Wer würde alles seine Großmutter verkaufen? Oder eher: Wer denn nicht?

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Wolfgang Höfft 06.05.2019, 03:04
31. Wer, wie Schoch, im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Wenn es eine Vereinigung disqualifiziert und unwählbar macht, die Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen zu fordern, dann trifft das doch wohl eher auf die Gewerkschaft, die diese Forderung in ihrer Satzung erhebt und deren Mitglieder, zu als auf eine politische Partei, deren Programm eine solche Forderung nicht kennt, in der lediglich ein einzelnes Mitglied, nämlich Kühnert, sich mit einer solchen Forderung hervortut, ohne sich dabei auf eine Satzung, ein Grundsatzprogramm oder einen Gremienbeschluss der Partei berufen zu können.

Ganz im Gegenteil ist, wer sich als IG-Metall-Mitglied der Aufgabe der Überführung von Schlüsselindustrien und anderen markt- und wirtschaftsbeherrschenden Unternehmungen in Gemeineigentum verpflichtet fühlt, eine Fehlbesetzung für den Betriebsratsvorsitz in einem Unternehmen, das für eine solche Vergesellschaftung in Betracht käme.

Immerhin hat letzlich Schoch durch seinen verwegenen Angriff auf Kühnerts Vergesellschaftungsanregung dafür gesorgt, dass die satzungsmäßige - und für viele überraschende - Forderung der IG Metall, Schlüsselindustrien und andere markt- und wirtschaftsbeherrschende Unternehmungen in Gemeineigentum zu überführen, auf dem Weg über den Bericht über Kühnert bei Anne Will ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist. Dank dafür.

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h.markwort 06.05.2019, 03:10
32. was Wunder !!

endlich auch mal positive Worte an Hr. Kühnert. Seit Tagen höre ich nur äußerst negative Kommentare über seine Wortwahl. Wenig verstehe ich das Themenpaket: Hr. Kühnert ist Vorsitzender der Jusos. D.h., null Entscheidungsgewalt in der Partei bzw. im Parlament. Da kann (und soll oder muß) er auch keine einfachen und billigen Pläne für die politische Zukunft zum Diskurs vorlegen, sondern Wege aufzeichnen, denen viele Wähler völlig konfus erscheinen. Ich finde seine Ideen und Äußerungen sind außerhalb von jeden Tellerrand zu finden. Guter Junge, der Hr. Kühnert. Weiter so !! Dann wähle ich auch wieder die Sozis.

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minimalmaxi 06.05.2019, 03:10
33.

Ein Betriebsratschef und Gewerkschafter, der sich dermaßen unqualifiziert äußert, sollte schleunigst sein Amt niederlegen und ins Management oder an die Werkbank wechseln. Das ist mir unbegreiflich- Sicherlich ist BMW ein guter Arbeitgeber (und die Bahn eher nicht), aber eine erfolgreiche Unternehmenskultur muß ja nicht in den Händen einer einzigen Familie sein.

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claudius 06.05.2019, 03:26
34. Dummheit

Ich bin nur erstaunt, wie - zum Glück- nicht repräsentativ hier die Kommentare pro Kuehnert sind. (70%-80% der deutschen Bevölkerung sind gegen derartige Ansätze). Der Tenor klingt hier genauso einseitig wie etwa Fox News auf der Seite von Trump... Grundsätzlich bin ich selbst als Vorstand eines US Unternehmens Fan von unkonventionellem Denken gegen den Strom. Aber dies ist so ein abstruser oekonomischer Unsinn, dass sich einem die Haare sträuben. Herr Kuehnert hat alle seine Studiengänge abgebrochen, nie in der freien Wirtschaft auch nur einen Finger krumm gemacht und meint mitreden zu wollen. Die demokratische Legitimierung zum Juso Vorsitzenden ist mit egal. Das ist nur ein Armutszeugnis für die SPD. Haben wir denn nichts aus der Katastrophe der planwirtschaftlichen Experimente gelernt? Diese populistische Ignoranz steht der der AFD oder den "Kameraden" Trump, Orban, Erdogan, Bolsonaro, Maduro, dem Kim Jong Un oder Duterte um nichts nach.. Ob man global warming, die Evolution, den Sinn von globalem Handel mit minimalen Zollbarrieren oder eben die Ineffizienz von marxistischen Phantastereien leugnet, spielt letztendlich keine Rolle. Alle diese Themen sind wissenschaftlich hinreichend bewiesen. Die richtige Antwort wäre mit Sicherheit höhere Beteiligung der Arbeitnehmer - aber nicht mit irgendwelchen staatlichen Massnahmen, sondern mit Anreizen. Dies sollte vor allem auch die wirklichen Leistungsträger entsprechend berücksichtigen -d.h auch im vor allem im Top und mittleren Management. Es ist durchaus richtig, dass man etwa hier in den USA viel offener mit entsprechenden Leistungbeteiligungen wie etwa Stock Options umgeht, von dem man in Deutschland nur träumen kann, auch weil Eigentuemer dort immer noch zu konservativ denken. Hier funktioniert das durchaus gut mit auch hoeherem Risiko. Das bedeutet aber nicht, einfach alle gleich zu beteiligen, sondern dem Leistungsprinzip zu folgen.

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uweee85 06.05.2019, 03:51
35. SPD-Austritt

Er ist der schlimmste Populist von allen. Nie etwas für das Land und seine Bürger geleistet, ausschließlich vom Kollektiv gelebt - untragbar!! Ich werde nun aus der SPD austreten!

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ingo.adlung 06.05.2019, 04:00
36. Es gibt sicherlich große Fragen ...

... die einer Antwort harren. Und wie Arbeitnehmer zu einem auskömmlichen Einkommen kommen können, so dass sie auch ohne staatliche Hilfe von ihrer Rente leben können (einen Vollzeitjob vorausgesetzt) gehört sicherlich dazu. Aber Kollektivierung von Betrieben liefert dazu keinne Antworten. Es lenkt nur vom Problem ab, weil es den Status Quo verfestigt, wenn wir Scheindebatten führen. Abgesehen davon, dass es weder mit unserer bestehenden Verfassung, noch als EU mitglied machbar wäre und wir würden viel Hilfe aus dem Ausland bekommen, wenn wir deren Direktinvestitionen durch Überführung in Allgemeinbesitz entwerten wollten. Und was passiert mit dt. Auslandstöchtern, oder fremden Inlandstöchtern anderer Konzerne? Nein, das Thema im engeren Sinn lohnt kaum auch nur die SPON Zuschriften zu lesen, weil vollkommene Zeitverschwendung. Womit sich der Kreis geschlossen hätte: falsche Debatte. Lasst uns auf die wichtigen, relevanten Themen fokusieren, wozu die Kollektivierung unserer gesellschaft ganz gewiss nicht gehört - egal was in Satzungen von IGM, SPD, oder Jusos steht. Kann man ja beim nächsten Parteitag, Mitgliederversammlung bereinigen.

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jan161168 06.05.2019, 04:01
37. Sozialistische Träumereien

Kapitalisten sind faul, Unternehmer sind faul, Erben ist ungerecht etc. pp.. Unternehmen in Genossenschaftshand oder Staatshand. Hatten wir das nicht schon mal. Der Sozialismus siechte dahin - zurecht. Nirgendwo in Deutschland war es gefährlicher zu Arbeiten, der Durchschnittslohn geringer, die Versorgung schlechter als in der DDR. Warum? - ganz einfach der Mensch will wissen wofür er arbeitet und am liebsten tut er das für sich und seine Kinder. Der Staat bzw. die den Staat oder die Genossenschaft führen, neigen immer an sich zuerst zu denken, und nicht an die Genossen und das Volk. Siehe die Sozialistischen Diktatoren in aller Welt mit Ihren Palästen, Staatsjagden etc.. Es ist immer einfach ein gutes Leben auf Kosten von einen paar Millionen Menschen zu führen. Daher bin ich froh, das es den starken Staat in Deutschland nicht gibt, jeder die Chance hat, nach oben zu kommen (die Gebrüder Albrecht wurden nicht wirklich reich geboren), es reiche Familien gibt, die den Staat herausfordern könnten genauso wie Gewerkschaften, so dass der Staat gezwungen ist auf das Allgemeinwohl zu achten und einen fairen Ausgleich der Interessen sicher zu stellen.

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ingo.adlung 06.05.2019, 04:19
38. Ein Betriebsrat ...

... ist laut dem Betriebsverfassungsgesetz sowohl den Arbeitgebern als auch dem Betrieb verpflichtet. Und wenn einer Gewerkschaft das wohl ihrer Mitglieder am Herzen liegt, muss auch ihr das Wohl des Betriebs wichtig sein. Das mag im EInzelfall einem Spagat gleichen, aber es verbietet schwarz/weiß Denken und wir sind deshalb im großen und ganzen mit der Mitbestimmung sehr gut gefahren. Das mit der Gemeinschaft und den Ellbogen stimmt sicherlich, aber diese Gesellschaft glaubt "Geiz sei geil", nicht nur wegen dem Werbeslogan, sondern es scheint ein Charakterzug zu sein. Im Umkehrschluß erzeugt das aber Verlierer auf der Arbeitnehmerseite. Statt nur immer nach dem Staat zu rufen, der einerseits alles richten soll, den wir aber andererseits wollen, dass er sich aus unserem Leben raus hält (2 Dinge, die sich gegenseitig ausschließen) sollten wir auch mal selbst persönliche Verantwortung für unsere Handlungen übernehmen. Wenn alles nichts kosten soll, kann auch niemand etwas daran verdienen, schon gar keine vernünftigen Löhne. Nun haben wir Mitbürger, die sich den Luxus nicht leisten können, ihre Ausgaben groß abzuwägen, aber 80-90% sind dazu selbstredend in der Lage und tun es trotzdem aus Bequemlichkeit nicht. Nein, das Problem sind nicht primär 45 Menschen/Familien, sondern eine hohe zweistellige Millionenzahl an Mitbürgern. Und das hat auch etwas mit unserem Wahlverhalten zu tun. Da aber all unsere Regierungen demokratisch gewählt wurden/sind, sind wir für deren handeln wohl selbst verantwortlich. Sie mögen eine andere Politik anstreben, "wir" als Gemeinschaft anscheinend nicht. Aber auch das ist Demokratie.

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ingo.adlung 06.05.2019, 04:20
39. Ein Betriebsrat ...

Zitat von Fischerman_BX
...dass dem Betriebsrat seine eigenen gewerkschaftlichen Grundsätze um die Ohren fliegen. Schätze, KK weiß, wo er nachgucken muss. Und es war für mich schon befremdlich, dass ein Arbeitnehmervertreter sich vor den Arbeitgeber stellt, obwohl Kollektivierung ja auch bedeuten könnte, dass die Arbeitnehmer ein Stück Kontrolle über ihren Arbeitsplatz gewinnen. [...] Kurzum, dieses verselbständigte Ding mit BMW (was Kühnert ursprünglich ja eigentlich gar nicht auf diesen Konzern gemünzt hatte) ist mir nicht wichtig. Die Diskussion aber schon und vielleicht wird sich der deutsche Michel seines neoliberal anerzogenen Egoismus bewusst und merkt, dass Gemeinschaft viel mehr erreicht als Ellbogen und sich am Ende Bevölkerung, Wirtschaft und Politik mit gegenseitigem Respekt begegnen. Naja... *träumermodusaus*
... ist laut dem Betriebsverfassungsgesetz sowohl den Arbeitgebern als auch dem Betrieb verpflichtet. Und wenn einer Gewerkschaft das wohl ihrer Mitglieder am Herzen liegt, muss auch ihr das Wohl des Betriebs wichtig sein. Das mag im EInzelfall einem Spagat gleichen, aber es verbietet schwarz/weiß Denken und wir sind deshalb im großen und ganzen mit der Mitbestimmung sehr gut gefahren. Das mit der Gemeinschaft und den Ellbogen stimmt sicherlich, aber diese Gesellschaft glaubt "Geiz sei geil", nicht nur wegen dem Werbeslogan, sondern es scheint ein Charakterzug zu sein. Im Umkehrschluß erzeugt das aber Verlierer auf der Arbeitnehmerseite. Statt nur immer nach dem Staat zu rufen, der einerseits alles richten soll, den wir aber andererseits wollen, dass er sich aus unserem Leben raus hält (2 Dinge, die sich gegenseitig ausschließen) sollten wir auch mal selbst persönliche Verantwortung für unsere Handlungen übernehmen. Wenn alles nichts kosten soll, kann auch niemand etwas daran verdienen, schon gar keine vernünftigen Löhne. Nun haben wir Mitbürger, die sich den Luxus nicht leisten können, ihre Ausgaben groß abzuwägen, aber 80-90% sind dazu selbstredend in der Lage und tun es trotzdem aus Bequemlichkeit nicht. Nein, das Problem sind nicht primär 45 Menschen/Familien, sondern eine hohe zweistellige Millionenzahl an Mitbürgern. Und das hat auch etwas mit unserem Wahlverhalten zu tun. Da aber all unsere Regierungen demokratisch gewählt wurden/sind, sind wir für deren handeln wohl selbst verantwortlich. Sie mögen eine andere Politik anstreben, "wir" als Gemeinschaft anscheinend nicht. Aber auch das ist Demokratie.

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