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Talk bei "Anne Will": Kühnert kontert Aussagen des BMW-Betriebsratschefs Schoch
REUTERS

Juso-Chef Kevin Kühnert löst mit seinen Sozialismusthesen heftige Reaktionen aus. Bei "Anne Will" verteidigte er seine Idee der Vergesellschaftung von Unternehmen wie BMW - und argumentierte mit einer Gewerkschaftssatzung.

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yvowald@freenet.de 06.05.2019, 10:15
80. Funktionäre stehen auf der falschen Seite

Es ist schon traurig, wenn sich ein Betriebsratsvorsitzender von BMW auf die Seite der Kapitaleigentümer stellt, anstatt für eine gerechte Vermögensverteilung, nötigenfalls über eine Vergesellschaftung des Autokonzerns, zu streiten.
Wenn selbst Gewerkschaftsfunktionäre uns Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Rücken fallen, bleibt alles wie es ist. Nur die Funktionäre, supergut bezahlt, profitieren weiterhin, weil sie ja auch in den Aufsichtsräten großer Unternehmen "sitzen", anstatt sich für die Arbeitnehmerschaft aktiv einzusetzen.

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Loewe101 06.05.2019, 10:31
81. Das reichste Prozent

der Deutschen kontrolliert 1/3 des Nettovermögens in Deutschland.
Ist das noch fair und gerecht?
Herr Kühnert mag polarisieren und übertreiben aber das muss er auch wenn er es ernst meint.
Die SPD ist verloren, wenn sie nicht mehr zu bieten hat als "Kommt zusammen, macht Europa stark".
Ich empfehle allen die hier meinen es wird alles so weiter laufen wie bisher, die Gehälter werden steigen, es wird uns immer besser gehen, die Lektüre von "The Second Machine Age" von Brynjolfsson und Mc Afee.
Mir gehen da gerade die Augen auf!

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vonlipwig 06.05.2019, 10:32
82.

Zitat von tailspin
... In einer grossen Gesellschaft kann das ueber die Erbschaftsteuer geregelt werden, die dann in einen Sozialtopf fliesst. Wenn zB das Klattenvermoegen von 21,5 Mrd $ bei Generationenuebergabe an die drei Kinder zu 90 % besteuert oder sozialisiert wird, haben wir wieder den Bogen zu BWM und Kuehnert geschlagen.
Unsere Gesellschaft muss zweifelsfrei gerechter werden. Ich glaube aber nicht, dass Ihr Weg der richtige ist
Unsere Republik hat jährlich Steuereinnahmen von über 300 Mrd. Euro. Da würden einmalige Einnahmen aus einer Erbschaftsbesteuerung der "Superreichen" kaum ins Gewicht fallen. Bei einem vollständigen Einzug des Erbes würden im Fall Quandt/Klatten einmalig weniger als Euro 300,- auf jeden Bundesbürger entfallen.
Man müsste also, um dauerhafte Einnahmen zu erzielen, auch die Erbschaften der Mittelschicht mit einbeziehen, also auch das auf die Kinder verteilte Einfamilienhäuschen. Halten Sie das für sinnvoll und gerecht?
Und was ist mit dem ererbten Handwerksbetrieb oder der mittelständischen Firma? Sollen die unter Verlust der Arbeitsplätze dicht machen, weil die Erben die anfallenden Erbschaftssteuern nicht zahlen können?

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peter-k 06.05.2019, 10:35
83. Es ist Zeit twas fur Otto Normalo zu machen

BMW ist nun ausgerechnet als eines der wenigen Unternehmen bekannt, in denen die Mitarbeiterzufriedenheit relativ hoch ist.

Das hat der Herr Kühnert also mit Absicht gewählt, weil genau dort wenig Bedarf an staatlicher Regulation besteht. Denn er wollte eigentlich keine Unternehmen anprangern, sondern eine Diskussion anschieben. Und die ist auch bitter nötig.

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redwed11 06.05.2019, 10:45
84.

Zitat von nachtmacher
Wir sind auch damit sehr zufrieden, dass sich die Aktienmehrheit in den Händen eines Mehrheitseigners und der Mitarbeiter befinden und nicht im Streubesitz (von Investmentfonds oder der Saudis). BMW wurde schon einmal "kollektiviert". Eisenach im Ex-Bauern-und-Arbeiter-Paradies. Ergebnis bekannt. Sorry, aber der Herr Kühnert sollte erstmal die Realität schnuppern, bevor er seine Lebensweisheiten loslässt. Die Antworten auf die Zukunft liegen garantiert nicht in der Mottenkiste der Vergangenheit. Mehr als Geschwurbel kam noch nicht raus.
An Ihrem Beitrag stimmt Einiges nicht.
1. Die Geschwister Ouandt/Kladden haben ca. 46% der Aktienanteile bei BMW. Institutionelle Anleger, also die sogenannten Heuschrecken und ähnliche "Investoren", haben ca. 42% der Aktienanteile. Die restlichen 12 % Aktien sind Mitarbeiteraktien und im Streubesitz von sogenannten Kleinaktionären.
2. BMW wurde nie kollektiviert. Lediglich das Zweigwerk in Eisenach wurde nach 1945 in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt. In diesem Werk wurde nach 1945 unter den Namen BMW ein Vorkriegsmodell gebaut welches dann aufgrund des Einspruchs von BMW in EMW, Eisenacher Motorenwerke, umbenannt wurde. Unter diesen Namen wurde das Vorkriegsmodell in Eisenach bis 1955 gebaut. BMW wurde niemals enteignet, da der Konzernsitz seit 1917 immer München war. Lediglich ein Zweigwerk wurde in der damaligen sowjetischen Besatzungszone kollektiviert.
Mit falschen Behauptungen auf Kühnert einzudreschen ist recht simpel, führt aber nicht zu einem Ergebnis. Wir sollten froh sein, dass Politiker auch mal außerhalb der eingefahrenen Wege, die von der Wirtschaft vorgegeben werden, denken. Denn in dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem läuft einiges sehr schief.

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rainer-rau 06.05.2019, 11:00
85. Im Gegensatz

Zitat von quidquidagis1
..einen Politiker erlebt ,der so intelligent,gebildet und mit solcher Ruhe und Sachlichkeit Angriffe gegen seine Thesen oder Person gekontert hat wie Herr Kühnert.Der Mann gefällt mir von Tag zu Tag besser.
zu dem CDU-Schlipsträger mit seinen Anflügen von Panik.

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rainer-rau 06.05.2019, 11:04
86. Ein weiteres Beispiel dafür,

Zitat von berndrainer
Danke Kevin für das Interview und alles, was es danach ausgelöst hat. Vielleicht wachen unsere teilweise verschnarchen Politker und Regierenden endlich auf. Wird höchste Zeit !!!
dass die Lösungen aller unserer Probleme nicht von alten, in ihrer Denkweise eingerosteten Säcken kommen können. Wenn jetzt die junge Generation mal das Smartphone aus der Hand legt und selbst denkt, sehe ich noch einen Hoffnungsschimmer.

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stefan7777 06.05.2019, 11:06
87. Soziale Marktwirtschaft

ist nicht keine Phrase, sondern eine Überzeugung. Er drückt den Glauben an das Gemeinwohl aus. Und genau an dieser Stelle fehlt es in vielen Bereichen der Gesellschaft ganz allgemein. Die Neoliberalisierung hat das WIR immer mehr aufgefressen und gegen ein ICH ersetzt.

Wenn wir die Soziale Marktwirtschaft wieder mehr Leben ein hauchen wollen, müssen alle mitmachen. Impulse kann insbesondere die Politik mit ihren Strategien setzen. Die CDU noch weniger die CSU und FDP oder gar die AfD denken nicht einmal daran.

Aber Kühnert oder Habeck haben beide mit ihren provokanten Anspielungen in ein Wespennest gestochen. Dies passt auch zu den immer weiter wachsenden Gruppen der Unzufriedenen in Deutschland. Es passt auch zu dem Verteilungsprofil von Eigentum und Einkünften in Deutschland. Alleine diese Entwicklung erklärt das Versagen der Politik. Die Wohnungskrise ist das aktuellste Zeichen für die Unausgewogenheit die durch eine Politik die absolut nicht am Gemeinwohl ausgerichtet ist wie sein sein muss.

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laranagustavo 06.05.2019, 11:15
88. Auf zu alten Ufern

Die SPD sollte sich entscheiden für was sie steht. Marktwirtschaft oder Planwirtschaft gemäss den Vorschlägen von KK. In letzterem Fall, läge eine Vereinigung mit "Der Linken" sehr nahe. Da käme man dann bei der kommenden Wahl evtl. auf zusammen 15%: 10% ohnehin von der Linken, und nur 5% von der SPD - mehr nicht, da die restlichen Ex-Wähler, dann entgültig zu FDP und CDU überlaufen. Soziale Marktwirtschaft ist dann vorbei.
Wie gesagt, Herrr KK kann ja gerne seine Meinung äussern, man kann auch darüber diskutieren. Das heisst aber noch lange nicht, dass wir mit diesen Thesen tatsächlich eine Lösung für die genannten Probleme der Gesellschaft finden. Und weiter, wenn man die Thesen ablehnt, heisst das auch nicht -wie hier dauernd unterstellt wird-, dass man sich nicht damit auseinandergesetzt hätte.

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rainer-rau 06.05.2019, 11:15
89. Aber

Zitat von ayberger
in einer industriellen Kalkulations-, Personal- und/oder ERxport-/Verkaufsabteilung gearbeitet hat und seine gesamte Existenz von seinem Betrieb abhängig ist, dann kann er noch einmal mit seiner hoffentlich sehr geänderten Einstellung bei mir anklopfen, er lebt von Zigmillionen täglich fleißig arbeitenden Menschen in der Freien Wirtschaft, die im stets launigen Wirbel der Märkte täglich um ihren Job und um iohr Einkommen bangen müsen, das sollte er immer bedenken, bevor er seine Utopien äußert - und das gilt auch für viele gegenmeinige Foristen, die ihren sicheren Job im ÖD & Co. haben ...
von den erwähnten Zigmillionen leben auch Gauland, Scheuer, Amthor und und und..... Sie werden sich damit abfinden müssen: So geht's nicht weiter!

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