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Tarifeinheitsgesetz: Maßlosigkeit ist kein Grundrecht
DPA

Heute verabschiedet der Bundestag das Gesetz zur Tarifeinheit. Spartengewerkschaften wie die GDL verteufeln die Initiative. Sie fürchten ihr Ende. Doch das Gesetz birgt auch Chancen.

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braamsery 22.05.2015, 05:50
1. Wow

Dieser Kommentar strotzt ja geradezu vor Kraft .. Wäre es nur die Intelligenz gewesen die darunter nicht leidet ... So eine Argumentation muss man mal schaffen: Die müssen nur attraktiver werden. Das wäre so als würde ich heute eine neue Autofirma gründen und die Leute davon überzeugen wollen, dass die das ja viel besser kann als BMW und die Vollidioten... Dazu noch der Vergleich mit den Piloten. Denen geht es zwar um etwas das Ihnen aus den Verträgen gestrichen werden soll, aber who cares oder wie ist hier das Motto? Naja, wer keine Chance hat etwas zu erreichen, wird von der Bildfläche verschwinden. Natürlich bin auch ich durch den Streik nicht sonderlich glücklich geworden, logisch. Aber gucke ich mir das Gesetz an ist der Ärger über solche Gesetze viel größer, wobei ich denke, dass das Gesetz vor Gericht scheitern wird, ist es doch ein Zwang, den es laut Gesetz nicht geben darf. Darf man hier auch nicht vergessen, dass die Bahn mit der "wir warten mal auf das Gesetz" Haltung nicht zur Lösung beigetragen hat.

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tre.2013 22.05.2015, 06:09
2. Gift?

Gerade bei VW sieht der Arbeitgeber doch kein Problem darin gleiche Arbeit unterschiedlich zu vergüten. Dazu wurde extra die 100% Tochter Autovision gegründet. So können Arbeitnehmer in die kostengünstigere Firma verschoben werden. Wenn also kleinen Gewerkschaften verboten werden soll eigene Tarifverträge zu schaffen, sollte es auch verboten werden in Tochterfirmen andere Tarife zu zahlen. Stört doch den Betriebsfrieden...

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buddel 22.05.2015, 06:09
3. seltsam

selbst in unserem haustarif wird für gleiche arbeit unterschiedlich entlohnt.
aber noch seltsamer ist ihr verständnis von wettbewerb.
als "kleine" gewerkschaft (was die GdL zumindest bei den zugbegleitern nicht ist) ohne recht auf tarifverhandlungen, wäre meine strategie klar : absolute maximalforderungen stellen, um mehr mitglieder zu bekommen und endlich die "hausmacht" zu stellen.
naja, schon steht die EVD bereit ihren herrschaftsanspruch zu festigen.
ich denke, so hat sich die bahn das nicht vorgestellt.

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berlin1136 22.05.2015, 06:10
4. Wenn die Sozen...

da mitmachen, dann haben sie endgültig verspielt als Vertreter der AN. Ein weiterer Baustein nach ALG2 der Sozialdemokratie den Todesstoß zu versetzen. Dieses Gesetz ist eine Arz neues Sozialistengesetz in verbrämter Form. Hoch lebe die marktkonforme Demokratie aler Mutti Merkel.

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Mertrager 22.05.2015, 06:14
5. Komisch

Es gibt einen Gesetzesentwurf und viele Meinungen, die teilweise sehr unterschiedlich sind. Da der Text des Gesetzes kaum erwähnt wird, kann der Leser nur im Nebel stochern. Wobei bei vielen Autoren der Verdacht aufkommt, dasz sie den Text selbst gar nicht kennen. Das ist kein geeignter Journalismus. Das ist propagandistische Kaffeesatzleserei.

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OlafKoeln 22.05.2015, 06:22
6. Diese Argumentation ist Unsinn

... wie sollen kleine Gewerkschaften attraktiver werden? Werde heute Mitglied - in 20 Jahren erreichen wir etwas? Und gerade das Argument mit dem Marburger Bund ist falsch. Verdi hat nie die Interessen der Ärzteschaft vertreten. Oder haben Verdi 32 Stunden Schichten der Ärzte interessiert? NEIN! Auch wenn es da immer noch kleinere Probleme gibt, erreicht hat etwas erst der Marburger Bund.

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dickebank 22.05.2015, 06:23
7. Gewerkschaften

Das Problem liegt m.E. an anderer Stelle. Die GDL ist Teil des DBB, vertritt aber durch die Privatisierung der Bahn, mehrheitlich die Interessen von Tarifbeschäftigten.

Wenn man im umgekehrten Fall sehen möchte, wo der Vorteil der Spartengewerkschaften liegt, muss man sich nur den vergeblichen Kampf um die Lehrereingruppierungsordnung ansehen. Vergleichbares kann man gerade bei den kommunalen Erzieherinnen sehen. In der GEW sind sowohl verbeamtete als auch tarifbeschäftigte Lehrkräfte organisiert. Die Beamten haben aber lediglich ein Interesse an der Erhöhung des Entgeltes, nicht aber an den sonstigen Forderungen der tarifbeschäftigten. Sind sie innerhalb einer großen Dienstleistungsgewerkschaft wie der GEW in der Mehrheit, können sie einem Tarifkompromiss, der ihre Interessen berücksichtigt annehmen ohne die Interessen der Tarifbeschäftigten zu berücksichtigen.

Hinzukommt dass die Tarifunion aus DBB und GEW besteht, die Beamten also grundsätzlich in der Mehrheit sind.

Mal sehen, wie sich der Hartmann Bund verhält, wenn ver.di infolge des Tarifeinheitsgesetz mit den Trägern im gesundheitswesen für die Krankenhäuser verhandelt.

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bkarger 22.05.2015, 06:26
8. Hallo Herr Tietz,

erst wird nach Einzelgewerkschaften auch durch die Politik gerufen, um angeblich fort auch Konkurrenz zu fördern, aber wohl eher kleine Gewerkschaften leichter unter dem Tisch zu verhandeln und nun stellt man fest, dass einige wenige gibt, die durch ihre Spezialberufe sehr schlagkräftige sind und sich nicht unterbuttern lassen. Und darum geht es hier eigentlich. Gewerkschaften platt zu machen, so dass Arbeitskämpfe immer zugunsten der Arbeitgeber ausgehen und wir handzahme Gewerkschaften haben.
Aber dagegen steht auch das Grundgesetz - Gott sei Dank. Das können Poltikern nicht so einfach ändern, auf wenn Sie es sich wünschen, Herr Tietz.
Deutschland ist international bei Streiktagen ganz weit hinten. Ich beglückwünsche die GDL, dass sie standhaft gegen Politik und die wie so oft on letzter Zeit einseitige Presse geblieben ist.

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Krittler 22.05.2015, 06:27
9. So ein Unsinn!

"... Maßlosigkeit ist aber kein Grundrecht. ..."

Seit wann denn das? Der Staat erhebt "maßlos" Steuern und Abgaben von der arbeitenden Bevölkerung ohne Gegenleistung. Oder Kapitalisten, Manager und Vorstände bedienen sich "maßlos" am von arbeitenden Menschen geschaffenem Reichtum. Der Kapitalismus ist nun mal "maßlos", warum darf dann der Arbeiter bzw. seine Gewerkschaften nicht auch "maßlos" sein?

"... Die kleinen müssen nur attraktiv genug für alle sein, schon werden sie mehr Mitglieder bekommen - dann können sie auch wieder Tarifverträge abschließen. ..."

Was soll denn dieser Unsinn? Gerade mit besseren Abschlüssen sind doch "die kleinen" attraktiver und gewinnen dadurch Mitglieder. Aber genau das soll doch per Gesetz unterbunden werden. Denn wenn die Abschlüsse "der kleinen" nicht gelten dürfen, wie sollte dann eine kleine Gewerkschaft überhaupt noch sinnvoll geschweige denn attraktiv sein?

Hier stellt also der Autor Tietz alles auf dem Kopf. Mit dieser Logik versucht er nur weiter gegen "die kleinen", also hier gegen die GDL zu argumentieren.

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