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Tarifeinheitsgesetz: Maßlosigkeit ist kein Grundrecht
DPA

Heute verabschiedet der Bundestag das Gesetz zur Tarifeinheit. Spartengewerkschaften wie die GDL verteufeln die Initiative. Sie fürchten ihr Ende. Doch das Gesetz birgt auch Chancen.

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rmoos 22.05.2015, 08:02
80. Großgewerkschaften sind fett und müde

Jetzt treten denen so kleine Spartengewerkschaften in den Hintern. Und was ist die Reaktion? Anstatt mehr für ihre Mitglieder zu tun, verbünden sie sich mit den Arbeitgebern. Und die SPD setzt brav einen weiteren Sargnagel an ihre Wurzeln. So mancher Kämpfer fur die Arbeiterklasse wird sich im Grabe umdrehen. Meine einzige Hiffnung ist, dass so die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Vielleicht werden die ja dann endlich wach.

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oidahund 22.05.2015, 08:03
81. Das Gesetz

wird hoffentlich sofort wieder vom BVerfG kassiert. Es gilt die Koalitionsfreiheit. Warum soll es nicht nach Branchen unterschiedliche Gewerkschaften und Tarifverträge geben? - Warum soll nicht eine Automobilgewerkschaft für ihre Mitglieder bessere Verträge aushandeln können, als es eine IGM für die Beschäftigen in anderen Metalbranchen? - Gerade so wird der unterschiedlichen Produktivität und Konjunkturzyklen der einzelne Branchen gerecht. Es gibt keine Gleichheit. Ein Pilot hat eine wesentlich teuerere und auch noch privat vorfinanzierte Ausbildung als zB ein Verwaltungsangestellter bei der Lufthansa. Warum sollen für beide die gleichen Tarifverträge gelten? - Warum muss eine Krankenschwester oder ein Arzt die gleichen Gehaltsentwicklungen haben wie eine ungelenrte Hilfskraft? - Was passiert, wenn es zu große Gleichmacherei gibt, der kann sich einfach einmal die Abwanderung von Pflegekräften und Ärzten in andere Berufszweige bzw. ins Ausland ansehen. Eine insgesamt flexiblere Arbeitsgesellschaft braucht auch flexiblere Entlohnungsszenarien. - Egal ob es auf Berufsgruppen oder Branchen bezogen wird.

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Sal.Paradies 22.05.2015, 08:04
82. Ganz schön dreist

Was und wie Hr. Tiez hier beschreibt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Er wirft wehrhaften Gewerkschaften "Erpressung" vor, nur weil es noch (wenige) Gewerkschaften gibt, die das Wort "ARBEITSKAMPF" nicht nur kennen, sondern auch gemäss unserem "GRUNDRECHT" auf Streik anwenden? Hr. Tiez unterschlägt dabei ganz bewusst, dass zu einer Verhandlung immer 2 gehören und dass (oft genug) der Vorwurf erhoben werden könnte, dass Arbeitgeber, wie z.B. die Bahn, die Schuld an einem Streik tragen, weil sie Lohn und Arbeitnehmerrecht immer mehr einschränken möchte.

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nachtmahr79 22.05.2015, 08:06
83. Mal wieder der Ruf nach dem Markt...

Zitat von
Das neue Gesetz privilegiert nicht die Großgewerkschaften - im Gegenteil: Es fördert den Wettbewerb. Die kleinen müssen nur attraktiv genug für alle sein, schon werden sie mehr Mitglieder bekommen - dann können sie auch wieder Tarifverträge abschließen.
Zusammengefasst: „Der Markt wird sich schon selbst regeln!“
Wobei man sagen muss: Der Markt HAT sich selbst geregelt. Die Gründung der GDL wäre ohne die Privatisierung der Bahn nie möglich gewesen. Was jetzt passiert ist eine staatliche Regulierung des Marktes durch eine Einschränkung von Arbeitnehmerrechten.
Wie zum Teufel soll denn eine Gewerkschaft Mitglieder werben, die keine Tarifverträge abschließen kann? Das ist ja gerade das Kerngeschäft der Gewerkschaften und Streik ist das wichtigste Arbeitskampfmittel, das die Gewerkschaften haben. Nimmt man den Gewerkschaften dieses Recht, stehen sie als zahnloser Tiger da – sie haben keine Möglichkeit mehr den Arbeitgeber unter Druck zu setzen um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.
Die Großen werden noch größer, die Kleinen werden untergehen.

Zitat von
Es ist Gift, wenn es innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Bedingungen für gleichwertige Arbeit gibt.
So wie zum Beispiel für Lokführer(GDL) und Rangierlokführer(EVG)? Oder verbeamtete Lokführer und angestellte Lokführer?

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anti-empath 22.05.2015, 08:06
84.

Was für ein undurchdachter Kommentar. Wenn kleine Sparzengewerkschaften nicht mehr ihre Interessen durchsetzen können, dann werden sie niemals attraktiv werden und mehr Mitglieder gewinnen. Das neue Tarifeinheitsgesetz ist das, was der DGB will. Die Zementierung seiner Macht und die Sicherung der Pfründe seiner Funktionäre. Die SPD sollte sich an 1946 erinnern, als sie geeinigt wurde mit den Kommunisten. Dabei kam auch keine Freiheit bei raus

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Incubus6 22.05.2015, 08:08
85. Richtig

Dann muss man nur einen Gewerkschaftler schmieren und schon arbeiten Zigtausende für weniger Geld. Bei soviel Prakmatismus freut sich die Wirtschaft. Da ist das Beispiel VW im Artikell wirklich gut gewählt.
Heißt das jetzt eigentlich im Umkehrschluss alle Angestellten im öffentlichen Dienst (Lehrer) verdienen jetzt soviel wie ihrer verbeamteten Kollegen. juppi

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Incubus6 22.05.2015, 08:10
86. Apropos

stört es eigentlich auch den Betriebsfrieden wenn Audi vier unterschiedliche Tarifmodelle für seine Arbeiter hat. Von Werksarbeiter bis Leiharbeiter.

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robin-masters 22.05.2015, 08:12
87. Richtig!

Sehr guter Artikel! Er räumt auch damit auf das die GDL angeblich stellvertretend für alle deutschen Arbeitnehmer streikt. Das ist Blödsinn, es geht ihn um die Macht der GDL und die Lokführer die davon profitieren. Für die anderen MAs der Bahn hat er sich nur eingesetzt weil er es jetzt musste! Das einzige System was bei den Gewerkschaften vorherrscht ist Egoismus und Klientelpolitik. Das liegt in der Natur der Sache und deswegen müssen auch Gewerkschaften reguliert werden um nicht griechische oder italienische Verhältnisse zu bekommen.

Hier steht auch die Gerechtigkeit gegen Gewerkschaften. Ein Tarifvertrag für eine Sparte im Unternehmen alles andere wäre Wahnsinn.

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cpt. Rapp 22.05.2015, 08:12
88. Werbung für Sparten-Gewerkschaften

und das ist genau das was schon passiert...
Die Gewerkschaften mahen Werbung für sich. Und wie? Indem sie Ihre Macht und Durchsetzungskraft durch Streiks demonstrieren. VerDi macht dies z.B gerade in den KiTa. Wenn nun die sogenannten Spartengewerkschaften auch noch anfangen müssen, "für sich zu werben", möchte ich mir nicht ausmalen, wie die Zahl der Streiktage in Deutschland steigen wird...
Derzeit sind die sogennaten Sparktengewerkschaften eben nicht darauf angewiesen Werbung für sich machen zu müssen und streiken nur dann, wenn es auch angemessen ist. Und bei der Beurteilung geht es z.B, AUCH um die Angemessenheit.
Warum verdient z.B. ein angestellter Arzt nach 10 Jahren inkl Studium quasi das gleiche wie eine Stewardess, die 6 Wochen Einarbeitung hinter sich hat? Ich verstehe nicht, wie Sie dem Marburger Bund da Maßlosigkeit unterstellen können.

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zardoz77 22.05.2015, 08:15
89. Gdl

Die Gewerkschaften können sich bei Weselsky bedanken. Noch nie zuvor war die Notwendigkeit einer Tarifeinheit so klar ersichtlich. Nebenbei hat Weselsky seine Spartengewerkschaft runtergewirtschaftet und beim Volk unbeliebt gemacht. Der Schlichter den er nie wollte, polterte gestern ja schon als wäre er bei Pegida. Wut und Egozentrik bestimmen links wie rechts das Handeln und nicht etwa der Kopf. Der ist ja schon halb kaputt, da dieser zu oft gegen die Wand geknallt ist.

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