Forum: Wirtschaft
Tarifkampf: Ver.di erwägt Kita-Streiks bis Mai
DPA

In Hamburg, Bremen und Niedersachsen streiken Erzieher; ihr Kampf um mehr Lohn könnte andauern - und sich auf weitere Bundesländer ausdehnen. Laut einem Zeitungsbericht plant die Gewerkschaft Ver.di Arbeitsniederlegungen bis in den Mai hinein.

Seite 6 von 12
cato. 07.04.2015, 13:47
50.

Zitat von rookie_haufic
Warum gibt es dieses Geschrei nicht, wenn sich irgendwelche Vorstände ihre Bezüge um 300000 Euro im Jahr erhöhen? Ach ja richtig, die Meinungsmache funktioniert ja super, wie man hier an einigen Kommentaren sieht.
Nunja dieses Geschrei gibt es doch z.B. von ihnen. Obwohl anders als bei einem Streik, der sie persönlich betrifft, es sie in den meisten Fällen rein gar nichts angeht.
Zumindest bei privaten Unternehmen sind ausschließlich die Eigentümer die zu entscheiden haben, welche Gehälter sie ihren Angestellten zubilligen.

Wo es zu Recht viel Geschrei gibt und wie sie es nennen würden Meinungsmache ist, wenn Bundestagsabgeordnete oder andere von der Allgemeinheit finanzierte Gruppen sich eigenmächtig die Gehälter stark erhöhen, während sie höhere Steuern/ Abgaben fordern oder soziale Einschnitte vornehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donicc 07.04.2015, 13:47
51. Nicht richtig

Zitat von dhanz
Den Erziehungsauftrag haben die Eltern, der Bildungsauftrag geht - bei Erreichen des entsprechenden Alters - an die Schulen.
Sowohl Kindergarten als auch Schule haben einen Erziehungsauftrag. Dies leitet sich ja schon in der logischen Konsequenz her, dass das Verhalten dort irgendwie geregelt sein muss und auf Verfehlungen Konsequenzen folgen müssen. Auch Belohnungen, der Umgang miteinander etc. bestimmen den Tagesablauf. Das ist Erziehung!

Und das ist sogar festgeschrieben, bei den Schulen z.B. in den jeweiligen Schulgesetzen.

Allerdings sollte man das ganze eher als Erziehungspartnerschaft sehen. Hand in Hand zum Wohle des Kindes!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Motorkopf 07.04.2015, 13:50
52. Absolut!

Zitat von prince62
Schon wieder so ein "Mensch" dem beim lesen von Arbeitnehmerrechte sofort die Zügel durchgehen und erkennen läßt, daß er heute Morgen seine Medikamente in der falschen Reihenfolge eingenommen hat, Unfaßbar, Solidarität ist in Deutschland gerade unter den kleinen Leuten offenkundig immer noch ein böses Schimpfwort und eine Beleidigung dazu! Dann wundern sich diese kleinen und dummen Menschen, daß sie seit Jahrzehnten von den sogenannten Eliten hemmungs- und rücksichtslos ausgebeutet werden, weil sie ihre hart erkämpften ARbeitnehmerrechte beim tiefen Bückling schon hergegeben haben! Schönen Gruß von Albert Einstein.
Beim Aushöhlen unserer AN-Rechte wird sich geduckt und mit den Schultern gezuckt.
Wenn wichtige Institutionen ihren Mitgliedern vertreten, wird unter Bild- Niveau gemault und sogar die paar Kröten Verdienst als "viel" bezeichnet.
D ist wieder komplett entsolidarisiert. Wohin das führen kann, darf jeder selber aus den Geschichtsbüchern lernen - sofern man lesen nicht in einer "Sozialen Einrichtungen" gelernt hat...!
Um`s frei mit Pispers Worten zu veranschaulichen:
Lassen sie die unterbezahlten Menschen bei Feuerwehr, Schulen, Kindergärten und Polizei mal eine Woche aussetzen.
Dann lassen sie Manager, Wertpapieranalysten und Politiker eine Woche aussetzen.
Und dann fragen sie sich, auf wen sie persönlich am ehesten verzichten könnten...
Die Menschen, auf die jeder von uns einmal angewiesen ist, werden mit Hungerlöhnen abgespeist und die, die unser Geld zum Schornstein rausblasen, sind geachtete Persönlichkeiten...
Soviel Blindheit im Informationszeitalter ist schon sehr erstaunlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
JuanSanchezRamirez 07.04.2015, 13:50
53. Streik ist notwendig

Zitat von omop:
> Kleinkinder sind nicht mit Schülern von weiterführenden Schulen zu vergleichen. Hier brauche ich kein Studium, kein besonderes pädagogisches Konzept.

Ach so? Ich glaube nicht, daß Eltern ihre Kinder in die Obhut von schlecht ausgebildeten "Erziehern" ohne Konzept geben wollen. Im Gegenteil. Eltern sind heute sehr anspruchsvoll, was die Qualität der Kindesbetreuung angeht. Das müssen sie auch. Ein Kindergarten ist heutzutage doch keine Kinderbewahranstalt mehr wie vor 40 Jahren! Ohne die Grundlagen durch ein fundiertes pädagogisches Konzept im Kindergarten (=Vorschule) haben die Kleinen in der darauffolgenden Grundschule doch überhaupt keine Chance mehr. Und ich ziehe meinen Hut tief vor der Leistung, welche die ErzieherInnen hier jeden Tag erbringen. Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten, mit verschiedenen Muttersprachen, die sozialen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für einen erfolgreichen Start in die Schule benötigen, ist ein Knochenjob. Und er wird erbärmlich schlecht bezahlt, dafür, daß diese Leute einen großen Teil der Verantwortung für die Ausbildung unserer zukünftigen Generationen tragen.

Der Schreiber scheint auch zu übersehen, daß ErzieherInnen mitnichten nur für "Kleinkinder" zuständig sind, die "nur" beaufsichtigt und frisch gewickelt werden müssen. Der Großteil der ErzieherInnen ist für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter zuständig. Die Betreuung in Schülerhorten und Ganztagsschulen gehört genauso zum Berufsbild. Auch hier reicht die Spanne vom verwöhnten DoubleIncoming Kid bis zum Hartz4-Problemkind, welches vom Jugendamt in den Schülerhort geschickt wird. Und da braucht es ebenfalls eine fundierte pädagogische Ausbildung, um den täglichen Wutausbrüchen, Streitigkeiten und Launen der Kinder Herr zu werden. Wer von den Lesern hat schon mal einen Mob von 30 6-10jährigen gebändigt? Jeder mag die Frage mal für sich beantworten, vielleicht mit den Erfahrungen des letzten Kindergeburtstags im Kopf. Und sich dieses Erlebnis dann Tag für Tag vorstellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kvert 07.04.2015, 13:51
54. Prinzip der Gewerkschaften ungerecht

Ich finde das Prinzip der Gewerkschaften ungerecht. Die Angestellten und Arbeiter bei Privatfirmen und Arzt-Praxen schauen in die Röhre und malochen für kleines Geld, während die größeren oder öffentlichen Firmen, für welche die Gewerkschaften zuständig sind, bereits ausreichend üppig Lohn/Gehalt bezahlen. Durch die Gewerkschaften wird somit die Arm/Reich-Schere weiter vergrößert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arne-ffm 07.04.2015, 13:55
55. Fremdschämen

Ich bin höchst beschämt, wie hier einige Menschen über Menschen sprechen, die unser höchstes Gut hegen und pflegen- unsere Kinder. Diese Erzieher haben eine fünfjährige qualifizierte Ausbildung genossen und hierbei 4 Jahre lang keine Vergütung erhalten. Ich denke es ist mehr als nur gerechtfertigt hierfür eine adäquate Entlohnung zu erhalten. Sicher gilt dies auch noch für andere Berufsgruppen, die unseren Dreck beseitigen, uns den Hintern abwischen etc. Und all die Streikgegner mögen mal darüber nachdenken, wo wir wären wenn nicht unsere Großväter und Väter gestreikt oder demonstriert hätten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cabeza_cuadrada 07.04.2015, 13:57
56.

Zitat von cafe_kehse
Wer Kinder in die Welt setzt und auch noch Kindergeld kassiert, das den Berufstätigen abgepresst wird, der muss eben sehen, wo er seine Blagen unterbringt. Dieser Streik tut der deutschen Wirtschaft nicht weh. VERDI sollte diesen Streik künstlich verlängern, damit der Lokführerstreik damit abgegolten wird.
und auch noch Kindergeld kassiert, das den Berufstätigen abgepresst wird"


Sie wissen schon wie das deutsche Rentensystem funktioniert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
omop 07.04.2015, 13:58
57. Differenziert betrachten..

Sicherlich sind 2200 € brutto nicht viel Geld,und eine maßvolle Anhebung findet auch meine Zustimmung. Nur kann ich mir schlecht vorstellen,dass ErzieherInnen mit jahrelanger Berufserfahrung so wenig bekommen. Ausserdem hinkt der Vergleich mit Krankenpfleger etc. stark. Zudem starten auch Akademiker häufig mit einem Monatsbruttoeinkommen von teilweise 2500 €. Warum soll dann die/der ErzieherIn mehr bekommen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Growling Mad Scientist 07.04.2015, 14:03
58. Gehaltserhöhung ist sinnlos, Steuerreform ist notwendig!!!

Die Forderung nach Gehaltserhöhungen ist sinnlos. Meine Mutter hat gerade eine Gehaltserhöhung von 500 Euro Brutto bekommen. Davon bleiben ihr am Ende nicht mal 50 Euro Netto mehr übrig.

Der Einzige der an den Lohnerhöhungen verdienen wird, ist der Staat.

Wir sollten für eine Steuerreform Streiken und nicht für sinnlose Gehaltserhöhungen die sowieso per Steuer-Schäuble gleich nach Griechenland gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
McMuffin 07.04.2015, 14:09
59. Teilzeit arbeiten, Vollzeit bezahlt werden?

Um mal den Quatsch-Zahlen von wegen 2.000 oder gar nur 1.800 Euro im Montat entgegenzuwirken, hier sind die offiziellen Verdi-Zahlen, was eine Erzieherin verdient. Nach vier Jahren Berufserfahrung sind das 2.700, nach acht Jahren knapp 2.900 Euro im Monat. Verdi möchte, dass die Gehälter auf 2.900 bzw. sogar 3.300 Euro im Monat steigen sollen.

Das ist für den Job schon sehr üppig, und bei mehr Berufserfahrung liegen die Gehälter ja noch mal höher. Außerdem wird angesichts des Mangels an Fachpersonal auch schon mal übertariflich bezahlt. Die "Basteltanten" früher haben tatsächlich wenig verdient, aber der Wandel zur qualifizierten Erzieherin hat sich mit etwas Verzögerung auch im Gehalt niedergeschlagen.

Aber gut, in Zeiten des "Gender-Pay-Gap" liegt wohl die Forderung 20 Stunden Teilzeit arbeiten, 40 Stunden Vollzeit bezahlt bekommen voll im Zeitgeist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 12