Forum: Wirtschaft
Tarifstreit bei der Bahn: Lokführer kündigen neuen Streik an
DPA

Fahrgäste müssen sich "in den kommenden Tagen" auf einen weiteren Streik bei der Bahn einstellen, erklärt die Lokführergewerkschaft GDL. Die Regierung treibt derweil ein Gesetz gegen die Macht der Mini-Gewerkschaften voran.

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garfield 04.09.2014, 10:51
120.

Zitat von damtschweli
1. Ich habe mich deutlich ausgedrückt. Wer streiken will, soll das vor Beginn der Schicht sagen
Nein offenbar nicht. Von "vorher sagen" steht nichts in Ihrem Beitrag, auf den ich mich bezog.
Zitat von damtschweli
und nicht mit einem vollen Zug plötzlich stehenbleiben.
Ja klar, die bleiben einfach so mit vollem Zug stehen. Geht's noch?
Wenn mehrere Stunden Vorankündigung bei Ihnen DIES bedeutet, lohnt sich kein Diskutieren.
Zitat von damtschweli
2. Gefährlich ist es, wenn hunderte aus dem Takt geratene, auf Bahnhöfen aufgereihte Züge wieder eingetaktet werden müssen. Auf unserem Kleinstadtbahnhof waren am Montag alle Gleise vollgestellt.
Was ist daran gefährlich? Das ist ggf. organisatorischer Mehraufwand, aber nicht gefährlich. Dann wäre jede Verspätung, die den Fahrplan aus dem Takt bringt, eine "Gefahr". Hier kommt diese "Gefahr" sogar mit Ankündigung.
Zitat von damtschweli
3. Was GDL verlangt, halte ich für mehr als unverschämt. Das können die nur fordern, weil sie solche Streikmethoden (noch) "legal" nutzen können.
Diese Ansicht ist Ihr gutes Recht. Ich habe eben eine andere.

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klimaklima 04.09.2014, 11:39
121. Früher

Zitat von edelstein
Früher hatte man für die DB eine einzige Gewerkschaft.Heute gibt es mehrere und diese streiten sich noch untereinander auf dem Rücken der Arbeitnehmer.Diese Einzelgewerkschaften sollten verboten werden,denn hier ging es nur darum, neue hochdotierte Stellen zu schaffen.
Früher gab es auch noch "Die Bahn". Heute gibt es zig Tochter- und Enkelinnengesellschaften und jede hat einen eigenen Tarifvertrag.

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spon-facebook-10000289705 04.09.2014, 13:09
122.

Zitat von leserin13
Streik ist Erpressung und Erpressung ist strafbar. Ich weiß, dass mich einige für diese Bemerkung hassen werden...
Ne hassen nicht sie reden bloß einfach wirres Zeug. Wenn sie Streik Erpressung nennen, ist das ihre unbedeutende persönliche Ansicht. Allerdings völlig realitätsfern. Streik ist ein verbrieftes Grundrecht.
Übrigens wenn ihnen die Bahnfahrt zu teuer wird, liegt das wohl eher an ihrem nicht steigenden Lohn und der Streikmüdigkeit in der Branche, in der sie arbeiten. Mir ist nicht bekannt das die Bahn unrealistische vorgedrungen oberhalb des verteilungsneutralen Spielraums stellen.
Das Problem ist wohl eher das sie in ihrer Branche in der sie abreiten nichtmehr in der lange sind ihren Anteil an der Verteilung einzufordern.

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hjoburg 04.09.2014, 14:47
123. Wie war das, mit der Staat soll sich raushalten?

Der Staat soll sich ja angeblich nicht in die Lohnfindung einmischen, obwohl er daß bei der Beschneidung der gewerkschaftlichen Rechte, bei der radikalen Rentenkürzung/-teilprivatisierung, bei der zunehmenden Verlagerung der Krankenversicherungskosten auf die Arbeitnehmer und mit vielen, vielen Appellen zur “Lohnmäßigung” jahrzehntelang immer wieder getan hat. Soviel zu der z. B. beim Thema Mindestlohn immer wieder gelobten Tarifautonomie. Quelle ND

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hjoburg 04.09.2014, 14:49
124. Ich bin nur noch Fassungslos!

Zitat von hobbyleser
Dann gehts ja in die nächste Runde für die Berufsentrüsteten Forumteilnehmer. Herrgott, wie schlimm ist das, dass Arbeitnehmer in verfassungsmäßig verbrieftes Recht auf Arbeitskampf wahrnehmen! Los gehts also! Zeter und Mordio!
Daß CDU/CSU eine Beschneidung von Gewerkschaftsprivilegien wollen, ist nichts Neues; daß aber die SPD und DGB federführend und gemeinsam so ein Gesetz vorantreiben wollen, macht nur noch fassungslos. Dieses Gesetz soll außerdem so viel Rechtsunsicherheit enthalten, daß das Streikrecht im Zweifel- und Einzelfall von Gerichten geklärt werden müßte – noch ein Stolperstein für die Gewerkschaften. Aber der “heikle[...] Plan eines Gesetzes zur Tarifeinheit” macht “Fortschritte” – ich würde die Pläne nicht “heikel”, sondern “verfassungswidrig” nennen und sehe keinen Fort-, sondern einen Rückschritt ins 19. Jahrhundert. Quelle NDS

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hjoburg 04.09.2014, 14:53
125. Weder der Regierung noch dem Spiegel scheint irgendwas zu peinlich?

Schon gar nicht so lästige Kinkerlitzchen wie die flagrante Verletzung der die Verfassungstreue.
“Durchsetzungsfähige[...] Gewerkschaften” sind natürlich ganz übel und unseren Regenten ein echter Dorn im Auge, die könnten plötzlich echte Lohnerhöhungen erreichen, das wäre ganz schlimm. Zur Verfassungsignoranz, diplomatisch ausgedrückt, kommt noch die völlige volkswirtschaftliche Inkompetenz der Regierung, die weiterhin verkennt oder leugnet, daß deutliche Lohnsteigerungen für die deutsche und die EU-Wirtschaft überlebensnotwendig sind. Im Übrigen möchte ich einmal darauf hinweisen, dass in Dänemark 75% Gewerkschaftlich organisiert sind, und dagegen Deutschland gerade einmal noch 35% Tendenz weiter sinkend. Jetzt weiß man auch, warum immer geringe Löhne in Deutschland gezahlt werden. In Dänemark hält man zusammen, in Deutschland nicht.

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damtschweli 04.09.2014, 16:03
126.

Zitat von garfield
Nein offenbar nicht. Von "vorher sagen" steht nichts in Ihrem Beitrag, auf den ich mich bezog.
O wohl. Ich schrieb in dem Ursprungsbeitrag: "Z.B. müßte verboten werden, daß Lokführer während der Schicht die Arbeit niederlegen. Dadurch werden nicht nur Fahrgäste in Geiselhaft genommen, sondern auch die Sicherheit des Bahnverkehrs gefährdet. Jeder einzelne sollte verpflichtet sein, seine Arbeitsunwilligkeit wenigstens 2 Tage vor Beginn der Maßnahme individuell mitzuteilen."
Wenn ich sage, sie sollen nicht während der Schicht aufhören dürfen, sondern die Arbeitsunwilligkeit 2 Tage vorher individuell anzeigen, dann bedeutet das, wer im vorgesehenen Streikzeitraum Schicht hat, muß seine Streikteilnahme vormelden.
Sicher, dies würde das Druckpotential des Streiks verringern, weil der Arbeitgeber disponieren könnte und z.B. Zugausfälle ankündigen, Züge geeignet parken könnte usw. Aber m.E. darf es nicht sein, daß Druckpotential gerade aus den Spezifika des Eisenbahnbetriebes gezogen wird, indem z.B. die Fahrgäste in entlegensten Gammelbahnhöfen, fernab von zuhause und vom Fahrtziel, in Haft genommen bzw. ausgesetzt werden. So nicht!

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DerInaktive 04.09.2014, 20:51
127. Arbeiter dürfen Streiken

Zitat von damtschweli
Aber m.E. darf es nicht sein, daß Druckpotential gerade aus den Spezifika des Eisenbahnbetriebes gezogen wird, indem z.B. die Fahrgäste in entlegensten Gammelbahnhöfen, fernab von zuhause und vom Fahrtziel, in Haft genommen bzw. ausgesetzt werden. So nicht!
Arbeiter dürfen Streiken, so steht es geschrieben.

Wenn man nicht will, dass die Lokführer streiken, dann verbeamtet Sie einfach wieder oder gebt Ihnen das, wonach Ihnen ist.

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joey55 05.09.2014, 09:23
128.

Zitat von hjoburg
Schon gar nicht so lästige Kinkerlitzchen wie die flagrante Verletzung der die Verfassungstreue. “Durchsetzungsfähige[...] Gewerkschaften” sind natürlich ganz übel und unseren Regenten ein echter Dorn im Auge, die könnten plötzlich echte Lohnerhöhungen erreichen, das wäre ganz schlimm. Zur Verfassungsignoranz, diplomatisch ausgedrückt, kommt noch die völlige volkswirtschaftliche Inkompetenz der Regierung, die weiterhin verkennt oder leugnet, daß deutliche Lohnsteigerungen für die deutsche und die EU-Wirtschaft überlebensnotwendig sind. Im Übrigen möchte ich einmal darauf hinweisen, dass in Dänemark 75% Gewerkschaftlich organisiert sind, und dagegen Deutschland gerade einmal noch 35% Tendenz weiter sinkend. Jetzt weiß man auch, warum immer geringe Löhne in Deutschland gezahlt werden. In Dänemark hält man zusammen, in Deutschland nicht.
Erstens ist es mit dem Verfassungsrecht nicht ganz so einfach wie Sie es sich vorstellen. Die Grundrechte der einzelnen Menschen stehen mitunter in Konkurrenz, so dass Grundrechte in einigen Punkten eingeschränkt werden können und sogar müssen. Wenn Sie mir nicht glauben, dürfen Sie gerne in einem Buch zum Verfassungsrecht/Grundrechte lesen. Ich empfehle Sachs, Michael Verfassungsrecht II, Grundrechte.

Zweitens finde ich witzig, dass Sie von einer volkswirtschaftlichen Inkompetenz der Bundesregierung sprechen, aber dann keine Argumente bringen. Dass deutliche Lohnsteigerungen auch erst einmal finanziert werden müssen, dürfte Ihnen als volkswirtschaftlicher Experte natürlich geläufig sein.

Ihr dritter Punkt ist wirklich interessant, denn er zeigt, dass sich auch die Arbeitnehmerschaft entsolidarisiert und nicht nur die "pöhsen Reichen" ihr eigenes Wohl verfolgen. Auch die Mitglieder der GDL, des Marburger Bunds und Cockpit entsolidarisieren sich von den schwächeren Arbeitnehmern. Während die großen Gewerkschaften das Wohl aller Arbeitnehmer in einem Unternehmer verfolgt haben und daher die Arbeitnehmer mit einer großen Streikmacht auch für die Arbeitnehmer mit geringerer Streikmacht gekämpft haben, konnten ordentliche Ergebnisse für alle herausgeholt werden.

Und bevor Sie jetzt wettern, dass die Lohnzuwächse in den letzten Jahrzehnten in Ihren Augen zu gering waren, sollten Sie bedenken, dass die geringeren Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren auch auf die Zurückhaltung bei der Lohnentwicklung beruhen.

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joey55 05.09.2014, 09:24
129.

Zitat von DerInaktive
Arbeiter dürfen Streiken, so steht es geschrieben. Wenn man nicht will, dass die Lokführer streiken, dann verbeamtet Sie einfach wieder oder gebt Ihnen das, wonach Ihnen ist.
Aber auch Arbeiter dürfen nicht uneingeschränkt und losgelöst von allem anderen streiken. Ganz so einfach we Sie meinen, ist die Geschichte nicht!

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