Forum: Wirtschaft
Tarifverhandlungen gescheitert: Bei der Postbank drohen neue Streiks
Martin Schutt/dpa

Bei der Deutsche-Bank-Tochter Postbank könnte schon bald wieder gestreikt werden. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen kündigt die Gewerkschaft Ver.di eine Urabstimmung an.

Fkdu 10.09.2019, 11:05
1. Das ist, als würden Heitzer streiken....

Heitzer benötigte man auf Dampfloks. Ein paar fahren noch im Osten der Republik. Aber eigentlich ist der Beruf Tot. Genau so Tot wie der eines Filialmitarbeiters einer Bank. Nur traut sich das keiner zu sagen. In wenigen Jahren wird es so viele Bankfilialen wie Telefonzellen geben. Die Frage ist, wie viele den Streik überhaupt bemerken werden. Und wen jemand den Streik bemerkt muss man die Frage stellen: Hat die Postbank bei der Digitalisierung versagt? Und egal wie sich bis Heute Deutschland auch bemüht hat, im Mittelalter zu verharren, alleine um ein Rentensystem nach dem Schneeballprinzip am leben zu halten: Die Digitalisierung kommt, Bankangestellte, Versicherungsvertreter und und und werden bald Geschichte sein. Nur unsere Beamten werden weiterhin Briefe wie in den 80ern verschicken. Ist schon schön wen der Bürger zahlen muss und nicht wie bei der Postbank wählen kann.

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lollopa1 10.09.2019, 11:41
2. @ Fkdu, Sie irren

Es wird immer Menschen geben die mit Ihrem Bankmitarbeiter reden wollen, und dafür werden die auch immer benötigt. Ich gebe Ihnen Recht wenn Sie meinen dass niemand mehr in der Filiale Bargeld von seinem Konto holt, aber wenn Sie Geld brauchen für eine Finanzierung oder ähnliches, tja, da werden Sie dann da stehen und froh sein mit denen reden zu können. Aber Sie haben bestimmt schon mal eine Hypothek über 500.000 Euro online erhalten, erzählen Sie uns mal wie das geht. btw, der Heizer steht nicht mehr auf der Lok, da die aber Elektrizität braucht steht der Heizer jetzt im Kraftwerk, fährt Radlader und schüttet immer tonnenweise Kohle ins Feuer

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cyblord 10.09.2019, 11:48
3.

Zitat von lollopa1
Aber Sie haben bestimmt schon mal eine Hypothek über 500.000 Euro online erhalten, erzählen Sie uns mal wie das geht.
Sie meinen sicher "Immobilienkredit". Eine Filliale brauchts dafür allerdings nicht. Schauen sie sich an wie reine Internetbanken das machen. Aktuell erst bei der DIBA gemacht. Das läuft per Telefon und E-Mail ganz ohne Probleme. Also,echte Mitarbeiter braucht jede Firma, auch im Kundensupport und Beratung. Fillialen aber sicher NICHT.

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HerrPeterlein 10.09.2019, 11:52
4. @ Fkdu, Sie haben Recht

Filialmitarbeiter sind nett, aber werden immer mehr überflüssig. Die Aufgaben die diese haben, kann man auch am Automaten und Online durchführen.
Wollen Sie einen Kredit, kann in der Filiale vor Ort, egal durch wenn, gar nichts mehr entschieden werden. Die Entscheidungen fallen in irgendwelchen Büros oder sogar durch das automatische System.
Vielleicht bekommen Sie in der Filiale noch einen 500.000 € Hypothek (die Entscheidung liegt aber nicht dort), aber mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit würden sie diese auch bei jeder anderen Bank bekommen, zu besseren Konditionen.
Durch die Größe der Deutschen Bank und deren ganzen Töchterfirmen, erhalten sie diese sogar innerhalb des Betriebs bei den Onlineabteilungen.
Gleichzeitig wird einem in der Filiale vor Ort nur noch versucht irgendeinen überteuerten Mist/Versicherung anzudrehen. Durch Mitarbeiter, die schon in wenigen Monaten wieder weg sind und der Vertrag ist dann mit jemand Dritten abgeschlossen.

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schnubbeldu 10.09.2019, 11:59
5. @Fidu, ich bin mal gespannt ...

... welchen Beruf Sie denn ausüben. Sie sind mit Sicherheit im Zeitalter der Digitalisierung ersetzbar!

Nein, Spaß beiseite, ich sehe es genauso wie lollopa1. Man wird nicht um Berater drumrum kommen. In Zeiten wo die Banken und Versicherungen sich "neu" erfinden, ist es mit Sicherheit ein falsches Signal an die Belegschaft, so herabstufend mit dem Personal rumzuspringen. Klar sollen einige Kollegen innerhalb der Belegschaft zum "Wechsel" oder freiwilligen Ausstritt bewegt werden, aber dann frage ich mich wieso Banken noch Auszubildende suchen:

https://www.postbank.de/postbank/ka_karriere.html

Es ist lächerlich wie manche Arbeitgeber in Zeiten einer "Fastvollbeschäftigung" verantwortungsvoll handeln.

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Calimero#1337 10.09.2019, 12:25
6.

Filialbanken sind definitiv überflüssig. Die einzigen, die das vermutlich anders sehen dürften sind Rentner, die vor 25 Jahren die Digitalisierung verschlafen haben und die bewusste Entscheidung trafen, diesen neumodischen Kram nicht mehr lernen zu müssen. Die gucken jetzt natürlich in die Röhre, wenn in ihrem Kaff auch die letzte Bankfiliale endgültig geschlossen hat.

Mir ist das eine Lehre. Ich mache zwar nicht jeden Trend mit, aber alles was sich langfristig zu etablieren scheint sehr wohl. Ob ich es gerade akut brauche oder nicht ist egal, man muss einfach am Ball bleiben.

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schnubbeldu 10.09.2019, 15:22
7. Es gibt auch andere Konzepte ...

Zitat von Calimero#1337
Filialbanken sind definitiv überflüssig. Die einzigen, die das vermutlich anders sehen dürften sind Rentner, die vor 25 Jahren die Digitalisierung verschlafen haben und die bewusste Entscheidung trafen, diesen neumodischen Kram nicht mehr lernen zu müssen. Die gucken jetzt natürlich in die Röhre, wenn in ihrem Kaff auch die letzte Bankfiliale endgültig geschlossen hat. Mir ist das eine Lehre. Ich mache zwar nicht jeden Trend mit, aber alles was sich langfristig zu etablieren scheint sehr wohl. Ob ich es gerade akut brauche oder nicht ist egal, man muss einfach am Ball bleiben.
... die den Banken das Filialekonzept vereinfachen.

Beispiel Taunuskreis:

https://www.frankfurter-volksbank.de/wir-fuer-sie/aktuelles/finanzpunkt.html

Finde ich echt gut! Damit kann man wirklich als Kunde "arbeiten" und selbst den Banken wird solch ein Konzept finanziell tragbarer.

Und kommen Sie mir nicht mit dem Thema "Digitalisierung" als Argumentation. Allein schon was dank der Digitalisierung durch die DSGVO für ein Chaos ausgebrochen sind. Mit Sicherheit, und hier werden Sie mir beipflichten, lesen Sie ja alle AGBs und DSGVOs sorgfältig durch bevor Sie dann einen Klick tätigen um die neue Couch zu ordern.

Achja, ich bin NICHT im Rentenalter, aber wohl auch "nicht"-digitalisiert, obwohl meine erste Ausmaskierung von 0 und 1 schon weit mehr als 30 Jahre zurückliegen.

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Fkdu 10.09.2019, 15:54
8. Da ich mehrfach angesprochen wurde, hier noch ein Nachtrag :)

Ja - ich bin ersetzbar. Da ich viel im HomeOffice arbeite bin ich sogar schneller freizustellen, als jemand mit einem festen Arbeitsplatz in einer Firma. (Auch das sollte man bedenken, wenn man mehr HomeOffice fordert). Ob sich das HomeOffice in Berlin oder Singapur befindet, ist technisch gesehen weitestgehend egal. Das ist Globalisierung. Sorgt mich das? Nö - irgendwas findet sich immer, wenn man mit der Zeit geht. Aber genau das ist das Problem, dass mich zu meinem ersten Kommentar getrieben hat: Deutschland geht in den weitesten Teilen der Gesellschaft NICHT mit der Zeit. Unsere Regierung predigt seit jahrzehnten: Bleib ruhig liegen. Hier ändert sich nichts... Und da sind sie wieder, die Bankfilialen: In einem sehr sehenswerten Bericht von Ranga Yogeshwar im WDR wird von einer 80 jährigen Marktverkäuferin in China erzählt, die ganz normal Bargeldlos mit einem Handy die Zahlung entgegen nimmt. In Deutschland sind noch immer viele 60 jährige stolz, kein vernünftiges Smartphone zu haben, oder fühlen sich als SuperNerd, wenn sie sich erfolgreich bei Facebook (würg) angemeldet haben! Und natürlich wird man immer mal mit Beratern sprechen wollen, aber in einer FILIALE? Dafür könnte man Hotlines (mit dem qualifizierten Personal aus Filialen), oder Filialbusse, die "Haltestellen" anfahren, oder persönliche Berater(innen) einstellen die bei den (alten) Menschen vorbei kommen. Aber wir halten an Filialen fest, die wir Kunden mitbezahlen, mit sinnlosen Filialleitern, sinnlosen Bezirksleitern u.s.w.. (Man kennt sich, man mag sich, man schützt sich - bis zum bitteren Ende). Und wenn man unbedingt Filialen haben will, damit Bankräuber nicht arbeitslos werden: Warum nicht vereinzelte Filialen in den Städten, die ALLE Banken vertreten? Der Mercedes Händler verkauft auch Jaguar! Aber in Deutschland setzt man lieber auf Heizer, als auf ICE Lokführer. Das ist nicht intelektuell gemeint. Der Heizer war zu seiner Zeit wichtig. Aber in Deutschland ist viel zu oft die Mentalität: Ich hab eine Ausbildung, das muss fürs Leben reichen. Gerade hier wäre die Gewerkschaft gefragt. Viel wichtiger als Geld wäre in sterbenden Berufen eine Qualifizierungsoffensive. Aber das klappt - wenn überhaupt - scheinbar nur bei Bergleuten. Der Punk der Digitalisierung an dem man überlegt: Will ich das überhaupt? - dieser Punkt ist lange überschritten. Es passiert Global - PUNKT. In den nordischen Ländern kann man sich NFC (Near Field Communication)-Chips unter die Haut stechen lassen. Dann braucht man nur noch seine Hand, um zu zahlen oder die Tür zu öffnen. Will ich das? Egal, kommen wird es trotzdem! Dort hat auch jeder Elch Mobilfunk-Netz. Das liegt daran, dass z.B. die Schweden für kleines Geld und Umsatzbeteidigung die Lizenzen abgegeben haben, während in Deutschland bei allem Frequenzauktionen zusammen rund 55 Mrd. Euro vom Staat kassiert wurden. Geld, das beim Ausbau fehlt und von uns Mobilfunknutzern seit Jahrzehnten über hohe Vertragskosten abgestottert wurde. OK, die 55 Milliarden wurden ja gut investiert: Deshalb hat je Deutschland die besten Strassen und die schönsten Schulen. Aber das ist ein anderes Thema....

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schnubbeldu 11.09.2019, 07:23
9. @Fkdu #8

Warum ich eine Filiale aus Kunde bevorzuge? Weil die Bankmitarbeiter dort das gesamte Equipment zur Verfügung haben. Wenn ein Berater nach Hause kommt, heißt dann "ach, da muss ich erstmal in unseren Systemen nachschauen. Mein Kollege ist da unser Spezialist dafür. Hmm, da muss unser Filialleiter erst noch zustimmen. Bringe ich Ihnen beim nächsten Mal mit." Etc.

Sprich, in der Filiale sind alle Formulare vorrätig, oder wollen Sie als Bankberater neben einem Notebook auch noch ein Drucker für Formulare, oder Scanner, mit sich rumschleppen? Außerdem ist mir als Kunde lieber, meine Daten und Kontoinformationen werden innerhalb der Bank "gelagert" und nicht auf einem Notebook, der ggfs. sogar leicht irgendwo zu verlieren ist, und/oder weil die nette Mitarbeiterin Mittagspause macht und aus dem mit Werbefolie beklebten smart beim Rewe auf dem Parkplatz "aufgebrochen" wird.

Geld und seine Anlagen sind "Vertrauensangelegenheiten" und wenn Sie meinen die Hotlines sind alle so toll, dann haben Sie entweder a) noch nie in einer gearbeitet oder b) bei der Telekom oder unitymedia angerufen. Meist haben Sie auch bei einer Hotline immer verschiedene Ansprechpartner dran. In der Filiale weißt ich dass Frau Schneider, Frau Schmidt oder Herrn Meyer antreffe.

Zu allen anderen Dinge des Lebens Ihres Beitrags gehe ich nicht weiter darauf ein, weil es nichts mit Banken zu tun hat.

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