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Tausende unbesetzte Stellen: Spahn wirbt um Pflegekräfte aus dem Kosovo
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Vereinbarung unterzeichnet, um Pflegekräften aus dem Kosovo den Start in Deutschland zu erleichtern. Angesichts des Pflegenotstands könnten weitere Länder folgen.

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hexenbesen.65 15.07.2019, 17:30
40.

Zitat von uezegei
Viele Angehörige machen das, was möglich ist, und das gerne. Nun Bedarf es nun mal, je nach Pflegestufe, gewisser baulicher Voraussetzungen .. Sitzbadewanne, Hebevorrichtung.. oder haben Sie mal versucht, mehrmals täglich einen immobilen Menschen im Bett zu wenden, von der medizinischen Versorgung mal ganz abgesehen .. Spitzen setzen, Magensonden, Intubierung.. wer soll das zu Hause leisten?
Ich hab es bei meiner Mutter gesehen. sie hat ihren Mann über 3 Jahre gepflegt- nu ist sie selber ein Wrack (mit 78 ). Wie soll eine ältere Dame (selber schwer krank) ihren Mann (steif und hält sich überall fest) im Bett waschen / drehen / pflegen ? Auf den Topf setzen...oder vor das Bett...Sind beide schon umgefallen- Gott sei dank waren wir Kinder gerade da und haben das mitbekommen. Daraufhin haben wir die Reisleine gezogen, und den Vater in ein sehr gutes Pflegeheim gegeben. Dort verstarb er drei Monate später (was uns KEINER sagte, dass er schon Krebs im Endstadium hatte...erst ein Arzt verplapperte sich aus versehen, als sie die Magensonde "still " legen wollten...)

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cobaea 15.07.2019, 17:31
41.

Zitat von urbanism
der Pflegenotstand könnte allein dadurch minimiert werden, wenn man die Angehörigen gerecht für die Pflege entschädigen würde. Wieso zahlt der Staat den Angehörigen nicht dass was eine Pflegefachkraft verdient?. Es würden viele Angehörige die Pflege übernehmen wenn die Angst der Altersarmut bzw. Sozialen Abstieg dadurch genommen wird. Pflegekräfte aus dem Ausland lösen doch nicht kurzfristig das Problem, sondern im Gegenteil langfristig gesehen bekommen die Länder Probleme, denen Fachkräfte abgeworben werden..
Die höhere Vergütung der Pflege durch Angehörige wäre zwar zu begrüssen (heute bekommen Pflegedienste via Pflegeversicherung etwa doppelt so viel wie Angehörige), aber der Pflegenotstand wird dadurch nicht beseitigt. Denn bereits heute werden rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen durch Angehörige (mit oder ohne Unterstützung von ambulanten Pflegediensten) gepflegt. Diese Zahl dürfte kaum noch zu steigern sein, denn einerseits gibt's einfach auch viele alleinstehende Hochbetagte, deren Kinder dann auch schon im Rentenalter und damit nicht unbegrenzt belastbar sind, und andererseits nimmt Pflege eben oft 24 Stunden an 365 Tagen in Anspruch. Da gerät häusliche Pflege an eine Grenze.
Im Kosovo ist ein Viertel der Bevölkerung unter 25 Jahre alt, aber nur etwa 5 bis 7% über 65. Bis dort Pflegekräfte fehlen, weil jetzt junge Menschen in Deutschland in der Altenpflege arbeiten, wird's eine Weile gehen.

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anchises 15.07.2019, 17:33
42. @22 2800 €?

Diesen Lohn teilen sich, zumindest in Sachsen 2 bis 3 Altenpfleger(innen). Die meiste Kohle bleibt bei den Betreibern der Pflege- bzw. Altenheime hängen. Wir können noch so viel Geld ausgeben, bei denen die die eigentliche Arbeit erledigen kommt davon nur ein Bruchteil an. Viel zu wenig.
Da bedarf es noch etlicher Regularien durch den Gesetzgeber um alleine das geradezubiegen.

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derjuergie 15.07.2019, 17:33
43. Spahnbashing

Man muss die Regierung und ihn ja nicht mögen, aber er macht wenigstens etwas was auch zum nachdenken anregen sollte. Selbstverständich ist das alles nicht der Weisheit letzter Schluss aber wenn alle Pateien mal an einem Strang ziehen würden kann es ja mal was werden. Was war denn mit seinem Vorgänger Hermann Gröhe? Ein einziger Totalausfall der es sich unter der Grasnabe gemütlich gemacht hat.

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cobaea 15.07.2019, 17:34
44.

Zitat von raederdieter
Spahn sind die Deutschen zu teuer geworden für dich bei so vielen Arbeitlosen die wir haben , Nur noch Versager in der Politik
nicht jeder arbeitslose Lagerarbeiter ist - auch nach Umschulung - als Altenpfleger geeignet. Zudem: Wollen Sie Arbeitslose zur Altenpflege zwangsverpflichten - und die Pflegebedürftigen baden's dann aus?

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minsk60 15.07.2019, 17:34
45. Pflegeversicherung

Mir fehlt bei den vielen Beiträgen, die eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte fordern, der Zusatz, wieviel die Foristen denn bereit wären, mehr in die Pflegeversicherung einzuzahlen.

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flying_dutchman 15.07.2019, 17:34
46. Warum gerade Kosovo?

Das Land hat sich in der Vergangenheit dadurch ausgezeichnet, dass von dort aus Einbruchdiebstahl-Banden und professionelle Bettler-Banden nach Deutschland geschickt wurden. Wie wird die Pflege dann aussehen? Was wird das für Nebeneffekte haben?

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joshuaschneebaum 15.07.2019, 17:35
47. böse Idee

Das wird böse enden! Für alle.

Erstens für die betreuten Pflegefälle; der kosovorische zarte Charme und diese Sanftheit der hochqualifizierten Kräfte sind ja quasi legendär, na prima.

Zweitens für die hier arbeitenden PflegerInnen. Man will sie also nicht besser bezahlen, sondern durch Lohnsklavenimport weiter ganz unten halten.

Drittens für den Kososvo. Dort werden weiterhin die wirklich benötigten Kräfte fehlen, die man ihnen wegnimmt.

Viertens, für Spahn. Was sagte Quincy Jones über Trump (nachzulesen bei SPON)

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cobaea 15.07.2019, 17:39
48.

Zitat von xtdrive
Warum macht man den Job nicht attraktiver, anstatt ihn letztlich mir solchen Aktionen unattraktiver zu machen. 14€/Stunde ist deutlich zu wenig für eine examinierte Pflegekraft. Solange man woanders mit einfacherer Ausbildung mehr verdienen kann, wird man in der Pflege nicht genug Leute finden. Insbesondere braucht man Optionen fürs Alter, wenn man körperlich nicht mehr in der Lage ist, Patienten zu versorgen.
Ja, die Löhne und die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege müssten dringend verbessert werden. Aber beim heutigen System wird dadurch der Heimaufenthalt sofort deutlich teurer. Irgendwo muss das Geld für die Bezahlung etc. ja herkommen. Entweder werden also die Pflegebedürftigen und/oder ihre Angehörigen noch stärker zur Kasse gebeten oder die öffentliche Hand muss mehr Steuergelder zuschiessen. Einzige Lösung, um das zu verhindern: keine privaten Pflegeheime mehr und/oder das Verbot, mit Pfegeheimen Gewinne zu erwirtschaften, die über die nötigen Rücklagen hinausgehen. Für wie wahrscheinlich halten Sie, dass das umgesetzt würde?

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telos 15.07.2019, 17:41
49. Lockruf des Geldes

Einige Pflegefachkräfte werden das Kosovo verlassen in Richtung Deutschland. Wenn diese Pflegefachkräfte abwandern, fehlen diese dann vor Ort, wo auch diese dringend benötigt werden. Natürlich werden in Deutschland im Vergleich zum Kosovo deutlich höhere Löhne gezahlt. Wie lange wohl wird es dauern, bis auch die Letzten anerkennen, dass Geld allein keinen Menschen dazu bewegt, seine Heimat zu verlassen. Abwerbung von Fachkräften fördert das fachliche Ausbluten eben dieser Volkswirtschaften, welche dann wieder nur das Nachsehen haben.

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