Forum: Wirtschaft
Teilhabepaket: Zu wenige arme Kinder können Zuschüsse nutzen
Petra Steuer/ JOKER/ imago images

15 Euro monatlich - diese Summe steht Kindern in Hartz IV zu, damit sie einen Sportverein besuchen oder Musikunterricht nehmen können. Neue Zahlen bestätigen: Von dem Geld kommt fast nichts an.

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Poli Tische 08.10.2019, 10:40
40. 15 Euro sind zu wenig.....

.... für Musikunterricht. Und die über 50 Euro, die von den Eltern darauf gelegt werden müssen, können sich nur die Wenigsten leisten.

Schön wäre es, wenn Talente, Begabte oder ganz einfach Kinder die Spaß am Musizieren/Sport haben, sich diese auch leisten können, indem der Staat, bei entsprechenden Einkommensverhältnissen der Eltern, alle Gebühren zahlt.

Das Amt sorgt mit der Zahlung direkt an das jeweilige Institut schon dafür, dass die Mutter, der Vater sich nicht daran "vergreifen" kann. Was wie man sieht ja auch nicht das Problem ist, sonst würden viel mehr Eltern das Geld abrufen.

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seniorfd 08.10.2019, 10:42
41. Deshalb Union Union Union!!!

Genau aus diesen Gründen wählt Mann doch die CDU, als wenn Kinder mehr als 15 Euro für Aktivitäten bräuchten, das würde unserer Wirtschaft schaden.Irgendwer muss das schließlich alles bezahlen.

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kup66095 08.10.2019, 10:45
42.

Zitat von derblecher
(das ist von den Lebenshaltungskosten her eine der teuersten Städte Deutschlands, wenn nicht die teuerste) kann man für 15 Euro im Monat ins Fitnessstudio gehen. Das arbeitet ohne staatliche Zuschüsse mit Gewinn. Aber Kinder sollen angeblich nicht für 15 Euro in einen öffentlich und privat geförderten Sportverein gehen können? Ernsthaft???
Eine Muckibude in München mit einem Sportverein irgendwo in Deutschland gleichzusetzen zeigt eigentlich nur, wie nicht-zu-ende-gedacht Ihre Meinung ist ....:

Muckibude: Finanziert sich zum großen Teil durch den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln und teuren Einzeltraining und/oder kostenpflichtigen Gruppensport. Bei diesen Mitgliedsbeiträgen laufen während des Training etwa 2 (eher schlecht als Recht) ausgebildete "Trainer" durch die Hallen, in denen dann etwa 40-100 "Kunden" trainieren.

Sportverein: Finanziert sich beinahe ausschliesslich durch MItgliedsbeiträge, Ehrenamt und öffentliche Gelder. Wenn es eine große Gemeinde ist, mögen da so um die 40 - 60 Mitglieder zusammenkommen.... insgesamt! Zudem: Gerade bei Kindern/Jugendlichen ist die korrekte und fachkundige Betreuung sehr wichtig. Ein 3-wöchiger Kurs zum Sportleiter reicht da nicht.

Wie Sie sehen: Ihre Rechnung ist nicht sonderlich belastbar! Wie so oft im Leben gilt auch hier: Vergleiche nur Vergleichbares!

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bumbum 08.10.2019, 10:51
43. @exxilist...Sie haben keine Ahnung von Musik und können nicht rechnen.

Ihre Rechnung ist falsch. Bei einer Gebühr von 80 Euro monatlich und durchschnittlich 12 Ferienwochen im Jahr kostet Sie die effektiv-geleistete Unterrichtsstunde 24 Euro. Wohlgemerkt ist das der Betrag, den die Musikschule bekommt. An die Lehrkraft wird in der Regel um die 60% Prozent davon ausgezahlt, das sind 14,40 € mopnatlich im Falle von 60 Minuten pro Woche Unterricht. Sollten Sie von einer Unterrichtszeit von 30 Minuten pro Woche ausgehen, wären es tatsächlich 28,80€ pro Stunde...allerdings immernoch Brutto-Honorar und nicht Lohn. Das bedeutet die Unterrichtskräfte an Musikschulen sind bis auf wenige Ausnahmen nur noch freie Mitarbeiter, also selbstständig. Um täglich qualifizierten Unterricht leisten zu können bedarf es einer langen Ausbildung, meistens Hochschulstudiums und einer täglichen Übepraxis von mindestens 1-3 Stunden...zusätzlich Vorbereitung des Unterrichts und alle Arbeiten und Kosten die ein Selbstständiger auch sonst noch zu erfüllen hat (Buchhaltung, Versicherung, Rente etc.). Wenn das gesamte Einkommen in den ca. 5 Nachmittagsstunden (mehr geht für Kids nicht wg. Schule) erwirtschaftet werden muss, dann kommt man am Ende der Rechnung ganz schnell unter Mindestlohn. Wenn man das dann mit einem durchschnittlichem Handwerker vergleicht (und nochmal für Ahnungslose: ja, ein Instrument nur ansatzweise zu beherrschen ist ungleich schwieriger als Fliesen.legen...) dann muss ich sagen ihre Beschwerde ist einfach nur dumm.

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whitewisent 08.10.2019, 10:57
44.

In vielen Städten und Gemeinden scheitert es schon daran, dass keine Angebote vorhanden sind. Das liegt teilweise an der zu geringen Anzahl an Plätzen aber auch an der Größe von den Gemeinden heute, wo Fahrkosten für die Kinder entstehen, die nicht im ALG-2 Satz enthalten sind.

Es geht aber auch um die Zusatzkosten, welche bei einem Sportverein und Musikschule entstehen. Entsprechend Sport- und Trainingsbekleidung, selbst Waschzeug und Sporttasche werde da zur Hürde. Und wer jemals Kinderschuhe kaufte, weiß, was 15 Euro da "wert" sind.

Als Zuschuss für Geringverdiener sicher gut geeignet, aber nicht unter dem Stigma "Jobcenter" und ALG 2. Jobcenter sollten allein für die Betreuung von Jobsuchenden sein, für Kinder gibt es in jeder Gemeinde eine Abteilung Jugend und Sport, der Musikunterricht entsprechend bei Bildung oder Kultur. Dort sitzen dann auch eher Menschen, welche sich um die Belange der Kinder kümmern, und was man ggf. mit solchen Fördermitteln kreativ vor Ort machen kann. Beispielsweise eine zusätzliche Lehrkraft oder Trainerstelle zumindest auf Teilzeit finanzieren.

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kup66095 08.10.2019, 10:58
45.

Zitat von ayco
Es kommt darauf an, welche Unterrichtsform sie wählen. Ich z.B. gehe zu einem Privatlehrer 2X im Monat für 42,00 Euro, Unterrichtseinheit je 45 Minuten. Auch als Empfänger von H4 Leistungen kann man einen Obolus zu den 15 Euro geben.
Und auch hier: nicht zu Ende gedachte Rechnung:

2x im Monat für 42 €. Klingt erstmal bezahlbar.... Dann rechne ich noch schnell die Anfahrt im Bus/Strassenbahn dazu, sind 2 x Hin, 2x Zurück, sind 4x 2,20 € sind 9 €. Und schon ist Ihre Rechnung in wenigen Sekunden um 25% gestiegen. weiter gehts:

204 Euro Kindergeld abzüglich dieser 51€ Plus 15 € die es ja wieder zurückgibt, sind 168€. Das in Prozent ausgerechnet.... Sie wollen also, dass Ihr Kind 19% des gesamten zur Verfügung stehenden "Budgets" für 90 Minuten Musikunterricht ausgibt?
Können Sie gerne machen, ich nenne das aber bestimmt keinen "Obolus"!

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a.maniac 08.10.2019, 11:00
46.

Zitat von Hans-Dampf
Im Übrigen gibt es noch das Kindergeld, das dabei helfen kann.
Eben nicht... Das Kindergeld wird zu 100% mit den zu beziehenden H4-Leistungen verrechnet!
Ist das immer noch nicht in der Bevölkerung angekommen, dass Kinder von Hartz4-Empfängern praktisch vom Kindergeld keinen Cent sehen...?

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christerix 08.10.2019, 11:08
47. Wozu Musikunterricht?

In den Schulen (ich rede für Niedersachsen) wurde der Musikunterricht in den letzten 25 Jahren deutlich heruntergefahren. Die Mehrheit unsere Politiker der vielen Legislaturperioden sieht damit nachweislich keinen Nutzen. Warum sollte man dann im privaten Bereich Menschen genügend Geld für vernünftigen Musikunterricht geben?
Es wird folgendes Bild vermittelt: Für sozial Schwache bringt musikalische Bildung eh nichts, weil aus denen eh nichts wird. Wäre es anders, man würde in diese Bildung investieren. (Dass Kinder, die ein Musikinstrument spielen, eine höhere Sozialkompetenz besitzen, ist Fakt, aber gerne übersehen unsere Volksvertreter wissenschaftliche Erkenntnisse, so auch den Nutzen einer späteren Startzeit für Schulen ...)
Ich denke nicht, dass sich daran etwas ändern wird.

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hugosanddorn 08.10.2019, 11:14
48.

Zitat von varesino
Wieso müssen Kinder Eintritt, bzw. Beiträge bezahlen? Kinder haben kein Einkommen. Lasst Kinder einfach den ÖPNV, die öffentlichen Freibäder, Museen, Tiergärten, kostenlos benutzen. Vereine und Musikschulen sind meist so wieso bezuschusst, warum noch die Kinder abkassieren. Die berühmte Klassenfahrt sollte auch nicht von der finanziellen Ausstattung der Eltern abhängen. EInfach eine Pauschale pro Kind, mit der die Klasse dann auf Fahrt gehen kann. Aufwendigere Fahrten mit Selbstbeteiligung ausgeschlossen.
Natürlich haben Kinder kein Einkommen, da sie im Normalfall auch nicht erwerbstätig sind. Wofür, glauben Sie, wird denn das Kindergeld ausgezahlt? Ja, richtig! Genau für die von Ihnen genannten Eintrittsgelder etc.

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Indiana.Jones 08.10.2019, 11:17
49. Belastbarkeit

Zitat von kup66095
... Sportverein: Finanziert sich beinahe ausschliesslich durch MItgliedsbeiträge, Ehrenamt und öffentliche Gelder. Wenn es eine große Gemeinde ist, mögen da so um die 40 - 60 Mitglieder zusammenkommen.... insgesamt! Zudem: Gerade bei Kindern/Jugendlichen ist die korrekte und fachkundige Betreuung sehr wichtig. Ein 3-wöchiger Kurs zum Sportleiter reicht da nicht. Wie Sie sehen: Ihre Rechnung ist nicht sonderlich belastbar! Wie so oft im Leben gilt auch hier: Vergleiche nur Vergleichbares!
Bei uns ( mittelgroße Stadt in Westdeutschland ) liegen die Mitgliedsbeiträge in den beiden Vereinen, in denen ich Mitglied bin, bei 144 EUR/Jahr. Für einen Erwachsenen. Jugendliche und Schüler deutlich billiger, außerdem Familienrabatt, falls mehr als ein Familienmitglied im Verein ist.

Beides Vereine mit Eigentum, die nicht auf die Nutzung von städtischer Infrastruktur angewiesen sind und sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und ehrenamtliche Tätigkeiten finanzieren.

Bei beiden Vereinen gibt es selbstverständlich ausgebildete Übungsleiter, die werden i.d.R. über die Sportverbände unentgeltlich ausgebildet.

Insofern kann ich dem Post des von Ihnen kritisierten Foristen nur zustimmen.

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