Forum: Wirtschaft
Teilzeit oder Rotation: Fast zwei Drittel der Griechen ohne Vollzeitjob
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In Griechenland sinkt zwar die Arbeitslosenquote, doch die neuen Jobs sind oft prekär. Der Anteil der flexibel Beschäftigten steigt auf 62 Prozent. Vor allem junge Griechen leben am Rande der Armut.

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bikerrolf 12.11.2017, 13:11
1. Erfolgreiche Reformpolitik

Der Fall Griechenland zeigt, drastischer noch als Spanien mit seiner gleichfalls hohen Jugendarbeitslosigkeit, was die neoliberalen Reform-Prediger, Wirtschafts"weise" ebenso wie Politiker vom Schlage Schäubles, unter einer erfolgreichen Reformpolitik verstehen. Die Rechnung dafür, dass eine ganze Generation den Begriff EU mit Elend und Chancenlosigkeit verbinden muss, wird mit Sicherheit kommen. Wohl zu allererst demnächst in Italien, aber irgendwann auch im gesamente Süden eines unter deutscher Knute leidenden Kontinents.

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sir wilfried 12.11.2017, 13:11
2. Was können sie noch tun?

Mit der Drachme lebten die Griechen zwar nicht in Überfluss, aber diese Armut, die mit dem Euro kam, kannten sie nicht. In Wahlen entschieden sie sich praktisch für die Rückkehr zur Drachme, wurden aber betrogen. Eine Volksabstimmung wurde auf massiven Druck der EU verhindert. Was also können sie noch tun?

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Thorsten_Barcelona 12.11.2017, 13:33
3. Ähnlich in Spanien

In Spanien ist die Situation sehr ähnlich. Viele schlecht bezahlte und sehr kurzfristige Verträge. Jeden Monatsende schnellen die Abmeldungen bei der Sozialversicherung in die Höhe und am 1sten des Monats wieder die Anmeldungen. Am 31sten August waren es 300.000 Abmeldungen wegen dem Ende der Tourismussaison. Und ich würde das nicht "flexibel Beschäftigte" nennen, da das fast positiv nach flexiblen Arbeitszeiten klingt. Es sind eher Tage-/Wochen-/Monatslöhner.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es bei steigenden Zinsen und BREXIT aussehen wird.

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Freidenker10 12.11.2017, 13:40
4. Überall dasselbe

In unserer schönen neoliberalen Globalisierungswelt ist es doch früher oder später überall dasselbe. Ob in Amerika, Deutschland, Griechenland, oder Italien die Löhne sinken für breite Bevölkerungsschichten, ebenso der Beschäftigungsumfang und die Steuern und Abgaben steigen, von irgendwas müssen die Banken schließlich gerettet werden! Die Arbeit wird verdichtet und mit DIN Normen versehen, ob im Kindergarten oder in der Fabrik. Viele brauchen 3 Jobs um sich über Wasser halten zu können. In den Südländern springen dann die Familien ein, die Dank besserer Zeiten wenigstens noch Eigentum haben. Anders bei uns, da haben eher die wenigsten Eigentum. Und da wundern sich Politiker weltweit über eine wachsende Ablehnung dieser ungerechten Systeme? Es ist doch nur noch eine kleine Gruppe die profitiert.

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Direwolf 12.11.2017, 13:52
5. Aha

Zitat von bikerrolf
Der Fall Griechenland zeigt, drastischer noch als Spanien mit seiner gleichfalls hohen Jugendarbeitslosigkeit, was die neoliberalen Reform-Prediger, Wirtschafts"weise" ebenso wie Politiker vom Schlage Schäubles, unter einer erfolgreichen Reformpolitik verstehen. Die Rechnung dafür, dass eine ganze Generation den Begriff EU mit Elend und Chancenlosigkeit verbinden muss, wird mit Sicherheit kommen. Wohl zu allererst demnächst in Italien, aber irgendwann auch im gesamente Süden eines unter deutscher Knute leidenden Kontinents.
Und wenn der griechische Staat bankrott gegangen wäre, würde es den Leuten also besser gehen?
Niemand wollte Griechenland mehr Geld leihen, da war nichts mehr mit Party on

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Ökofred 12.11.2017, 14:02
6. Drachme?

Zitat von sir wilfried
Mit der Drachme lebten die Griechen zwar nicht in Überfluss, aber diese Armut, die mit dem Euro kam, kannten sie nicht. In Wahlen entschieden sie sich praktisch für die Rückkehr zur Drachme, wurden aber betrogen. Eine Volksabstimmung wurde auf massiven Druck der EU verhindert. Was also können sie noch tun?
Hat Tsipras wirklich die Rückkehr zur Drachme versprochen? Hat jemand eine Quelle dafür? Meines Wissens war das nie eine Option.. wäre auch schwer die ganzen Schulden in Euro zu begleichen, wenn man die Faktor 5 abgewertete Drachme hat. Denn, wie das Bsp Argentinien zeigt, bringt der Staatsbankrott gar nix. Die griechischen Schulden waren vor allem bei Banken, die hätten die verkauft und die Hedgefonds hätte Griechenland die nächsten 100 Jahre verfolgt. eine geordnete Insolvenz bei Staaten gibt es nicht.

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Ezechiel 12.11.2017, 14:03
7. erfolgreiche Reformpolitik ?

Zitat von bikerrolf
Der Fall Griechenland zeigt, drastischer noch als Spanien mit seiner gleichfalls hohen Jugendarbeitslosigkeit, was die neoliberalen Reform-Prediger, Wirtschafts"weise" ebenso wie Politiker vom Schlage Schäubles, unter einer erfolgreichen Reformpolitik verstehen. Die Rechnung dafür, dass eine ganze Generation den Begriff EU mit Elend und Chancenlosigkeit verbinden muss, wird mit Sicherheit kommen. Wohl zu allererst demnächst in Italien, aber irgendwann auch im gesamente Süden eines unter deutscher Knute leidenden Kontinents.
Wie sollte denn eine erfolgreiche Reformpolitik aussehen ? Was hat Schäuble den mit der Reformpolitik in Griechenland zu tun ? Hat er da ein politisches Amt ? Das Problem Griechenlands ist, dass Unternehmer keine Arbeitsplätze schaffen. Es ist offensichtlich nicht wirtschaftlich genug in Griechenland zu investieren. Diese Lücke kann von der EU nicht dauerhaft geschlossen werden. Offensichtlich leidet der gesamte Süden unter der deutschen Knute weil die BRD sich weigert, Milliarden in großem Umfang locker zu machen um die Sonnenländer zu beglücken und die Risiken für die ihre enormen Schulden zu übernehmen. Sagen sie mir mal warum es im Norden läuft und im Süden nicht. Es muss dafür eine Erklärung geben.

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AmyYma 12.11.2017, 14:30
8. Die Griechen sind jetzt ...

... wettbewerbsfähiger geworden. Das war doch gewollt. Die haben über ihre Verhältnisse gelebt und leben nun in den Verhältnissen, die deren Wirtschaft hergibt.
Jetzt sind die Löhne schön weit unten, das lockt Investoren an (oder auch nicht) und dadurch entstehen viele "tolle" neue Arbeitsplätze (die dann in anderen Ländern verloren gehen und in Folge dort die Löhne sinken müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben).
Das ist Marktwirtschaft!

Welche Aktienbörse interessiert, wie es Menschen geht?!?!

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sir wilfried 12.11.2017, 14:42
9. Nicht direkt Tsipras...

Zitat von Ökofred
Hat Tsipras wirklich die Rückkehr zur Drachme versprochen? Hat jemand eine Quelle dafür? Meines Wissens war das nie eine Option.. wäre auch schwer die ganzen Schulden in Euro zu begleichen, wenn man die Faktor 5 abgewertete Drachme hat. Denn, wie das Bsp Argentinien zeigt, bringt der Staatsbankrott gar nix. Die griechischen Schulden waren vor allem bei Banken, die hätten die verkauft und die Hedgefonds hätte Griechenland die nächsten 100 Jahre verfolgt. eine geordnete Insolvenz bei Staaten gibt es nicht.
...aber SYRIZA stand für einen Ausstieg aus dem Euro. Massiver Druck der EU und des IWF führten dann dazu, daß Tsipras sich weichklopfen ließ, vom Euroaustritt abzusehen. Diese "Reform" klappte dann auch nur, weil ein Teil der konservativen Opposition mit dafür stimmte. Tsipras Regierungskoalition allein wäre nicht eingeknickt. Abgesehen davon werden wir beide die Rückzahlung der griechischen Staatsschulden nicht mehr erleben.

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