Forum: Wirtschaft
Telefonmarketing eines Schwerverbrechers: Vom Menschenhändler zum Stromverkäufer
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Türkische Callcenter verkaufen im großen Stil Verträge von Eon, Vattenfall und RWE an deutsche Kunden. Die Methoden der Drücker sind zweifelhaft - und der Chef ist ein Ex-Rotlichtpate, der noch Jahre im Gefängnis sitzen muss.

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Neandiausdemtal 22.10.2017, 22:33
70. Ich finde, da gibt es kein Problem

Zitat von razer
Sie haben da im Prinzip schon recht. Welche Foristen das auf dem Plan rufen kann, kann man bei Martin Winter hier im Forum schon genau sehen. Ich muß aber SPON hier etwas zur Seite gehen, dass SPON das Milieu, des Mafiapaten Saban Baran, hier nicht ganz ausser acht lassen kann, um zu beschreiben mit welchen Leuten sich deutsche Energiekonzerne zur maximalen Profitabschöpfung ins Bett begeben. Aber wie von Ihnen gesagt, hätte die Beschreibung "46-jähriger Mannheimer", vollkommen gereicht. Das hätte aber bei bestimmten Foristen wieder für einen Aufschrei gesorgt, wenn sie z.B. in rechten Hetzmedien (Bild, Welt usw.) die Herkunft von Barans Familie erfahren hätten-siehe Lügenpresse usw..
Allerdings sollte dann in Zukunft immer auch "bayrischer Vergewaltiger ( biodeutsch)" oder "sächsischer Kinderschänder (biodeutsch)" usw. geschrieben werden.

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ernstrobert 22.10.2017, 22:35
71. Informationen, Naivität und das Böse

Zitat von tanriverdi
Da ist also der böse Türke („stiernackig, tätowiert, außerordentlich gewalttätig, furchterregend, einschüchternd, brutal, schlägt Frauen die Gesichter grün und blau“) und seine bösen türkischen Call-Center Mitarbeiter („täuschen, lügen, beleidigen, bedrängen und verhöhnen“) die aus „Istanbul“ oder „Ankara“ anrufen. Und auf der anderen Seite sind die armen deutschen Opfer (Bernd F., Wolfgang M.). Also eine solche einseitige und ja, in meinen Augen, volksverhetzende Berichterstattung verschlägt einem zunächst mal die Sprache. Ich komme mir vor, als wäre ich in einem AfD Forum gelandet, wo man Ängste gegen die bösen Ausländer schürt. Wenn es sich bei der Hauptperson um einen Deutsch-Türken aus Mannheim handelt, könnte man übrigens auch schreiben: „der 46-jährige Deutsche B. aus Mannheim“ oder der „46-jährige Mannheimer“ Ich vermag nicht nachzuvollziehen, welche Bedeutung die türkische Herkunft der Beteiligten hat und inwiefern man das erwähnen muß. Ich darf sie an die Richtlinie 12.1 des deutschen Presserats erinnern: „In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der (…) Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden (...). Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“
Ihre Empörung ist naheliegend, trifft hier aber nicht den Punkt.
Außerdem machen Sie selbst die unzulässige Verallgemeinerung ("Da ist also der böse Türke...), die in dem Artikel so gar nicht vorkommt.
Es werden Tatsachen beschrieben, die für gutgläubige und ansonsten menschenfreundliche Menschen sehr hilfreich sein können. Denn viele sind den Umgang mit gewalttätigen oder gewaltbereiten Menschen gar nicht mehr gewohnt.
Ich erwarte von der Presse oder SPON, dass ich über Fakten informiert werde; darüber hinaus bin ich selbst mündig genug, mögliche Schlüsse aus dem Mix an Informationen selbst zu ziehen.
Ich brauche keine Instanz, die mich vor falschen Schlüssen bewahrt oder mich in eine dumme Ecke stellt, indem sie mich desinformiert.
Bitte bedenken Sie, dass viele Menschen im Lauf ihres Lebens eine gewisse Menschenkenntnis erwerben, die nur funktioniert, wenn man seine Einstellungen ständig kritisch reflektiert.
Aber Einstellungen sind prinzipiell unverzichtbar, man braucht sie z.B., um nicht jedem die Tür zu öffnen, den man nicht kennt, zumindest nicht ohne Sicherheitsriegel.
Gerade ältere, wohlwollende Leute mit betrügerischen Absichten über den Tisch zu ziehen, wenn man sich einmal Zugang verschafft hat, ist in meinen Augen einfach nur 'das Böse'.

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ernstrobert 22.10.2017, 22:41
72. falsche Rücksichtnahme auf die Lobby

Zitat von stingray266
Das passt sehr gut zum ach so einfachen Anbieterwechsel und die dummen Trottel, welche überhöhte Gebühren zahlen sind mit schuld, weil sie nicht wechseln. Davon mal abgesehen, dass von örtlichen Versorgern auch Arbeitsplätze abhängen. Erst das billigste Angebot suchen und dann keinen Ausbildungsplatz für die Kinder finden. Geiz ist wahrlich nicht immer geil!
Konkurrenz belebt zwar das Geschäft. Aber nicht mit unlauteren, oder was in letzter Zeit zunimmt, mit legalen, aber sittenwidrigen Methoden. In Zeiten der Globalisierung ist der Gesetzgeber dringend aufgefordert, die sich immer weiter öffnende Kluft zwischen legal und sittenwidrig zu schließen. Falsche Rücksichtnahmen auf jedwede Lobby (auch die, die sich für politisch korrekt ausgeben) ist da wenig hilfreich.

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bold_ 22.10.2017, 22:50
73. Soweit die Theorie...

Zitat von peter_1974
Telefonmitschnitte zu fälschen, ist Betrug und das ist eigentlich schon länger gesetzlich verboten. Anrufe ohne Opt-In und vorherige Kundenbeziehung sind seit der Datenschutznovelle von 2012 (?) ebenfalls verboten und mit empfindlichen Strafen belegt. Eine weitere Verschärfung kommt 2018 mit der Europäischen Datenschutz Grundverordnung. Und sollte wirklich mal telefonisch ein rechtswirksames Einverständnis ausgesprochen werden, hat der Kunde nach dem Fernabsatzgesetz ein 14-tägiges Widerrufsrecht. D.h. an gesetzlichen Rahmenbedingungen mangelt es nicht. Das Problem ist eher die Passivität der "Kunden". Solche unseriösen Unternehmen gibt es nur deswegen noch, weil zu wenig Betroffene die Verstöße an die zuständigen Behörden melden. Würde das häufiger geschehen, wäre der Anreiz für z.B. die Energieversorger weitaus größer, schwarze Schafe unter den eigenen Dienstleistern schneller zu beseitigen.
Wikipedia weiß dazu Nachstehendes.
Glauben Sie ernsthaft, daß diese Pflichten bei der Überrumpelung am Telefon "in jedem Fall" befolgt werden?
OK, der endgültige Vertrag kommt mit dem Stromer schriftlich zustande - und darin steht auch das Kleingedruckte und vielleicht eine Widerrufsbelehrung.
Der Oma, die sich freut, ganz viel Geld sparen zu können, wird der Stromer kaum diese Texte auf die Nase binden, und hinterher kann er jederzeit behaupten, er habe die Kundin vollumfänglich informiert.
Wenn dann obendrein der am Telefon genannte "Angebots"preis vom wirklichen Preis - natürlich nach oben - abweicht, kann die Oma nichts beweisen.

Papier ist geduldig, vor allem bei der Übernahme von Gesetzestexten
vom Drucker...

"Informationspflichten

Wenn ein Unternehmer zum Vertragsschluss Fernkommunikationsmittel einsetzt, ist er gemäß § 312c BGB verpflichtet, dem Verbraucher bestimmte Informationen zur Verfügung zu stellen. So muss er dem Verbraucher u. a. seine Identität und eine ladungsfähige Anschrift nennen und ihn über die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung informieren. Außerdem bedarf es eines Hinweises auf das Bestehen eines Widerrufs- oder Rückgaberechts sowie dessen Einzelheiten (die so genannte Widerrufsbelehrung).

Der Inhalt der Informationspflichten ergibt sich aus der Verordnung über Informationspflichten nach Bürgerlichem Recht (BGB-InfoV)."

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freddygrant 23.10.2017, 01:00
74. Ich habe alle ...

... Provider und Grundversorger, welche mich
unaufgefordert und ohne technischen Grund
angerufen haben sofort gekündigt. Bei Anrufern,
deren eigene Tel.-Nr. ich auf meinem Display
nicht angezeigt bekomme wird auch dieser Anruf
sofort unterdrückt bzw. aufgelegt. Dies mußten auch
einige meiner "guten Freunde" erfahren und zu
Kenntnis nehmen.

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hansriedl 23.10.2017, 01:01
75. Stromverkäufer

Jede Bank durchleuchtet Kreditnehmer ehe sie mit ihnen ein Geschäft machen. Eon, Vattenfall und RWE machen es nicht, ihnen
ist es egal wen Stromkunden von Gaunern über den Tisch gezogen
werden. Hauptsache man kann der Konkurrenz Kunden abjagen.

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geotie 23.10.2017, 02:59
76.

Wenn ich nur einfach auflege, habe ich nicht Genugtuung. Ich sage in den meisten Fällen, das ich gerade koche und gleich wieder komme. Zwischendurch ein kleiner Satz um zu sehen, ob noch jemand da ist und letztendlich wird einfach aufgelegt. Wenn man noch einmal angerufen wird, erzählt man von irgendwas anderem, aber man legt nicht auf, sondern hält hin.
Ach, wie ich das Liebe diese Leute zu vera*schen!

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bmvjr 23.10.2017, 04:39
77. Widerlicher

geht es kaum, Telefon-Druecker der schlimmsten Sorte am Werk. Ganz einfach: Vertraege zur Stromversorgung, die nicht schriftlich abgeschlossen wurden, sind ungueltig! Das ist schliesslich kein Online-Verkauf eines T-Shirts, sondern die langfristige Festlegung auf einen Energieversorger. Banken machen keine gueltigen langfristigen Kredite auf solche Weise, Bausparkassen auch nicht, Immobilien werden ebenfalls nicht rechtsverbindlich ueber das Telefon verkauft, wieso dann die Stromversorgung? Diesem kriminellen Treiben laesst sich ganz schnell ein Riegel vorschieben - Vertraege zur Stromversorgung, die nicht schriftlich abgeschlossen wurden, sind ungueltig!

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ulrics 23.10.2017, 06:19
78. Add Conti sammelt auch

Adressen und Telefonnummern für Energieunternehmen zum Zwecke Telefonmarketing. Bei Bedarf kann ich der Redaktion Unterlagen zukommen lassen. Ein wenig steht dazu auch in meinem Blog.

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thevicar 23.10.2017, 07:51
79. Unverständnis

Ich verstehe nicht, warum jetzt alle auf dem Gesetzgeber herum hacken. Sie haben die verantwortlichen doch gerade wieder gewählt, CDU, SPD und FDP.

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