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Teure Bier-Lizenzen und Pay-TV-Kosten: Warum in Großbritannien die Pubs sterben
imago/Joko

Die britische Pubbranche macht gute Geschäfte und beschäftigt immer mehr Mitarbeiter - und doch ist die Zahl der urigen Schänken binnen eines Jahrzehnts um fast ein Viertel gesunken. Was sind die Gründe für das Kneipensterben?

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isi-dor 03.12.2018, 13:59
1.

Ich kann kein Problem erkennen. Das ist doch alles so gewollt. Man sollte halt anders wählen, wenn man es anders haben will.

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Kudi 03.12.2018, 14:06
2. Da fehlt noch einiges

Nachdem es praktisch keine Sperrstunden (licencing hours) mehr gibt, ist es dementsprechend für Einzelpersonen oder ein Publican-Ehepaar viel schwieriger, den Betrieb offenzuhalten. Dann kommt noch dazu, dass man heutzutage nicht mehr wie früher zur Mittagszeit einen Snack wie "pork pie and mushy peas" vorhalten kann. Die Kundschaft erwartet eine größere Auswahl und eine Verfügbarkeit von warmem Essen von morgens bis abends. Dies sind allein schon operationelle Gründe, weshalb ein Einmann- oder Ehepaarbetrieb kaum mithalten kann. Schlussendlich sind die Einstandspreise für Bier bei kleinen Pubs (vor allem bei denen, die mit einem Liefervertrag an eine Brauerei gebunden sind) recht hoch. Mit Wetherspoon kann da kaum mehr einer mithalten.

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felisconcolor 03.12.2018, 14:11
3. Wie

Zitat von isi-dor
Ich kann kein Problem erkennen. Das ist doch alles so gewollt. Man sollte halt anders wählen, wenn man es anders haben will.
ich diese Aussagen hasse. ich zum Beispiel wähle seit Jahren "anders". Und? Hat auch nicht geholfen.

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dasdingausdemsumpf 03.12.2018, 14:17
4. Also zu meiner Zeit...

...brauchten wir keine Glotze in der Kneipe. Getränke und Leute zum Unterhalten reichten vollkommen aus. Ach ja, und meine Zeit ist immer noch. Aber andere Länder andere Sitten. In den Neuzigern lebte ich ein Jahr in England. Da haben im Pub den ganzen Tag aus der Glotze die Snooker-Kugeln geklackert. Das war damals also auch schon so. Verstehen konnte ich es auch damals nicht. Die wenigsten haben da wirklich zugeschaut. Aber die Engländer (Achtung Vorurteile!) können sich auch Stunden lang ansehen, wie einer Schafe hütet ("One Man and His Dog").

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mantrid 03.12.2018, 14:20
5. Aus der Zeit gefallen

In Deutschland sind wir mit dem Kneipensterben fast durch. Der Event-Charakter ist weg. Früher gab es kaum Fernseher in Privathaushalten, Social-Media war nicht existent. Wer Sport schauen wollte oder Gesellschaft suchte, der war in der Kneipe gut aufgehoben. Heute ist alles technisiert und individualisiert, da haben es Kneipen schwer. Das kann man bedauern, aber die Zeiten ändern sich nun mal unaufhörlich und nichts ist für die Ewigkeit.

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panzerknacker 51 03.12.2018, 14:22
6. mögliche Gründe?

Die Zustände auif der Insel (zB National Health Care, öffentliches Schulsystem, British Railway, was der Engländer Food nennt) sind dermaßen katastrophal, dass selbst Schöntrinken nicht mehr funktioniert.

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touri 03.12.2018, 14:28
7.

Zitat von dasdingausdemsumpf
...brauchten wir keine Glotze in der Kneipe. Getränke und Leute zum Unterhalten reichten vollkommen aus. Ach ja, und meine Zeit ist immer noch. Aber andere Länder andere Sitten. In den Neuzigern lebte ich ein Jahr in England. Da haben im Pub den ganzen Tag aus ......
In Deutschland haben wir das Problem genauso. Ich denke das liegt daran, dass die Jugend (von der ich mich mit 35 glaub ich langsam verabschieden kann) entweder in Tanzlokalen (oder allgemein in größeren Vergüngungslokalitäten) oder Online unterwegs ist. Die klassischen Eckkneipen sterben aus.

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isi-dor 03.12.2018, 14:34
8.

Zitat von felisconcolor
ich diese Aussagen hasse. ich zum Beispiel wähle seit Jahren "anders". Und? Hat auch nicht geholfen.
Na ja, man kann solche Aussagen natürlich hassen, aber es hilft auch nicht weiter. Die Mehrheit der Briten wählt Leute, die solche Gesetze erlassen, welche dann zum Pub-Sterben führen. Hassen Sie also lieber die Wähler. Ansonsten scheint das Pub-Sterben dort nicht sonderlich wichtig zu sein.

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isi-dor 03.12.2018, 14:36
9.

Zitat von touri
In Deutschland haben wir das Problem genauso. Ich denke das liegt daran, dass die Jugend (von der ich mich mit 35 glaub ich langsam verabschieden kann) entweder in Tanzlokalen (oder allgemein in größeren Vergüngungslokalitäten) oder Online unterwegs ist. Die klassischen Eckkneipen sterben aus.
Offenbar ist also auch an Eckkneipen nicht sonderlich viel erhaltenswert. Anders kann man es ja nicht deuten. Rosarote Häkeldeckchen findet man auch nicht mehr überall. Alles hat seine Mode, alles hat seine Zeit.

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