Forum: Wirtschaft
Teure Prestigebauten: Deutschlands nächste Milliardengräber
dapd

Plötzlich wird alles um Milliarden teurer: Ob beim Flughafen BER oder Stuttgart 21, immer wieder explodieren die Kosten für Prestigebauten. In Deutschland wird systematisch falsch geplant, kritisiert der Oxford-Professor Flyvbjerg. Exklusiv hat er berechnet, bei welchen Projekten neue Risiken lauern.

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Carlo Nappo 22.01.2013, 22:31
230. Och Joh!

Bent Flyvbjerg, Professor für Stadtplanung in Oxford, Manager von Großprojekten wie dem Berliner Flughafen pauschal als "Dummköpfe oder Lügner" bezeichnet, halte ich für unverschämt und in ihrer populistischen Art und Weise für geradezu dämlich!

Die Kosten- und Bauzeitprognosen z.B. des BER strotzen nicht vor Naivität oder Unehrlichkeit, sondern spiegeln lediglich die von den Politikern zwecks positiver Entscheidungsfindung gewünschte maximale Minimierung der Kosten wider.

Auch noch zu behaupten, das Großprojekte privater Unternehmen auch nur ansatzweise ähnlich desaströs verlaufen, halte ich für völlig unbewiesen und habe ich in 30 Jahren verantwortlicher IT Erfahrung in den Konzernen dieses Landes noch nie erlebt. Ich muß allerdings zugeben, der eine oder andere scheinbar renommierte Anbieter kam aufgrund realer Inkompetenz per se nicht zum Zuge, so finanziell attraktiv sich das jeweilige Angebot auch lesen lies.

Leider fehlt in diesem Artikel erneut mal wieder auch die Nennung nur eines einzigen erfolgreichen Großprojektes, welches nach der Methodik des universitären Zampanos Flyvbjerg tatsächlich erfolgreich realisiert wurde.

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sagmalwasdazu 22.01.2013, 22:40
231. Jepp !

Zitat von acusticusneurinom
Sie dürfen den User nicht so ernst nehmen. Er neigt gerne zu Übertreibungen.... . Jedes Fahrzeug, was es gibt, hat er schon gefahren, besessen oder erfolgreich repariert. JEDES. Man nennt solche Menschen auch - Angeber. ;-D
...nicht nur er, sondern :

Zitat von dale_gribble
Mein "grosser" Sohn (15) faehrt ziemlich gut. Mein "kleiner" (9) ist ein Naturtalent auf der Planierraupe (natuerlich unter Aufsicht).

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Hein vom Knust 23.01.2013, 00:17
232. Nächste Pleite: Die Feste Fehmarnbeltquerung

Für absehbar maximal 15.000 Kfz pro Tag soll ein 19 km langer Tunnel durch den Fehmarnbelt gebaut werden. Kostenangabe jetzt 5,5 Mrd. Euro. Wenn alles gut läuft, wird das Gesamtprojekt einschl. Bahnanbindungen 13 Mrd. Euro kosten

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Tulek 23.01.2013, 05:38
233.

Zitat von welschfreundlich
würde mancher Prestigebau nicht gebaut. Bei der "Durchmesserlinie" unter dem Zürcher Bahnhof (Sackbahnhof) für eine Durchfahrtslinie hatte das Volk fünf Mal für Etappe um Etappe abgestimmt. Wenn der Souverän das letzte Wort in Deutschland hätte, würde Vieles besser laufen. Der/die Deutsche sind mündige Bürger.
Richtig.Aber soweit mir mein Politiklehrer das richtig erklärt hat,
gibt es im deutschen Recht keine Bürgerentcheide.Nur Bürgerbefragungen, welche aber nicht bindend sind.

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airportler 23.01.2013, 09:30
234. nicht korrekt recherchiert

Schlechter Artikel der nur billiges Politiker-bashing enthält und auf der anti BER Welle reitet.
Der gute Wissenschaftler weiß hinterher alles besser....bla bla bla
Die Aussagen zum Flughafen München sind falsch.
Der Ausbau wird vom Flughafenbetreiber und nicht von der öffentlichen Hand finanziert.
Die Finanzierung ist durch stete Gewinne gesichert!
Die Preissteigerung ergab sich im Rahmen der immer detaillierteren Planung während des Planfeststellungsverfahrens. Übrigens, von den 1,2 Milliarden sind nur knapp 50% reine Baukosten, der Rest schwerpunktmäßig dem Umweltschutz/Ausgleichsmaßnahmen geschuldet.
Bei anderen Projekten siehe Terminal 2 hat zumindest München gezeigt wie man Infrastruktur zeitgerecht und im Kostenrahmen baut.

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Robert_Rostock 23.01.2013, 09:42
235. Ganz Deutschland voller sinnloser Prestigebauten!!

Zitat von Hein vom Knust
Für absehbar maximal 15.000 Kfz pro Tag soll ein 19 km langer Tunnel durch den Fehmarnbelt gebaut werden. Kostenangabe jetzt 5,5 Mrd. Euro. Wenn alles gut läuft, wird das Gesamtprojekt einschl. Bahnanbindungen 13 Mrd. Euro kosten
Ich habe da noch ein paar völlig überflüssiger sinnloser Prestigebauten:

Da wollen doch so ein paar durchgeknallte Hamburger Politiker, nur um sich ein Denkmal zu setzen, einen Autobahntunnel unter der Elbe bauen!! So ein Quatsch! Was das kostet!!!
Und in Franken wollen ein paar andere Provinzfürsten eine dampfgetriebene sogenannte "Eisenbahn" von Nürnberg nach Fürth bauen! Wer will denn von Nürnberg nach Fürth?!?! Außerdem fährt doch da schon die Postkutsche, und die Fahrt mit dieser rasenden Eisenbahn ist doch menschenverachtend und ungesund! Denk doch mal einer an die armen Postkutscher! Die werden dann doch arbeitslos!!

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exkoelner 23.01.2013, 09:51
236. Und das ist ja das Unfassbare!

Zitat von lomert
Nicht das Beste und Preisgünstigste wird geplant, sondern was der eigenen Klientel am meisten bringt. Es ist eine funktionierende Strategie, sich im Nachhinein lieber als dummer Einfaltspinsel zu presentieren, als die strafrechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen eines Krimminellen spüren zu müssen.
Jahr für Jahr geht die große Mehrheit des Stimmviehs zur Wahlurne, wählt immer die selben Karrieristen und korrupten Politiker und wundert sich, das die Aktionäre von Vattenfall etc. jedes Jahr enorme Gewinne erzielen und der Strompreis nur für den "normalen" Bürger steigt, das Kartellämter, wenn sie mal eins aufdecken, so alberne Bußgelder verhängen, die häufig keine 10% des Schadens ausmachen und damit so abschreckend sind, wie "dududu" ... wieso hat Deutschland als einziges westliches Land die Anti-Korruptionsgesetze noch nicht im Parlament verabschiedet? Warum gab es bei der Abstimmung zum ESM, dem nächsten Raubritter-Projekt der Eliten, eine erstaunliche Einheitspartei? ... auch als schlichter Mensch könnte man doch mal auf die Idee kommen, jeder Wechsel ist besser, als diese stete ungestoppte Verarmung der Mehrheit zum nutzen einger weniger ... mann!

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kfp 23.01.2013, 10:02
237.

Zitat von herbert nau
mit Ihrer Antwort und ich teile viele der von Ihnen vorgenommenen Ergänzungen. [...] Ich habe meinen Kommentar nicht für PMs geschrieben und finde es dann schade, wenn Sie einzelne Sätze so negativ und durchaus unsachlich bewerten.
Dann möchte ich mich hiermit bei Ihnen entschuldigen. Wenn Ihnen das durchaus einsichtig ist, was hierzulande bei Projektplanung allzu gerne schief läuft, gehören Sie anscheinend zu den löblichen Ausnahmen unter den wie gesagt meistens eher "selbstherrlichen Zertifikatswinkern". Solche sind mir allerdings bisher in D nur sehr selten begegnet, und dann hat man sie allenfalls als Teilprojektmanager kleingehalten und bei jeder Gelegenheit ihre (sinnvollen) Empfehlungen ignoriert, nur um sich am Ende zu wundern, warum der nächste Meilenstein wieder verfehlt wurde...

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HaPeGe 23.01.2013, 10:48
238. Entschuldigung, ...

Zitat von Bananenblatt
Projektkosten im Voraus zu schätzen ist eine Illusion, egal ob im Großen oder im Kleinen, ob öffentlich oder privat. Das Problem ist so allgegenwärtig, wenn jemand eine Lösung hätte und nur 0,1% von den Projektkosten dafür bekäme, er/sie wäre der reichste Mensch der Welt. Die Möglichkeit, dass das Thema wirklich tief in seinem Kern extrem schwierig sein könnte, und dass die Fehler (auch) darin ihre Ursachen haben, scheint schon lange niemand mehr in Betracht zu ziehen. Obwohl eigentlich immer noch der Grundsatz "unschuldig, bis die Schuld bewisen ist" gilt. Natürlich ist es - gerade für Medien - wohlfeil, auf Politik und Wirtschaft einzudreschen, und wenn es überall schwarze Schafe gibt, dann gibt es die natürlich auch bei den Großprojekten - und dann sind es schwarze Mammut-Schafe. Vielleicht sollten wir etwas öfter auf die Medien eindreschen (ach so... die müssten sich ja dann selber hauen...). Man kann bei jedem Projektplan das Budget mit einem "Risikopuffer" von 50% ausstatten (oder wieviel auch immer der Herr Professor empfiehlt). Das Ergebnis ist leider, dass - vom Budget-Druck befreit - die Projekte mehr kosten. Oder sie werden gar nicht gemacht, und wir werden weder die Kosten noch den Nutzen je erfahren. Hier liegt der Hase im Pfeffer: Wir tun so, als ob es so etwas wie "tatsächliche Projektkosten" gäbe, und das ist nicht wahr. Die tatsächlichen Projektkosten entstehen - bei Großprojekten - über Jahre hinweg, getrieben von Sachzwängen, Meinungsumschwüngen und, ja, von der Budgetvorgabe. Ein Großprojekt generiert andere Kosten, wenn es von vorneherein auf 1 Mrd € budgetiert war als wenn es auf 2 Mrd € budgetiert ist. Ich finde das nicht gut, ich finde es auch nicht medienwirksam, es passt nicht in die BILD-Zeitungs-Mentalität des modernen Medienkonsumenten. Es ist nur ein Stück Erfahrung aus dem Geschäft: Budgets sind schwierig. Und im Zweifelsfall wird das auf 2 Mrd € budgetierte Projekt natürlich teurer. (Oder? - Naja... das kommt drauf an...) Ist es das, was wir wollen?
verehrter Forist, aber was Sie schreiben, trifft nicht zu und stimmt einfach nicht. Lesen Sie bitte die Ausführungen von Klaus Grewe über die Planung des Olympischen Spiele 2012 in London.

http://www.pmi-muc.de/Vortraege/2012...0Botschaft.pdf

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acusticusneurinom 23.01.2013, 13:40
239.

Zitat von Carlo Nappo
Bent Flyvbjerg, Professor für Stadtplanung in Oxford, Manager von Großprojekten wie dem Berliner Flughafen pauschal als "Dummköpfe oder Lügner" bezeichnet, halte ich für unverschämt und in ihrer populistischen Art und Weise für geradezu dämlich!
Was wollen Sie von einem Volkswirt erwarten. Die Kaste der Betriebs- und Volkswirte hält sich bekanntermaßen generell für unfehlbar.
Wer ist Bauherr dieses Fluhhafens? Das Land Berlin.
Tatsache ist, daß in Landes- und Bundesbaubehörden besonders der bauigenieurstechnische Personalstamm drastisch verkleinert wurde.
Es fehlt schlicht und ergreifend an qualifiziertem Personal in diesen Behörden, um Pfusch oder gravierende Kostenüberschreitungen im Vorfeld zu entdecken und verhindern zu können.

Das alles ist der Ökonomisierung der Gesellschaft zu verdanken. Überall treiben Volks- und Betriebswirte ihr buchstäbliches Unwesen, sparen nach dem Motto: "Koste es, was es wolle"..
Und dann wird's richtig teuer.
Zitat von dale_gribble
Kann es vielleicht sein dass Sie in Ihrem unermesslichen Ratschluss nicht darauf kommen dass jemand in fast 30 Jaehriger Praxis als Mechaniker unter Umstaenden schon so einige Autos repariert hat?
Einige - aber nicht ALLE. Und auf die Tatsache, daß Sie zu wirklich jedem Thema etwas zu schreiben haben - und sei es noch so absurd, ausschließlich auf SIE bezogen, der sich überall gegängelt und bevormundet sieht - gehe ich hier mal nicht weiter ein.

Das überlasse ich den geneigten Foristen, die auf die gesammelten Werke Ihrer und anderer Foristen ganz einfach durch einen Click auf das Profil einen mehr oder weniger amusierten Blick werfen können.

;-)

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