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Teure Tarife: Vielen Rentnern ist private Krankenversicherung zu teuer
DPA

Privatversicherte Rentner klagen über hohe Kosten. Jeder Zweite akzeptierte eine höhere Selbstbeteiligung oder ist bereits in einen billigeren Tarif gewechselt. Das ist das Ergebnis einer AOK-Umfrage.

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silly 22.10.2012, 14:14
60. Es müsste eine

... denn alle Besserverdienenden, die sich und ihre Familie zu Lasten der Solidargemeinschaft gesetzlich versichern, sind asozial.

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sagmalwasdazu 22.10.2012, 14:18
61. Altersarmut wird die PKVs liquidieren ...

...wenn das Absinken des Rentenniveaus erst einmal so Richtig
bei der breiten Masse der Rentner durchschlägt, ist eh Schluss mit vielen
PKVs.
Dann wird die AKV aus der Taufe gehoben.

AKV= ArmenKrankenVersicherung.

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zudummzumzum 22.10.2012, 15:03
62. Systemische Risiken des PKV-Modells

Bis Ende der 1980er Jahre wurde ja verkauft, dass man als Rentner (zurück?) in die GKV kann, wenn alle Stricke reißen. Aber diese Tür ist zu, und die gebildeten Alterungsrückstellungen entpuppen sich als zu niedrig, um die gewohnten Leistungen bis ins hohe Alter auch weiterhin genießen zu können.

Ich habe vor 30 Jahren in die PKV gewechselt und diesen Schritt noch keine Sekunde bereut. Zwar haben sich meine Beiträge seitdem verzehnfacht und sind im Vergleich zu damals zum Einkommen doppelt so hoch, aber ich habe diverse Leistungskürzungen nicht mitgemacht: Keine Rezeptzuzahlung, keine Vorauswahl der Medikamente, ich bekomme meine Brille bezahlt, bezahle im Krankenhaus keinen Eintritt, kann Massagen bekommen, ... es sind die permanenten Leistungskürzungen der GKV (!), die mich auf die Palme bringen – und für die es in der PKV keine Entsprechung gibt – außer dem Tarifwechsel. Dort kommen dann die vielen kleinen Grausamkeiten der GKV sprunghaft an – letztlich sind die GKV-Versicherten der Frosch im Wasser, der gar nicht merkt, wie er langsam abgekocht wird.

Mit der Behauptung „angelockt und abgezockt“ macht man es sich gegenüber der PKV zu einfach: mit welchen Teuerungen hätten denn Versicherungsmathematiker rechnen sollen? Wären heute noch auf die Alterungsrückstellungen 6% Zinsen zu erwirtschaften, wie noch in den frühen 2000er Jahren, wären auch die Leistungsverteuerungen locker zu bezahlen. Aber wenn der Kapitalmarkt keine Zinsen mehr rausrückt? Heute weiß man, dass sie zu niedrig waren, aber was richtig gewesen wäre, weiß doch niemand – zumal eine gute Einnahmesituation ja auch immer Begehrlichkeiten auf der anderen Seite weckt. Das haben wir ja gerade wieder mit den Honorarforderungen der Ärzte gegen die GKV erlebt.

Ich sehe das Problem viel grundsätzlicher: wir erleben gerade umfassend, dass sämtliche Formen „kapitalgedeckter Vorsorge“ mit erheblichen Risiken behaftet sind. Sie funktioniert ja nur, indem sich der Staat verschuldet und so dem Vorsorgekapital einen sicheren Hafen bietet. Wenn aber genau dieser Staat finanziell kollabiert, hat sich die kapitalgedeckte Vorsorge auch erledigt, jedenfalls in der heutigen Form. Als Adenauer 1957 die GRV auf den „Generationenvertrag“ umstellte, war dieser Sachverhalt integraler Bestandteil des Verständnisses von Volkswirtschaftslehre, aber dieses Wissen ist heute verschüttet – leider!

Sowohl die PKV, als auch die private Rentenversicherung, bleiben die Antwort schuldig, woher denn in Zukunft die angenommenen Kapitalerträge auf die Altersrückstellungen kommen sollen – von der in der Demografiefalle fälligen Netto-Rückzahlung der in Staatsverschuldung angelegten Beträge ganz zu schweigen ... Insofern braucht die PKV dringend ein völlig neues Geschäftsmodell – und die Pflege- und Rentenversicherung gleich mit!

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Inbetween 22.10.2012, 15:33
63. Ich bin privar versichert

und würde, nach meinen langjährigen Erfahrungen damit, gerne einmal wissen, was der Unterschied zwischen Versicherungen und einer kriminellen Vereinigung ist...

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jupo5 22.10.2012, 15:47
64.

Zitat von sysop
Privatversicherte Rentner klagen über hohe Kosten. Jeder Zweite akzeptierte eine höhere Selbstbeteiligung oder ist bereits in einen billigeren Tarif gewechselt. Das ist das Ergebnis einer AOK-Umfrage.
Die privaten Krankenversicherer sind so dumm. Die müssen die steigenden Beiträge doch langsam mal in den Griff bekommen! So kann ein System nicht wirklich funktionieren...

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Crocofrog 22.10.2012, 16:23
65. Selbstbeteiligung

Zitat von antooneo
(Leider funktioniert bei mir das Zitieren nicht) Ich zahlte bis dahin einen monatlichen Beitrag von ca. € 750, was dem Beitrag zur GKV grob entsprochen hätte (inkl. Arbeitgeberanteil). Jetzt zahle.....
Ich denke eher, dass dies dadurch begründet ist, dass bei z.B. 2.000 € Selbstbehalt die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemand im ambulanten Bereich ausnutzt, relativ gering ist, deshalb die tarifsenkende Wirkung. Das ist wohl Versicherungsmathematik.

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kritischer.blick 22.10.2012, 22:29
66. Ja, die Elite.

Zitat von gazettenberg
Von Ärzten, die nur Privat behandeln, hat man schon gehört, von Ärzten, die nur Kassenpatienten empfangen, noch nicht.
Ja, das sind dann die Auserwählten, die in den wenigen verbliebenen Speckgürteln Dtls. leben und sich das leisten können. Das Konzept ginge nur in der Breite nicht so ganz auf. 400 000 Ärzte sind halt ein bisschen viel, wenn die sich alle um die 8 Millionen Privatversicherten prügeln müssten. Ärzte empfangen in der Regel Kassenpatienten, das ist einfach eine so überwältigende Mehrheit.

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kritischer.blick 22.10.2012, 22:41
67. Aber sicher.

Zitat von SpitzensteuersatzZahler
Als ob die Masse der gesetzlich Versicherten nennenswerte Summen zum Steueraufkommen beitragen würden...
Sind Sie auch so einer, der nicht verstanden hat, der "Steuern" mit "Einkommenssteuer" gleichsetzt? Oder wollen Sie sagen, dass die "Mehrheit" der Menschen offensichtlich weder Geld verdient (ergo: wenig Einkommensteuer) noch konsumieren kann (ergo: absolut gesehen wenig Umsatzsteuer, gemessen am Einkommen aber eine sehr viel)?
Dann müsste man da mal ansetzen.
Immerhin erklären Sie, dass gesetzlich Versicherte (also über 90% der Deutschen) Ihrer Meinung zufolge kaum Steuern zahlen.
Tja, da müsste man wohl mal die Einkommensspreizung und den Niedriglohnsektor bekämpfen, damit wir mehr "Spitzensteuersatzzahler" bekommen.
Immerhin geben Sie aber zu, dass die PKV ein Rückzugsort für Besserverdiener ist.

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SpitzensteuersatzZahler 23.10.2012, 16:27
68.

Zitat von kritischer.blick
Sind Sie auch so einer, der nicht verstanden hat, der "Steuern" mit "Einkommenssteuer" gleichsetzt? Oder wollen Sie sagen, dass die "Mehrheit" der Menschen offensichtlich weder Geld verdient (ergo: wenig Einkommensteuer) noch konsumieren kann (ergo: absolut gesehen wenig Umsatzsteuer, gemessen am Einkommen aber eine sehr viel)? Dann müsste man da mal ansetzen. Immerhin erklären Sie, dass gesetzlich Versicherte (also über 90% der Deutschen) Ihrer Meinung zufolge kaum Steuern zahlen. Tja, da müsste man wohl mal die Einkommensspreizung und den Niedriglohnsektor bekämpfen, damit wir mehr "Spitzensteuersatzzahler" bekommen. Immerhin geben Sie aber zu, dass die PKV ein Rückzugsort für Besserverdiener ist.
"Schlechterverdiener" (um jetzt mal das Pendant zum Besserverdiener einzuführen) geben den größten Teil ihres Einkommens für Dinge aus in denen entweder keine oder nur die reduzierte MwSt. enthalten ist - also Miete und Nahrungsmittel.

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tatsache2011 23.10.2012, 20:43
69. Solidarische GKV

Zitat von silly
... denn alle Besserverdienenden, die sich und ihre Familie zu Lasten der Solidargemeinschaft gesetzlich versichern, sind asozial.
Sie vergessen, dass die Kinder später als Beitragszahler andere solidarisch stützen, denn 80% der Krankheitskosten fallen in den letzten zwei Lebensjahren an.

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