Forum: Wirtschaft
Teures Bahnprojekt: Woche der Wahrheit für Stuttgart 21
Claus Hecking

Immer teurer, immer später fertig: So geht es seit Jahren bei Stuttgart 21. Wie konnte es bei dem riesigen Verkehrsprojekt dazu kommen? Und wie sehr werden die Kosten noch steigen?

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swandue 12.12.2017, 10:40
120.

Wir nehmen uns ganz grundsätzlich Dinge vor, die einfach zu groß sind. Nicht nur Bauprojekte wie Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen. Auch die elektronische Gesundheitskarte ist, nur zum Beispiel, eine einzige Geschichte des Scheiterns.

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Sepp1966 12.12.2017, 10:41
121. Nicht nur technische Probleme verursachen die hohen Baukosten

Den Autoren des Artikels scheint nicht mehr in Erinnerung zu sein, dass der Verwaltungsgerichtshof bereits im Jahr 2011 einen Baustopp wegen des Juchtenkäfers (!) verfügt hatte (vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/stopp-fuer-stuttgart-21-ein-kaefer-sie-zu-knechten-a-804266.html). In unserem Land ist es nicht mehr möglich, Großprojekte umzusetzen, weil Verwaltungsrichter aufgrund von Klagen durch Umweltverbände eine sinnvolle und zielführende Planung unter vernünftiger Kosten-Nutzen-Analyse unmöglichen machen. Hinterher heißt es, die Bauherren hätten die Kosten nicht im Griff. Unser Land ist nicht mehr in der Lage, Großprojekte ordentlich zu planen geschweige denn technisch oder jurstisch umzusetzen, wie unser Hauptstadtflughafen und die ICE-Strecke Berlin-München eindrucksvoll beweisen. Ein weiteres Beispiel ist die Elbvertiefung, bei der ine "Sumpfdotterblume" oder was auch immer eine sinnvolle wirtschaftliche Entwicklung verhindert (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eugh-errichtet-hohe-huerde-fuer-elbe-vertiefung-in-hamburg-13679022.html). Autobahnen versinken im Torf (vgl. http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/A-20-versinkt-im-Moor-Sanierung-dauert-Jahre,autobahn1814.html). In unserem Land verhindern Umweltverbände eine wirtschaftliche Weiterentwicklung oder vernichten ganze Industriezweige, wie die "Deutsche Umwelt Hilfe".

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Stäffelesrutscher 12.12.2017, 10:41
122.

Zitat von Paddel2
Als ob Kostenexplosionen den Menschen unbekannt wären. Es gab eine Volksabstimmung zu S21 und dem Projekt wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Menschen haben mögliche Kostensteigerungen berücksichtigt. Im Vergleich zur Elbphilharmonie und BER sind diese Steigerungen noch moderat. Ich möchte das nicht schönreden und sehe Handlungsbedarf bei der Kostenschätzung, S21 aber muss gebaut werden! Ob die mediale Hetze dazu beiträgt, dass sich fähige Ingenieure für eine Mitarbeit in dem Projekt begeistern, wage ich zu bezweifeln. Am Ende tragen alle Verantwortung: Politik, Medien, Menschen. Zweifellos wird der Bahnhof die Lebensqualität in Stuttgart erheblich verbessern. Dieser Mehrwert wurde bei den ökonomischen Vorteilen wahrscheinlich nicht bedacht und macht das Projekt wahrscheinlich rentabler als viele andere Großprojekte.
Ich weiß ja nicht, was Sie geraucht haben, aber das Zeugs ist bestimmt nicht legal erhältlich.

Es wurde nicht »dem Projekt« zugestimmt, sondern der Deckelung seiner Kosten.

Von 2,nochwas auf rund 10 Milliarden ist nicht moderat.

Warum muss S21 gebaut werden? Damit Züge an einem Bahnsteig mit 1,5 Prozent Gefälle (das eine Ende liegt 6 Meter höher als das andere!) halten? Genauer gesagt: Nach Bremsung im Gefälle punktgenau zum Halten kommen?

Dass die Lebensqualität den Bach abgeht, weiß man seit über zehn Jahren.

Fahrpläne und Umsteigebeziehungen für die Pendler verschlechtern sich drastisch. Alles nachzulesen. Merke: der achtgleisige Durchgangshaltepunkt hat weniger Kapazität als der bisherige Kopfbahnhof.

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Rainer Heidelberg 12.12.2017, 10:43
123. Großprojekte wie Stuttgart 21

sind extrem komplizierte Vorhaben. Hunderttausende einzelne Arbeitsschritte müssen berücksichtigt werden. Hinzu kommen völlig überzogene Auflagen von allen möglichen Seiten (Denkmalschutz, Natur- und Biotopenschutz, Verkehrsauflagen, Entsorgung von Aushubmaterial, Lärmreduzierung, Sicherheitsvorkehrungen, usw. usw.) Bauaufsicht, geänderte Bauvorschriften, immer neue Drohungen wegen möglicher Kostenüberschreitungen, neue Gutachten und Personalien. Die Firmen und Ingenieure, die an dem Projekt beteiligt sind, versuchen sich abzusichern und vermeiden Risiko. Das kostet viel viel Geld.
Wir sollten stolz sein, dass wir als eines der hoch entwickelten Länder zukunftsweisende Projekte realisieren und die Herausforderungen der Zukunft angehen. Wir sollten nicht auf dem status quo stehen bleiben immer auf die herumhacken, die die Herausforderungen annehmen. Das Projekt hat auch auf den gesamten Südwesten eine enorme Beschäftigungswirkung an der viele Menschen partizipieren. Allein die Steuerrückflüsse gehen in die Milliarden. Gehen wir doch gemeinsam solche Projekte an und freuen uns auf eine moderne Zukunft. Ich unterstütze das Projekt 100% und bin stolz darauf.

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werder11 12.12.2017, 10:43
124. in welcher partei

Zitat von spon-1292274155054
Werte Autoren, gestatten Sie mir den Hinweis, dass Stuttgart 21 ein Projekt ist, das nicht nur aus dem Bahnhof und der unterirdischen Strecke in Stuttgart besteht. Die uralte Bahnstrecke zwischen Ulm und Stuttgart wird im Rahmen des Projekts durch eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke ersetzt. Eine Maßnahme, die dringend notwendig ist um den Bahnverkehr auf dieser Strecke attraktiv zu machen. Stuttgart 21 insgesamt als unsinnig abzutun greift daher m.E. zu kurz, da bei diesem Urteil nur ein Teil des Projekts in Augenschein genommen wird. Bitte werfen Sie nicht alles in einen Topf, ich würde mir eine differenzierte Berichterstattung wünschen.
sind sie denn? so reden politiker - auf dem wenigen positiven wird so lange rumgetrampelt, bis alle genervt ihren segen dazu geben - s21 ist eine absolute katastrophe - viel schlimmer als die elbphilarmonie, die den leuten wenigstens u.u. noch freude bereitet - am schlimmsten ist hier, daß die grünen, deren anhängerschaft m.e. fast durchgängig dagegen waren und viele in der brd, die zwar stuttgart gar nicht kennen, aber seit jahrzehnten mit erleben wie politiker mit steuergeldern umgehen - ohne zu haften - nicht willens oder in der lage waren, diesen wahnsinn zu stoppen und der aktuelle ministerpräsident ist mit verantwortlich - von den gesamtkosten 2030 (wenn s21 dann evtl fertig ist) gehen garantiert m/m 20% in korruptive bereiche - wenn die zahlen vom bundesrechnunghof stimmen, wurden - vor allem von kummunalen politikern - allein in den letzten 20 jahren ca 1000 mrd steuergelder VERSCHWENDET, ohne daß irgendein politiker dafür haften mußte oder an (ruhe)bezügen einbüßte und daß wir (auch andere länder) diese zustände haben liegt an den gesetzen, die politiker letztendlich für sich machen und an den medien, die das zwar ab und zu anprangern aber nie den nötigen gegendruck entwickeln, weil sie eben auch von diesen "volksvertretern" abhängig sind!

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Nörgelkopf1 12.12.2017, 10:44
125. Das war doch bekannt, die Gegner hatten schon richtig gerechnet.

Mappus und Co. haben doch die Kosten total verschleiert. Hier wird spekuliert auf Teufel kom raus. Der dumme ist der Steuerzahler. Leider spielt die Politik dieses Spiel mit, wundert sich wenn der Bürger nicht mehr wählengeht, oder extrem wählt.

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M. Michaelis 12.12.2017, 10:46
126.

Zitat von jan.22301
All jene, die damals, als die polizeiliche Staatsmacht mit Wasserwerfern den Demonstranten die Augen aus den Köpfen geschossen hat, mit lautem Hurra für den neuen Bahnhof ware, all jene müssen sich grämen, wenn sie einen Rest von Wahrhaftigkeit in sich verspüren.
Blödsinn. Kein Befürworter des Bahnhofs hat sich die Illusion gemacht dass das Projekt im Kostenrahmen bleibt. Es gibt in Deutschland keine Großprojekte die auch nur annähernd im Zeit- und Kostenrahmen bleiben.

Das hat sehr viel mit den Verfahren zu tun und auch damit dass Projektgegner und Naturschützer diese Projekte behindern und damit teurer machen.
Ich wohne im Stuttgarter Umland und befürworte das Projekt weiterhin denn es ist wirtschaftlich von erheblichen Bedeutung. Und zwar nicht primär durch den Betrieb sondern durch den Bau.

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asb311 12.12.2017, 10:46
127. Selbst schuld

Leute, was jammert ihr? Diese Politiker sind gewählt und 40% waren sogar zum Wählen zu faul!

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Ignorant00 12.12.2017, 10:48
128. Egoismus pur?

Zitat von Thunder79
In der Bankenkrise konnten man problemlos für 10 Milliarden Euro die Hypobank retten, somit will ich sie Stuttgarter dieses hässlichen Kopfbahnhof weghaben, nebst Gleisanlagen. Das Projekt schafft Arbeitsplätze und modernisiert.......
Toll, das Sie als Stuttgarter es super finden, wenn Steuermilliarden in Ihrer Stadt ausgegeben werden. Warum wurde ich eigentlich nicht befragt? Die Bahn ist immerhin in Bundesbesitz!

Wenn ich an die marode Infrastruktur der Bahn in ganz Deutschland denke und an die unzähligen heruntergekommenen Bahnhöfe, dann hätte man für das Geld viele, viele Bahnhöfe sanieren können und deutschlandweit Arbeitsplätze schaffen!
Der Essener Hauptbahnhof wurde für gerade einmal 57 Mio€ renoviert und hat deutlich gewonnen. Wäre schön, wenn bei all den anderen runtergekommen Bahnhöfe auch mal Geld in die Hand genommen würde, das man gerne aussteigt und nicht am liebsten weiterfahren würde :-(
Für 1 Milliarde könnte man auch fast 18 Großstadtbahnhöfe nach dem Essener Vorbild sanieren. Wenn dann Stuttgart irgendwann mal 10 Mrd€ kostet sind das 180 unsanierte Bahnhöfe für das eine dusselige Prestigeprojekt.

Aber Hauptsache in Stuttgart werden Arbeitsplätze geschaffen ;-)
Arbeitslosenquote Stuttgart: 4,4 %
Arbeitslosenquote Ruhrgebiet: 10,4 %

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descartes 12.12.2017, 10:48
129.

Zitat von Kurt-C. Hose
Kann sich der Stammtisch wieder erregen. Die sind halt alle zu doof... Großprojekte wie diese lassen sich nicht mehr im Rahmen eines festen Budgets abwickeln. Erstens steigen seit Jahren die Baukosten. Die jetzt festgestllten Kostensteigerungen überraschen ......
Haben Sie ein Glück, dass Sie hier nur schreiben und nicht gesehen werden, Sie müssten ja vor Scham erröten, bei dem, was Sie hier so los lassen! Es ist ja wohl eine Frechheit, die Bürger, die gegen S21 protestieren für die Mehrkosten verantwortlich zu machen. Es waren ja noch nicht einmal alle Genehmigungsverfahren rechtzeitig zu den einzelnen Baufortschritten durchlaufen! Stichworte "Grundwassermanagement", "Bodenplatte"oder "Gleisneigung". Man konnte sogar froh sein, die Verzögerung den Protestlern in die Schuhe zu schieben, dabei konnten die wahren Gründe schön im Hintergrund gehalten werden!
Die, die sich darüber aufregen, müssen auch nicht wissen, was es heisst, solch ein Projekt zu managen! Die, die sich allerdings als Bauprofis aufspielen und Versprechungen machen, die, wie ich Ihrem Beitrag entnehme, von vorne herein "unter deutschem Recht" nicht gehalten werden konnten, allerdings schon! Und wenn solche Versprechungen gemacht werden, darf man als Normlo auch erwarten, das die Profis wissen, wovon sie reden. Wie in jedem anderen Job eben auch! Sonst ist man schlicht und ergreifend am falschen Arbeitsplatz!

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