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Teures Krankengeld: Kassen setzen externe Berater auf psychisch Kranke an
DPA

Im Gesundheitssystem hat sich ein neues Geschäftsmodell etabliert: Externe Berater übernehmen für Krankenkassen die Betreuung psychisch Kranker. Ärzte und Datenschützer halten das Vorgehen für problematisch.

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linx 18.10.2013, 17:04
80.

Aus meinem persönlichen Umfeld kenne ich Betroffene und weiß wie schwierig es für diese Menschen ist die richitge Unterstützung zu finden. I.d.R. haben viele eine lange Odysee bei verschiedenen Ärtzen hinter sich. Da z.b. Angstörungen oftmals mit dem empfinden verbunden ist, man ist krank. Das kann sich über Jahre hinziehen, ohne dass sie gesagt bekommen was ihnen fehlt, bzw. anzuerkennen, dass vermeintlich körperliche Symptome psychische Ursachen haben, fehlt oft ungemein schwer.

Insofern halte ich diese Engagement der Kassen für sehr gut. Wie Nichtraucherkurse, Sportkurse und Angebote für Diabetiker, Schlaganfallpatienten, Herzinfarktpatienten usw.

Ich kann nicht erkennen was daran schlecht ist und für die Betroffenen kann dies eine grosse Erleichterung sein.

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linx 18.10.2013, 17:13
81.

Zitat von Stauss2
Oder anders: der Arzt ist auch nichts anderes als ein Berater*, beauftragt von den öffentlich-rechtlichen Körperschaften, die sich Krankenkassen nennen. Heilen kann sich ein psychiatrischer Patient sowieso nur selbst.
Das ist Unsinn! Kaum jemand ist dazu inder Lage.

Und ob ich als Betroffener mir mühsam einen Arzt suche - was schwer ist, auch weil der Psychologe/Psychiater ein Interesse an einer vollen Praxis hat - oder ob mir die Krankenkasse mit einem externen Tema zur Hand geht was sich auf diese Fragen spezialisiert hat, ist die zweite Lösung mit Sicherheit immer besser. Die Krankenkassen nennen sich auch in diesem Fall Krankenkassen.

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linx 18.10.2013, 17:14
82.

Zitat von slider
Könnte man auch übersetzen: Muss nicht gesund sein, aber Hauptsache arbeitsfähig. Vermeidung von nachhaltigen Behandlungen bei maximaler Rendite für den Auftraggeber.
Die Leute die ich kenne, die aufgrund psychischer Probleme nicht arbeiten, wären froh wenn sie wieder normal arbeiten könnten. Hier tun viele so, als ob es den Menschen Spaß machen würde krank zu sein.

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linx 18.10.2013, 17:20
83.

Zitat von Hugh
Und konkret zu 2. Doch, die Kassen haben ein Interesse daran. Denn wenn sie den Druck weit genug erhöhen,
Genau das steht im Artikel, dass es zumindest dieser konkreten Firma eben nicht darum geht den Druck zu erhöhen, aber das das manche KK versucht haben und es daher besser ist eine Firma zu beauftragen, mit der nötigen Infrastuktur und Erfahrung.

Das da manche Psychiater etwas Angst bekommen, kann ich verstehen, denn denen liegt mehr daran, dass man schön lange irgendwelche Tabletten nimmt, als das man wirklich Hilfe bekommt.

Hoffentlich setzen sich solche Angebote für Betroffene durch.

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ZumPostwinkel 18.10.2013, 17:30
84. Wer hat denn hier die Hand aufgehalten?

Man irrt, wenn man glaubt, es gäbe nur bei Ärzten und Industrie Korruption. Auch Mitarbeiter der Kassen haben ein einnehmendes Wesen, auch und besonders bei Genehmigungen von Medizingeräten und -produkten und Pflegeartikeln.
Das Gesundheitswesen ist im Prinzip ein rechtsfreier Raum. Und die Patienten/Versicherten sind nur Mittel zum Abkassieren.
Beispiel: Elektronische Gesundheitskarte!

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megagorn 18.10.2013, 17:38
85. Ge.on kann Sinn machen

Zitat von staubtuch
Die Situation eines psychisch Kranken kann durchaus so sein, dass er oder nicht zur Arbeit gehen kann. Allerdings ist ein Leben ohne Struktur und ohne Aufgabe für den akut Erkrankten auch keine Situation, die für den Verlauf von Vorteil ist. Daher ist so eine Institution nicht per se schlecht. Mir scheint das ein etwas reißerisch gemachter Artikel, der zu wenig objektiv berichtet. Ärgerlich.
bis zur Aufnahme einer normalen Arbeit kann es ein langer, in manchen Fällen unmöglicher und sehr teurer Weg sein. Ein flächendeckendes Auffangbecken für psychisch Kranke wie Tagesstetten ist auch relativ neu und nicht überall verwirklicht. Und es kostet für manche sehr viel Überwindung sich in solche sozialen Niedrigungen zu bewegen.

Dazu kommt noch die Ungerechtigkeit wann eine Krankheit auftritt und wie gut man Versichert ist. In vielen Fällen kann dies ein lebenslanges Arbeiten für Gelder knapp über Hartz IV Niveau bedeuten, da kann sogar ein dahinsichen in manchen Fällen angenemer sein. Wer psychisch krank ist und sich diese Ochesentour ersparen will für den kann Ge.on Sinn machen.

Es ist niemand vor einer psychischen Erkrankung sicher. Allein Psychosen die keine Rückschlüsse auf Vererbarkeit zulassen erleiden ca. 1% der Bevölkerung. Mit Burnout, Depression usw. schätze ich sind mindestes 10% der Menschen betroffen.

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megagorn 18.10.2013, 17:44
86.

Zitat von linx
Genau das steht im Artikel, dass es zumindest dieser konkreten Firma eben nicht darum geht den Druck zu erhöhen, aber das das manche KK versucht haben und es daher besser ist eine Firma zu beauftragen, mit der nötigen Infrastuktur und Erfahrung. Das da manche Psychiater etwas Angst bekommen, kann ich verstehen, denn denen liegt mehr daran, , als das man wirklich Hilfe bekommt. Hoffentlich setzen sich solche Angebote für Betroffene durch.
Quatsch, mit Tabletten wird von Seiten der Ärzte sehr verantwortungsvoll umgegangen. Medikamente sind nötig und werden bei einer Verbesserung der Krankheit auch abgesetzt.

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linx 18.10.2013, 17:56
87.

Zitat von megagorn
Quatsch, mit Tabletten wird von Seiten der Ärzte sehr verantwortungsvoll umgegangen. Medikamente sind nötig und werden bei einer Verbesserung der Krankheit auch abgesetzt.
Ich bestreite auch nicht, das Verantwortungsvoll umgegangen wird. Aber es wird den Patienten nicht unbedingt geholfen, sondern lediglich ein paar Tabletten verschrieben ohne ein Theraphieangebot. Das ist die aktuelle Situation.

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shardan 18.10.2013, 18:46
88. Wenig verwunderlich...

dass diese z.B. bei Berufsgenossenschaften seit sehr langer Zeit übliche Praxis auch auf KKen übergreift. Bei den BGen wurde mir vor ca 30 Jahren schon ein jahr lang jegliche Zahlung verweigert, weil "noch kein Bescheid" da sei. In der Zeit wurde ich zu insgesamt 8 (!!!) Gutachtern gejagt, es wurde zwanghaft versucht, meine Erkrankung zu negieren. Ich habe nach 10 Monaten dann entnervt einen Anwalt samt Prozessvollmacht eingeschaltet. Es war ein Hohn - jede Entscheidungh wurde bis zum Vorliegen einer Klageschrift hinausgezögert, bis dem Anwalt der Kragen geplatzt ist und der Prozess dann durchgesetzt wurde - dann ging alles ganz schnell. Fazit: Wen die KKen das auch anfangen - bitteschön. Sollte ich in diese Situation kommen, führt mein erster Weg vom Arzt nicht zur Krankenkasse, sondern zum Anwalt.

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elus61 18.10.2013, 19:57
89. warum immer alles gleich verteufeln?

Ich bin selbst Betroffener. Seit Jahren erkrankt, viele Klinikaufenthalte, Psychotherapie, Medikamente etc..
Von meiner Krankenkasse (eine hier häufig kritisierte) spricht alle paar Wochen eine Fallmanagerin mit mir. Ich habe noch nie Druck dabei verspürt und habe ganz im Gegenteil eine Reihe von Anregungen erhalten, die ich z. T. gemeinsam mit dem Facharzt und meiner Therapeutin umsetzen konnte.
Und auch externe "Betriebe" können sehr hilfreich sein. Mein Arbeitgeber arbeitet mit einem solchen Beratungsunternehmen zusammen.
Nach meinem ersten Aufenthalt in einer Akutklinik hieß es: Kann jetzt ambulant weiterbehandelt werden...toll...der nächste Facharzttermin beim Herumtelefonieren in frühestens 6 Wochen (auf dem Land), einen Therapeuten (alle AB, die wenigsten haben zurückgerufen) in ca. 9 Monaten.
Dieses Beratungsunternehmen hat mir einen Facharzt in 48 Stunden, einen Therapeuten in 3 Wochen und einen Fachklinikaufenthalt binnen 5 Wochen besorgt.

Mir hat bisher jeder nur geholfen oder zumindest helfen wollen. Die "größte Bedrohung" war bisher die -telefonisch vorher angekündigte und erklärte- Aufforderung der Krankenkasse eine Reha zu beantragen, die mir geholfen hat und mich zumindest für fast 2 Jahre in den Beruf zurückgebracht hat.

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