Forum: Wirtschaft
Textildiscounter Lesara: Kleider geil
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Ein Cardigan für 8,99 Euro, schnell und frei Haus: Der Online-Shop Lesara treibt den Billigtrend auf die Spitze - und versetzt die Textilbranche in Aufruhr. Die Schnäppchenjagd hat allerdings einen beachtlichen Haken.

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citi2010 02.11.2015, 11:30
40.

Zitat von treime
...kein EU-weites Siegel für "faire Kleidung" gibt, wird das eh nichts. Denn wenn ich die 7,99€ Handschuhe woanders für 29,99€ kaufe, bedeutet das ja leider nicht, dass diese dann "fairer" hergestellt wurden.
Das ist richtig.

Ich weiss allerdings bei wem ich einkaufe - in welchen Läden.

Die geiz-ist-geil Masse ist die gleiche, die nicht kapiert warum die Ausgebeuteten der Welt zu uns drängen. Wie ein anderer schrieb - hängt alles zusammen.

Dem Gründer geht es doch sowieso nur darum, den Laden zu verkaufen an einen größeren. Nach mir die Sintflut.

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_derhenne 02.11.2015, 11:30
41.

Zitat von CommonSense2006
Erstens trägt kein Mensch ein T-Shirt nur ein einziges Mal und sei es noch so schlecht. [...] Zweitens, wieso darf es nicht sein, dass ein (billiges) T-Short so viel kostet wie ein (teures) Brot? Im Mittelalter waren Bücher irrsinnig teuer, heute sind sie spottbillig, Downloads haben sogar noch geringere Produktionskosten. Für Armbanduhren gilt das selbe... Warum bestehen Sie darauf, dass Kleidung teuer und hochwertig sein muss? Richtig ist natürlich, dass die Umwelt dabei geschützt werden muss, aber das ist in allererster Linie die Pflicht der Regierungen in diesen Ländern, entsprechende Gesetze zu erlassen und auf deren Einhaltung auch zu achten.
Zu Erstens: Doch, genau das wird inzwischen gemacht! Ein Teil der Klamotten den die Mädels aus dem Primark schleppen wird sogar NIE getragen, weil man erst hinterher merkt, dass es doch nicht so das wahre ist oder nicht passt. (Warum noch anprobieren, kostet ja eh fast nix?)

Zu Zweitens: Niemand besteht darauf, das Kleidung teuer oder hochwertig sein MUSS. Wir Menschen sollten aber darauf bestehen, dass unsere endlichen, lebenswichtigen Ressourcen geschont werden. Zur Not eben über Zölle.

Zu Drittens: Mit dem Argument können Sie alles rechtfertig. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen, sollen sich halt die anderen drum kümmern. Kurzsichtig ohne Ende. Auch Sie essen den Fisch, der in der Chemiebrühe aus diesen Fabriken schwimmt. Auch Sie tragen Jeans, deren damaliger Sandstrahler schon an Silikose gestorben ist.

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mustafa20 02.11.2015, 11:30
42. Alte, eitle Denkfehler

Menschen in Entwicklungsländern arbeiten meist auf dem Land - in quasi Vorindustriellen Strukturen.
Die Jobs in der Textilindustrie geben ihnen die Chance aus der Armut zu kommen - es ist eine weitere Möglichkeit aus der sie wählen können.
Und sie entscheiden sich für diese Jobs. Nicht weil er toll ist, sondern weil er besser ist, als die Möglichkeiten, die sie vorher hatten.
Es ist zu kurz gedacht diese Läden zu boykottieren - denn nur durch MEHR solche Fabriken in den Entwicklungsländern steigt der Standard.
So wie Hongkong keine Plastikspielzeuge mehr herstellen, weil der Standard gestiegen ist, so wie die Türkei sich nach oben gearbeitet hat, so wie in China durch die Elektroindustrie Millionen Menschen aus der Armut gekommen sind - so ist auch Deutschland nicht aus dem Nichts auf diesen Zustand gekommen, sondern weil Generationen zuvor genau solche Stadien durchlaufen sind, wie es die Entwicklungsländer jetzt tun. Dass Afrika so schlecht da steht hat damit zu tun, dass die Jobs und Investitionen dort eben nicht passieren. Also: nicht boykottieren, sondern kaufen!

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Odinero 02.11.2015, 11:32
43. Blickwinkel

Zitat von ich2010
so. is ja schön. aber was wenn man sich "verantwortung" aber nicht leisten kann?! die nachfrage bestimmt nun mal das angebot. bevor man oberlehrerhaft den zeigefinger hebt sollte man mal darüber nachdenken, dass es genügend menschen gibt, die für kleidung kaum geld übrig haben und gerade mal so über die runden kommen. ne jeans für 250 euro aus bio/fairtrade/allesgut ist da nicht drin!
Sicher ist es richtig, dass es in einem angeblich so reichen Land wie Deutschland, mehr und mehr Leute gibt, die sich Gedanken machen müssen wie sie ihre Euros ausgeben dürfen. Aber genau die sind ja eigentlich nicht die Zielgruppe der Anbieter, denn Menschen mit geringen Einkommen müssen zwangsläufig darauf achten, dass ihre Anschaffungen den nächsten Waschtag oder das Ablaufdatum der Garantie überleben. Schauen Sie sich nur mal die Werbung (schauerlichstes Beispiel hier ZALANDO) dieser Unternehmen an. Die ist nicht ausgelegt den bedauernswerten Hartz IV Empfänger mit zwei Kindern einzukleiden oder zu einem Elektrogerät zu verhelfen. Und wieso muss es denn immer Markenkleidung sein? Hier degradiert man sich doch nur zum Werbeträger irgendeines Unternehmens, welchem Ihre Existenz doch völlig am Ar... vorbeigeht. Oder dient das zur Schaustellen eines Labels der Steigerung des Selbstwertgefühls? Na, das wäre ja sehr traurig.

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hemithea 02.11.2015, 11:32
44. Beispiel Primark

Es ist verrückt. Teilweise stinken die Sachen in Primark so wie mein Chemikalienschrank im Labor, die ich nur mit Handschuhen und im Kittel anfasse. Trotzdem finden sich Menschen, die dort kiloweise Sachen kaufen und diese nicht nur anfassen, sondern auch auf der Haut tragen. Im gleichen Atemzug schreien aber diese Menschen auch "Chemie ist schlecht".

Es erschließt mir nicht, ob ich man solche Klamotten kaufen kann und dass diese Marken so erfolgreich sind.

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cvdheyden 02.11.2015, 11:33
45. Sehr milde ausgedrückt

Zitat von exbb
sind die Kunden. Wer diese Klamotten kauft um ganz egozentrische Wegwerfkleidung zu kaufen und am eigenen Geld zu Lasten anderer Menschen zu sparen, der macht sich nicht weniger schuldig als der Betreiber des Handels. Wir regen uns öffentlich auf um danach dort zu kaufen. Das ist eine Scheinmoral a la USA.
Die Kunden sind nicht nur mitschuldig, SIE sind die eigentlichen Täter durch unterlassen. Unterlassen im Sinne von "Gehirn benutzen".
Die Täter sitzen in Deutschland, es sind nicht diese Firmen, es SIND die Kunden.
So sollte man das definieren.

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konstrukteur 02.11.2015, 11:35
46.

Zitat von mactor2
Ehrlich gesagt lieber Spiegel der Markt macht das. Vielleicht schon mal aufgefallen die Primarks etc. sind immer voll, übervoll mit Menschen/Käufern. Also ist der Markt da. Mit dem ganzen Öko- und Herstellungsproblemen oder Sozialproblemen beschäftigt sich keiner außer die Weltverbesserer. Die können ja woanders kaufen wenn Sie genug Geld haben. Ich werde auch mal auf der Seite reinschauen weil mir persönlich ein guter Preis über alles geht. Wenn es kaputt ist wird was neues gekauft.
diese Markt-liberale Gewäsch- ich kann es nicht mehr hören, wenn ein paar profitieren ist es Markt, wenn der Markt nicht funktioniert (Banken-Krise) wird er gestützt dass ein paar profitieren, wer dieses Gespräch noch glaubt ist Profiteur oder ein Opfer der Bildungsmisere. Was hier passiert ist ein klares Soziopolitisches Problem. Dem Kunden (Opfer der Bildungsmisere) wird suggeriert was er konsumieren muss, da er aufgrund seines Opfer-Status leider nicht das Einkommen hat diese auf nachhaltigem Weg zu tun, kauft er seinem Einkommen entsprechend bei den von Ihnen genannten Wettbewerbern, aber was die die BWL und Markt Ver-herrlicher vergessen, die Rechnung kommt, irgendwann! Es gibt keine Top Qualität die nachhaltig Ressourcen schützt zum Billigpreis. Exemplarisch: AKW's: jahrelang wurde der konkurrenzlos billige Atomstrom angepriesen, weil Rückbauten nicht in die Stromkosten kalkuliert waren bzw. die Laufzeiten irrational lang als Abschreibungsdauer definiert. Das wird im Nachgang bezahlt, WICHTIG: es wird bezahlt. Zu hoffen gilt nur das diese Dinge mit Geld dann noch zu reparieren sind, oder Befürworten Sie dann die Millionen Flüchtlinge die zu uns kommen weil unser Wasser WIEDER sauber ist?

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vrdeutschland 02.11.2015, 11:37
47. Ganze 12 Kommentare

hat es gebraucht...
"In Deutschland sind die Menschen SO arm, daß sie nur bei Primark und Kik kaufen können"...
Man liest immer den gleichen Unsinn.
Mein Vater war leitender Angestellter eines großen Unternehmens und der Mercedes stand immer perfekt gewartet und vollgetankt vor der Tür. Aber die Klamotten wurden von größeren Geschwistern , von größeren Nachbarskindern etc. aufgetragen. Da gab´s nichts zu diskutieren. Und es wurde auch kein Essen einfach so weggeworfen. Und technische Artikel nutze man, wenn sie "durch" waren (Kühlschrank, Fernseher etc.) und nicht, wenn ein lächerliches Label einem vorgaukelt, daß man in 10 Jahren 100g Co2 spart. Aber wenn ich mir so anschaue, wer so mit Primark-Tüten rumläuft...
Vielleicht mal sich den Grundsatz der Aldi-Brüder vor Augen führen : "zu uns kommen die Leute, die rechnen müssen und die rechnen können". Beim letzten hapert´s bei den meisten...

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wernerz 02.11.2015, 11:40
48. Was ist dumm?

Zitat von INGXXL
Der Käufer ist nicht dumm sondern denkt wirtschaftlich und kauft dort wo er meint das meiste für sein Geld zu bekommen. So funktioniert die Marktwirtschaft
Ob der Käufer nicht dumm ist, wie Sie meinen, unterliegt der jeweiligen Betrachtungsweise des Einzelnen. Marktwirtschaft kann sicherlich unter anderen Prämissen funktionieren, indem man anstatt des reinen Preisdenkens auch andere Kriterien zugrunde legt. Dies erfordert allerdings einiges an Nachdenken und ist natürlich weit weniger einfach als das "Geiz ist geil-Denken", welches vordergründig den optimalen Vorteil verschafft.

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schwallofix5000 02.11.2015, 11:40
49. Der Teufelskreis des Billiglohns

Wenn man 10 mio Menschen mit billiglöhnen abspeist, (in Deutschland) schauen die halt das sie sich trotzdem etwas "luxus" leisten können. Wer wenig hat muss billig kaufen so einfach ist das. Viel schlimmer als Lesara, finde ich die Unternehmen die billig produzieren und teuer verkaufen. Siehe Apple, Adidas usw... Da ist Lesara "ehrlicher" in meinen Augen.

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