Forum: Wirtschaft
Toll Collect: Mautfirma stellte dem Bund 300 Millionen Euro zu viel in Rechnung
DPA

Ein Geheimgutachten von Wirtschaftsprüfern belastet den Mautbetreiber Toll Collect: Nach SPIEGEL-Informationen hat das Konsortium überhöhte Rechnungen gestellt - zum Schaden der Steuerzahler.

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gerd-wiederwald 10.02.2018, 11:56
10. ppp

ist es denn wirklich so schwer für Politiker und Beamte und sonstige Entscheider der öffentlichen Verwaltung zu begreifen, dass die angepriesenen PPP-Modelle statt seitens der Anbieter vollmundig ausgeführter Vorteile allein zu erhöhten Kosten/Ausgaben für Bürger/Steuerzahler führt.

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kraus.roland 10.02.2018, 12:19
11. Schweinereien gehören vor Gericht..

..und die Höflichkeit der Kommentatoren in den Orkus! Es kann nicht genug auf die Mitverantwortung der Wähler - zumal der bayerischen - hingewiesen werden, die den verfassungsuntreuen Durchstechereien der verantwortlichen Minister mit skandalöser Unempfindlichkeit gegenüberstehen. Da sie die eigentlich Geschädigten sind, steht wohl ihr Geisteszustand, ganz gewiss ihre moralische Kompetenz zur Diskussion.

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gerd-wiederwald 10.02.2018, 12:31
12. das gilt wohl für die Mehrzahl der PPP-Modelle

wann erkennen endlich verantwortungsvolle Politiker, Beamte und sonstige Entscheider der öffentlichen Verwaltung, dass die seitens der Anbieter vollmundig angepriesenen PPP-Modelle den Bürger/Steuerzahler nicht nutzen, sondern vielmehr allein den Nutzen der Anbieter erhöhen - bitte einmal rechnen!

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sven2016 10.02.2018, 12:45
13.

... und die Auseinandersetzungen ziehen sich lange Jahre ergebnislos hin.

Das Ganze kann vertragsgemäß vom Bund übernommen werden. Danach sind Schadenersatzansprüche allerdings vermutlich erledigt, da nicht mehr einklagbar.

Manche Vertragskonstrukte erscheinen vorsätzlich zum Betrügen zu ermutigen. Waren deshalb die Verträge geheimzuhalten? Schlau.

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haareschüttler 10.02.2018, 13:53
14.

Zitat von gerd-wiederwald
ist es denn wirklich so schwer für Politiker und Beamte und sonstige Entscheider der öffentlichen Verwaltung zu begreifen, dass die angepriesenen PPP-Modelle statt seitens der Anbieter vollmundig ausgeführter Vorteile allein zu erhöhten Kosten/Ausgaben für Bürger/Steuerzahler führt.
Es ist zwar ausgesprochen nett und menschenfreundlich, wenn Sie den betreffenden Beamten und Politikern zugutehalten, dass diese den angesprochenen Fakt nicht begreifen... ...nur leider auch sehr naiv.
An entsprechender Stelle weiß man sehr wohl, was da passiert aber nimmt es billigend in Kauf. Allein den etwas niedriger angesiedelten Beamten könnte man zugute halten, dass in diesen Fällen bürgergerechtes Arbeiten zu massiven Einschränkungen in den Karrieremöglichkeiten führen würde. (siehe z.B. Steuerermittler in Hessen und NRW)

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wiseguyno1 10.02.2018, 14:11
15. Ja und?

Zitat von kein_Journalist_2018
Wenn die Journalisten Einblick in die Unterlagen hatten, warum haben Sie dann nicht berichtet, dass der Bund 1.700 Mio in 11 Jahren nicht bezahlt hat. Die Richter haben die Wirtschaftprüfer angewiesen alle Errichtungskosten für das System wegen der Verspätung aus den Rechnungen zu streichen und dass alle Güter die gekauft wurden bereits ab 2003 abzuschreiben sind, selbst wenn diese Güter erst 2005 genutzt wurden. Warum prüfen die "Journalisten" nicht einmal, warum der Bund über seine Anwälte den Strafverteidiger des ehemaligen Toll Collect Mitarbeiters bezahlt, der die Behauptung des Betruges gemacht hat.
Macht dies die "Falschabrechnung" von Toll-Collect damit 'besser' oder gar 'ungeschehen'? Ergibt zweimal Unrecht etwa Recht?

Ich kann einfach nicht verstehen, wie diese (bei fast jedem Thema stets reflexhaft auftauchende) Kindergartenrelativierung des "Rabäh, die Anderen aber auch!" eigentlich bewirken soll ...?

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spmc-12355639674612 10.02.2018, 14:36
16. Es ist höchste Zeit,

sich des Betreiberkonsortiums "Toll Collect" zu entledigen. Eigentlich hätte es dieses Konsortium nie geben dürfen. So etwas kommt heraus, wenn man hoheitliche Aufgaben privatisiert. Erinnert an die Zollpächter aus der Zeit von Jesus.

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ansv 10.02.2018, 15:19
17.

Zitat von kein_Journalist_2018
Wenn die Journalisten Einblick in die Unterlagen hatten, warum haben Sie dann nicht berichtet, dass der Bund 1.700 Mio in 11 Jahren nicht bezahlt hat. Die Richter haben die Wirtschaftprüfer angewiesen alle Errichtungskosten für das System wegen der Verspätung aus den Rechnungen zu streichen und dass alle Güter die gekauft wurden bereits ab 2003 abzuschreiben sind, selbst wenn diese Güter erst 2005 genutzt wurden. Warum prüfen die "Journalisten" nicht einmal, warum der Bund über seine Anwälte den Strafverteidiger des ehemaligen Toll Collect Mitarbeiters bezahlt, der die Behauptung des Betruges gemacht hat.
Gegenfrage: Warum werden Verträge nicht so klar formuliert, dass es solcherlei Betrug und Gegenbetrug gar nicht gibt? Vielleicht, weil es gar zu verlockend ist, sich aus der öffentlichen Hand zu bedienen und der mögliche Profit das Verlustrisiko allemal rechtfertigt?

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fred_m 10.02.2018, 15:22
18. Der wichtigste Vorteil der PPP-Modelle wird immer verschwiegen

Zitat von gerd-wiederwald
wann erkennen endlich verantwortungsvolle Politiker, Beamte und sonstige Entscheider der öffentlichen Verwaltung, dass die seitens der Anbieter vollmundig angepriesenen PPP-Modelle den Bürger/Steuerzahler nicht nutzen, sondern vielmehr allein den Nutzen der Anbieter erhöhen - bitte einmal rechnen!
Die PPPLösungen haben den großen Vorteil, dass die - stark erhöhte - Kosten in die Zukunft verschoben werden. Die jetzigen Politiker können sich mit den geringeren sofortigen Kosten und eventuell sogar einer "schwarzen Null" rühmen. Irgendein Nachfolger muss sich mit den Rechnungen auseinandersetzen und die Verursacher haben dann schon längst einen gutbezahlten Aufsichtsratsitz.

Das ist auch der Grund, warum die Inhalte von PPP-Verträgen GRUNDSÄTZLICH geheim sind. Der Steuerzahler könnte sonst zu leicht herausfinden, wie er vera.... wird.

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larsmach 10.02.2018, 15:43
19. Hört endlich auf, natürliche Monopole zu "privatisieren"!

Abwassernetze, Hochspannungstrassen, Abfallentsorgung usw. usw. - man reibt sich die Augen ob der grassierenden Unsitte, natürliche Monopole der Grundversorgung in private Hände zu legen, wozu auch ein monopolistisches Maut-System gehört (oder wird Maut parallel durch konkurrierende Unternehmen eingezogen!?). In Frankreich verdienen private Eigentümer von Autobahnen mehr als 20-24% Rendite in Zeiten niedrigen einprozentigen Wirtschaftswachstums (siehe http://www.spiegel.de/auto/aktuell/maut-in-frankreich-autobahnbetreiber-erhoehen-gebuehren-a-996583.html).
So dürfen Bürger ein Fünftel (!) mehr zahlen als Betrieb und Instandhaltung solcher Grundversorgung eigentlich kosten!

Die Unsitte hat meines Erachtens mit der kurzen Dauer von Amtsperioden und fehlendem Nachhaltigkeitsdenken in Politik und Management großer Unternehmen zu tun: Eine Gemeinde besitzt einen Vermögensgegenstand im Wert von 100 Millionen (z.B. Abwassersystem). Diesen verkauft eine Regierung plötzlich und wähnt, "100 Millionen Einnahmen" erzielt zu haben und gibt den Betrag mit der üblichen Kreativität aus - tatsächlich aber hat man bereits vorhandenes (Sach-)Vermögen in Geld getauscht und das dann binnen kurzer Zeit verkonsumiert! Das betrifft auch "Sale and lease back"-Geschäfte (auf ewig steuerfinanzierte Mietkosten für ein Rathaus/Schwimmbad usw., die der Gemeinde vorher gehört haben!).
Ähnliches kann auch in der Privatwirtschaft beobachtet werden, beispielsweise wenn Autohersteller plötzlich massenhaft Mietwagen (neudeutsch: "Leasingautos") mit geliehenem Geld produzieren und angestellte Manager sich für den höheren Absatz durch Boni belohnen lassen. Da werden dann Restwerte "sehr optimistisch" angesetzt, um Leasingraten so absurd niedrig zu halten, dass bald (eigentlich) teure "Premium-Fahrzeuge" den Markt trotz stagnierender oder gar sinkender Reallöhne überfluten, und bei einem Schulden-Crash wie 2008 ein Unternehmen wie BMW dann im Kanzleramt nachfragen muss, ob es unter den Rettungsschirm der Regierung könne... Der Profiteur solchen Handelns kippt einem Nachfolger die Konsequenzen also vor die Füße - so lautet das allgemeine Prinzip!

Prinzip und Motivation hinter all diesen Fällen sind dieselben: Es scheint sich um mangelnde Disziplin und Ungeduld zu handeln, die Menschen immer wieder zu so einem Verhalten treiben. Kosten "einfach sparen", viel Geld "schnell verdienen", Schönes "sofort haben" - als gälten Grundregeln von Logik und Mathematik nicht mehr.

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