Forum: Wirtschaft
Top-Managerinnen in der Türkei: "Frauen haben es einfach, Karriere zu machen"
ifatolye.com

Deutschland diskutiert die Frauenquote - die Türkei ist da schon weiter: Ausgerechnet in dem islamischen Land haben Managerinnen mächtige Chefposten erobert. Was läuft anders in der Boom-Region am Bosporus?

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mohrrübe 23.12.2012, 11:39
100. naja

Zitat von newliberal
von den vier Frauen in der Fotostrecke sind zwei Töchter/Erbinnen, als Schickedanzüs. Der Artikel versucht die Türkei als modernes Boomland zu verkaufen und so die unterschwelligen Ängste der deutschen Bevölkerung gegen eine weiteren EU-Beitritt mit allen Folgen zu besänftigen. In letzter Zeit wird man durch die MSM mit solchen Artikeln geradezu bombadiert. Fairerweise wird im letzten Absatz doch noch ein wenig auf die tats. Verhältnisse eingegangen.
Der Artikel sagt aber auch nicht, dass insgesamt vier Frauen in der Türkei in Führungspositionen seien, sondern "Nach einer Umfrage des World Economic Forums [...] zwölf Prozent der Vorstandsmitglieder in der Türkei weiblich." sind. Und dass das Land damit zusammen mit Norwegen den zweiten Platz belegt.

Sie lesen Artikel so, wie sie in altmodische christlich-demokratische Denkschemata passen. Aber die Welt ändert sich. Sie sollten Ihre Ansichten den aktuellen Gegebenheiten anpassen.

Dieses betonkopfartige CDU-Denken, das in allem und jedem "Türkei nicht in die EU" hineinliest und daher oft zu lächerlichen Schlussfolgerungen kommt, gibt es in der Türkei zum Glück nicht. Die Türkei ist da viel flexibler und nicht so betonkopfartig. Deshalb war es auch möglich, dass die Türkei den Sprung von einer rückständigen Agrarwirtschaft in eine technologie- und serviceorientierte Wirtschaft wahnsinnig schnell vollzogen hat, wie De Voge im Artikel angibt, obwohl die Türkei den Anschluss an die Industrialisierung erst Mitte des 19. Jahrhunderts also viel zu spät gesucht hatte, in Europa war dagegen das frühe 18. Jahrhundert der Beginn der Industrialisierung.

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mohrrübe 23.12.2012, 12:04
101. türkische Hitec-Produkte?

Zitat von neu_ab
Interessant. Vielleicht haben Sie mal ein paar Beispiele für die mächtige türkische Industrie? Was wird denn so hergestellt? Computerchips? Autos? Maschinen oder anderer Hi Tech? Mir will, ausser ein paar gedosten Gemüseprodukten einfach nicht zu dem Thema einfallen.

ach Kalle, machn bier uff und setz dich hin. gedoste Gemüseprodukte sehen doch wirklich anders aus:

BEKO -Deutschland GmbH

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phantom-x 23.12.2012, 18:10
102. Aufwachen bitte...

Zitat von neu_ab
Interessant. Vielleicht haben Sie mal ein paar Beispiele für die mächtige türkische Industrie? Was wird denn so hergestellt? Computerchips? Autos? Maschinen oder anderer Hi Tech? Mir will, ausser ein paar gedosten Gemüseprodukten einfach nicht zu dem Thema einfallen.
Beko wurde ja schon benannt, hier noch einige weitere Firmen zu Ihrer Info, da Sie ja wohl nicht ganz auf dem neuesten Stand sind:

Karsan
Roketsan
Tülomsa
Arçelik - Arçelik means novelty

und wenn Sie aktuelle Produkte der Marken Grundig oder Telefunken besitzen, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese in der Türkei gefertigt wurden!

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grana 24.12.2012, 11:50
103.

Zitat von phantom-x
Beko wurde ja schon benannt, hier noch einige weitere Firmen zu Ihrer Info, da Sie ja wohl nicht ganz auf dem neuesten Stand sind: und wenn Sie aktuelle Produkte der Marken Grundig oder Telefunken besitzen, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese in der Türkei gefertigt wurden!
Konsumprodukte, nicht mal besonders hochwertige, Industrieprodukte, nicht auf der Höhe der Zeit.
Aber, das ist auch nicht schlimm, schlimm wird es, wenn man damit angeben will. Produkte werden auch im Regenwald zusammengeschraubt, es kommt darauf an, ob ein Land alleine in der Lage ist soetwas auf die Beine zu stellen.
Nun zu den TOP Managerinnen, das sind Familienangehörige, die haben den Posten nur, weil die Familien andere nicht vertrauen.
Wirtschaftswachstum und Frauenquote bewegen sich immer in entgegengesetzte Richtung, siehe Frankreich und Italien, siehe dagegen Deutschland und China.
Was lernen wir daraus?
Wenn wir auch zukünftig wettbewerbsfähig sein wollen, ja sogar einen Wettbewerbsvorteil zu haben, sollten wir alles dafür tun, dass es keine Quotenfrauen in deutschen Unternehmen gibt. Wer was kann, der kommt schon Heute auf die entsprechenden Posten.

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Backslider 24.12.2012, 13:41
104.

Zitat von panzerknacker51
... die Männer sind zu sehr mit dem Beten beschäftigt.
Wenn ich in Dubai am Flughafen bin und Rat brauche, wen frag ich?
Einen der Scheichs die da rumsitzen mit Mobils und Sonnenbrillen?
Nein, unglaublich aber wahr, eines von denen mit Kopftuch bedeckten Wesen, weil die haben die Ahnung, die können den PC bedienen, die wissen es wo es lang geht!!!!
Die Vögel sind doch nur gut zum Frauen zu unterdrücken, weil die selbst nix auf die Reihe bringen und das kompensieren müssen! Diese Typen sind einfach lachhaft!!
....und DAS ist in jedem muslimischen Land so, das ich kenn!!!!

Der Macho

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mohrrübe 24.12.2012, 14:20
105. Cdu

Zitat von grana
Konsumprodukte, nicht mal besonders hochwertige, Industrieprodukte, nicht auf der Höhe der Zeit. Aber, das ist auch nicht schlimm, schlimm wird es, wenn man damit angeben will. Produkte werden auch im Regenwald zusammengeschraubt, es kommt darauf an, ob ein Land alleine in der Lage ist soetwas auf die Beine zu stellen. Nun zu den TOP Managerinnen, das sind Familienangehörige, die haben den Posten nur, weil die Familien andere nicht vertrauen. Wirtschaftswachstum und Frauenquote bewegen sich immer in entgegengesetzte Richtung, siehe Frankreich und Italien, siehe dagegen Deutschland und China. Was lernen wir daraus? Wenn wir auch zukünftig wettbewerbsfähig sein wollen, ja sogar einen Wettbewerbsvorteil zu haben, sollten wir alles dafür tun, dass es keine Quotenfrauen in deutschen Unternehmen gibt. Wer was kann, der kommt schon Heute auf die entsprechenden Posten.
Eigentlich kommt es gar nicht darauf an, "ob ein Land allein in der Lage ist, so etwas auf die Beine zu stellen", sondern was man selbst in der Lage ist, auf die Beine zu stellen. Was haben Sie denn z.B. bisher hergestellt? Ich selbst bin Ingenieur und in der Tat mit der Herstellung solcher Waren beschäftigt. Selbst nichts leisten aber "über ein Land lästern", das ist das allerpeinlichste. "Ein Land" leistet nichts, die Menschen im Land tun es. und in der Tat irren Sie total, wenn Sie in der Türkei nur an Zusammenschrauben glauben. Hinterm Browser kann man mit seinem Betonkopf alles behaupten, in der Tat handelt es sich nicht um "nicht hochwertige" Waren. Bekos Testergebnisse sind ja für alle sichtbar. und die Raketenherstellung kann es sich niemals leisten, nicht hochwertig zu sein. Man muss auch kein Ingenieur sein, um den Tatsachen ins Auge zu sehen, es reicht, auf Niveau der dritten Klasse denken zu können, um festzustellen, dass es sich nicht um ein bloßes Zusammenschrauben in der Türkei handeln kann, allein schon deshalb, weil Grundig nicht etwa Aufträge an die Türkei vergibt, sondern von der Koc-Gruppe gleich ganz aufgekauft wurde und heute türkisch ist. Sie nennen das Zusammenschrauben und brauchen solche Falschbehauptungen anscheinend für Ihr Ego. Besser ist, die Augen aufzumachen und der Scheinwelt, in der man sich anscheinend so wohlfühlt, adieu zu sagen. Je flexibler man sich dem sich rasant ändernden Umfeld anpasst, desto erfolgreicher wird man selbst im Leben.

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Martinaalanya 26.12.2012, 13:28
106. hier könnte Ihre Werbung stehen

Generell finde ich es ziemlich peinlich, mit welchen Vorurteilen und Dumpfbacken-Meinungen hier um sich geworfen wird, insbesondere von Personen, die ganz offensichtlich - wenn überhaupt - nur 14 Tage All-inklusive an der Türkischen Riviera verlebt haben und sich vor allem dafür interessiert haben, ob es Bier bis 23 oder 24 Uhr an der Poolbar frei gibt.... warum eigentlich fangen soviele Deutsche sofort an zu geifern und zu giften, wenn es um die Türkei geht? Immer noch das "Türken-vor-Wien-Syndrom"?

Der Artikel ist allerdings sehr tendenziös, das muss ich dazu sagen. Gerade die in der Fotostrecke genannten Damen sind sicher nicht als Vorzeigemanagerinnen geeignet, da sie in höchste Kreise hineingeboren wurden und ihr Lebensweg praktisch vorprogrammiert wurde. Und ein Unternehmen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern so darzustellen, als sei es ein Gemüseladen, wo der Inhaber Ali nur die Wahl hat zwischen Tochter Güler und "einem externen", ist schon besonders perfide...

Was die Berufswelt angeht, ist die Türkei hier extrem zweigeteilt: WENN die Mädchen eine gute Schulbildung erhalten, das Gymnasium abschliessen und studieren, dann bleiben sie in den meisten Fällen NICHT zuhause sitzen - im Gegenteil: in meinem Bekanntenkreis gibt es nicht eine Frau mit guter Ausbildung, die mit den Kindern zuhause hockt. Ach ja, da sind auch einige sehr resolute und intelligente Damen mit Kopftüchern dabei!

Warum das so ist? Schulbildung in der Türkei kostet Geld. Viel Geld. Sei es für die private "Etüd" oder "Dershane", wo die Kinder neben der staatlichen Schule hingehen, oder für die privaten Schulen und Universitäten. Das kostet und wird nicht so einfach über Bord geworfen. Die andere Seite sind die "einfachen Leute", wo eben das Geld nicht reicht für eine Ausbildung der Kinder. Oder aller Kinder - und dann wird im Zweifelsfall der Sohn gefördert, das ist allerdings wahr. Halbtagesstellen sind so gut wie unbekannt, also heisst es für die Frauen dann meist: entweder oder. Und wenn sie sich für den Beruf entscheidet, dann hat sie weitaus bessere Chancen voranzukommen, als in Deutschland.

Darüberhinaus ist das gesellschaftliche Klima sehr viel familienfreundlicher. Keine Mutter ist eine "Rabenmutter", weil sie ihre Kinder im Kindergarten hat oder von einer Nanny bzw. Familienmitgliedern betreuen lässt. Keine "Karierrefrau" wird schief angesehen, weil sie sich eine Putzfrau oder gleich eine Haushälterin leistet... Als ich vor 12 Jahren in die Türkei kam, gab es in unserer Stadt genau 1 privaten Kindergarten, geführt von einer Deutschen. Heute gibt es weit über 30, davon 3 staatliche - auf eine Einwohnerzahl von ca. 150.000. Viele Restaurants haben übrigens nicht nur separate Kinderräume, sondern auch gleich noch Aufsichtspersonal dazu. Private Kindertagesstätten sind einigermaßen bezahlbar, sodass man als Mutter den Kopf frei hat zum Arbeiten.
Die genannten Spitzemanagerinnen sind sicher ein schlechtes Beispiel, man hätte sich da besser umgesehen unter den "normalen" Unternehmerinnen, chefinnen und Geschäftsfrauen der Mittelklasse....

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kasp4 10.02.2013, 18:19
107. Wer hätte das gedacht...

Ich muss sagen, ich war sehr überrascht, als ich diesen Artikel gelesen haben - Top-Positionen, Quotenfrauen, Betriebskindergärten? Das sind alles Schlagwörter, über die bei uns in Österreich nur diskutiert wird, aber kaum etwas wird umgesetzt.

Es gibt zwar immer wieder mal kleiner Aktionen von Frauengruppen oder Kampagnen der Arbeiterkammer, die sicher sinnvoll sind, aber dennoch kaum Gehör finden. (z.B.: http://gleichbehandlungscheck.arbeiterkammer.at/)

Ich finde es sehr spannend, unsere Situation im Bereich der Gleichstellung Frauen mit einem Land zu vergleichen, von dem die meisten Menschen eher ein frauenfeindliches Bild haben.
Diese Fakten rütteln auf jeden Fall auf und ich denke auch, dass ich mich ein wenig eingehender mit der Situation beschäftigen werde - nicht nur bei uns.

Lg, Kathrin

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Martinaalanya 31.08.2013, 19:25
108. ...

der Hinweis auf den Familienclan passt nur bedingt, denn die genannten sind wirklich "Clans" - da muss man nicht auf das Mädchen zurückgreifen, weil es niemanden sonst gibt. Alle haben sich auch anderswo bereits ihre Sporen verdient, bevor sie ins Familienunternehmen zurückgekommen sind. Und dass Sabanci (übrigens eine vom Prinzip her eher dem Religiösen zugeneigte Familie, im Gegensatz zum Koc-Clan) in den Vorstand bei Siemens berufen wird, lässt sich mit Familienclan nicht mehr wirklich erklären - eher mit Vitamin B... aber das nutzen auch Männer ganz gerne und nicht nur in der Türkei.

Eine Erklärung ist eher, dass in D eine höhere Schulbildung eher Standard ist als hier - wenn ein Mädchen die Schule und die (sehr teure, auch wenn staatlich) Uni durchzieht, dann will sie in der Regel auch arbeiten, wenn sie arbeitet, ist selbstverständlich, dass sie voll arbeitet, Teilzeit ist fast unbekannt. Eine "Doppelbelastung" gibt es ab Managementebene ohnehin nicht, denn dann ist eine Haushaltshilfe und/oder Nanny Standard.

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