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Tory-Wahlsieg in Großbritannien: Mit Cameron ist nicht viel Staat zu machen
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Alle reden über den Brexit - aber viel bedeutender als das geplante EU-Referendum ist ein anderes Projekt der britischen Regierung: Die Staatsquote soll weiter sinken. Großbritannien wird den USA ähnlicher als dem Rest Europas.

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weltbetrachter 11.05.2015, 12:21
1. Blase platzt - und dann ...???

Wenn die Immobilienblase platzt dann ist die EU wieder gut genug um marode Banken, Fonds und Spekulanten mit Geld aus Brüssel zu retten. Dann aber müssen wir denen auch die "lange Nase" zeigen. Nur glauben tu ich das nicht.

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Sachsen 11.05.2015, 12:28
2. Zur Immobilienblase:

Bis Freitagmorgen gingen bei einem Immobilienmakler Immobilien im Grossraum London im Wert von 30 Mio. GBP ueber den Tisch, zwei Drittel davon Investoren aus dem Ausland. Zweitens, die Immobilienpreise steigen nur im Suedosten, weil die meisten nunmal in London arbeiten und nicht vier Stunden am Tag im Zug sitzen wollen. Drittens, die Ghettoisierung im Grossbritannien setzt sich immer weiter fort. Die Weissen wollen unter sich bleiben und die Mittelschicht will, dass ihre Kinder ordentliche Schulen besuchen. Deswegen ziehen sie in die Einzugsgebiete von Grundschulen, die Einzugsgebiete werden von Jahr zu Jahr immer kleiner und treiben dabei die Hauspreise in die Hoehe.

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FlinxDE 11.05.2015, 12:34
3. EU rettet britische Banken?

Zitat von weltbetrachter
Wenn die Immobilienblase platzt dann ist die EU wieder gut genug um marode Banken, Fonds und Spekulanten mit Geld aus Brüssel zu retten. Dann aber müssen wir denen auch die "lange Nase" zeigen. Nur glauben tu ich das nicht.
Die Frage ist, ob EU-Banken in britischen Immobilienfonds investiert haben. Wenn ja, ist die EU-Bankenaufsicht tatsächlich nichts wert. Aber ich glaube, dass das v.a. ein britisches Phänomen sein wird.

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blurps11 11.05.2015, 12:39
4.

Zitat von Brutella
Weniger Staat bedeutet mehr Wohlstand für alle die wollen und natürlich mehr Grund zum Barmen für alle die sich gern von anderen rundumverwöhnen lassen wollen.
Da sagen die Zahlen aus dem Vereinigten Königreich aber anderes. Die überwiegende Mehrheit hat von den "Reformen" nicht profitiert.

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FlinxDE 11.05.2015, 12:41
5. Auf Sand gebaut

Und mit Sand meine ich die eng miteinander verbandelte Immobilien- und Finanzwirtschaft. Das was die Briten mit Cameron als wirtschaftlichen Aufschwung zu verkaufen versuchen, sind im wesentlichen gestiegene Immobilienpreise und Gewinne der in der "City of London" angesiedelten Finanzbranche.

Nur kommt von diesem "Aufschwung" bei den meisten Bürgern kaum etwas an. Wenn der Wert des Eigenheims steigt, kommen die Leute allenfalls günstiger an Hypothekenkredite. Die Gewinne der "City of London" kommen nur einer schmalen Elite zugute. Die Steuereinnahmen stagnieren seit langem und das Vereinigte Königreich hat deshalb eines der größten Haushaltsdefizite in Europa.

Wenn die Immobilienblase platzt, wird es für viele Briten knüppelhart kommen, da die inzwischen weggekürzten sozialen Sicherungssysteme nicht mehr greifen werden. Dann werden deren mitleidige Blicke gen Europa auch ein Ende haben. Zumindest kann die Mehrheit der Wähler nicht behaupten, die anderen wären Schuld gewesen. In ihrem verblendeten Nationalstolz haben die Briten ihr eigenes Elend selbst gewählt.

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NilsOle 11.05.2015, 12:49
6. Stimmt...

Die Erfolgsgeschichte der Privatisierung der Deutschen Bahn ist erleuchtendes Beispiel in dieser Beziehung. Außerdem kann Privatisierung im Bildungssektor, am Beispiel USA und Großbritannien, bestens dazu dienen Privilegien zu fördern wo Sie hingehören. Danke!

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objektiver_beobachter 11.05.2015, 12:52
7. Preise in London

Naja, ob die Immobilienblase am Ende platzt, wird sich dann zeigen. Also hier sind die Preise für Wohnungen in London extrem gestiegen, aber es ist auch ein Verkäufermarkt und schon immer so.

Alle 10 Jahre steigen die Preise um 50% und das schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Es stimmt auch, dass mittlerweile aus 10 Immobilien in UK, eine über £1Mio wert ist.
Cameron hat das damals alles noch befeuert, weil er wollte, dass sich viele Briten ein Haus leisten können, aber in Wahrheit Leben kaum noch Briten in London. Die ziehen alle in die Vororte, wie z.B. in den Osten, wobei dort nach dem Canary Wharf (2. Bankenviertel von London) entstand, auch wieder alles teurer wird.

Auch sind unter Cameron die Food Banks auf 980.000 gestiegen und Social Housing wird auch immer mehr ein Problem, da viele davon privatisiert werden. Von der NHS will ich gar nicht anfangen, die kostet pro Woche £2Mrd.
Da muss man aber Cameron in Schutz nehmen, denn Labour wollte die noch mehr kürzen, zumindest haben sie das vor der Wahl versucht.

Die beiden sind sich in vielen Sachen ähnlich und deswegen wurde auch die SNP gewählt. Die kann man in D eher mit der Linken vergleichen.

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MatthiasSchweiz 11.05.2015, 12:54
8.

Wenn Cameron all seine Pläne durchsetzt, wird das den totalen sozialen Bankrott des Landes bedeuten. Zusammenhalt ade. Gut, gibt es die Massenüberwachung...

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pingjong 11.05.2015, 12:57
9.

2. Weiter so
Brutella heute, 12:27 Uhr
Sehr gut, dass die Staatsquote nach unten gedrückt wird. Kann man nur auch in D weiter empfehlen. Man hat es ja mit Kanzler Schröder gesehen was das bewirkt wenn es gemacht wird: Das Land blüht, im Gegenteil zu Frankreich, das die Staatsquote bis zum Irrsinn erhöht hat. Weniger Staat bedeutet mehr Wohlstand für alle die wollen und natürlich mehr Grund zum Barmen für alle die sich gern von anderen rundumverwöhnen lassen wollen....

Ich frage mich wo unter Gerhard Schröder unser Land aufgeblüht sein soll???? Das lag wohl weniger an seiner Politik. Und die Folgen seiner Politik und seinen Hartz Reformen sehen wir doch erst heute... Nämlich dass die Schere zwischen Arm und Reich größer geworden ist und Reich immer Reicher wird und es kaum noch eine auskömmlich verdienende Mittelschicht existiert. Naja und der Gerhard hat ja auch gut für sich selbst vorgesorgt..was für ein Vorbild?! und ich hoffe nur dass im großartigen UK niemals die Blase für Immobilien platzt, da die sonst ein richtig dickes Problem haben so absolut abhängig von der Finanzbranche

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