Forum: Wirtschaft
Trend zur Energie-Autarkie: Familie Schmitt macht es sich selbst
Horst Schmitt

Eine Familie wagt, wovor Energiekonzerne zittern: Sie erzeugt ihren Strom überwiegend selbst. Nicht weil sie der Umwelt helfen will, sondern weil es sich rechnet - dank einer billigen Batterie.

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el_jefe 01.01.2015, 17:12
1. Der Herr kann schlecht rechnen

Bei einem jährlichen Ersparnis von EUR 1680,- wird sich seine Anlage EUR 31.000 teuere Anlage erst in ca 18-1/2 Jahre amortisiert haben. Bis dahin wird er seine Batterien auch mehrmals erneuern müssen, was zusätzlich kosten wird. Außerdem braucht sein Blockheizkraftwerk Gas zum feuern, was auch Geld kostet.

Mich wundert, dass eine 4-köpfige Familie es schafft, 7.500 kWh Strom jährlich zu verbrauchen. Ohne Wäschetrockner geht es auch.

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thunderstorm305 01.01.2015, 17:15
2. Lohnt sich das tatsächlich?

Leider wird im Artikel nicht genannt, wie viele Jahre man benötigt damit sich die Anlage rentiert? Wird das der Investor noch erleben, oder erst seine Kinder? Bei 31000€ Investitionssumme ist das schon eine berechtigte Frage. Wie sieht es mit dem Austausch der Batterie aus und wann muss die gesamte Anlage überholt werden? Und dass viele in ihren Mietswohnungen gar nicht die Möglichkeit haben diese Technik zu verwenden, steht außer Frage. M.E. aber das ganze ist schon eine höchst zweifelhafte Investition. Wenn man das als Hobby betrachtet oder sein ökologisches Gewissen damit zeigt, ist das durchaus sinnvoll. Wer mit seinem Geld rechnen muss mag darin keinen Trend erkennen.

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ingenör79 01.01.2015, 17:25
3. Das gabs schon vor Jahrzehnten

Waren vor Jahren mal mit einer befreudeten Familie auf einer Skihüte. Die hatte auch Eigenvorsorgung, Baujahr 1964. Was unsere Weiblichkeit, 2 Frauen und 4 Mädchen, genervt hat, der Generator reichte immer noch für einen Fön. Das mag heute besser sein. Größere Blockheizwerke die eine ganze Siedlung versorgen sind sicherlich wirtschaftlicher.

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Mr. Gutter 01.01.2015, 17:25
4.

Wenn alle so handlen würden, läge der Grundbetrag für den Strom irgendwann bei 100€/mon.
Die Leitungen und Bereitstellung müssen halt auch irgendwie bezahlt werden.
Nur bei Spitzenlast den Strom vom Kraftwerk saugen frü 8€ Bereitstellungskosten geht nur, wenn es nur wenige machen..

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karlito69 01.01.2015, 17:29
5. Rentabilität?

Aus meiner Sicht ist die Rentabilität dieser Investition zum jetzigen Stand schwierig einzuschätzen. Einerseits gebe ich meinen Vorrednern Recht. Bei einer jährlichen Ersparnis von 1680 € dauert es bei einer anfänglichen Investitionssumme ca. 18 Jahre bis sich das Ganze rechnet. Hinzu kommt, dass alte Anlagen irgendwann auch mal ersetzt werden müssen und der gute Herr die 31000 € über diesen Zeitraum auch hätte anlegen können (ich weiß niedrige Zinsen momentan).
Andererseits werden die Strompreise mit Sicherheit in den nächsten Jahren weiter steigen, so dass sich seine jährliche Ersparnis vergrößert.

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LJA 01.01.2015, 17:29
6. Ja, super !

Man braucht bloß ein eigenes Haus in das man dann noch mal zusätzlich 31.000 Öre für das Heizungssystem reinsteckt. Hat ja auch jeder. Alles kein Problem.
Wenn dann in ein paar Jahren (kostet wahrscheinlich noch mal extra) der Versorgungsgrad bei 100% liegt wird es ganz toll. Außer, wenn die Anlage dann mal kurz vor Weihnachten den Geist aufgibt. Und der technische Service bis nach Neujahr nur den Anrufbeantworter laufen hat.
Man kann an unserer Stromversorgung sicher einiges kritisieren. Die Versorgungssicherheit gehört aber bisher nicht dazu. Die ist wirklich gut. Noch.

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BRVOX 01.01.2015, 17:43
7. Jede selbst sauber erzeugte Kilowattstunde

ist ein Schritt in die r?chtige Richtung. Wer die Zukunft von einer Rendite abhängig macht, muss sich nicht wundern, wenn er als ewig Gestriger endet.
Das größte Problem ist -wie im Artikel erwähnt- das Umdenken im Kopf. Dabei ist das ganz leicht, wenn man aufhört, gegen das R?chtige zu kämpfen und das auf der Hand liegende einfach zu tun.
Das Gleiche gilt auch zum Thema Elektromobilität.
Wenn man nicht mehr glaubt, dass ein Auto zwei Tonnen wiegen und 200 km/h schnell sein muß, stellt man fest, dass man mit einem Elektroauto billig und sauber mobil sein kann.
Einzige Hürde bleibt der noch viel zu hohe Anschaffungspreis.

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erlachma 01.01.2015, 17:44
8.

Zitat von Mr. Gutter
Wenn alle so handlen würden, läge der Grundbetrag für den Strom irgendwann bei 100€/mon. Die Leitungen und Bereitstellung müssen halt auch irgendwie bezahlt werden. Nur bei Spitzenlast den Strom vom Kraftwerk saugen frü 8€ Bereitstellungskosten geht nur, wenn es nur wenige machen..
Das ist doch Quatsch. Die Energieversorger mit ihrem völlig verpeilten Geschäftssystem, dazu die Politik, die den Strom der Konzerne von den kleinen Bürgern zahlen lässt, das sind die eigentlichen Ärgernisse.

Ziel muss sein (und bei 100€/Monat Bereitstellungsentgelt, wie Sie es daherfantasieren, geht das ganz schnell), 100% Unabhängigkeit zu schaffen. Noch braucht er die EVUs für Spitzenlasten, aber wenn die Lösung nur noch Abklemmen vom Stromnetz heißen kann, dann wird für solche seltenen Fälle eben ein Dieselgenerator angeschafft. Oder in 3-4 Jahren eine weitere Batterie für nochmal den halben Preis.

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Tante_Frieda 01.01.2015, 17:46
9. Ausgehen

"Es droht ein Dammbruch für die Versorger".Damit ist kaum zu rechnen,da man davon ausgehen kann,dass diese in Berlin so lange antichambrieren werden,bis entsprechend handzahme Gesetze erlassen werden.Man darf daran erinnern,wie die FDP seinerzeit dafür sorgte,dass den niedergelassenen Apothekern durch die Versandapotheken kein allzu großes Leid angetan wurde.Zusätzlich wurde ihnen dann erlaubt,mehr als nur eine Apotheke führen zu dürfen.Was die Versorger betrifft:So manch ausrangierter Politker hat dort schon ein warmes,gutbezahltes Pöstchen gefunden.Darauf will man doch auch in Zukunft nicht verzichten...

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