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Trigema-Chef Grupp: "Es kann nur ein Kind die Firma kriegen"
Sebastian Gollnow / DPA

Firmenpatriarch Wolfgang Grupp hat sich zur Nachfolge beim Textilhersteller Trigema geäußert. Seine Frau soll entscheiden, welches seiner beiden Kinder zum Zuge kommt.

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equigen 09.07.2019, 11:43
1. Kaum zu glauben

Eine Firma die in DE produziert - und zwar sogar die Stoffe - kann den Umsatz steigern und bleibt im Geschäft,
Ganz ohne Marketing- und SchckiMicki Geschwafel und ohne sündhaft teuere Stars als Werbeträger.
Einfach weil die Qualität stimmt. Es geht, man muss sich halt treu bleiben. Wobei ein bisschen Modernisierung hier und da schon auch wichtig wäre.

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Piether 09.07.2019, 11:50
2. Alte Schule eben !

Persönliche Kompetenz, persönliche Verantwortung, persönliche Haftung - alles Dinge, die nicht erst seit gerade eben der deutschen Unternehmenskultur abhanden gekommen sind.
Statt dessen Berater, Berater, Berater - noch dazu immens teuer, Firmenverkäufe ins Ausland, Arroganz statt Bodenständigkeit des Führungspersonals.

Alles total uncool !

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M.W. aus A. 09.07.2019, 11:51
3. Warum nicht?

Erstens darf er selber entscheiden, was er mit seiner Firma macht. Zweitens ist der zur Zeit grasierende Trend zur Doppelspitze im Sinne der Entscheidungsgewalt und vor allem der Entscheidungsgeschwindigkeit nicht immer förderlich. Drittens sollten die Kinder es auch wirklich wollen. Ich denke mal, wenn der Patriach stirbt, bleibt genug für die Erben übrig.
Jetzt kommt aber das große ABER: die Kinder / das Kind sollten neben irgendeinem fachlichen Abschluß auch charakterlich soweit gefestigt sein, daß sie sich ihrer Verantwortung bewußt sind. Mir fällt da die Diskussion über Verena Bahlsen ein. Sie sieht ja einigermaßen gut aus... das wars auch schon.

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dasfred 09.07.2019, 11:52
4. Ich mag den Mann

Er tritt zwar immer sehr deutlich als der Bestimmer auf, ist sich aber voll bewusst, dass er die volle Verantwortung für die Firma und seine Mitarbeiter trägt. Wenn man sieht, wie Manager in Aktiengesellschaften agieren, merkt man sofort, was den Unterschied ausmacht. Langfristige Strategie gegen hohe Quartalsgewinne, egal, was sich in der Zukunft abzeichnet. Für die Kinder sicherlich nicht leicht, aber andererseits eine gute Schule. Die meisten bekannten Marken sind ja nur noch nachträglich aufgeklebte Namen auf asiatischen Billigprodukten.

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chichawa 09.07.2019, 11:58
5. Grupp und Trigema gehen einen eigenen Weg

Immerhin hat es Herr Grupp geschafft eine Firma mit 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Schwäbischen Alb über die Winter zu bringen. In der Textilbranche ist dies nicht so einfach in Deutschland. Offenbar haben Führungsstil, Charakter, fleißige Leute und natürlich gute Produkte den Erfolg gebracht. Trigema ist gut beraten, weiterhin auf schnelle Entscheidungen und kurze Wege zu setzen - aber auch auf einen modernen digitalen Auftritt. Also Herrr Grupp, es wird bald Zeit, um loszulassen.

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eckawol 09.07.2019, 11:59
6. Bei allem Respekt vor der Leistung,

Herr Grupp zeichnet ein Patron-Modell vor, dass ein zu enges Korsett für die Nachfolger sein kann. Nimmt dieses den Nachfolgern "die Luft" , wird es spätesten mit dem Abschied von Herrn Grupp ein anderes Trigema geben.

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Dokoqueen 09.07.2019, 12:17
7. alle guten Wünsche

Ich wünsche der Firma Trigema für die Zukunft weiterhin viel Erfolg.
Herr Grupp mag konservativ sein, aber er ist ein Firmenchef alter Schule, der sich für seine Mitarbeiter und auch für die Qualität seiner Produkte verantwortlich fühlt. Super!
Wären alle Firnmeninhaber so gestrickt wie er, dann wäre der Kapitalismus um einiges leichter zu ertragen.

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Mondlady 09.07.2019, 12:21
8. Würde einen großen Bogen um diese Firma machen!

Vor einigen Jahren habe ich mal eine lange TV-Dokumentation über diesen Herrn Grupp und seine Familie und Firma gesehen! Wenn ich in dieser Gegend wohnen würde, würde ich lieber putzen gehen als dort zu arbeiten! Bei einem Rundgang in der Firma hat er nicht nur - wie im Artikel erwähnt - die weiblichen Mitarbeiterinnen mit Fräulein angesprochen, sondern sie auch vor laufender Kamera für irgend etwas getadelt in einem Ton, der "unter aller Sau" war! Und sein Benehmen in der Familie bei Tisch (Nachmittagskaffee oder Frühstück): arrogant und anmaßend! Als Kind würde ich vor dem in ein fernes Land fliehen!

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beathovenr66 09.07.2019, 12:21
9. Vorbild

Ein echtes Vorbild für die deutsche Wirtschaft. Eitel wie wir alle, na ja, vielleicht ein bisschen mehr, selbstbewusst und ein verlässlicher Arbeitgeber, ohne Kosteneinsparung durch Entlassungen. Mancher internationaler Riesenkonzern kann sich hier eine grosse Scheibe "Leadership" abschneiden. Die Gruppkinder wachsen in diesem disziplingeprägten Umfeld auf und in die Firma hinein. Es wird noch viele Jahre, über Generationen, weitergehen in Burladingen, mit Augenmass und Respekt für die Mitarbeiter.

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