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Trittin verteidigt Nord Stream 2: "Die Amerikaner wollen Russland wirtschaftlich totr
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Die USA erhöhen den Druck auf Deutschland, den Pipeline-Bau von Nord Stream 2 zu stoppen. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin erklärt, warum es gute Gründe für Berlin gibt, sich Washington zu widersetzen.

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dieter.zuckermann 25.12.2018, 16:22
40.

Zitat von kochra8
Westlich des Urals wird man sich gen Europa gesinnen, ansonsten bleiben Devisen ausgeschlossen. Das östliche Gros wird in Bälde sich den Chinesen anheimeln. Die RUS zerbricht in nicht gar ferner Zukunft. Das altstarre System Putins ist keine Mühe mehr wert. Ausser, er solidarisiert sich mit der EU!
Das ist Wunschdenken europäischer Nationalisten und hat mit Realität absolut nichts zu tun. Russland wird sich niemals teilen. Die Chance, dass Deutschland sich teilt ist um einiges größer.

Das komplette Russland wird sich wohl gegen Europa Gesinen. Aber selbst wenn nicht, dann wird Russland daran nicht zerbrechen. Ich komme selber aus dem Teil weit hinter dem Ural.

Das wahrscheinlichste worauf es hinaus läuft, ist, dass das komplette Russland sich für immer von der EU abwendet. Samt europäischem Teil. Darauf läuft das hinaus.

Keine einzige Person hinter dem Ural verbindet mit China irgendwas. Genau wie keine einzige Person vor dem Ural irgendwas mit Europa verbindet. Das Land ist geeint durch und durch. Und ich sehe nichts was hier so eine Spaltung herbeiführen kann wie das in Europa der Fall ist. Schon gar nicht Europa oder China. Beides ist kaum ein Thema.

Es ist wichtig für Russland sich mit China zu solidarisieren und sich von Europa abzuwenden. Es wird aber absolut nichts passieren, sollte Putin aus irgendeinem Grund es anders sehen. Dieses Thema ist schlicht viel zu unwichtig um irgendwelche Probleme in der Gesellschaft herbeizurufen. Im Grunde ist es absolut egal was Putin macht. Fakt ist, ist das Russland immer geeint bleibt. Das ist nicht Ukraine. Es ist auch egal wer an der Macht ist. Jeder in der Opposition kann mit Putin leben, jeder Putin-Anhänger kann mit jeder vorhandenen Opposition leben. Pro-europäer oder anti-europäer hat Russland dazu sowieso gar keine. Alleine aus diesem Grund ist es eigentlich schon egal in welche Richtung sich Russland bewegt. Wirtschaftlich wird das mit Sicherheit irgendwelche Einflüsse haben, gesellschaftlich absolut gar keine.

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Idinger 25.12.2018, 16:25
41. Ich weiß zwar nicht

Zitat von bürger_prollmann
Wenn man das alles so liest, könnte man meinen, Deutschland und der Rest der Welt befindet sich im Krieg mit Russland und Putn wäre ein böser Diktator, der sein Volk unterjocht. Das wirtschaftliche und geostrategische Interesse der USA ist es, ein gutes Verhältnis Westeuropas und Russland zu verhindern. Dafür tut man alles ... Man kann jetzt streiten, ob Putin ein lupenreiner Demokrat ist oder nicht, dann sollte man aber die gleichen Maßstäbe an die Führer westlicher Wertegemeinschaften legen. Kommen die dabei wirklich viel besser weg? Putins Zuspruch im eigenen Land ist jedenfalls erheblich größer, als das von Merkel, Macron oder Trump. Was spricht gegen ein freundschaftliches, stabiles Verhältnis mit Russland mit vielen wirtschaftlichen Kontakten? Der böse Putin??? Nein, nur die Interessen der USA.
in welchem Land Sie "Bürger" sind, habe aber Zweifel, dass es Deutschland ist. Gleichwohl halte ich Ihre Frage "Was spricht gegen ein freundschaftliches, stabiles Verhältnis mit Russland mit vielen wirtschaftlichen Kontakten?" für berechtigt; die Antwort allerdings haben Sie selbst schon gegeben: "Der böse Putin". Denn den von Ihnen testierten Grund "Putins Zuspruch im eigenen Land ist jedenfalls erheblich größer, als das von Merkel, Macron oder Trump." könnten viele andere Despoten/Diktatoren - etwa in China, in Venezuela und Bolivien, in Weissrussland, um nur einge zu nennen - auch für sich in Anspruch nehmen; sogar in Deutscland hatten wir in den letzten 80 Jahren zwei Führer dieser Sorte. Wir aufgeklärten Bürger wissen doch inzwischen, wie dieser hohe Zuspruch zustande kommt.Daher liegts doch auf der Hand, dass die von Ihnen herausgestellte "Größe" des "Zuspruchs im eigenen Land" Ihr Werturteil (Russland gut, USA böse) nicht tragen kann; merkwürdig, dass Sie das nicht selbst erkannt haben.

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graf koks 25.12.2018, 16:30
42. Was erwarten Sie?

Zitat von kodu
... beschreibt Jürgen Tritten die Situation so wie sie ist, ohne etwas zu beschönigen, aber auch ohne unsere fundamentalen deutschen Interessen an einem stabilen Russland zu verschweigen. Gut so. Nun darf man abwarten, wie sich die üblichen Verdächtigen, von Elmar Brok über Josef Joffe, Norbert Röttgen oder andere sich zu den Forderungen ihrer Herren aus Washington hinsichtlich Nordstream 2 positionieren...!
Die genannten Herren strecken doch immer noch knietief in den Schützengräben des Kalten Krieges. Egal ob Putin oder sonst wer. Die wollen dem Russen seinen Sieg über Deutschland heimzahlen, und das geht halt nur im Schlepptau der USA.

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Frittenbude 25.12.2018, 16:33
43. Dubios

Auf den ersten Blick wirkt Trittins Argumentation schlüssig, auf den zweiten nicht. Seine Befürwortung von NS2 bei gleichzeitiger Ablehnung des "südlichen Korridor" (Argument Autokratie Aserbaidschan) ist unlogisch oder doppelzüngig. Und immerhin führen weder Aserbaidschan noch die Türkei einen Cyber- und Propaganda-Krieg gegen uns bzw. sogar einen realen Krieg vor unserer Haustür, und zudem belebt (zusätzliche) Konkurrenz bekanntlich das Geschäft und hilft Abhängigkeit reduzieren.
Ja, und welche Glaskugel ihm verraten hat, dass die aktuelle Amtszeit Putins "wahrscheinlich" seine letzte sei, bleibt er schuldig. Ich wüsste im Gegenteil nicht, was noch unwahrscheinlicher wäre...
Alles in allem wirkt Trittins Argumentation dubios...

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hausfeen 25.12.2018, 16:33
44. Die USA rüsten sich nur selbst zu Tode.

Da lacht der schlaue Mann im Kreml nur. Zudem kann Putin das Trumpel jederzeit absetzten, er sitzt ja auf den sensiblen Informationen.
Ne, Trittin irrt. Schade, noch einer in der Russland-Verteidiger-Liga.
Die Wahrheit ist, wir brauchen weder mehr russisches Gas noch flüssiges aus den USA. Es geht auch prima ohne beides.

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finternational 25.12.2018, 16:33
45. Gas, Kohle, Öl, Öl, Kohle, Gas, Öl...

seit 2000 ist Putin Russlands Präsident. Hat sich irgendwas im wirtschaftlichen Ranking und der Diversität der russischen Wirtschaft getan ? , nein gar nix, gutes analytisches Interview, ok US Flüssiggasindustrie, aber von Skripal, über Ukraine, Beeinflussung ausländischer Wahlen, Russland nicht ansatzweise demokratisch, gibt es genug Gründe die Sanktionen und Enthaltsamkeit im wirtschaftlichen Bereich hoch zu halten.

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Skalski 25.12.2018, 16:37
46. Gegen Ostseepipeline 2

Das sind die Linken und Sozialdemokraten Deutschlands, die ein Land unterstützen das seine Nachbarschaft mit Krieg überzieht oder androht. Möge der Trittin erklären, warum sich Russland totrüsten muss ? Um weitere Nachbarn zu überfallen bzw. anzudrohen ?

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claus7447 25.12.2018, 16:37
47.

Zitat von euro-paradies
von Russlands Energielieferungen. Denn falls Russland den Hahn mal zudreht, werden tausende Wohnungen auch in Berlin, Bremen und NRW kalt bleiben, die bisher für die Bewohner gratis geheizt wurden. Möchte nicht vor Ort erleben, wenn es dann in diesen Wohnungen kalt bleibt und dann rebelliert wird. Da werden die Gelbweste-Krawalle von Frankreich Kindertheater dagegen sein.
Es gibt NS II heute nicht und trotzdem wird die Bude warm. Keine Panik.... so wird es auch bleiben. Was würde passieren wenn einem DONALD 2 einfallen würde USA braucht sein Frackinggas selbst oder dreht an der preisschraube.

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dieter.zuckermann 25.12.2018, 16:37
48.

Zitat von meinerlei
Herr Trittin behauptet: "Kohlekraftwerke haben hohe Kapitalkosten, die lohnen sich deshalb vor allem bei einer hohen Auslastung über das ganze Jahr. Beim Gas sind die Fixkosten gering, dafür ist der Brennstoff teurer. Je höher nun also der Anteil der Erneuerbaren wird, desto stärker sinken die Auslastungszeiten fossiler Kraftwerke - und da wird Gas vorteilhafter." Folgt man dieser Argumentation rechnet sich eine hohe Grundlast durch Kohlestrom, darüber die Erneuerbaren, und das Gas wäre nur der Lückenfüller. Und da die Energieriesen rechnen können, deutet dies auf eine zunächst abnehmende Nachfrage nach Gas in den kommenden zehn Jahren. Dann ginge es wegen des Kohleausstiegs noch mal rauf (aber nicht mehr auf heutige Niveaus) , und danach wäre ganz Schluss. Damit kommt das Wirtschaftsmodell Russlands so oder so in die Bredouille; es wäre höchste Zeit, vor Torschluss mit dem Umbau der Wirtschaft energisch einzusetzen.
Nachfrage nach Gas steigt bereits jetzt. Ausstieg aus der Kohle ist unabwendbar. Es macht Kohleenergie macht mit erneuerbaren einfach keinen Sinn. Gas dagegen schon. Ja. Als Lückenfüller. Es wäre aber eine Riesenlücke die das Gas alleine zu füllen hat. Gas wird dann natürlich noch mehr gefragt sein. Irgendwann ist Schluss.

Selbstverständlich kann Russland das aktuelle Wirtschaftsmodell nicht in die Ewigkeit behalten. Das kann übrigens auch Deutschland nicht. Zeit hat Russland noch mehr als genug über eine Änderung des Wirtschaftsmodells denkt man aber schon lange nach.

Um aber die Abhängigkeiten aufzeigen. Gesamter Rohstoffsektor macht keine 6 % der russischen Wirtschaft aus. Abhängigkeit besteht wegen den Staatseinnahmen. Rohstoffsektor gehört komplett dem Staat und hier wird besonders viel exportiert. Die Staatseinnahmen daraus betragen an die 60 %. Das ist viel. Nichtsdestotrotz ist das nur ein ganz kleiner Teil vom BIP. Würde man Preisschwankungen rausrechnen wachsen andere Sektoren übrigens schon länger schneller als Rohstoffsektor. Es bewegt sich also auch schon alles in die Richtige Richtung. Nicht sehr schnell. Man hat aber auch noch viel Zeit.

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m.klagge 25.12.2018, 16:39
49. Herr Trittin spricht mit der Stimme der Vernunft.

Das unterscheidet ihn sehr wohltuend von der Masse der politischen Hampelmännchen die die blind den Ansagen aus den USA folgen.
Spätestens seit der Machtergreifung des Herrn Trump sehen selbst die eher unpolitischen Mitbürger, dass die USA kein Freund Deutschlands mehr sind. Ob sie je einer waren oder doch eher eine Kolonialmacht sei dahingestellt, sich aber heute freiwillig noch enger an diese scheiternde Gesellschaft zu binden ist realer Landesverrat.

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