Forum: Wirtschaft
Trittin verteidigt Nord Stream 2: "Die Amerikaner wollen Russland wirtschaftlich totr
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Die USA erhöhen den Druck auf Deutschland, den Pipeline-Bau von Nord Stream 2 zu stoppen. Ex-Umweltminister Jürgen Trittin erklärt, warum es gute Gründe für Berlin gibt, sich Washington zu widersetzen.

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KURT E.Schewe 25.12.2018, 17:25
70.

„Es geht um Wirtschaftsinteressen der USA zu Lasten von Europa und Russland.“ Die ehemalige Außenministerin (unter G.W. Bush), Condoleezza Rice sagte: „Auf Dauer sollte sich die Struktur der Energieabläufe ändern. Man solle sich lieber auf US-Gas- und Öllieferungen stützen“ (obwohl Russland immer ein verlässlicher Partner war). Auch der US-Energieminister Rick Perry äußerte sich: „Die USA haben ein Interesse an einem Verhindern der Pipeline (Nord Stream 2), zumal Amerika seinen Export an Flüssiggas nach Europa ausbauen will“ Nach einem Treffen von Kanzlerin Merkel mit dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko, der die deutsche Politik aufforderte, von Nord Stream 2 Abstand zu nehmen, ging Merkel plötzlich auf vorsichtige Distanz zu Nord Stream 2. Berlin hatte bisher darauf erwidert, dass es sich um ein unternehmerisches Projekt handle (…) sprach Merkel nun davon, dass „natürlich auch politische Faktoren zu berücksichtigen sind. Es ist jämmerlich, wie EU und deutsche Politik vor dem Oligarchen Poroschenko und den USA einknicken. Ukraine first – quasi US/ukrainische Interessen vor deutschen und europäischen.
Im Februar 2016 gab die EU-Kommission grünes Licht für den Import von umweltschädlich gefördertem Fracking-Gas aus den USA. Und wer immer noch nicht begriffen hat, wie der Hase läuft, weitere Wortmeldungen: „Amerika hat keine dauerhaften Freunde oder Feinde – nur Interessen (Henry Kissinger). „Wir produzieren ja jetzt eine Menge Energie“ so der Ex-US-Verteidigungsminister, Leon Panetta. Oder Donald Trump: „Ziel seiner Regierung sei es, nicht nur die Unabhängigkeit von Importen, sondern die Dominanz des globalen Marktes“ Dazu passt auch eine Aussage des amerikanischen Verteidigungsministers, Ashton Carter, jenem Carter, der Deutschland auf einen Kampf gegen Russland einschwören möchte: Man wolle die Europäer aus der Abhängigkeit von russischen Energie-Importen befreien. Ein echter Menschenfreund? Doch bitte, verschont uns vor eurer Art „Befreiung“ der letzten Jahrzehnte. Ihr habt bereits den Irak von Saddam Hussein, Libyen von Gaddafi, die Ukraine von Janukowitsch, Ägypten von Mubarak befreit und versucht seit Jahren Syrien von Assad zu „befreien - mit fatalen Folgen.

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HanzWachner 25.12.2018, 17:27
71. Deutschland muss endlich...

… auch den US-Amerikanern gegenüber als souveränes Land auftreten und die Bevormundung durch Trump und dessen Statthalter Grennell energisch zurückweise oder, besser noch, einfach ignorieren. Putin ist sicher auch kein Sympathieträger, doch muss Deutschland seine Wirtschaftspartner selbst nach eigenen Interessen aussuchen können, ohne dass die amerikanischen Drohpolitiker eine Rolle spielen. Das Gleiche gilt für von Washington verhängte Sanktionen gegen Länder, mit denen die deutsche Wirtschaft Handel treibt. Wahrscheinlich wäre Putin viel eher zu politischen Zugeständnissen in der Ukraine bereit, wenn statt Sanktionen ein freier Handel ohne amerikanische Störfeuer und militärischen Druck auf Basis europäischer Zusammenarbeit möglich wäre. Nun wäre die Zeit, sich von diesen „America-first“-loudmouth-Politikern abzukoppeln und einen eigenständigen europäischen Kurs zu fahren.

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Emderfriese 25.12.2018, 17:31
72. Valenzen

Zitat von kuac
Ich vermisse in diesem Beitrag sachliche Kritik. Was iat richtig oder falsch an der Aussage von Trittin?
Genau das ist das Problem, das ich mit Trittin habe: Die Aussagen sind richtig und nicht richtig zugleich. Er versucht den Spagat zwischen gutnachbarlichen Beziehungen zu Russland und zu den USA, wobei er gleichzeitig für und gegen Northstream ist. Sein eindeutiges Bekenntnis pro wird relativiert durch die Möglichkeit, dass es auch ohne gehen könnte. Die jeweiligen Präsidenten der Länder bewertet er ebenfalls ambivalent... was soll ich davon halten?

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finternational 25.12.2018, 17:40
73. @63

der Britische Secret Service hat eine genaue Analyse des Anschlags Skripals erstellt, meine auch zum Gift, WO sind denn die beiden russischen Hauptverdächtigen in Sachen Skripal, FSB und Putin als Kulturreisende in Salisbury verkauft hat zum Zeitpunkt der Tat, können Sie mir das sagen, warum Sie sich nicht direkt zu ausländischen Medien äussern dürfen, wenn Sie nur an der Kathedrale ..interessiert waren... ? - der Rechte Sektor der Ukraine.., genauso undemokratisch wie die Strukturen in Russland, eines nicht besser wie das andere...

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luckystarc 25.12.2018, 17:40
74. Ronald Reagan hat damals die Sowjetunion tot gerüstet

Dadurch wurde Osteuropa endlich frei, wenn Trump das jetzt mit Russland und dem ExKGB und Altkommunist Putin genauso macht - prima

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der_sinnlose 25.12.2018, 17:45
75. Huch - was ist denn mit dem passiert?

ich kenne Trittin eigentlich nur als Ideologie vernebelten Betonkopfpolitiker des alleräussersten linksgrünen Randes. So viel Realismus hätte ich ihm nie zugetraut. Und politisch neutral war seine Einschätzung auch noch. Vermutlich wird es am Alter liegen. Da wird man ja bekanntlich weiser...

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v.papschke 25.12.2018, 17:45
76. Es mag ja sein,

daß Rußland noch nicht so demokratisch ist, wie wir es gerne hätten. Aber, daß wird schon noch, und zwar um so schneller, je enger die wirtschaftlichen Verflechtungen gestaltet werden. Es gibt viele Länder in denen die Demokratie unterentwickelt ist. Merkwürdigerweise haben wir kein Problem damit, (insbesondere auch die USA nicht), zu solchen Ländern beste Beziehungen zu pflegen. (Stichwort Saudi Arabien). Und wie ist es denn z.B. mit dem Aluminiumimport aus Rußland ? Als man merkte (z.B. USA), daß man es doch dringend benötigen würde, wurden die Sanktionen stillweigend eingeschläfert. Was Polen und die Ukraine anbelangt muß wohl gesagt werden, daß ich das Verhalten dieser Länder beschämend finde. Rußland ständig in die Pfanne hauen, aber gleichzeitig abkassieren wollen. Das paßt gar nicht zusammen. Außerdem ist deren Versorgung nicht gefährdet , weil aus Westeuropa return geliefert werden kann und wenn die Ukraine ihre Rechnungen bezahlt. Was die vielen Kriege anbelangt, die Rußland angeblich geführt haben soll, wurden ja schon verschiedentlich Ausführungen gemacht von einige Foristen. Es bleibt tatsächlich fast nichts übrig von all den Anschuldigungen , wenn man sich mal intensiv um Ursache und Wirkung kümmert. Mich wundert jetzt gerade, wie geradezu harmlos darüber berichtet wird, daß die Türkei wohl vorhat, in Syrien einzumarschieren. Wo bleibt der geharnnischte Protest des demokratischen Westens ?

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Promethium 25.12.2018, 17:46
77.

Zitat von nurEinGast
Die Kernaussage Trittins- die ich auch teile- ist: amerikanisches Frackinggas ist deutlich teurer als russisches Pipelinegas.
Grundfalsch Für Erdgas werden Marktpreise bezahlt und nicht die Förderkosten!

Wenn die USA Erdgas nach Europa verkaufen wollen, dann müssen Sie das zu günstigen Preisen tun, sonst kauft Europa nämlich von anderen Anbietern oder eben doch wieder von Russland.

Umgekehrt wird ein Schuh draus! Das russische Gas ist extrem teuer. Der Kreml benutzt die Gewinne aus den Gasgeschäften nämlich u.a. zur Aufrüstung! Und genau deswegen müssen wir wiederum mehr Geld in die NACHRÜSTUNG stecken!

Wir bezahlen das russische Erdgas also sozusagen doppelt!

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w50 25.12.2018, 17:49
78. Nanu

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal mit Herrn Trittin einer Meinung sein würde. Es ist nur schlimm, dass es vielen Politikern an klarer Einsicht fehlt, sie lieber aus Opportunitätsgründen US- Interssen vertreten.

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interessierter Laie 25.12.2018, 17:49
79. @dieter.zuckermann

die 6 Prozent sind erstens viel zu niedrig und zweitens verkennen Sie, dass Rohstoffe nicht nur für 50 Prozent der Staatseinnahmen sondern auch für ca. 80 Prozent der Exporte stehen. Ohne die könnte Russland erheblich weniger importieren, worauf es ganz erheblich angewiesen ist. Zudem sind große Teile der sonstigen Wirtschaft von den Einnahmen aus dem Rohstoffsektor abhängig. Grundsätzlich sehe ich die Lage zwar ähnlich wie Herr Trittin, aber er wirft eine schwierige Frage auf, die er nicht beantwortet: Was ist nach Putin. Es ist gefährlich, Putins Russland zu destabilisieren. Aber das Ende der Stabilität steht uns in wenigen Jahren ins Haus.

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