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Trotz Aufschwung: Europas Löhne wachsen nur noch um 0,4 Prozent
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Europas Arbeitnehmer bekommen vom Aufschwung zu wenig ab: 2017 dürften die Reallöhne laut einer aktuellen Studie kaum wachsen. Dabei gäbe es Spielräume für höhere Löhne - vor allem in Deutschland.

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regnib 03.09.2017, 09:15
120.

Zitat von Loulani
Ich weiß ja nicht, wo Sie arbeiten, aber mein letzter Arbeitgeber (15 MA) war in keinem Tarifverbund. Er hatte sogar bis 2014 (!!) eine Klausel im Arbeitsvertrag drin, dass eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft verboten sei (ich weiß, dass solche Klauseln unrechtmäßig sind, sie wurde auf Drängen einer neuen Kollegin vor meiner Zeit gestrichen). Selbiger Arbeitgeber hat einer anderen Kollegin seit 2009 keine Lohnerhöhung bewilligt - "keine Mittel vorhanden". Ich habe übrigens nach Ende meines befristeten Vertrags eine unbefristete Stelle abgelehnt... Wenn Sie hier also einseitig die AN und die Gewerkschaften beschuldigen, dann ignorieren Sie, wie viele AG mittlerweile aus den Tarifverbänden ausgetreten sind.
Deswegen müssen sich AN nicht alles bieten lassen. Das Streikrecht ist durch den Austritt des AG aus seinem Verband nicht abgeschafft!

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thoms1957 19.10.2017, 21:26
121. Starke Gewerkschafren nötig!

Ich mach es mal kurz. Zurück ins Jahr 2000. Mein Bruder und ich - etwa gleich qualifiziert- verdinen ziemlich gleich. Den Job haben wir bis heute nicht wechseln müssen. Sein Unternehmen: Tarifge bunden, IG Metall. Mein Unternehmen: Nicht tarifgebunden. Heute beträgt der Einkommensunterschied 1000 € brutto zu seinen Gunsten bei 35 Wochenstunden. Die IG Metall hat immer gut verhandelt und der Branche gehts trotzdem gut.
Aufgabe sozialer Politik wäre also eine Stärkung der Gewerkschaften und sFörderung der Tarifbindung. Das ist aber in den nächsten 4 Jahren im neoliberalen Deutschland ausgeschlossen.

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Ökonomikon 20.10.2017, 11:43
122. Stagnierende Lohnquote bei deutlich höherer Arbeitnehmerzahl

In Deutschland stagniert die Lohnquote, also der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen, obwohl immer mehr Menschen arbeiten. Wie häufig berichtet wird, gibt es in Deutschland einige Millionen Arbeitnehmer mehr als früher. Der Haken: Immer mehr Arbeitnehmer müssen sich eine stagnierende Lohnquote teilen. Dies liegt daran, dass die Arbeitnehmerzahl, aber nicht die Zahl der Arbeitsstunden gestiegen ist. Dies folgt aus dem Rückgang der Vollzeit- zugunsten der Teilzeit- und Mini-Jobs. Außerdem stagnieren in Deutschland die Löhne: Die Reallöhne lagen im Jahre 2016 nur um etwa 6% höher als vor 25 Jahren, obwohl die Arbeitsproduktivität im selben Zeitraum um etwa 40% gestiegen ist. Hinzu kommt die Zunahme prekärer Jobs etwa in der Leiharbeit, wo die Mitarbeiter bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit deutlich weniger verdienen als ihre festangestellten Kollegen. Hinzu kommt der riesige Niedriglohnsektor, der heute fast 23% aller Arbeitnehmer umfasst.

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Socialmen 11.01.2018, 12:32
123. Einen sehr großen...

...Verdienst an dieser Misere hat unser Ex rot - grüner Kanzler Schroeder, der mit der einfürhung der rein für die Wirtschaft Instrumentalisierten sozialen Grundsicherung, der stärkung des Niedriglohnsektors und der Rentenreform die für Millionen Leistungsträgern unserer gesellschaft eine Altersarmut garantiert, die politische Figur des gelebten Lobbyismuses in Deutschland ist!
Alleine die forderung der IGM 6 Prozent mehr Lohn, zeigt wie sehr noch Lohnzurückhaltung besteht in diesem unserem Wirtschaftswunderland!
Lohnerhöhungen verkommen zu Almosen, ein Mindestlohn erhalten mittlerweile immer mehr Arbeitnehmer in seiner Branche, die Inflation werden bei Tarifverhandlungen kaum noch mit berücksichtigt (anders lassen sich die 6 Prozent der IGM nicht erklären)
Die Zukunft eines jeden Bürgers wird durch eine solche Lohnpolitik verbaut, weil es keinen Leistungsgerechten Lohn mehr gibt, sondern unsere soziale Marktwirtschaft definiert sich nur noch über billig und billiger..was letztendlich den Generationsvertrag in Wanken bringt, und nicht das Altern unserer Gesellschaft!

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