Forum: Wirtschaft
Trotz Rekordeinnahmen: Warum arme Kommunen nicht aus den Schulden kommen
Rupert Oberhäuser/ imago images

Die aktuellen Rekordüberschüsse der Kommunen sind extrem ungleich verteilt. Die Lebensverhältnisse der Bürger hängen laut einer Bertelsmann-Studie zunehmend vom Wohnort ab. Und die Kluft wächst.

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auweia 10.07.2019, 10:56
150. Der Zug ist wohl abgefahren.

Zitat von schgucke
puh, und nun stelle man sich vor, wir hätten im Angesicht der heutigen Erfordernisse auch noch Gebiete wie Ostpreußen, Schlesien, Böhmen derartig zu verwalten. kann man ja fast wieder froh sein.
Und ich frage mich auch, wie sie im Zusamenhang mit klammen Kommunen und abgehängten ländlichen Gebieten n West und Mitteldeutschland auf die ehemals deutschen Länder bzw. Siedlungsgebiete im Osten kommen.
Aber um auf ihren Gedanken einzugehen - was wären das denn für Gebiete: leer, mit russischer, polnischer und tschechischer Becvölkerung wie aktuell - oder mit biodeutscher wie weiland in den Grenzen von 1937? Wäre der Krieg darüber hinweggerollt (mit allen Folgen wie Industrie- und Infrastrukturdemontage), wann hätte D die Gebiete zurückerhalten - 1961, 1989, 2015,... oder hätte eine kontinuierliche deutsche Verwaltung stattgefunden?.
Ihr Ansatz ist leider völlig hypothethisch mit so vielen Unbekannten, dass es wirklich nicht lohnt, länger darüber nachzudenken. Bleiben wir also bitte beim Thema.

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471148 10.07.2019, 17:34
151.

Zitat von Dr. homo oeconomicus
und die Sozialisten gern. Wird doch deren Inkompetenz dadurch deutlich verschleiert. Gerade in diesen armen Kommununen regieren die Sozis seit Jahren oder Jahrzehnten ohne etwas auf die Kette zu bekommen. Stattdessen werden in den Verwaltung Posten geschaffen, deren Sinn und Zweck man an den Haren herbeizieht, wie zum Beispiel Frauen oder Gleichstellungsbeauftragte. Dafür werden dann Stellen in den Bauämtern gekürzt und im Umweltschutzbereich zum Wohle der Käfer aufgestockt.
Dr. homo oeconomicus Gestern, 10:35
7. Das hätten die Grünen

Seit 2014 ist die PWU an der Regierung bis 2020. Offensichtlich gefällt es den Wählern. Unterföhring ist nicht arm. Große Film und Fernsehunternehmen haben dort Ihren Sitz und spülen Geld in die
Gewerbekasse. Das war in den 1980iger auch schon so.
Also, Ihr post ist parteipolitisches Bla Bla!
Ach so, Sie vergaßen noch den Hinweis die von Ihnen Genannten können nicht mit Geld umgehen!

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aspi01 10.07.2019, 18:21
152. Fordern statt fördern...

Im Süden der Republik herrscht weiträumig Arbeitskräftemangel. Überall hängen Plakate an den Türen von Geschäften, Gaststätten, Unternehmen: Mitarbeiter gesucht. Ein erheblicher Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Harz-IV-Bezieher könnte im Süden ratzfatz auf eigenen Beinen stehen, wenn sie denn wollten und sich aufraffen würden. Aber offenbar ist HarzIV immer noch gemütlicher, als sich auf den Weg zu machen und zu "malochen". Statt rührselige Geschichten über Harz-IV-Empfänger zu schreiben, und "Ungerechtigkeitsgeschichten" sollten auch die Medien Druck aufbauen. Wie wär es mit Interviews in Oberhausen: "Hey, ich hätte da in Kempten einen konkreten Job für Dich. Bewerb Dich mal dafür, zieh mal dahin um!". Auf das Ergebnis von - sagen wir mal 20 - solcher Konfrontativ-Interviews wäre ich gespannt...

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olaf_b. 10.07.2019, 19:43
153.

Zitat von aspi01
Im Süden der Republik herrscht weiträumig Arbeitskräftemangel. Überall hängen Plakate an den Türen von Geschäften, Gaststätten, Unternehmen: Mitarbeiter gesucht. Ein erheblicher Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Harz-IV-Bezieher könnte im Süden ratzfatz auf eigenen Beinen stehen, wenn sie denn wollten und sich aufraffen würden. Aber offenbar ist HarzIV immer noch gemütlicher, als sich auf den Weg zu machen und zu "malochen". Statt rührselige Geschichten über Harz-IV-Empfänger zu schreiben, und "Ungerechtigkeitsgeschichten" sollten auch die Medien Druck aufbauen. Wie wär es mit Interviews in Oberhausen: "Hey, ich hätte da in Kempten einen konkreten Job für Dich. Bewerb Dich mal dafür, zieh mal dahin um!". Auf das Ergebnis von - sagen wir mal 20 - solcher Konfrontativ-Interviews wäre ich gespannt...
Hey, wie sieht denn die Bezahlung aus in Kempten für einen Kellnerjob? Oder als Verkäufer in der Boutique? Und hey, sind das überhaupt sozialversicherungspflichtige Ganztags-Jobs, für die dort in Kempten überall an den Türen von Geschäften, Gaststätten und Unternehmen geworben wird? Wie viele Monate muss ich arbeiten, um die Schulden aus dem Umzug für die gesamte Familie abzutragen?
Um zum Thema zurückzukehren: Reibt sich der Kemptener Kämmerer tatsächlich freudig die Hände, wenn er für Hunderte aus Oberhausen hinzuziehende Familien das Wohngeld berappen darf, weil dort zwar die Mieten hoch, die Löhne aber auf Mindestniveau sind?
Und dann noch was: Woher soll denn ein Redakteur aus - sagen wir Hamburg - bitte sehr ein "konkretes Jobangebot" aus Kempten haben? Hätten Sie denn eins?

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k70-ingo 10.07.2019, 19:58
154.

Zitat von aspi01
Im Süden der Republik herrscht weiträumig Arbeitskräftemangel. Überall hängen Plakate an den Türen von Geschäften, Gaststätten, Unternehmen: Mitarbeiter gesucht. Ein erheblicher Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Harz-IV-Bezieher könnte im Süden ratzfatz auf eigenen Beinen stehen, wenn sie denn wollten und sich aufraffen würden. Aber offenbar ist HarzIV immer noch gemütlicher, als sich auf den Weg zu machen und zu "malochen". Statt rührselige Geschichten über Harz-IV-Empfänger zu schreiben, und "Ungerechtigkeitsgeschichten" sollten auch die Medien Druck aufbauen. Wie wär es mit Interviews in Oberhausen: "Hey, ich hätte da in Kempten einen konkreten Job für Dich. Bewerb Dich mal dafür, zieh mal dahin um!". Auf das Ergebnis von - sagen wir mal 20 - solcher Konfrontativ-Interviews wäre ich gespannt...
Soweit muß der Oberhausener Arbeitslose nicht der Arbeit hinterherziehen. Bereits im in fahrradtauglicher Entfernung (mit dem ÖNV ist es hier mau) liegenden Speckgürtel sieht es mit offenen Stellen vergleichbar aus. Handwerker, Pflegedienste und Physiotherapeuten haben Personalgesuche auf ihre Fahrzeuge geklebt, beim Friseur und im Restaurant wird man gefragt, ob man jemanden kennt, der dort anfangen möchte und vorm Supermarkt hängt seit Monaten eine Tafel mit sieben(!) Stellenangeboten vom Regaleinräumer bis zum Filialleiter.

Aber die Arbeitslosen aus Oberhausen, Duisburg oder Gelsenkirchen kommen nicht.

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olaf_b. 10.07.2019, 20:08
155.

Zitat von Katzazi
Verschuldete Gemeinden stehen unter einem Finanzkorsett. Die können da nichts anderes tun, als alles was möglich ist zu sparen. Die Gestaltung des Haushalts liegt dann zu großen Teilen nicht mehr bei den Gemeinden selbst sondern wird ihnen mehr oder weniger vorgegeben. Unsinnige Ausgaben sind da nicht drin. Zumindest gilt das für die Städte in NRW. Der Artikel beschreibt aber ziemlich gut, dass es da einen großen Batzen an Ausgaben gibt. Vielleicht das, was Sie gerne als Verschwendung bezeichnen. Das ist eben genau das genannte Hartz IV. Nur das ist zentral gesetzlich vorgeschrieben. Das dürfen und können die Gemeinden nicht einsparen. Investitionen in Infrastruktur, Schulen, Bildung und erst Recht nicht Kultur etc. ist dann auch nur eingeschränkt möglich. Wodurch nur schwierig Arbeitsplätze geschaffen und ebenso schwierig attraktive Arbeitgeber angelockt werden können.
Ihre Ausführungen beschreiben das Dilemma der Kommunen nur zum Teil. Es ist richtig, dass der Bund den Kommunen einen Teil der Sozialhilfe-Kosten aufdrückt, ohne auf der Einnahmeseite für Kompensation zu sorgen. Das sind aber beileibe nicht die einzige gesetzlichen Vorgaben. Weitaus übergriffiger sind die Länder mit ihren gesetzlichen Anforderungen an Kindergärten, Personalschlüssel, Ausstattung etc. Gleiches gilt für Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Da feiern sich die Landesregierungen für kinder-, frauen- und familienfreundliche Politik, drücken aber den Kommunen die finanziellen Lasten auf ohne vernünftigen Ausgleich. Auch die Ausstattung der Feuerwehren ist vorgeschrieben und nicht gerade billig. Aus eigener Anschauung sind mir zahlreiche Kommunen bekannt, die sogar die 350 € Zuschuss für das Sommerferien-Zeltlager der Feuerwehrjugend streichen mussten. Von der Schließung der maroden Schwimmbäder und vieler weiterer Einrichtungen der Daseinsfürsorge ganz zu schweigen. Das alles, weil die gesetzliche geforderten Ausgaben die gesetzlich erlaubten Einnahmen bei weitem übersteigen. Und das, obwohl diese Kommunen durch die Kommunalaufsicht gezwungen sind, die Steuerschraube für Gewerbe, Grund und Boden oder Hunde anzuheben, bis es quietscht.

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markus_wienken 11.07.2019, 08:39
156.

Zitat von k70-ingo
Soweit muß der Oberhausener Arbeitslose nicht der Arbeit hinterherziehen. Bereits im in fahrradtauglicher Entfernung (mit dem ÖNV ist es hier mau) liegenden Speckgürtel sieht es mit offenen Stellen vergleichbar aus. Handwerker, Pflegedienste und Physiotherapeuten haben Personalgesuche auf ihre Fahrzeuge geklebt, beim Friseur und im Restaurant wird man gefragt, ob man jemanden kennt, der dort anfangen möchte und vorm Supermarkt hängt seit Monaten eine Tafel mit sieben(!) Stellenangeboten vom Regaleinräumer bis zum Filialleiter. Aber die Arbeitslosen aus Oberhausen, Duisburg oder Gelsenkirchen kommen nicht.
Soweit ich weiß ist das gar nicht mal so einfach mit dem Umziehen (in eine andere Stadt) als Hartz4 Empfänger. Ohne Erlaubnis geht das glaube ich gar nicht.
Weiterhin wären dann die Kosten, hat man das Geld nicht: Wer zahlt das denn dann?
Was Handwerker, Pflegedienste, Physiotherapeuten, Filialleiter und dergleichen mehr angeht: Die erwarten in der Regel Fachkräfte und keine Ungelernten.
Regaleinräumer und andere Hilfsarbeiterjobs mag es vereinzelt geben, die Masse ist das aber nicht.

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hup 11.07.2019, 20:26
157. Spin as spin can

Zitat von markus_wienken
Soweit ich weiß ist das gar nicht mal so einfach mit dem Umziehen (in eine andere Stadt) als Hartz4 Empfänger. Ohne Erlaubnis geht das glaube ich gar nicht.
Absolut keine Behörde, und schon gar nicht die Arge wird ihnen irgendeinen Stein in den Weg legen umzuziehen, wenn sie damit statt Harz4 zu beziehen einen Job bekommen - ganz im Gegenteil, da gibt es Goodies wie Umzugshilfe, zinsfreie oder günstige Startkredite, Lohnunterstützung für den Arbeitgeber und, und, und.
Das ist nur ein sich in die Tasche Lügen, um zu rechtfertigen, warum man keinen Job annimmt und sich lieber weiter aushalten lässt von der Gesellschaft.

Die wenigsten kommen aus Harz4 direkt in den imaginierten Traumjob mit Top-Bezahlung oder knüpfen an eine längst vergangene Karriere an, aber darunter geht es für viele Harz4-Bezieher offensichtlich nicht mehr.
Realistisch ist es erst mal wieder auf die Beine zu kommen und 2-3 Jahre durchgehend eine Erwerbsbiographie aufzubauen - dann kann man sich vielleicht wieder verbessern, durch Fortbildung und Suche im alten Berufsfeld.

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remedias.cortes 12.07.2019, 13:05
158.

Zitat von hup
Realistisch ist es erst mal wieder auf die Beine zu kommen und 2-3 Jahre durchgehend eine Erwerbsbiographie aufzubauen - dann kann man sich vielleicht wieder verbessern, durch Fortbildung und Suche im alten Berufsfeld.
Das ist nicht realistisch, wenn ich 2-3 Jahre aus meinem Job raus bin, indem ich kellnere oder Regale einräume, bin ich für immer raus. Besser ich mache in der Zeit Fortbildungen, um auf dem neusten Stand zu bleiben.
Was Sie beschreiben, klappt zumindest in Deutschland nicht. (In USA habe ich von solchen Karrieren schon gehört)

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