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Trotz Tsipras-Wahlsieg: Bundesregierung bereit zu 20-Milliarden-Hilfspaket für Griech
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Die neue griechische Regierung geht auf Konfrontationskurs zu den Europartnern. Dennoch erwägt die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen ein neues Hilfspaket über 20 Milliarden Euro - wenn Athen bestimmte Bedingungen erfüllt.

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carahyba 30.01.2015, 22:09
160. Seit vorigen Sonntag auf jeden Fall ...

Zitat von horneburg
von was für Leuten wir regiert werden. wie meinte doch unser Herr Schäuble? "Griechenland ist auf einem guten Weg"
Na ja, er hat das nur einige Wochen zu früh gesagt, aber Schäubelchen ist schon sehr weitsichtig.

Wo er recht hat, hat er recht.

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Rain In The Face 30.01.2015, 22:11
161. Alternativlos?

Zitat von klotsack
Vertragsbruch wird von unserer Regierung damit belohnt, dem Schuldner noch mehr Geld zum Verplempern hinterherzuwerfen. Kann bitte jemand diese Leute abwählen?
Alternativlos ist ist in Wirklichkeit gar nichts. Selbst der bewaffnete Räuber, der Ihnen die Pistole vor die Brust hält und sagt: "Geld oder Leben", läßt Ihnen eine Alternative. Verträge sind einzuhalten, sagt der Jurist und untermauert seine Weltläufigkeit mit dem lateinischen "pact sunt servanda". Aber ist das auch ökonomisch effizient. Insbesondere die Chicago-School der ökonomischen Analyse des Rechts hat hier erhebliche Zweifel. Folglich wurde die Theorie des sogenannten "effizienten Vertragsbruchs" entwickelt. Striktes Festhalten am Grundsatz "pacta sunt servanda" kann zu zur ökonomischen Ineffizienz führen, wenn für den Schuldner der mit der Erfüllung des Vertrages entstehende Aufwand höher ist, als der Nachteil der dem Gläubiger im Fall der Nichterfüllung entsteht. Hier wäre für Frau Merkel doch ein eleganter Ansatzpunkt aus ihrem Griechenland-Dilemma herauszukommen. Aber ich fürchte in Fragen der Währungsunion wird eher sentimental mit einem "es kann nicht sein, was nicht sein darf" regiert.

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wernerz 30.01.2015, 22:13
162. Kann Sie jemand zwingen, für Gauner zu zahlen?

Zitat von goldt
Darf die deutsche Regierung einfach so entscheiden, wer in der Euro-Zone ist und wer nicht?
Ob sie dies rechtlich gesehen der Fall sein könnte, kann ich als Laie nicht beantworten, doch dass man nicht gezwungen werden kann, für Betrüger, die sich mit falschen Zahlen den Zugang zur Gemeinschaft erschleichen und dann noch rotzfrech ihre Verbündeten für ihre Schulden zahlen lassen wollen, gehören im hohen Bogen aus der Gemeinschaft rausgeworfen.
Etwas ganz anderes ist die Überlegung, dass unsere mit dem Beitritt befassten "Experten", entweder aus Dilettantismus, oder welchen Beweggründen auch immer, die falschen Daten des Beitrittskanditaten nicht erkannt haben (????)

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christian10 30.01.2015, 22:16
163.

Zitat von celino
Erster Aspekt: Es geht aus rein wirtschaftlichen Aspekten gar nicht um das "kleine" Griechenland an sich. Es geht darum, dass Griechenland zu einem Präzidenzfall werden könnte. Schon jetzt erstarken in den wirklich großen EU-Ländern die euro-kritischen Bewegungen wie in Italien, Spanien und vor allem Frankreich (LePen). Griechenland könnte der berühmte "Flügelschlag" werden, der das ganze Schuldengebäude Eurolandweit zum Einsturz bringt - und dann wären selbst 320 Milliarden Peanuts. Deshalb "eiert" man in Berlin so herum. Auf der anderen Seite will man Griechenland unbedingt bei der Stange halten und wird dafür einiges locker machen. Hauptsache, das böse Wort "Schuldenschnitt" wird vermieden. Auf der anderen Seite will man nicht erpressbar erscheinen. Das dürfte andere Länder ermuntern. Zweiter Aspekt: Griechenland sucht sich auch politisch neue Partner oder "Gönner" (Russland) und schert jetzt schon in der Sanktionsfrage ohne diplomatisches Drumherum aus. Tja das "kleine" Griechenland hat damit die Möglichkeit, die EU auch politisch zu sprengen. Da haben wohl zuviele gedacht, Tsipras markige Sprüche seien Wahlkampfgetöse und er werde unter dem Druck der Realitäten schon weichgespült werden. Der politische Schwenk hin zu Russland wurde im griechischen Wahlkampf m.W. nicht an die große Glocke gehängt und scheint die Brüssler Granden kalt erwischt zu haben.
das ist sehr treffend und umfassend auf den punkt gebracht. das alles sehen wir schon, den gesamten kontext. nur haben wir den eindruck, dass der kurzfristige vorteil des ruhigstellens aller beteiligter weitaus höher gewichtet wird als das mittelfristige problem einer reformverweigerung in weiten teilen europas. diese reformverweigerung in ganz europa hätten zum großen teil wir deutschen zu zahlen. viele andere sind nahe an ihrer schuldentragfähigkeitsgrenze. und somit würden wir deutschen immer mehr und immer mehr für alle reformverweigerer zahlen. den eindruck, dass brüssel kalt erwischt wurde von der griechischen russland politik kann ich teilen. ob soetwas stimmt oder nicht, kann man immer an der wortwahl von martin schulz erkennen, der meistens das sagt, was er denkt. aber warum man das in europa nicht auf dem schirm hatte, dass ist die eigentlich wichtige frage, der man in brüssel und anderswo mal nachgehen sollte. man kannte doch die neuen protagonisten griechenlands. oder hat man die sich gar nicht richtig angeschaut?

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sbv-wml 30.01.2015, 22:18
164. Warum soll es um Exportmärkte gehen?

Zitat von Miker
Es geht aus bundesdeutscher Sicht um Exportmärkte und - noch wichtiger - das Vertrauen der Finanzmärkte in den Euro. Griechenland schuldet der EZB, der EU und dem IWF ca. 260 Milliarden, diese haften indirekt für ca. 60 Milliarden, die griechische Banken Griechenland geliehen haben. Wenn 320 Milliarden ausfielen, dann wäre es in der Eurozone ungemütlicher, wirtschaftlich, politisch usw. Dagegen sind 20 Milliarden Peanuts. Griechenland steht mit dem Rücken an der Wand. Wenn das Problem nicht gelöst wird, dann möglicherweise bald die gesamte Eurozone.
Die EU Exporte werden über die Target 2 Salden verrechnet.
Und das sind z. Zt. etwa 500 Mrd. ++.
Die dürfen wir als Steuerzahler demnächst berappen.
Griechenlands Schulden von 320 Mrd. fallen so oder so aus und ungemütlich wird es bei Wahlen in Spanien, Portugal und besonders bei Frankreich sowieso.
Hoffentlich ist dann diese Eurozone bald Geschichte.

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stefff 30.01.2015, 22:20
165. demokratie ade

warum wird bei solchen entscheidungen nie das volk gefragt? man tut auch griechenland keinen gefallen! die griechen haben auch ihren stolz, sie wollen unser geld nicht!!

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smith99 30.01.2015, 22:34
166. The Turn of a Friendly Card

Der neue Ministerpräsident Griechendlands hat alle erdenkbaren Trümpfe in der Hand und ist sich seiner vorteilhaften Lage durchaus bewusst. Entweder Deutschland und die EU zahlt oder man kündigt den Euro und wendet sich gen Russland, womit dann ein Dominoeffekt einsetzen würde und der Euro vollständig zusammenbricht und damit auch die EU. Auch hat Griechenland riesige Erdgasvorkommen direkt vor der Küste, die sich bisher amerikanische Firmen unter den Nagel reißen wollten.

Tsipras weiß also, egal was er sagt, die EU wird zahlen so oder so. Er kann sich also gemütlich zurücklehnen und sämtliche Wahlversprechen erfüllen und die Griechen freuts.

Endlich hat mal ein Politiker Mumm in den Knochen und tut was für sein Volk. Ich könnte mir vorstellen, dass Angesichts dessen, die USA und sämtliche EU-Palamentarier vor Wut schäumen, die würde ihn doch am liebsten beseitigen, wenn er es wagt sich gegen die Finanzelite zu erheben.

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euro-paradies 30.01.2015, 22:40
167. Jetzt ist die Merkel vom wilden Affen gebissen -

diesem Chaoten und Wirtschafts-Dilettant 20 Milliarden DEUTSCHE STEUERGELDER in den Rachen zu werfen. Die hat er doch in einem Jahr durchgebracht und dann steht er wieder auf der Matte und fordert frech. Der tut was er will und akzeptiert keine Regel.

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hkm 30.01.2015, 22:41
168.

Kann man nicht einen Teil der 20 Mrd. Griechenlandurlaubern als Zuschuss geben? Man könnte damit doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

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tommygitarre 30.01.2015, 22:42
169. Es wird Zeit

dass die Regierung Merkel nach solchen Aussagen endlich abtritt. Immer mehr Menschen in Deutschland nähern sich - oder sind beteits an- der Armutsgrenze und wir sprechen mal eben über 20 Milliarden Euro an Hilfe ohne mit der´Wimper zu zucken. Man könnte fast annehmen, unsere Politiker leiden unter Realitätsverlust.
Es reicht, Frau Merkel!

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