Forum: Wirtschaft
Trotz Wohnungsmangel: Behörden erteilten weniger Baugenehmigungen
Bernd von Jutrczenka / DPA

Obwohl in vielen deutschen Städten Wohnungen fehlen, ist die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr gesunken. Branchenkenner sehen hohe Grundstückspreise als einen Grund.

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hol 15.08.2019, 10:34
1. wie wärs mal mit Liberalisierung

Mich wundert, dass in der öffentlichen Diskussion zur Wohnungsknappheit das eigentliche Problem nie benannt wird. Hochbau ist in Deutschland grundsätzlich verboten, Ausnahmen bedürfen der (Bau-)Genehmigung, die eine Mörderkohle kostet, Ewigkeiten dauert und nur dann erteilt wird wenns in den Bauplan passt. Das führt in den meisten Städten dazu, dass Bauland sinnlos verschwendet wird, weil z.B in Berlin i.d.R. nur 15 m hoch gebaut werden darf. Man käme mit dem vorhandenen Bauland viel besser aus wenn diese Regelungen liberaler wären. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Baulandkosten auf viel mehr Wohnungen verteilen liessen, wenn man höher bauen dürfte. Aber Hochhäuser in der Innenstadt igitt igitt sind eh nur für Reiche sagt der Linke. Und die Konservativen werden den Wert der Wohnungen, die sie schon besitzen, bestimmt nicht durch grosse Konkurrenzbauten mindern lassen. Also weiter jammern und an Symptomen rumdoktern, die Mietpreisbremse wirds schon richten.

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mariahellwig 15.08.2019, 11:16
2. Personalmangel

Die Baubranche ist zu 150% ausgelastet. Bei der Projektvergabe wird garnicht mehr über den Preis, sondern nur noch über das ob un wann verhandelt. Wie man unter diesen Umständen mehr Wohnungen bauen will, erschließt sich mir nicht.

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darthmax 15.08.2019, 11:18
3. Bauland

Bei Wohnanlagen dürften nicht die Kosten für das Bauland die grosse Rolle spielen, da dies häufig in öffentlicher Hand ist wäre dies auch politisch lösbar. Es sind eher die extremen Bauauflagen, dann die Mietpreisdeckelung, die Schwatzerei von verantwortungslosen Politikern über Enteignung und die Minister selbst, die gegen hohen Mieten demonstrieren gehen , gleichzeitig aber Wohnungsbau verhindern ( Beispiel Berlin ).

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freddygrant 15.08.2019, 11:23
4. Wer klug ist "baut" vor!

Geld verdienen und spekulieren lässt sich am besten in Märkten
mit Mangelversorgung. Also können wir eine Immobilienblase -
- wenn auch nur auf dem Lande - gar nicht benötigen. Also runter
wieder mit den Baugenehmigungen! Das ist die Politik der Bau-
Lobby aktuell und schnellstens geschuldet. Denn Wohnen darf
kein Grundbedürfnis im Sozialstaat Deutschland sein und vorrangig
befriedigt werden, sondern hat vorrangig der Finanz- und Börsen-
spekulation zu dienen!

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IngoLars 15.08.2019, 11:23
5. zu hohe Kosten

Warum nicht mehr Wohnraum geschaffen wird, liegt doch auch an den m.E. überholten Wohnvorstellungen. Warum muss ich in einem Haus wohnen, das nur nach den derzeitigen Baustandards genehmigt wird, die m.E. überzogen und viel zu teuer sind. Geht es nicht eine Nummer kleiner? Ich überlege seit geraumer Zeit in ein kleines eigenes Modulhaus zu ziehen. Dafür aber überhaupt ein bebaubare Fläche zu finden ist aktisch unmöglich. Die Bebauungspläne schränken die Möglichkeiten derart ein, das so ein ökologisch vernünftiges Wohnen faktisch nicht möglich ist. Es wäre bezahlbar und man könnte auch vergleichsweise schnell Wohnraum schaffen. Also werde ich warten bis der letzte Arbeitstag dereinst kommt, und mir so einen Wohntraum im Grünen weit ab von Ballungszentren irgendwann erfüllen.

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proffessor_hugo 15.08.2019, 11:25
6.

Kein Wunder. Ein richtiges Haus darf man ja nicht mehr bauen. Allzu viele Auflagen bei Baustoffen. Man muß ja sogar eine Zwangsbelüftung vorsehen - die verbraucht natürlich wieder Energie und muß alle paar Jahre gereinigt werden.

Darum wohne ich ganz bewußt in einem Haus aus den 60/70ger Jahren.

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k70-ingo 15.08.2019, 11:27
7. Na, haben wir da nicht eine Kleinigkeit vergessen?

Erstaunlicherweise wird mit keiner Silbe erwähnt, daß überbordene Bürokratie, ein kaum überblickbarer Bauvorschriftendschungel sowie die aktuelle, aus ideologischen Gründen aus der Politik befeuerte Neiddiskussion einen gewissen Anteil daran tragen, daß immer weniger Lust dazu besteht, ein Mehrfamilienhaus zu errichten.

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Freier.Buerger 15.08.2019, 11:29
8. Es gibt keinen Wohnungsmangel

Es gibt keinen Wohnungsmangel, die Wohnungen stehen nur nicht alle an der gerade gewünschten Stelle.

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orange68 15.08.2019, 11:31
9. Hauptproblem: mangelnde Produktivität, nicht die Vorschriften

Das Problem sind nicht die Bauvorschriften. Das Problem ist die mandelnde Produktivität der Bauwirtschaft. Technologisch rückständig wird noch fast jeder Arbeitsschrittvon Hand erledigt. Und die Fachkräfte sind nicht vorhanden.
Die Folge: wir sitzen auf 650.000 Genehmigungen für Wohnungen, die haben sich in den letzten Jahren in Deutschland angesammelt - nur 300.000 konnten gebaut werden.
Ausschreibungen funktionieren schon lange nicht mehr: Handwerker suchen sich inzwischen die Bauherren aus, nicht die Bauherren die Handwerker. So steigen auch die Preise....und in der Folge die Mieten.
Die Bauwirtschaft muss endlich den Weg in das 21. Jahrhundert finden: wir brauchen digitalisierte Baumethoden auf der Baustelle vor Ort (nicht Fertigbau: das funktioniert nur im kleinen Umfang).
Industrie 4.0 ist eine Stärke der deutschen Wirtschaft - das muss sich die Bauwirtschaft endlich aneignen.
Diese Verweigerungshaltung der deutschen Bauindustrie in Fragen der technologischen Öffnung muss von der Politik gebrochen werden. Hier ist der Bauminisister gefragt! Herr Seehofer, handeln Sie!

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