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Trotz Wohnungsmangel: Behörden erteilten weniger Baugenehmigungen
Bernd von Jutrczenka / DPA

Obwohl in vielen deutschen Städten Wohnungen fehlen, ist die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr gesunken. Branchenkenner sehen hohe Grundstückspreise als einen Grund.

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k70-ingo 15.08.2019, 12:36
40.

Zitat von ptb29
horrende Summen. Die Aufträge werden nach Preis angenommen. Der "Geringbieter" bekommt einen Termin in ein paar Jahren.
Nö, nicht unbedingt, jedenfalls nicht auf dem Land.
Da läuft alles über Beziehungen - und nicht nur Handwerkeraufträge, sondern auch Immobilienverkäufe.

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Sonnefüralle 15.08.2019, 12:38
41. Es ist noch Luft nach oben

Da hat der Kommentator Nummer eins Recht: Selbst in Großstädten denkt kaum einer daran, höher zu bauen. Weil es vielerorts einfach nicht erlaubt ist. Das "Stadtbild" darf nicht verschandelt werden, das höchste Gebäude im Zentrum nicht höher als der Turm des Doms sein etc. Dass sich die Wohnungslosen in den Clearinghäusern stapeln bzw. immer mehr verzweifelte Familien in viel zu kleinen Wohnungen sitzen, nimmt man da eben hin. Geht halt nicht anders. Oder doch? Es mag schönere Bauten als Wohnhaustürme geben. Aber sie erlauben es, deutlich mehr Menschen angemessen auf kleiner Baufläche unterzubringen. Nebenbei werden weniger Flächen versiegelt - was genau sollte daran also nicht ökologisch sein? Darf halt nicht so sein, dass dann doch wieder nur Bürot?rme entstehen. Aber das lässt sich ja regeln. Also: Wenn mal wieder ein neues Stadtviertel entstehen soll, was ja gelegentlich vorkommt, wenn wie in München ein ehemaliges Kasernengebäude bebaut wird - warum dann nicht ein paar Stockwerke obendrauf legen und dafür unten mehr Grün für alle? Sollte man das nicht sogar gezielt fördern und bevorzugt genehmigen?

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k70-ingo 15.08.2019, 12:40
42.

Zitat von dirkcoe
In einigen Jahren werden unsere Städte weitgehend autofrei sein, der Trend zum Home-Office verstärkt sich permanent, alle reden von einer Immobilienblase. Wer will denn noch Mietwohnungen bauen, wenn er annehmen muss das die Nachfrage drastisch zurückgeht und gleichzeitig die Kosten explodieren?
Ihre Logik ist nicht nachvollziehbar.
Warum sollte weniger Bedarf an Mietwohnungen bestehen, wenn es mehr Homeoffice und autofreie Innenstädte gibt?

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isar56 15.08.2019, 12:58
43.

Zitat von doctiloquus
Schrödingers Katze beschreibt ja etwas, das einen tiefen Sinn verkörpert, nämlich der Verschränkung von Quantenzuständen. Aber genau so einen tiefen Sinn kann man bei der Mehrzahl der B-Pläne nicht erkennen. Sie sind ideologisch getrieben und oft durch akademischen Unsinn gekennzeichnet, völlig am wirklichen Leben vorbei. Das Schlimme: man kann sich kaum dagegen wehren (auch das ist absichtliche Konstruktion). Zu Hochhäusern: selbstverständlich wird dadurch massiv an Baufläche gespart. In Berlin ist eine Traufhöhe von 22m - ein Witz für eine Hauptstadt.
22m? Das bekomme ich nicht zusammen mit den riesigen viel stöckigen Wohnkäfigen, die ich in Berlin gesehen habe, am Alexanderplatz z.B. Da dürften nicht nur ein paar höher als 22m sein.

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isar56 15.08.2019, 13:09
44.

Zitat von elektro
die wieder für den Facharbeiterlohn sich keine Wohnung mehr leisten können und auswandern. Als gut ausgebildeter Elektriker mit etlichen Jahren Arbeitserfahrung in Bautechnick habe ich Berlin (Osttarif) schon lange verlassen, in bin kurz davor Deutschland zu verlassen.
Wäre ich nicht zu alt und verwurzelt in meiner Geburtsstadt - würde ich dasselbe tun. Alles Gute. Wenn in diesem Land die Fleißigen und Qualifizierten zu Gunsten des „Wirtschaftswachstums“ weder geschätzt noch anerkannt werden, müssen wir Geiz-ist-geil-Volk eben wochenlang warten auf einen weniger qualifizierten Handwerker. Ich habe es live erlebt, beim Einbau einer neuen Heizung in unserer Mietwohnung. Der Hausbesitzer wollte sparen und bezahlte letztendlich die dreifache Arbeitszeit, weil es fünf Herren über fünf volle Arbeitstage nicht schafften eine Heiztherme zum Laufen zu bringen. Wenn die Qualifizierten zunehmend das Land verlassen, werden Wohnungen für Andere frei. Dann bleibt nur noch die Frage, woher qualifizierte Angestellte nehmen, die das alles finanzieren.

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k70-ingo 15.08.2019, 13:14
45.

Zitat von Stefan Marx
Homeoffice wird selbst in Bürojobs eher die Ausnahme bleiben. Denn welcher AG finanziert jedem MA ein Büro mit entsprechender Ausstattung? Die Vorschriften des Arbeitsschutzes hinsichtlich Ergonomie gelten auch im Homeoffice. Und nicht jeder AN kann ein eigenes Büro in seiner Wohnung vorweisen auch hinsichtlich Datenschutz. Mal abgesehen davon sind sozialie Kontakte auch im Berfsleben ziemlich wichtig. Nicht alles kann man über Skype oder Telefon lösen.
Als Teletubbie im Homeoffice seit über 10 Jahren stelle ich fest, daß Ihre Ansicht unzutreffend ist.

So ist ein Homeoffice für den Arbeitgeber viel billiger als das eigene Vorhalten von Büroraum. Wenn mehr MA in Homeoffice arbeiten, können im Idealfall ganze Bürogebäude eingespart werden.
Damit auch laufende Folgekosten wie Strom und Gas, Wasser, Scheiße. Die trägt der Teletubbie und setzt sie dann anteilig von seiner Steuer ab.

Zudem ist der Aufwand zur Erstellung minimal. Der Hauptposten ist die Installierung des Internetanschlusses - nicht nur in finanzieller, sondern auch nervlicher Hinsicht, dank des Gebarens der Telekommunikationsunternehmen.
Ansonsten bekommt der Telearbeiter die Arbeitsgeräte und ein paar Kleinmöbel in die Hand gedrückt und gut ist's.

Klar, soziale Kontakte zu den Kollegen leiden darunter, auch bedeutet ein Homeoffice das Ende der Karriereleiter - aber ich für meinen Teil nehme diese kleinen Nachteile im Interesse der viel höheren Lebensqualität gerne in Kauf.

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doctiloquus 15.08.2019, 14:03
46.

Zitat von isar56
22m? Das bekomme ich nicht zusammen mit den riesigen viel stöckigen Wohnkäfigen, die ich in Berlin gesehen habe, am Alexanderplatz z.B. Da dürften nicht nur ein paar höher als 22m sein.
Ja, so wie Ihnen geht es vielen. Die Vorschriften stammen aus 188X. Wegen der damaligen Technologie durften Häusehöhen nicht die Straßenbreite überschreiten. Da wurden auch die 22m festgelegt. Alles wurde einem Einheitlichkeitswahn untergeordnet (mir erschliesst sich nicht warum...)

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dw_63 15.08.2019, 15:15
47. Interessant

Zitat von freddygrant
Geld verdienen und spekulieren lässt sich am besten in Märkten mit Mangelversorgung. Also können wir eine Immobilienblase - - wenn auch nur auf dem Lande - gar nicht benötigen. Also runter wieder mit den Baugenehmigungen! Das ist die Politik der Bau- Lobby aktuell und schnellstens geschuldet. Denn Wohnen darf kein Grundbedürfnis im Sozialstaat Deutschland sein und vorrangig befriedigt werden, sondern hat vorrangig der Finanz- und Börsen- spekulation zu dienen!
Natürlich könne Sie auch belegen, dass die Finanz- und Börsen-
Spekulanten schuld sind, dass es weniger Baugenehmigungen (Verwaltungsakt einer Behörde) gibt.

Bestimmt haben die ihre Lobbisten in alle Kreisstädte losgeschickt, damit der Landrat die Beamten der Baubehörde auf Kosten der Steuerzahler nach Tahiti beurlaubt.

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kratzdistel 15.08.2019, 15:21
48. der bürger bestimmt mit also sie auch

Zitat von doctiloquus
Ein grosses Hindernis sind die B-Pläne, die 2 bis 3 Leute in einer Gemeinde für den Rest der Gemeinde festlegen. Diese kleine Gruppe von Personen masst sich an, eine Liste voller unsinniger Regeln aufzustellen, nur um ihrem ideologischem / akademischen Ego genüge zu tun. Es sind teilweise völlig sinnfreie Regeln darin. Beispiel: in einem Baugebiet haben alle Hauseingangtüren aus Holz und Holzfarben zu sein, es sind engobierte Dächer untersagt, absurdestes GFZ, weisse Verklinkerung untersagt, - alles ohne jegliche Begründung- etc. etc. Ich habe kein Problem mit Regeln, die im konkreten Kontext Sicherheits- oder Nachbarschaftsinteressen vernünftig gestalten. Aber was wenige Personen als Vertreter der Gemeinde in Sachen B-Plan machen, ist an Willkür nicht zu überbieten. Diesem Wildwuchs gehört endlich ein meterdicker Riegel vorgeschoben.
b-pläne werden ausgelegt, damit bürger Einwendungen machen können.
erst nach ablauf der frist und erneuter beratung wird darüber beschlossen. es gibt ja Bürgerversammlungen und bürgerentscheide. die bürger müssen nur ihre rechte wahrnehmen.

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dw_63 15.08.2019, 15:22
49. Nur zu Info

Zitat von orange68
Das Problem sind nicht die Bauvorschriften. Das Problem ist die mandelnde Produktivität der Bauwirtschaft. Technologisch rückständig wird noch fast jeder Arbeitsschrittvon Hand erledigt. Und die Fachkräfte sind nicht vorhanden. Die Folge: wir sitzen auf 650.000 Genehmigungen für Wohnungen, die haben sich in den letzten Jahren in Deutschland angesammelt - nur 300.000 konnten gebaut werden. Ausschreibungen funktionieren schon lange nicht mehr: Handwerker suchen sich inzwischen die Bauherren aus, nicht die Bauherren die Handwerker. So steigen auch die Preise....und in der Folge die Mieten. Die Bauwirtschaft muss endlich den Weg in das 21. Jahrhundert finden: wir brauchen digitalisierte Baumethoden auf der Baustelle vor Ort (nicht Fertigbau: das funktioniert nur im kleinen Umfang). Industrie 4.0 ist eine Stärke der deutschen Wirtschaft - das muss sich die Bauwirtschaft endlich aneignen. Diese Verweigerungshaltung der deutschen Bauindustrie in Fragen der technologischen Öffnung muss von der Politik gebrochen werden. Hier ist der Bauminisister gefragt! Herr Seehofer, handeln Sie!
Behörden erteilten weniger Baugenehmigungen

Der Grund wurde auch im Artikel mitgeliefert:

"Der Grundstücksmarkt, der den Flaschenhals für mehr Baugenehmigungen bildet, ist nahezu ausgetrocknet"

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