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Trumps Kritik: Wo Deutschland und China wirklich zu protektionistisch sind
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US-Präsident Trump wettert im Handelsstreit gegen Deutschland und China. Sein Ton ist dabei zwar aggressiv und seine Argumente sind teilweise falsch. Doch seine Vorwürfe haben einen wahren Kern.

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eggshen 15.03.2018, 17:29
30. Mal abgesehen...

Zitat von fat_bob_ger
Deutschland erhebt 10 Einfuhrzoll und 19% Einfuhrumsatzsteuer für jeden Neuwagen, der von außerhalb der EU importiert wird und dann wird herumgejammert, wenn Porsche und Audi für ihre Exporte eine Steuer von 10% zahlen sollen. ...
von der Einfuhrumsatzsteuer (eine 'nationale' Verbrauchssteuer, die in nahezu jedem anderen Land, bzw. Bundesstaat auch in der einen oder anderen Höhe erhoben wird), wird der Zoll von der EU festgelegt.
Vor diesem Hintergrund halte ich die 'Gegenmaßnahmen' der EU für völlig kontraproduktiv und geradezu lächerlich (Bourbon, Harley-Davidson, Erdnussbutter - come on...). So gibt es aus meiner Sicht eigentlich nur gute Gründe (mal abgesehen von großen Egos), z.B. den Einfuhrzoll für amerikanische PKWs komplett abzuschaffen.
Die europäische, bzw. insbesondere die deutsche Automobilindustrie hätte dadurch nichts zu befürchten, der POTUS hätte ein vordergründiges Erfolgserlebnis und die EU würde damit ein gutes Signal für den Freihandel senden. Daneben könnte man in diesem Zuge u.a. den amerikanischen Strafzoll für light trucks (immerhin in Höhe von 25%) neu verhandeln.
M.E. eine win-win Situation.

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habu 15.03.2018, 17:30
31. Diese professorale Logik ist mir zu hoch

Anscheinend besteht der deutsche Protektionismus darin, ausländische Investitionen durch ineffiziente Bürokratie, katastrophale Energiewende, endlose Genehigungsverfahren, Fachkräftemangel und hohe Steuerlast fernzuhalten ???!!! Das ist aber mal ein sehr spezieller Protektionismus. Einfach gestrickte Menschen wie ich verstehen unter Protektionismus ausländische GÜTER fernzuhalten, nicht ausländische INVESTITIONEN. Die soll ein Protektionismus Trumpscher Prägung doch eher enlocken. In der Weitsicht von Koryphäen stellt sich das wohl ganz anders dar.

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Darwins Affe 15.03.2018, 17:35
32. Alles Augenwischerei

Zitat von matthias.ma
... für ein Geschenk? Wenn mehr Unternehmen in Deutschland investieren führt das zu mehr Importen? Das führt erstmal zu mehr Exporten. Wenn amerikanische Firmen hier investieren und dann in die USA liefern, dann erhöhen sich nur kurz die Importe (um die Firma aufzubauen), Ziel ist aber natürlich Geld zu verdienen. Bei hoher internationalet Wettbewerbsfähigkeit bedeutet das mehr Exporte. Das Problem ist doch eigentlich, dass wir unsere Waren praktisch verschenken. Wir bekommen grundsätzlich wertloses Held, dass wir nicht wieder gegen echte Waren (sprich echten Wohlstand) eintauschen (durch Import). Die USA bekommen von uns Waren, wir bekommen dafür frisch gedrucktes, an sich wertloses Geld. Die USA würden ganz schön sparsam schauen, wenn alle Länder der Welt für ihre Dollar aus den USA Waren geliefert haben wollten. Da könnten die Amerikaner vermutlich Jahr lang arbeiten, ohne selbst zu essen. Und die Inflation wäre aufgrund der vielen Dollars im Land (die momentan überall auf der Welt als "sichere Reserve"gehalten wird). Das Geschäftsmodell der USA mit "du lieferst mir Waren und ich druck für Papier farbig" muss man erstmal Jahrzehnte lang durchhalten, ohne dass einer sagt, dass man da irgendwie beschissen wird.
1) Das von Donald Trump angeprangerte Handelsdefizit findet sich nur im „klassischen“ Güterbereich, nicht jedoch im Dienstleistungsbereich und schon gar nicht beim immer bedeutsameren Datenhandel. Bei den Dienstleistungen besteht der amerikanische Exportüberschuss bei 250 Milliarden Dollar. Deutschland hat dabei ein Handelsdefizit von 40 Milliarden Dollar. Noch krasser ist die US-Dominanz im Bereich der Digitalisierung und der Datenmärkte.
2) Die von Ihnen angesprochenen verschenkten Waren bestehen durch Target2 im Handel mit den Euro-Partnern, wo sich für Deutschland (uneinbringliche) Guthaben von ca. 900 Milliarden Euro angehäuft haben.

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schlob 15.03.2018, 17:36
33. Der Exportüberschuss beruht letztlich auf einer systematischen Plünder

Der Exportüberschuss beruht letztlich auf einer systematischen Plünderung der deutschen Bevölkerung . Das geht geschickt um drei Ecken.Über die Gelddruckmaschine Draghi wird der Euro entwertet,
dadurch steigt der deutsche Export . Da die Zinsen null sind,werden die deutschen Sparvermögen den Sparern faktisch weggenommen - peu a peu.-
Gleichzeitig spart der Staat Zinsen-und kann so großzügig Zuschüsse an Griechenland zahlen -als Kredite getarnt.-
Der Euro sinkt -die Exporte steigen noch mehr.-
Das Resultat ist: Die USA werden von uns mit viel zu billigen Produkten überschwemmt.Trump hat mehr als Recht.

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moistvonlipwik 15.03.2018, 17:37
34.

Zitat von jhea
ist Deutschland jetzt zu protektionistisch? Ich habe da keine konkreten Beispiele gefunden sondern nur herumgeschwurbel. Dienstleistungen steht da irgendwo drin, und Steuervorteile für große unternehmen... ja hui - hat die nicht jedes Land? Ich meine mich erinnern zu können dass in Delaware - das ja bekanntlich irgendwo bei Bottrop liegt - in einem Haus ca 5000 Unternehmen ihre Firmenzentrale haben... ach nein warte - das war in den USA.
Wie aus dem Artikel hervorgeht, ist das Problem weniger der hohe Export als vielmehr die niedrigen Importe. Und die haben ihre Ursache auch in politischen Entscheidungen.
So haben sich hiesige Unternehmen in großem Umfang vom Endverbraucher verabschiedet. Sie versorgen vielmehr andere Unternehmen (b2b nannte man das während der Dotcom-Ära). Das gilt insbesondere für das Rückgrat, die sog. "Hidden Champions". Ausnahmen sind nur noch die Autoindustrie (premiumlastig), Pharma (politisch reguliert), einige landwirtschaftliche Produktionen (Subventionsabhängig), Wohnungsbau (dto.).
Folge: die nunmehr seit Jahrzehnten grassierende Lohndrückerei sowie die Kürzungsorgien zu Beginn dieses Jahrhunderts haben hiesigen Unternehmen weit weniger geschadet als anderen.
Seit der Finanzkrise ist es noch schlimmer geworden. Aufgrund der von der Bundesregierung erzwungenen Austeritätspolitik sind auch die anderen Staaten Europas als Abnehmer für Konsumgüter ausgefallen.
Unabhängig davon ist für die Bundesrepublik das Ende der Fahnenstange erreicht. Sollten sich die Zahlen nicht angleichen, wird Trump voraussichtlich zu schärferen Waffen greifen. Und man sollte sich nicht vertun - wenn alles andere versagt, wird er zu Quoten greifen. Das Argument, das sei nicht marktwirtschaftlich, wird voraussichtlich nicht fruchten: wie alle Amerikaner kennt er den Begriff "Ordnungspolitik" nicht - dafür hat er ein vorurteilsfreihes Verhältnis zum Zwang.
Unterstützung kann die Bundesregierung nirgendwo erwarten: Trump hat bereits einen Zusammenhang zwischen Handelspolitik und Bündnissen hergestellt - spätestens wenn er klarstellt, das weitere Defizite die Beistandsgarantien gefährden, werden sich die Osteuropäer geschlossen gegen Berlin stellen. Im Süden hat man sowieso genug von der Quälerei. Und den anderen gehen die deutschen Überschüsse ebenfalls auf den Zeiger.

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aurichter 15.03.2018, 17:37
35. Omg

Schon beim ersten Kommentar fragt sich selbst der einfach gestrickte Bundesbürger, ob manche Zeitgenossen die Beiträge tatsächlich in Gänze durchlesen oder nur darauf focussiert sind bestimmte aggressionsfördernde Wörter zu merken und dann darauf basierend irgendwelchen Strunz in Kommentaren loszuwerden? Verursacht bisweilen Schmerzen ohne Ende und kann nur so beantwortet werden. Traurig die deutsche Überheblichkeit.

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kurpfaelzer54 15.03.2018, 17:37
36. Was kommt als nächstes? Sanktionen gegen China?

Deutschland wird letztendlich schon brav kuschen vor den amerikanischen "Freunden". Da sorgt schon Angela IV. dafür. China ? Ich hoffe dass China Rückgrat zeigt denn die Wirtschaftsmacht China kann selbstbewusst gegenüber den Amis auftreten. Nur Vorsicht sollte man Peking schon raten. Was den Chinesen als nächstes blühen wird kann man ahnen wenn man die Kampagnen der USA und ihrer Vasallen gegenüber Russland betrachtet. Zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen wird Washington auch nicht vor Sanktionen und Kampagnen gegen China zurückschrecken das Ganze dann garniert mir "Demokratie und Menschenrechten".

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logisch_konsequent 15.03.2018, 17:38
37. Widersprüchliche Argumentation

Ausland würde mehr in Deutschland investieren, wenn man schnell die Löhne steigen lässt? Obwohl jetzt schon wegen zu hoher Lohnstückkosten ständig Arbeitsplätze ins Ausland umgeschichtet werden? Bei Herrn Fratscher kommen immer "steigende Löhne = gut" als Ergebnis heraus, egal was das Thema ist, was für ein Experte.

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kopfball123 15.03.2018, 17:40
38. Bin kein Experte...

... aber der Autor glaube ich auch nicht.

Die Argumentationskette erinnert mich eher an eine Metapher aus dem Gottesdienst wo der Pfarrer etwas sagt wie "...aber sind wir nicht alle...?"

Ich meine es ist ja schon fast lächerlich den extremen Protektionismus Chinas damit zu vergleichen dass in Deutschland die Infrastruktur schlecht ist und es "Unsicherheiten bei der Energiewende" gibt, wodurch wir scheinbar die fremden Firmen aus Deutschland raushalten wollen. Läuft es in Deutschland nicht gerade halbwegs gut weil es eben nicht so viele Unsicherheiten gibt wie in den USA wo ein Trump jeden Tag anderen Unsinn über Twitter verkündet oder in China wo sich quasi über Nacht der Präsident zum lebenslangen Imperator erhoben hat? Wer weiß schon was da morgen passiert... evtl. entlässt Trump morgen wieder zwei ranghohe Beamte und setzt seine Kinder stattdessen ein, evtl. beschließt China morgen dass alle ausländischen Unternehmen das Land verlassen müssen (Aber die Fabriken und das Geld dürfen sie hier lassen). DAS sind Unsicherheiten. Aber ja, wir haben Mutti Merkel und die GroKo ist auch gar nicht hipp und die DIGITALISIERUNG, LEUTE, DIE DIGITALISIERUNG vor allem! Alles ganz schrecklich!

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eggshen 15.03.2018, 17:40
39. Umh...

Zitat von DJ Bob
Das war mal wieder so klar und deshalb muss ich leider Trump recht geben mit sein "kick ass and take names" Politik. Wir reden von den Steuervorteile für solche Firmen wie VW BASF etc.. ...
welche Steuervorteile meinen Sie denn jetzt? Die Milliarden, die deutsche Unternehmen in den USA (mit den tausenden von den dort geschaffenen Arbeitsplätzen) durch die jüngste Steuerreform einsacken, stehen den nun mal zu. Das war ja nicht deren Idee - obwohl sie sich diesem warmen Regen nicht unbedingt verweigern...

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