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Trumps Kritik: Wo Deutschland und China wirklich zu protektionistisch sind
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US-Präsident Trump wettert im Handelsstreit gegen Deutschland und China. Sein Ton ist dabei zwar aggressiv und seine Argumente sind teilweise falsch. Doch seine Vorwürfe haben einen wahren Kern.

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curiosus_ 15.03.2018, 17:41
40. Herr Fratzscher,

das:

die Regulierung zahlreicher Dienstleistungssektoren und unzählige andere Hindernisse: eine ineffiziente Bürokratie, Unsicherheit bei der Energiewende, lange Genehmigungsverfahren, ein zunehmender Fachkräftemangel, hohe Hürden für die Finanzierung von Start-ups und eine schlechte Verkehrs- und digitale Infrastruktur.

Gab‘s schon immer, auch noch zu DM-Zeiten. Und "weniger Wachstum" haben wir auch nicht, zumindest wenn man den langfristigen Trend (seit 1950) betrachtet (hier), dann liegen wir völlig im Rahmen. Und wenn ich mir das Wachstum im Vergleich anschaue, dann fällt D auch nicht nach unten raus, ganz im Gegenteil.

Nein, das Problem liegt woanders. Im für uns unterbewerteten Euro. Aufgrund von Lohnzurückhaltung weisen wir bei dem aktuellen Euro-Kurs ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis im Euro-Ausland auf, was die Exporte beflügelt. Und gleichzeitig ist die Binnenkaufkraft deshalb zu niedrig, was die Importe dämpft. Ganz einfach.

Zu DM-Zeiten hätte eine aufwertende DM dem entgegengewirkt: Die Exporte wären teurer geworden und die Importe billiger, dadurch wäre die reale Kaufkraft der abhängig Beschäftigten gestiegen.

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schlob 15.03.2018, 17:46
41.

Der Exportüberschuss beruht letztlich auf einer systematischen Plünderung der deutschen Bevölkerung . Das geht geschickt um drei Ecken.Über die Gelddruckmaschine Draghi wird der Euro entwertet,
dadurch steigt der deutsche Export . Da die Zinsen null sind,werden die deutschen Sparvermögen den Sparern faktisch weggenommen - peu a peu.-
Gleichzeitig spart der Staat Zinsen-und kann so großzügig Zuschüsse an Griechenland zahlen -als Kredite getarnt.-
Der Euro sinkt -die Exporte steigen noch mehr.-
Das Resultat ist: Die USA werden von uns mit viel zu billigen Produkten überschwemmt.Trump hat mehr als Recht.

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Benjowi 15.03.2018, 18:00
42.

Zitat von logisch_konsequent
Ausland würde mehr in Deutschland investieren, wenn man schnell die Löhne steigen lässt? Obwohl jetzt schon wegen zu hoher Lohnstückkosten ständig Arbeitsplätze ins Ausland umgeschichtet werden? Bei Herrn Fratscher kommen immer "steigende Löhne = gut" als Ergebnis heraus, egal was das Thema ist, was für ein Experte.
Möglicherweise trifft das sogar für die Bruttolöhne zumindest teilweise zu-entscheidend für die Verbraucher sind aber nun einmal die Nettolöhne und da Deutschland fast die höchsten Steuern und Abgaben der Welt hat, wird ein Schuh daraus. Die abstruse Regelungsdichte und eine an Mißwirtschaft grenzende Staatsverwaltung überziehen dieses Land wie eine Grauschimmelschicht, die alles erstickt und erstarren lässt und die dieses Geld geradezu verfeuert. Das Ergebnis kann man plakativ an Dingen wie dem BER beobachten-zwar nur ein Beispiel, aber symptomatisch. Und zu behaupten, Deutschland verfüge über eine der besten Infrastrukturen der Welt, wie es in einem Kommentar weiter oben zu lesen ist, ist geradezu eine Lachnummer. Denn dazu gehören zusammenbrechende Rheinbrücken, eine Kommunikationsinfrastruktur wie Burkina Faso, sowie notorisch unpünktliche Bahnen und Nahverkehrssysteme. Die Investitionen dümpeln unter der Grasnarbe, die deutschen Arbeitnehmer werden trotzdem ausgenommen wie Weihnachtsgänse, Einfuhren werden reglementiert bis zur letzten Schraube, die Landwirtschaft wird subventioniert und abgeschottet und die ach so tollen Exporte werden teilweise geradezu verschenkt. Kein Wunder dass es zu den bekannten Verwerfungen kommt.

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Spiegelleserin57 15.03.2018, 18:00
43. Frau Kramp- Karrenbauer hat bei Anne Will gesagt

Zitat von schlob
Der Exportüberschuss beruht letztlich auf einer systematischen Plünderung der deutschen Bevölkerung . Das geht geschickt um drei Ecken.Über die Gelddruckmaschine Draghi wird der Euro entwertet, dadurch steigt der deutsche Export . Da die Zinsen null sind,werden die deutschen Sparvermögen den Sparern faktisch weggenommen - peu a peu.- Gleichzeitig spart der Staat Zinsen-und kann so großzügig Zuschüsse an Griechenland zahlen -als Kredite getarnt.- Der Euro sinkt -die Exporte steigen noch mehr.- Das Resultat ist: Die USA werden von uns mit viel zu billigen Produkten überschwemmt.Trump hat mehr als Recht.
dass die CDU die Wirtschaft unterstützt hat damit sie wettbewerbsfähig ist. Hier sind nun die Folgen!
Herr Lindner hat auch betont dass die Löhne niedrig geblieben sind OBWOHL die Wirtschaft glänzend verdient. Kein Wunder dass die Binnennachfrage hinkt.
Wer kein Geld hat kann auch nichts kaufen. So einfach ist das :)
Die letzte Anne Will Sendung sollte aussagen wie es weiter geht, sehr informativ!

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muunoy 15.03.2018, 18:01
44. Steigende Netto-Löhne würden helfen

Zitat von logisch_konsequent
Ausland würde mehr in Deutschland investieren, wenn man schnell die Löhne steigen lässt? Obwohl jetzt schon wegen zu hoher Lohnstückkosten ständig Arbeitsplätze ins Ausland umgeschichtet werden? Bei Herrn Fratscher kommen immer "steigende Löhne = gut" als Ergebnis heraus, egal was das Thema ist, was für ein Experte.
Naja, interessant sind eigentlich eine höhere Kaufkraft. Und die hängt von den Netto-Löhnen ab. Man kann also durch Steuererleichterungen auf Arbeitsleistungen durchaus die Löhne erhöhen, ohne die Lohnstückkosten zu erhöhen. Gerade in Deutschland ist da sehr viel Luft drin. Mich wundert wirklich, warum hier Steuersenkungen immer als Teufelszeug angesehen werden. Selbst Macron hat erkannt, dass eine zu hohe Besteuerung von Arbeitsleistungen nicht zielführend ist.
Noch eine Anmerkung zu allen, die sich überheblich über amerikanische Produkte äußern: Zumindest von einem amerikanischen Autohersteller sehe ich eigentlich ziemlich viele Autos hier rum fahren. Es handelt sich um die Firma Ford. Vermutlich liegt es daran, dass die Autos gar nicht importiert werden müssen, weil sie in Köln zusammen gebaut werden. Es könnte also doch etwas mit den hohen Zöllen auf amerikanische Autos zu tun haben. Ich möchte daran erinnern, dass deutsche Autohersteller den Protektionismus Chinas auf ähnliche Weise umgehen. Und bei mir persönlich stand vor einem Jahr die Entscheidung für einen neuen Dienstwagen an. Ich habe mich für einen Politiker A8 von Audi entschieden, weil die nach einem Jahr Gebrauch durch den jeweiligen Politiker recht günstig zu haben sind. Da gibt es aber nur Diesel. Und irgendwie war auch vor einem Jahr schon nicht so sicher, ob so ein Diesel eine gute Wahl ist. Und als Alternative hatte ich den neuen Cadillac CT6 mit 6-Zylinder Benziner ins Auge gefasst, den ich während eines Aufenthaltes in den USA kennen lernen durfte. Wäre der in Deutschland 10% billiger, so hätte der Caddi das Rennen gemacht, obwohl er als Neuwagen dann immer noch deutlich teurer als der Politiker A8 gewesen wäre. Als Leihwagen hatte ich in den Staaten auch schon den XTS bekommen. Und sorry Leute, Cadillac baut tolle Autos.
Das Gleiche gilt übrigens für manche Elektronik. Naja, trotz des höheren Preises hat bei meinem Sound-System in der Lieferantenauswahl Bose gegen Yamaha gewonnen. Damit habe ich dann auch was gegen das Handelsbilanzdefizit getan.

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lawlord 15.03.2018, 18:01
45. Analyse überzeugt nicht

Auch ich kann dem Artikel nicht entnehmen, wo Deutschland/die EU nun "protektionistisch" ist. Dass weniger importiert wird, liegt doch erstens daran, dass wir nicht so sehr über unsere Verhältnisse leben wie die USA (die Infrastruktur hat dort weitaus (!) mehr Rückstand als hier), lieber mehr Geld in die Sozialsysteme stecken (was der Gesamtgesellschaft zugute kommt) und auf solide Produkte Wert legen, statt Ramsch XXL. Was lässt sich denn aus den USA gut importieren außer Kartoffeln und Erdnussbutter, Jeans und Jeep ? Diese Analyse ist daher äußerst schwach. Interessant wäre eher, warum es Bereiche gibt, in denen die Importzölle der EU höher sind als die der USA - und warum nicht einfach den USA angeboten wird, in allen Bereichen jeweils gleich hohe Zölle zu vereinbaren (egal welches Niveau) - das wäre doch FAIR.

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Siamac 15.03.2018, 18:16
46. Alter Wein

In neuen Flaschen: mich lässt das Gefühl nicht los, dass bei vielen Beiträgen aus der Wissenschaft die immer gleichen Inhalte einfach mit einem neuen Etikett versehen werden. Manchmal geht’s dann halt daneben, so wir in diesem Fall. Ich wage zu bezweifeln, dass die US-Seite (Trump sowieso nicht) mit einem solchen Angebot der deutschen Seite zufrieden gestellt werden könnte.

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MarkusHenny 15.03.2018, 18:26
47. Es ist ein Wunder, dass Deutschland mit solchen Profs so gut dasteht.

Denn US Professoren kritisieren nie ihr eigenes Land, selbst wenn es falsch liegt. Deutsche Professoren schreiben jedoch im Geist US-amerikanischer Neo Cons, welche sich weigern zuzugeben, dass sie das Land in die Sch.... geführt haben. Dazu kann man das Wachstum in Europa, das relativ dicht besiedelt ist nicht mehr so treiben wie das evtl. in der USA noch möglich ist. irgendwie frage ich mich auch ob dieser Prof. die stalinistische Planwirtschaft wieder zurückholen will. Aber offensichtlich will er auch nicht zugeben, dass Deutschland, dass seine Neo Con Rezepte nicht so stringent anwendet wie die USA, wirtschaftlich besser dasteht als die USA. Ich frage mich warum er eigentlich nicht dorthin auswandert. Im Süden der USA hätte er doch viel mehr Sonne als in DE.
Wenn die USA alle diese Handelsverträge unfair finden, so hätten so schon lange Nachverhandlungen dieser Verträge verlangen können.

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gerd0210 15.03.2018, 18:38
48.

Zitat von temp1
Ich habe in den Artikel nicht lesen können, mit welchen Instrumenten Deutschland angeblich Protektionismus betreiben würde. Es wird wieder lediglich die zu geringe nach ausländischen Gütern bemängelt in Relation zu der ausländischen Nachfrage nach deutschen Gütern. Aber das ist offenbar nicht das Ergebnis einer staatlichen Steuerung zu Lasten der USA, sondern einfach der freie Handel, der offenbar eher Güter aus Deutschland kaufen möchte. Da es nicht das Ergebnis staatlicher Steuerung ist, warum soll der deutsche Staat "schuld" sein? Es scheint eher das Problem der US Industrie zu sein, dass sie nicht in allen Sektoren ausreichend wettbewerbsfähig ist. Also würde ich es hier mit dem Argument der Chinesen halten, 'die USA sollten nicht meckern, sondern ihre Industrie sollte besser arbeiten ...'
Da haben Sie nunmal recht. Bei uns sind schon fast alle Hochöfen verschwunden, Geld wird mit Edelstahl verdient. Bei Baustahl haben wir nix mehr anzubieten und können deshalb auch nix unterbieten.

Die Zölle, die bei uns erhoben werden, richten sich danach, wie weit der Preis unter den Herstellungskosten liegt. Da sind bei uns in manchen Fällen schon mal 30% drin.

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viwaldi 15.03.2018, 18:56
49. Wenn Tesla endlich mal liefern könnte

... wär das Defizit schon kleiner. Wenn die aber soooooo lange brauchen, bis auch VW aus dem Quark gekommen ist ( und es dann besser macht, wissen wir schon), dann wird es mal wieder nix. Mal ehrlich, wer will den eine Bohrmaschine, ein Auto oder einen Toaster aus den USA haben???

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