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Tsipras-Besuch bei Merkel: Letzte Hoffnung
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Beim Deutschland-Besuch des griechischen Regierungschefs Tsipras geht es um mehr als ein paar fehlende Milliarden. Das Treffen mit Kanzlerin Merkel ist die vielleicht letzte Chance, das zerrüttete Verhältnis beider Länder zu kitten.

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scenes 23.03.2015, 15:11
1. ist ja nett...

...Herr Kaiser, aber erstens hätte man das "Schuldner / Gläubigerspiel" nach richtiger Lesart der Lissabonvertrages garnicht anfangen dürfen, damit wäre Griechenland bereits 2010 aus dem Euro ausgetreten und alle wären heute noch "Freunde".
Zweitens , wie will man denn nach allen Vorschlägen und Anfeindungen der letzten Monate und Jahre (Touristen als Steuerfahnder, etc...) ernsthaft "auf Augenhöhe" mit dieser Regierung ins Gespräch kommen...Meine Bank sagt mir ja auch wie ich meine Kredite zurückzahlen soll und sämtliche meiner Anfragen nach Schuldenschnitten und Ewigkeitsanleihen wurden leider bisher nicht genehmigt...

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captainpetrov 23.03.2015, 15:15
2. Austritt

Man muss den neuen griechischen Finanzminister nicht mögen, aber wer hat recht, dass Griechenland damals einfach hätte pleite gehen sollen. Ich denke noch immer, dass das die einzige Möglichkeit ist.

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dschmi 23.03.2015, 15:16
3. Kapieren es die Medien nicht? Oder wollen sie es nicht verstehen...

Die Medien als auch die Politiker der etablierten Parteien sind für das Wahlergebnis in Griechenland, gestern in Andalusien und Frankreich mitverantwortlich.
Umso länger Griechenland im Euro bleibt... Umso mehr werden Eurokritische Parteien in ganz Europa immer mehr Zulauf bekommen weil keiner einsieht für Griechenland zu haften, und das zurecht!
Da können die Medien noch so versuchen Stimmung zu machen und alles klein zu reden... Merken die Medien nicht das sie mit ihrem Eurofanatismus regelrecht Wahlkampf machen für AfD, Podemos, FN, uKiP etc... Anstatt einfach einmal zu sagen, Schluss mit dem Experiment. Eine Währung kann nicht von politischen Illusionen leben wenn sie auf dem Weltmarkt bestehen will... Eine Währung kann ebenso wenig bestehen wenn Staaten in dieser Währungsgemeinschaft sind die nicht dem Weltmarkt gewachsen sind.
Ich weiß für viele Eurofanatiker ist das Blasphemie, aber es ist die Realität!
Manche Himmeln den Euro an wie Mitglieder einer Sekte den Guru...

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Sal.Paradies 23.03.2015, 15:18
4. Der Ton macht die Musik

Immerhin war Merkel einer der wenigen Poltiker, die nicht permenent im "Kampfmodus" agieren, siehe unsere politischen Freunde bei CDU/CSU/SPD/GRÜNE. In der Vergangenheit hatten wir genug schrille Töne, da ist es genau der richtige Zeitpunkt, dass Enscheidungsträger wie Merkel/Tsipras mehr die moderaten Töne anschlagen. So weit so gut, aber eine Fehlkonstruktion wie den Euro kann auch Merkel nicht wirklich ändern, was bedeutet, nach dem Hilfspaket ist vor dem (nächsten) HIlfspaket. Egal wie fein Mutt das Klavier stimmen mag, für einen grieichischen Politiker wie Tsipras ist der Flügel eine Nummer zu groß und die Griechen werden auch in 15 Jahren beim Eurolied nicht den rechten Ton treffen können.........

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watermark71 23.03.2015, 15:21
5. Langweilige Nummer

Diese ganze Reformliste ist ein Witz. In einem Land in dem ohnehin kaum noch jmd Steuern bezahlt müsste da nur ein Punkt drauf stehen: Steuern / Außenstände eintreiben. Macht so rund 80 Mrd Euro.

PS: Ideen mit spez MwSt für Touristengebiete dürften kaum mit EU Recht vereinbar sein. Wischiwaschi - entweder ist man dort so .... oder es sind die üblichen griechischen Nebelkerzen...

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Malshandir 23.03.2015, 15:22
6. Richtigstellung

Es wird hier der Eindruck erweckt, dass Deutschland mit der Aufrechnung angefangen haette.
richtig ist, griechische Medien haben sher frueh Nazikarrikaturen und aehnliches verbreitet, was lange geduldet worden ist.
Die abnehmende Solidaritaet ist durch Griechenland selber verursacht. Man zeigte sich nie dankbar, noch hielt man sich an Vereinbarung, im Gegenteil man gab immer anderen die Schuld.
Die Fakten sind einfach, dass Griechenland Bilanzen vorsaetzlich faelschte, um sich in den Euro zu mogeln. So etwas nennt man juristisch einen schweren gewerbsmaessigen Betrug. Die griechische Regierung ist daher auch eine kriminelle Vereinigung.
Daneben erpresste man schon Kohl mit den Reparationsforderungen.
Ich sehe in Griechenbland keinen befreundeten Staat mehr. 100-200 Jahre frueher haette ein solches Verhalten und Rethorik Griechenlands in einem Krieg geendet.
Natuerlich ist das Gespraech wichtig, aber hier sind Entschuldigungen Griechenlands angebracht.

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Marut 23.03.2015, 15:24
7. Schlechte Karten für Tsipras

Tsipras hat da ziemlich schlechte Karten, denn neben dem einen Ziel, den Euro zusammenzuhalten, steht das andere, dass eine linke Regierung keinen Erfolg haben darf.
Es wird sich also zeigen, was Merkel da mehr wert ist. Wenn sie Tsipras einen Erfolg läßt, dann muß sie davon ausgehen, dass sie die Sozialisten in Griechenland nicht los wird, denn die Griechen werden Tsipras dankbar sein.
Also ist wohl eine Pleite Griechenlands das kleinere Übel für Merkel und es wurde ja in letzter Zeit auch schon oft genug klargestellt, dass der Austritt jetzt zu verkraften wäre.
Tsipras muß also damit rechnen, dass die Entscheidung, entweder kuscht Griechenland oder sie werden hängen gelassen, schon längst gefallen ist. Bei all den Gesprächen geht es also jetzt nur noch darum herauszuarbeiten, wer der Schuldige ist. Merkel muß die Meinung schaffen, dass das Verhalten Griechenlands an allem Schuld ist. Zum einen braucht Merkel das, damit die anderen Euro-Länder mitmachen (schließlich ist sie noch nicht Königin von Europa) und die Hoffnung, dass die griechischen Wähler beim nächstenmal wieder stramme Finanzmarkt-Oligarchen wählen, nicht ganz unberechtigt ist.

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wwwmuell 23.03.2015, 15:25
8. Tragisch? Na wohl eher völlig logisch und absehbar ...

... dass der Euro die Länder Europas immer tiefer entzweit. Ich werde nie verstehen, wie man auf den Gedanken kommen konnte, dass das Gegenteil eintreten würde. Die ehemals unterschiedlichen Währungen ermöglichten durch die entsprechenden Wechselkurse eine notwendige Autonomie und ein wirtschaftlich unabdingbares Regularium der entsprechenden Länder. Einen "Wirtschaftsweisen" benötigt man dafür nicht, um zu wissen, dass die Wegnahme dieses grundlegenden Regulierungsmechanismus nicht funktionieren kann. Die Eitelkeit der Euro-Schöpfer - welche sich offensichtlich ganz groß in Geschichtsbüchern erwähnt wissen wollen - haben zu diesem Desaster geführt. Die Zeche zahlt die Masse - wie immer ...

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jus94 23.03.2015, 15:32
9.

Es ist nicht Aufgabe des dt. Steuerzahlers die griechische Wirtschaft aufzubauen. Zunächst fehlt hierzu jedwede politische Legitimität zum anderen würde sich Deutschland schon am kleinen Griechenland überheben. Nur als Beispiel, der Aufbau-Ost kostete den dt. Steuerzahler nahezu 2 Billionen Euro. Ich würde behaupten, kein anderes Land hätte dies stemmen können. Diese unglaubliche Leistung war aber nur innerhalb eines Staates möglich und selbst dies führte zu politischen und gesellschaftlichen Spannungen. Eine Rettung eines ausländischen Staates würde ist folglich unmöglich und würde radikale Kräfte nach oben spülen; letztendlich würde diese EU daran zerbrechen.

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