Forum: Wirtschaft
Tsipras' Reformliste: Beifall in Brüssel, Ärger in der Heimat
AP/dpa

Von den Geldgebern bekommt die griechische Regierung Lob für die neuen Reformvorschläge. Doch griechische Zeitungen werfen Ministerpräsident Tsipras vor, seine Wahlversprechen zu brechen. Syriza-Abgeordnete drohen mit Widerstand.

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joboxer 23.06.2015, 11:19
60. Sehr richtig! Dazu kommt ...

Zitat von kuschkusch
Da die linke griechische Regierung bisher sowohl die Europäer, wie auch das eigene griechische Volk ausnahmslos angelogen hat, tendiert der aktuelle Wert der griechischen Absichtserklärung gen Null. Da Tsipras und Syriza sich mit einem bunten Korb voller (unhaltbaren) Wahlversprechen die Mehrheit erschlichen haben, fällt denen das jetzige Papier natürlich vor die Füße. ...
...dass keine Regierung eines Krisenlandes dem öffentlichen Ansehen der europäischen Sache so geschadet hat wie diese radikale Koalition in Athen, keine hat verbal so viel Porzellan zerschlagen.

Leider hat das schon ein anderes Fundament der EU angegriffen: ihre Akzeptanz beim Otto Normalbürger ...

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jjcamera 23.06.2015, 11:20
61. starkes Stück

Die eigenen Leute derart zu belügen, nur um gewählt zu werden, ist schon ein starkes Stück.
Seine Verhandlungsstrategie ist, jedem das zu sagen, was er hören will. Dazu braucht man kein diplomatisches Geschick und noch nicht einmal ein gutes Gedächtnis.

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kharlamov 23.06.2015, 11:20
62. Die Probleme bleiben!

Schon heute ist absehbar, dass Herr Tsipras nicht die Möglichkeiten haben wird, die Versprechungen einzuhalten. Wichtig wäre eine funktionierende Steuerverwaltung. Aber davon sind die Griechen weit entfernt und ich befürchte, dass auch der politische Wille fehlt. Andererseits erscheint eine Erhöhung der Mehr- bzw. Umsatzsteuer in einem Land, in dem zum Teil Armut herrscht, wie ein schlechter Witz.
Nein, ich bleibe dabei, für die Griechen wäre ein Euroaustritt der bessere Weg. Aber mit Schuldenschnitt. Das würde auch den Rest der Eurozone stabilisieren; nicht, wie man uns Glauben machen will, destabilisieren. Gegenwärtig wird nur geflickschustert. Und in spätestens einem Jahr grüßt wieder das Murmeltier.

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prisma-4d 23.06.2015, 11:20
63. ...jetzt muss ich lachen...

...wenn ich die Kommentare lese.

Hat den keiner verstanden dass es nur ein Spiel auf Zeit ist? Die Griechen legen fünf nach 12 eine einigermaßen brauchbare Reformliste vor. ...man will ja nicht so sein, prüft diese in windeseile um dann ein OK für die neue Kreditlinie zu geben. Und was dann? Ganz einfach: Jetzt kann man in aller Ruhe die Reformliste in Gesetze packen die entweder als Reform untauglich sind, oder die Gesetze werden nach langem hickhack einfach nicht verabschiedet weil in einer Demokratie eben die Mehrheit der Abgeordneten zählt. Tsipras macht Neuwahlen und lässt sich seinen Kurs bestätigen... Geld hat er ja bekommen... Reformen wurden aber wieder nicht umgesetzt... und das Spiel beginnt von vorne.

Wenn ich Grieche wäre, ich würde trotz Kriese über dieses "an der Nase herumführen" lachen und wieder Tsipras wählen. Man fühlt sich eben überlegen wenn man den Anderen an der Nase herumführt.... egal welche Konsequenzen es hat.

Und in dieser Kriese geht es sehr viel um "Gefühle"

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kuschkusch 23.06.2015, 11:21
64.

Zitat von Marut
Das war ja auch wohl das Hauptziel der sogenannten Institutionen, die Linken müssen weg. Linke dürfen in Europa keine Erfolge haben - wo kommen wir denn da hin.
Da muß ich Ihrer Paranoia widersprechen.

Das Hauptziel der europäischen Kontrolle war und ist immer noch,

- kurzfristig die Liquidität des griechischen Staatshaushaltes sicher zu stellen,
- dafür zu sorgen, dass Griechenland irgendwann befähigt ist, seinen eigenen Haushalt zu bedienen,
- dafür zu sorgen, dass Griechenland nicht mehr anderen Ländern auf der Tasche zu liegen
- und das Griechenland seine Schulden zurück zahlt.

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ixfueru 23.06.2015, 11:21
65. Eigentlich ist es doch

Zitat von Marut
Na, langsam kriegt es ja die Euro-Gruppe und der IWF da hin, wo sie es hin haben wollen. Die linke Regierung kriegt Probleme im eigenen Land. Das war ja auch wohl das Hauptziel der sogenannten Institutionen, die Linken müssen weg. Linke dürfen in Europa keine Erfolge haben - wo kommen wir denn da hin. Dafür war man auch bereit, die sich schon längst widerlegte Austeritätspoltik weiter zu verfolgen. Wirtschaftlich ist sie nicht sinnvoll und letztendlich auch für Europa die teurere Lösung - aber Kommunisten platt zu machen hat man sich ja schon immer was kosten lassen.
egal, ob die Regierung "links" oder "rechts" ist. Griechenland gedenkt, seine Schulden nicht bezahlen zu wollen (können die auch nicht), weitere Kredite zu erhalten und auch nicht zurück zu zahlen und weiter ein "süßes Leben" zu führen. Wenn das die Gesinnung von Links ist, dann muss dem Treiben wirklich ein Riegel vorgeschoben werden. Übrigens niemand in Deutschland oder Europa ist Schuld an der Situation in Griechenland - nur die Menschen dort selbst.

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huddi03 23.06.2015, 11:22
66. Ich hoffe

Zitat von kayakclc
In Falle einer Einigung hoffe ich, dass die deutschen Abgeordneten im Bundestag erst dann irgendeine Anstimmung ansetzen, wenn die kompletten Zusagen in Athen durch das Parlament abgesegnet sind. Sonst ist es wie immer: für viel heiße Ather Luft werden Mrd Euro überwiesen, die nur verpuffen. Ich traue den "Fortschritten" kein bisschen. Alles klingt nur nach einer Luftnummer. Viele Regierungen in anderen Eurostaaten sehen das auch so. Nu der Michel läßt sich durch den Ring ziehen.
zunächst dass die Bundestagsabgeordneten erst dann abstimmen wenn wenigstens etwas Zeit zur Prüfung des zur Abstimmung stehenden Kompromisses zur Verfügung stand. Und damit meine ich nicht Stunden.

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butterbrot67 23.06.2015, 11:24
67. MwSt

Zitat von gesell7890
MUSS er was falsch gemacht haben. Z.B. die MwSt. in einem Land erhöhen, in dem sich die Bevölkerung nicht mal mehr den Grundbedarf leisten kann, ist irgendwas zwischen Verbrechen oder Irrsinn. So eine absurde Forderung KANN nur aus Brüssel kommen!
Welche Steuer ausser der MwSt soll denn Geld hereinbringen? Solange der Staat nicht in der Lage ist die direkten Steuern (insbesondere von den Reichen) einzutreiben bleibt doch gar nichts anderes übrig.

Ausserdem ist es ja immerhin so, dass die Reichen auch mehr konsumieren. Unsozial wird eine MwSt-Erhöhung erst dann, wenn die Mehreinahmen nicht umverteilt werden.

Zudem ist selbst bei uns die Umsatzsteuer die grösste aller Steuerquellen und es gibt für den Grundbedarf einen ermässigten Steuersatz....

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melaw 23.06.2015, 11:24
68. Tja, was tun?

Was soll Tsipras denn machen? Er hat es nachhaltig vermasselt und jetzt steht er mit dem Rücken zur Wand.

Europa rückt nicht mehr einfach so die Milliarden raus wie bisher.
Reformforderungen sind allerdings auch Quatsch. Das Land hat keine funktioniernde Verwaltung, ist per definition ein failed state. Reformen kann Syriza nicht durchboxen, das gäbe einen Volksaufstand. Zurecht.
Zwar findet die Bevölkerung diese laxe Zahlungsmoral wohl irgendwie ganz nett, aber gut geht es den meisten nicht. Kleine Wirtschaft hoher Lebensstandard - daran hat man sich gewöhnt und hört freilich ungern, dass das so nicht weitergehen kann.
Reformen... die man bringen könnte würden nichts nutzen (Steuern erhöhen die nicht eingetrieben werden?) oder wären nicht umsetzbar (dem Volk schaden).

Das ganze Land muss von Grund auf neu aufgebaut werden. Wie nach einem Krieg.
Aber diesen Schritt möchte niemand laut aussprechen. Erst recht nicht die gesammelten Politiker in Griechenland der letzten Dekade.

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Benjamin1965 23.06.2015, 11:24
69. Nur weiter so

Unsere Politiker werden Griechenland nochunbegrenzt weiteres Geld ueberweisen. Da geht so einfach, weil es nicht IHR Geld ist. Die alles vor die Wand faehrt, sind alle unsere heutigen Politiker Millionare und ziehen sich auf Ihr Altenteil zurueck. Ich zumindest habe jegliche Vertrauen inMerkel und Co verloren.

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