Forum: Wirtschaft
Türkei-Drama: "Erdogan hat das Ausmaß der Krise nicht verstanden"
AP

Die Lira verfällt, türkische Firmen stehen vor der Pleite. Präsident Erdogan aber weigert sich, notwendige Reformen anzupacken. Droht der Türkei der Kollaps?

Seite 11 von 11
regula2 26.08.2018, 23:18
100.

Zitat von wettersbach
Welche Troika? Wer nach Erdogan kommt steht in den Sternen. Glaubensüberzeugungen, seien es muslimische christliche oder jüdische, stehen grundsätzlich nicht im Widerspruch zum rationalen Denken. Die Glaubensüberzeugungen z. B. in CDU/CSU standen einer rationalen Politik noch nie im Wege.
Es gibt keinen rational nachvollziehbaren Beweis für die Existenz eines Gottes.

Indem man sie postuliert, versucht man, nolens volens, eine höhere, nicht demokratisch legitimierte Instanz zu schaffen, durch die man nicht demokratisch Politik rechtfertigen will.

Der geplante Staatsbesuch Erdogans ist ein gutes Beispiel. Die dt. Politiker unterstellen, dass es "höhere Staatsinteressen" geben könnte, die nicht mit jenen der Bevölkerung übereinstimmen. Sie behaupten damit (un)bewusst, "wir sind die Hohepriester und ihr habt zu akzeptieren, was wir euch sagen".

Oder mit US-Politiker Ted Cruz prägnanter gesagt: "What I tell you, is what God told me."

Leute, die so argumentieren, können keine legitimen demokratischen Politiker sein, sondern bestenfalls Scharlatane.

Sollte der zutiefst antidemokratische Geiselnehmer Erdogan tatsächlich zum Staatsbesuch erscheinen, wissen wir, dass wir von ihnen regiert werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
regula2 26.08.2018, 23:42
101. Clowns und Scharlatane

Zitat von kajosch55
Wer wirklich zur Demokratie steht und unsere Werte hochhält und verteidigtl kann unmöglich einen islamistischen Kriegsverbrecher, Terrorhelfer und Diktator stützen. Da Merkel aber genau das tut, sollte klar sein, dass die alte Frau andere Interessen vertritt. Naheliegend ist der Gedanke, dass es sich um die Profite der Banken handelt, die es zu schützen gilt. Und trotzdem bleibt im Hinterkopf hängen, dass Merkel klammheimliche Sympathien für eine bestensfalls mittelalterliche Gesellschaftsform hegen könnte.
Mit dem Staatsempfang für Erdogan verlieren unsere teilnehmenden Politiker ihre Legitimation als Demokraten. Wir werden dann von Clowns und Scharlatanen geführt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 27.08.2018, 11:39
102. Glaube und Politik

Zitat von regula2
Es gibt keinen rational nachvollziehbaren Beweis für die Existenz eines Gottes. Indem man sie postuliert, versucht man, nolens volens, eine höhere, nicht demokratisch legitimierte Instanz zu schaffen, durch die man nicht demokratisch Politik rechtfertigen will. Der geplante Staatsbesuch Erdogans ist ein gutes Beispiel. Die dt. Politiker unterstellen, dass es "höhere Staatsinteressen" geben könnte, die nicht mit jenen der Bevölkerung übereinstimmen. Sie behaupten damit (un)bewusst, "wir sind die Hohepriester und ihr habt zu akzeptieren, was wir euch sagen". Oder mit US-Politiker Ted Cruz prägnanter gesagt: "What I tell you, is what God told me." Leute, die so argumentieren, können keine legitimen demokratischen Politiker sein, sondern bestenfalls Scharlatane. Sollte der zutiefst antidemokratische Geiselnehmer Erdogan tatsächlich zum Staatsbesuch erscheinen, wissen wir, dass wir von ihnen regiert werden.
Dem ersten Satz stimme ich zu. Es gibt keinen rationalen , wissenschaftlichen Gottesbeweis. Das hat bereits im 18. Jh. der Philosoph Immanuel Kant, der "Zertrümmerer der Metaphysik" unwiderlegbar bewiesen.

Der zweite Satz ist richtig, soweit er sich auf die Islamisten bezieht, die den Koran wörtlich nehmen und fundamentalistisch interpretieren - ähnlich wie die evangelikalen Christen die Bibel in den USA, welche die Heilige Schrift wortwörtlich nehmen. Doch die Türken sind zwar mehrheitlich Muslime, aber mitnichten Islamisten. Auch Erdogan nicht. Er kämpft gegen sie, denn sie haben in der Türkei schlimme Anschläge verübt mit vielen Toten, darunter auch eine deutsche Reisegruppe. Deshalb auch seine Feindschaft zu dem islamistischen Prediger Fetullah Gülen, den er für den Putschversuch des Militärs verantwortlich macht.

Der geplante Staatsbesuch von Erdogan ist völlig o.k, denn er ist der gewählte Präsident des Nato-Mitglieds und EU-Kandidaten Türkei, eines Landes, das wegen seiner geografischen Lage zwischen Europa und Orient eine Schlüsselposition in der Region des Nahen Ostens zukommt, einer Konfliktzone ersten Ranges. Außerdem leben ca. 4 Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 27.08.2018, 11:46
103. Quatsch

Zitat von regula2
Mit dem Staatsempfang für Erdogan verlieren unsere teilnehmenden Politiker ihre Legitimation als Demokraten. Wir werden dann von Clowns und Scharlatanen geführt.
Sorry, das ist totaler Quatsch. Erdogan ist der gewählte Präsident eines in der Nato verbündeten Partners. Man mag ihn aus guten Gründen persönlich ablehnen, - er hat nach dem Putschversuch zweifellos mit den zahlreichen Verhaftungen überreagiert, was an Paranoia grenzt - aber er repräsentiert 80 Millionen Türken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 27.08.2018, 11:49
104. Quatsch

Sorry, das ist totaler Quatsch. Erdogan ist der gewählte Präsident eines in der Nato verbündeten Partners. Man mag ihn aus guten Gründen persönlich ablehnen, - er hat nach dem Putschversuch zweifellos mit den zahlreichen Verhaftungen überreagiert, was an Paranoia grenzt - aber er repräsentiert 80 Millionen Türken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
recepcik 27.08.2018, 13:09
105. In der Türkei

Gibt es Gerüchte, daß die Nationalbank Geld ohne Gegenwert druckt hat, damit die Löhne von Beamten, Staatsbediensteten und Renten bezahlt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murrle01 28.08.2018, 01:29
106. Widerspruch:

Zitat von wettersbach
Der geplante Staatsbesuch von Erdogan ist völlig o.k, denn er ist der gewählte Präsident des Nato-Mitglieds und EU-Kandidaten Türkei, eines Landes, das wegen seiner geografischen Lage zwischen Europa und Orient eine Schlüsselposition in der Region des Nahen Ostens zukommt, einer Konfliktzone ersten Ranges. Außerdem leben ca. 4 Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland.
Einmal ist es ein Witz wie Erdogan gewählt wurde. Den Putsch halte ich von ihm für angezettelt und ausgedacht. Wichtiger noch für die Ablehnung seines Besuches: Er hat Deutschland massiv beleidigt, erpresst und beschimpft. Hat Menschen als "Geiseln um seine Forderungen durchzusetzen. So einer kann kein Gast werden. Das mit der EU hat sich so wie so erledigt. 80% unserer Bürger wollen den Mann nicht im Land haben. Warum wohl? Und wie viele Türken hier leben ist für mich kein Grund so einen "Diktator" hier in allen Ehren zu begrüßen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wettersbach 28.08.2018, 09:48
107.

Zitat von murrle01
Einmal ist es ein Witz wie Erdogan gewählt wurde. Den Putsch halte ich von ihm für angezettelt und ausgedacht. Wichtiger noch für die Ablehnung seines Besuches: Er hat Deutschland massiv beleidigt, erpresst und beschimpft. Hat Menschen als "Geiseln um seine Forderungen durchzusetzen. So einer kann kein Gast werden. Das mit der EU hat sich so wie so erledigt. 80% unserer Bürger wollen den Mann nicht im Land haben. Warum wohl? Und wie viele Türken hier leben ist für mich kein Grund so einen "Diktator" hier in allen Ehren zu begrüßen.
Ihre Meinung in allen Ehren, aber Beleidigungen gab es auf beiden Seiten. Auch Erdogan wurde von einem deutschen Schmierfinken unter dem Deckmantel des "Kabarettisten" aufs Übelste beleidigt, mit nicht zitierbaren verbalen Ferkeleien. Auch Edogans Name auf einer Hundehütte in der Karikatur eines deutschen Qualitätsblattes (Süddeutsche Zeitung) war eine schwere Beleidigung. Die völlig unnötige, vom Bundestag auf Betreiben eines deutsch-türkischen Abgeordneten erfolgte Einstufung der Armeniermassaker von 1915 als Völkermord wurde von der türkischen Seite, die hier eine andere Meinung vertritt, ebenfalls als beleidigende Provokation aufgefasst.

Die Behauptung, dass der Putsch von Erdogan selbst inszeniert worden sein soll, ist reine Spekulation und gehört in den Bereich der Verschwörungstheorien.

Auch Putin und Trump regieren "diktatorisch" und werden trotzdem in Deutschland mit allen protokollarischen Ehren empfangen. Diese Behandlung gebührt auch Erdogan, der als gewählter Präsident immerhin 80 Millionen Türken repräsentiert.

Was den EU-Beitritt angeht, den man der Türkei von deutscher Seite jahrzehntelang versprochen hatte, zuletzt von Kanzler Schröder, wurde von der Regierung Merkel kassiert, und zu einer "privilegierten Partnerschaft" reduziert. Kein Wunder, dass Erdogan nach all diesen Beleidigungen und gebrochenen Versprechen sauer regierte und seinerseitz zurückkeilte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 11