Forum: Wirtschaft
Türkische Währungskrise: Das riskante Schuldenspiel des globalen Finanzkapitalismus
REUTERS

Die Türkei ist ein besonders krasses Beispiel für die globale Schuldenmanie, die nach der Finanzkrise auf die Schwellenländer übergesprungen ist. Die Risiken waren bekannt, die Warnungen laut. Genutzt hat es nichts.

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rooonbeau 19.08.2018, 15:32
30. Wenn ich schon immer höre und lese

Das Wachstum muss stimmen... Früher habe ich nie verstanden warum ohne Wachstum es sofort abwärts geht. Dachte immer wenn es einem doch gut geht reicht das doch erstmal. Bis ich verstanden habe das das rein systembedingt ist. Der Kapitalismus ist konstruiert. Und das in einer Welt die einem schon länger zeigt das endloses Wachstum einfach nicht funktioniert in einer endlichen Welt mit endlich Platz und Ressourcen. Man sollte sich eh Mal mit dem Finanzsystem beschäftigen, denn mir scheint es das versteht sowieso nur eine kleine Elite und somit lassen sich Politiker und Bevölkerung immer weiter an der Nase herum führen. Zum Verzweifeln einfach nur.

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bauern-muenchen 19.08.2018, 15:41
31. Eine Sache ist merkwürdig

Wenn die Situation so brenzlig wäre, müsste eigentlich mehr in Gold investiert werden. Immobilienmarkt, Kunstmarkt alles vollkommen überhitzt, aber ausgerechnet das Gold soll uninteressant sein? Es sieht so aus, als wenn alles seinen geplanten Lauf nimmt.

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Darwins Affe 19.08.2018, 15:41
32. Sozialismus kaputt

Zitat von StefanKomarek
"Die Gläubiger suchten händeringend nach Anlagemöglichkeiten, die mehr abwarfen als die im Westen üblichen homöopathischen Renditen" Das sehe ich als Kernsatz und der deutet auf die Ursache der aktuellen Situation. Die Idee des Kapitalismus war doch, dass die, die über Geld, über Kapital verfügen, dieses investieren und damit Rendite erwirtschaften. Das funktioniert aber nicht mehr. Es gibt in Europa z.B. nur wenig Wachstum, wo könnte man da investieren? Daher gibt sehr viel Geld, für das die Besitzer keinen Bedarf haben, weder für den Konsum noch für eigene Unternehmungen. Also wird es dorthin geschickt, wo Zinsen locken. Die Menge des freien Kapitals wird noch wachsen. So soll man im Alter nicht mehr von der gesetzlichen Rente leben, was man Jahrzehnte vorher gespart hat. Die Rente ist ein durchlaufender Posten, was eingenommen wird, wird ausgezahlt. Wenn man aber mit 25 Jahren Geld zur Seite legen muss, damit man mit 75 davon leben kann, gibt man es jemanden, der das Geld die nächsten 50 Jahre lang betreuen und vermehren soll. Die Fonds-Manager, die dieses Geld betreuen, interessiert es nicht, ob das Geld in 50 Jahren noch da ist. Langfristig dürfen sie gar nicht denken. Sie haben Quartalsvorgaben, wenn die Zahlen des laufenden Quartals nicht stimmen, brauchen sie sich über das nächste Quartal keine Gedanken mehr zu machen – und binnen drei Jahren sind sie sowieso zu einer anderen Firma gewechselt. Was könnte man machen? Meine Idee wäre, dass die Regierungen das freie Kapital abschöpfen. Höhere Ertragssteuern, Vermögenssteuern. Wenn die Steuereinnahmen stiegen, braucht der Staat auch keine Kredite mehr und die Rente kann wieder aus dem laufenden Einkommen (dazu zählt dann auch Kapitalerträge, nicht nur Lohnerträge) bestritten werden. Die Schwierigkeit dabei ist, dass bei den global offenen Grenzen Geld in Sekundenschnelle von einem Land ins andere verschoben werden kann, weswegen sich die Staaten gegenseitig mit Steuersenkungen überbieten. Also weniger Globalisierung und mehr Grenzen im Kapitalverkehr.
1) Der Kapitalismus ist nicht kaputt --- sondern der Sozialismus ging unter, zuletzt mal wieder anschaulich in Venezuela zu sehen.
2) Wenn man den Menschen auch noch das Letzte wegnimmt, das sie besitzen oder verdienen, kommt man zum Hartz-4-ler-Staat und letztlich zur sozialistischen Diktatur. Ohne Anreiz läuft halt nix.
3) Nebenbei: Der Glaube, der Staat könne mit Geld besser umgehen als die Bürger, scheint in Deutschland wohl unausrottbar: Wie meinte schon Hölderlin: „Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, dass ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte“.

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fräulein_w_aus_d 19.08.2018, 15:44
33. Schulden - na und?

Das mag jetzt eigenartig klingen, aber die Finanzmärkte haben auf die Wirtschaft in etwa den Einfluss von Fußballzuschauern auf das Spielgeschehen. Sie können anfeuern, sie können verrückt spielen und sogar den Spielabbruch herbeiführen, aber rein sportlich können sie am ende doch nichts tun. Sie machen Gewinne und sie machen Verluste. Prinzipiell leben wir von Arbeit, nicht von Geld.

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schmuella 19.08.2018, 15:48
34. Leben auf Pump

Eine Kreditaufnahme eines Unternehmens, das durch den Kredit die Produktion steigern kann und dadurch den Kredit wieder zurück zahlen kann, ist sinnvoll.

Das Problem ist jedoch, dass sich viele ein "Leben auf Pump" leisten bzw. über "ihren Verhältnissen" leben. Dies gilt für den privaten und geschäftlichen Sektor.

Die Banken spielen willfährig mit, weil sie durch Zinsen an den Schulden verdienen und es ein schönes Geschäft ist (solange der Kredit nicht platzt).

Die Staaten bzw. die Regierungen spielen mit, weil die den Konsum angeregt, Arbeitsplätze schafft und die Volkswirtschaft anregt.

Am Ende ist es "die Gier nach einem besseren Leben", die dieses System hervorgebracht hat. Es ist jedoch ein System, das nur eine Zeit lang funktioniert, bis alles zusammenbricht. Dann gibt es einen "Reset" und alles fängt von neuem an. Menschen lernen eben nichts dazu.

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mokdo 19.08.2018, 15:49
35. Nahles, SPD, will Steuergelder verschenken

Alles halb so schlimm, Frau Nahles will der Türkei finanziell helfen. Gemeint sind natürlich die Steurzahler. Das wird dann eine Zwangsabgabe an die Türkei,

In Deutschland verschulden sich Städte rasant, Schwimmbäder, Jugendeinrichtungen schliessen, Strassen verrotten, aber die deutschen Steuerzahler sollen die Protzprojekte von Sultan Erdogan mitfinanzieren. Vom IWF will die Türkei keine Kredite weli die Bedingungen stellen. Deutschland wird der Türkei das Geld bedingungslos hinterher werfen

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browserhead 19.08.2018, 15:49
36. Tolle Analyse

Zitat von -Jack-
Türkei-Krise hat nicht mit Wirtschaft zu tun. Es ist eine politische Krise! Nach dem die Türkei aus ihren nationalen Interessen russische Flugabwehrraketen kaufen wollte, wurde sie von Trump unter Sanktionen gestellt. Solch souveräne türkische Politik dulden amerikanische Freunde nicht. Dies ist auch eine Warnung an alle anderen NATO-Partnerländer. Soll heißen: wenn ihr nicht das mach, was wir von euch wollen, belegen wir euch mit Sanktionen und dann könnt ihr gucken wie eure Wirtschaft zusammenbricht. Also vergiss am Besten gleich alle Gedanken über Souveränität. Vielen dank an die Frau Nahles, sie möchte mit Wirtschaftshilfe Türkei unterstützen. Die beste Hilfe wäre, wenn alle kleine Länder der EU, die vor USA kuschen, zusammen eine tatsächlich souveräne Politik durchführen würden und keine USA-Sanktion mitmachen würden, sondern die USA selbst unter Sanktionen stellen. Wir kommen schon irgend-wie ohne Gen-Verseuchten Mais und Bohnen aus!
Es gibt also gar keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Türkei? Alles nur der Trump schuld? Wir Kleinen sollten jetzt zusammenhalten gegen den US-Imperialismus, und Erdo wird uns sagen, wo es lang geht! Ach nee, hab ich ganz vergessen, wir sind ja ein rassistisches Land, das von Nazis regiert wird. Mist, geht nicht!

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De facto 19.08.2018, 15:54
37. Danke Zentralbanken

Planwirtschaft hat nie funktioniert, genau das aber haben die Zentralbanken gemacht über die 10 letzten Jahren und dabei ca. 14 Billionen auf dem Markt gepumpt und Zinsen auf null gedruckt - kein Wunder das wir irgendwann Probleme kriegen. Es wäre höchster Zeit den Zentralbänker ein paar, ordnungspolitische Grenzen setzten.

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schwäbischalemannisch 19.08.2018, 15:57
38. @21 - Fondsmanager

Vielleicht suchen Sie sich einfach seriösere Fonds, die nicht von den großen Playern sind..?! Oder noch besser Sie suchen sich einen unabhängigen Experten, der Sie in Finanzangelegenheiten berät..?

Es gibt viele Möglichkeiten sein Geld zu vermehren. Oder sollte ich besser sagen: sein Vermögen? Da liegt nämlich schon der erste Unterschied: Geldwerte vs Sachwerte.

Geld ist immer noch billig, Sachwerte eher teuer. Für den Laien derzeit nicht einfach funktionierende und lukrative Anlagen zu finden. Aber es gibt Sie. Für fast jeden Geldbeutel.

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dieter-ploetze 19.08.2018, 16:00
39. @9Chris CNX selbstverantwortung schliesst pleitegehen ein

leider ist das heute aus der mode geraten. die verluste von risikogeschaeften traegt heute ueblicherweise der steuerzahler.
meist wird das mit systemrelevanz der unternehmen erklaert.
auf diese weise wird das sich selbst regulierende des kapitalismus abgeschafft und aus dem kapitalismus wird um ein paar ecken rum ein betruegersystem, von der politik so gewollt, sogar erst so geschaffen. der kapitalismus ist nur so lange ein tolerierbares system, wenn es die selbstreinigungs- regulierungskraefte, die ihm ja innewohnen, behaelt.

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