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Türkische Wirtschaft: Mehr Angst vor dem Abschwung als vor Terror
REUTERS

Währungsverfall, Inflation, Jugendarbeitslosigkeit - die Wirtschaftsprobleme der Türkei häufen sich. Gefährdet der Abschwung die Wiederwahl von Präsident Erdogan im Juni?

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Justitia 10.05.2018, 23:18
1.

Schon erstaunlich, dass Spon nun endlich auch darauf kommt, dass die Wachstumszahlen der Türkei heute wie in der Vergangenheit fast ausschliesslich durch riesige staatliche Infrastruktur- und Konjunkturprogramme erzielt wurden, die entweder mit Schulden oder durch Verkauf von Staatseigentum finanziert wurden. Nichts Nachhaltiges sondern nur One-Shot Aktionen, die nun ohne nachhaltige Wirkung, zumindest ohne positive Wirkung, verpuffen. Programme für Start-Ups und Technologieentwicklung? Fehlanzeige!

Erdogan wird wohl die Wahl gewinnen, mit fairen oder unfairen Mitteln, er wird jedenfalls nicht freiwillig die Machtposition aufgeben, denn dann würde er Gefahr laufen, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Also wird er auch bei einem starken wirtschaftlichen Abschwung, der bei diesen Vorraussetzungen ganz sicher bald kommen wird, die Macht mit Zähnen und Klauen verteidigen, auch gegen sein eigenes Volk und gegen die Demokratie.

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bb1337 10.05.2018, 23:24
2. Würde die EU endlich ihre Zahlungen an die Türkei einstellen

... und dieses anti-liberale Land mit Sanktionen belegen, dann würde die Türkei wirtschaftlich bekommen was sie verdient. Zumindest solang es dort keinen Regierungswechsel in Richtung liberal-demokratisch gibt.

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Anne Ringer 10.05.2018, 23:47
3. Täglich grüßt das Murmeltier

Kann diese Artikel, in der die türkische Wirtschaft schlecht geschrieben wird, echt nicht mehr lesen. Seit 10 Jahren immer wieder und immer wieder diese Schwarzmalerei. War vor einer Woche in der Türkei und die Stimmung ist eine ganz andere, als in diesem Artikel mal wieder verschriftlich. Seit 10 Jahren brummt die türkische Wirtschaft und es das wird es auch in den nächsten 10 Jahren. Das ist die Realität!

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betaknight 11.05.2018, 00:39
4. Wie Nun?

Wurden vor kurzem nicht erst als die Rekordwachstumszahlen der Regierung gepriesen und wie toll man sei?

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ziehenimbein 11.05.2018, 02:36
5. Schade für die Türkei,

dass sie offensichtlich am Abgrund steht. Wenn die Wirtschaft nicht nachhaltig in Tritt kommt, sieht es sehr finster aus. 7,4% Wachstum ist nun wirklich zu wenig, angesichts des Bevölkerungswachstums und dem Anstieg der Lebenserwartung. Wenn man diese Faktoren und dann noch die massiven Investitionen des Staates abzieht, die auch nur auf Pump gemacht wurden, zu hohen Zinsen, dann kann man schon von einer Rezession reden. Die Beziehung zur EU wird wohl zunächst gespannt bleben und mit Russland läuft es wohl auch nicht so toll. Das Engagement sowohl in Syrien als auch im Irak, dürfte auch die türkische Bevölkerung irgendwann als sehr gewagt und zweifelhaft wahrnehmen. Im Grunde genommen, wäre es das Beste man würde endlich mal Kurdistan gründen bzw. zulassen dass es gegründet wird. Da von den Kurden ohnehin keiner die AKP wählt, wäre das kein großer Verlust für Erdogan. Leider ist das für ihn aber keine Option, dabei wäre er dann viele Probleme auf einmal los, könnte sich sogar als Retter aufspielen, alles eine Sache der Vermarktung.

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michael.krispin 11.05.2018, 05:46
6. Stand hier im Spon nicht neulich die Wirtschafft brummt?

Da wurde auch das Konjunkturprogramm Erdogans und die Schulden kleingeredet. Jetzt erst, ploetzlich nach 2 Jahren Ausnahmezustand, wenden sich Auslaendische Investoren ab?
Was soll man nun glauben, oder hat Erdo etwas gemacht was ihm vom US Liebling zum Schurken macht und ihr nur noch nicht darueber berichtet habt?
Ich fuehle mich angewidert, wenn ich so offensichtlich fuer dumm verkauft werden soll.

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deniz2212 11.05.2018, 05:47
7. Alle 3 Monate neu

Vor Wahlen oder Veranstaltungen immer die gleichen Beiträge. Die Türkei ist schlecht und bla bla bla.
Das glaubt Euch kein Mensch mehr! R.T Erdogan leistet mit seinem Team sehr gute Arbeit. Bringt ultraschnelle Reformen, bekräftigt und bestärkt die untere- und mittlere Schicht etc. Er regiert seit 15 Jahren, kann ein schlechter Präsident solange politisch überleben? Nein, oder? Er wird zur Recht wiedergewählt und man kann schreiben was man will. Die Türken sind aufgewacht und entfesseln sich von den Abhängigkeiten.

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handundfuß 11.05.2018, 07:41
8. an einem hochsommerlichen...

... Tag läuft der Fuchs dem Hund hinterher, mit der Hoffnung, dass seine vor der Hitze tief hängenden Hoden mal abfallen und er sie verzehren kann... so kommt es mir vor mit den Erwartungen der westlichen

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Zaunsfeld 11.05.2018, 07:55
9.

Die kommende gewaltige Wirtschaftskrise wird Erdogan nicht schaden.
Die Wahl findet bereits in 6 Wochen statt. Bis dahin bricht das Kartenhaus noch nicht zusammen. Das weiß auch Erdogan. Und das ist übrigens auch der Grund, warum er die Wahlen von November 2019 auf Juni 2018 vorverlegt hat. Denn jetzt kann er noch von einer stabil wirkenden Wirtschaft profitieren. Im November 2019 wird sich Türkei wahrscheinlich in einer ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit Staatsgründung befinden. Wenn die dann die Wahlen planmäßig zu dieser Zeit stattgefunden hätten, wäre das für Erdogan und sein Regime sehr schlecht ausgegangen.
Erdogan muss ja nur nochmal jetzt im Juni gewählt werden. Dann kann man ihn auch während der kommenden Wirtschaftskrise nicht loswerden. Vielleicht werden es auch die letzten demokratischen Wahlen in der Türkei sein. Dann hätte sich das Thema sowieso erledigt.

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